Jack Sadelstein führt ein friedliches, gut situiertes Leben in
gehobener Gegend von Los Angeles mit gut bezahltem Job, liebender
Frau und reizenden Kindern. Diese ruhevolle Harmonie wird lediglich
einmal im Jahr auf die Probe gestellt, wenn wieder der Besuch von
Jacks Zwillingsschwester Jill aus der New Yorker Bronx ansteht.
Diese ist nämlich das genaue Gegenteil ihres Bruders: laut,
alleinstehend, schrill und völlig verschroben. Hat sie sich einmal
eingenistet, wird man sie nicht mehr so leicht los. Zwar handelt es
sich bereits um das fünfte gemeinsame Filmprojekt von Regisseur
Dennis Dugan und Schauspieler Adam Sandler, allerdings ist der
Komödienstar hier zum ersten Mal in einer männlich-weiblichen
Doppelrolle zu sehen. In einer kleinen Nebenrolle spielt Al Pacino
sich selbst und ist dabei, was Selbstironie angeht, alles andere
als zimperlich. Insgesamt wird die haarsträubende Geschichte jedoch
bei Adam-Sandler-Fans am meisten punkten, doch auch der Rest kann
sich auf einen gewohnt albernen Spaß freuen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Bonusmaterial
Entfallene Szenen Versprecher: Lachen ist ansteckend Sieh mal, wer da ist Jungen wie Mädchen
In der ausgelassenen Zwillings-Komödie beglückt Blödel-Banause Adam Sandler seine Fans mit einer doppelten Dosis seiner selbst, indem er gleichzeitig Bruder und Schwester mimt.
Männer in Frauenkleider sind seit jeher der Stoff aus dem erfolgreiche Komödien geschneidert sind - siehe "Manche mögen's heiß", "Tootsie", "Mrs. Doubtfire- Das stachelige Kindermädchen" oder in jüngerer Vergangenheit Tyler Perrys "Madea"-Comedies - um nur einige zu nennen. Sandler schlüpft nun erstmals in Damengarderobe, polstert sich zur Verweiblichung mit Körperprothesen auf und verschönert sich mit Makeup und einer Langhaarperücke. Zudem erhöht er seine Stimme um eine Oktave: Somit ist Sandlers weibliches Alter Ego Jill Sadelstein geboren. Sie ist die herrische Schwester von Werbeagentur-Geschäftsführer Jack, der sie notgedrungen einmal im Jahr zu Thanksgiving erträgt. Diesmal steht das Unikum aus der Bronx, das nie ein Blatt vor den Mund nimmt, mit Sack und Pack, inklusive ihrem Papagei Poopsie vor der Tür. Jack erfasst das kalte Grausen, aufgrund ihrer unmöglichen Art schämz er sich in Grund und Boden für seine Schwester. Sein Erstaunen ist groß, als sich Al Pacino (als er selbst) bei einem Lakers Basketballspiel ausgerechnet in sein Schwesterherz verguckt. Insbesondere, da Jack den Oscargewinner unbedingt überreden muss in einem Werbespot für Donuts aufzutreten, da seine Firma ansonsten ihren besten Kunden verlieren wird. Die liebessehnsüchtige Jill wiederum hat kein Interesse an Pacino, so dass Jack als Jill verkleidet sich selbst zum Date mit dem Hollywood-Heavyweight begibt. Von den typischen Slapstickspäßchen (selbst Pacinos Oscar wird symbolträchtig demoliert!) und lautstarken Verdauungswitzchen wird einer Sandler-Komödie entsprechend auf eine sentimentale Schiene umgeschaltet. So erkennt Jack, wie garstig er seine liebende, wenn auch extrem schrullige Schwester behandelt hat und besinnt sich eines Besseren. Bereits zum siebten Mal arbeiten Regisseur Dennis Dugan und Sandler hier zusammen. Los ging es 1996 mit "Happy Gilmore" und seither hat das Erfolgsgespann nicht viel an seiner Formel geändert. Protagonist Sandler spielt die erste Gag-Geige und schwelgt dabei in ausufernden Albernheiten mit einer kräftigen Portion Geschmacklosigkeiten. Allerdings vergisst er auch nie anrührende Gefühlssaiten anzuzupfen. Ebenfalls Tradition sind diverse Cameoauftritte seiner Komikerspezeln (David Spade etwa als sexy Blondine oder hier Johnny Depp). Weniger interessant fällt der Soundtrack aus, lediglich "It's Tricky" von Run DMC bleibt im Ohr hängen. Auch wenn nicht jeder Gag gleich gut zündet und es der Film in Punkto Product Placement etwas übertreibt, wird Sandlers Fangemeinde ihm zweifelsohne die Treue halten. ara.