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"Drei", Tom Tykwers Comeback als Autorenfilmer, war tieftraurig. Zum Brüllen komisch. Hocherotisch. Ein wenig verklemmt ... "Drei" war in erster Linie von allem zu viel. Eine Dreiecksgeschichte unter postheterosexuellen Großstadtintellektuellen, die sich Schlenker zu Berliner-Republik-Satire und Fruchtbarkeitskitsch leisten wollte, dabei aber hauptsächlich von den großartigen Schauspielerleistungen Sophie Rois' und Devid Striesows getragen wurde. Die DVD ergänzt den Film, als ob der nicht schon genug wäre, mit entfallenen Szenen und Making-of. (fis)Extras: Making-Of, Deleted Scenes, Trailershow
Musikalische schweizer Romantikkomödie mit hohen Sympathiewerten, charmantem Humor und lebensnahem Tonfall.
Das Wichtigste zuerst: Die Chemie stimmt. Marie Leuenberger als Standesbeamtin Rahel und Dominique Jann als ihr verflossener Ben, in den sie sich wieder verliebt, geben ein wunderbares Traumpaar ab. Den Rest hat sich Micha Lewinsky, der es mit seinem dramatischen Debüt "Der Freund" bis zum offiziellen schweizer Kandidaten für den Auslandsoscar brachte, von Hollywood abgeschaut, irgendwo zwischen "Eine Hochzeit zum Verlieben" und "Mitten ins Herz - Ein Song für Dich", auch wenn er als Inspiration die Drehbücher von Richard Curtis ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") angibt. Mag der Plot weder überraschen noch enttäuschen, so erdet Lewinsky den überkandidelten Glam der Vorbilder mit einem angenehm normalen Ü30-Personal in lebensnahen Umfeld. Außerdem sorgt das sommerliche Lokalkolorit des idyllischen Städtchens in den Alpen für einen Hauch Heimatfilm.
Amüsant, sanft und ohne Extreme fügen sich Humor und Gefühle in diese Welt ein, die Rahel Hubli (Theaterschauspielerin Leuenberger unwiderstehlich) mit dem Rad durchmisst. Sie hat einen schulpflichtigen Sohn aus der Frustehe mit dem Langweiler Thomas, der sie betrügt. Ben ist gerade dabei, die egozentrische deutsche Schauspielerin Tinka (Oriana Schrage) zu heiraten. Ausgerechnet Rahel soll sie trauen und die Feier vorbereiten. Sie ist in den natürlich-charmanten Poeten, mit dem sie früher das Rock-Duo "Die Raben" bildete, sofort wieder verschossen. In den folgenden Turbulenzen, in denen sie wie ein Backfisch ihrem Hormonchaos ausgeliefert ist, sticht die liebevolle Zeichnung selbst von Nebenfiguren heraus, und die Regie, die den Darstellern Gelegenheit gibt, Profil zu zeigen. Selbst Schrage wirkt als komplizierte Schickse, die ihre Umwelt mit Verniedlichungen traktiert, noch ungewöhnlich nett und glaubwürdig. Wirksame Comedy-Spitzen setzen Nebenrollen, wie Beat Schlatter als Gemeindepräsident. Eine prominente Rolle spielt indes die ansprechende Musik - auch wenn schweizerdeutscher Kuschelrock für manche eine Grenzerfahrung darstellt.
tk.
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