Nicht nur der Glaube kann Berge versetzen, sondern manchmal auch das Kino. Dem englischen Regisseur Christopher Monger gelingt dies gewagte Unterfangen mit spielerischer Leichtigkeit, und daß seine skurrile Geschichte aus dem nebelumflorten Hochland von Wales auf einer wahren Begebenheit beruhen soll, mag man gerne glauben, so bestrickend ist das Leinwandmärchen, das ein Großvater hier seinem Enkel erzählt: Da kommen im Kriegsjahr 1917 zwei britische Kartografen in ein kleines Dörfchen, um die lokale, als Wahrzeichen der Waliser dienende Anhöhe zu vermessen. Als sie bekannt geben, daß genau 15 Fuß fehlen, um zum Eintrag als königlich anerkannter Berg zu verhelfen, sind die Einwohner in ihrem Stolz tief getroffen und schütten, während sie die beiden Engländer mit allen Mitteln im Dorf festhalten, ihren Hügel auf das erforderliche Gardemaß auf. Hugh Grant in seiner Rolle als der titelgebende Landvermesser ist dabei natürlich die augenfällig perfekte Besetzung. Der junge, schüchterne Engländer, der mitten unter die absonderlichen Landmenschen fällt und stotternd und augenzwinkernd seinen Charme versprüht, bis die Ehre der Dorfbewohner gerettet und die Liebe seines Lebens gefunden ist, wirkt dem Star aus "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" wie auf den Leib geschneidert. Mongers Verdienst allerdings ist es, daß er seiner Hauptfigur nicht den ganzen Film auf die Schultern packt, sondern seinen vielen anderen Charakteren mit demselben liebevollen Respekt begegnet: dem schlitzohrigen Kneipier Morgan (Colm Meaney), der herzensguten Mätresse Betty (Tara Fitzgerald, die bereits in "Die Verführung der Sirenen" als Grants Ehefrau zu sehen war), dem lokalpatriotischen Pfarrer (Kenneth Griffith) und den übrigen walisischen Trotzköpfen, die ameisengleich zusammenhelfen, um ihre Vorgärten und den Fußballplatz ab- und einen neuen Berggipfel aufzutragen. Wie es heißt, spielen in einigen Nebenrollen die echten Einwohner des Dorfes, in dem Monger seinen Film drehte, mit, und man sieht ihnen den Spaß, den sie dabei hatten, wirklich an. Einige vom Regisseur behutsam eingestreute Schattenspiele (das Trauma der Grabenkämpfe des Ersten Weltkriegs, die Lebensmittelknappheit) machen das Bemühen Mongers deutlich, daß seine Komödie in ihrer Unbeschwertheit nicht im Seichten versinkt. Er sollte unbesorgt sein: "Der Engländer, der einen Hügel hinaufstieg..." hat genügend Pfund, um sich in der Gewichtsklasse von Regie- und Genrekollege Peter Chelsom ("Funny Bones") an der Kinokasse schlagen zu können. evo.
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