 | Besprechung von 21.01.2006 |
Mamas Liebling
Den Witz des Films darf man verraten, der Trailer tut es auch: Eine Siebenunddreißigjährige verliebt sich in einen Dreiundzwanzigjährigen und ahnt nicht, daß dessen Mutter ihre Therapeutin ist. Daß dies einige Szenen lang komisch ist - wenn sich die frisch Verliebte in ihren Sitzungen über die sexuellen Qualitäten ihres Liebhabers ausläßt und die Mutter Höllenqualen aussteht - liegt natürlich an Meryl Streep, deren komödiantische Qualitäten oft unterschätzt werden, und an Uma Thurman, die in letzter Minute für Sandra Bullock eingesprungen ist. Aber wenn Glaubens- oder Altersfragen verhandelt werden, ist Ben Youngers Film so kindisch wie der Junge (Bryan Greenberg). Das lustigste ist die jüdische Großmutter, die sich stets mit der Bratpfanne an den Kopf schlägt, wenn etwas ihren Verstand übersteigt. Die Gefahr besteht hier nicht.
malt
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Die meisten romantischen Komödien gehören ebenso wenig ins Kino, wie Spaghetti mit Tomatensoße auf die Speisekarte eines Restaurants. Zu unspektakulär! Aber für Zuhause sind sie dann eben doch genau das Richtige. So auch die Geschichte der 37-jährigen Rafi (Thurman), die sich nach ihrer Scheidung in einen süßen 23-Jährigen (Greenberg) verliebt. Problem und Pointe: Er ist der Sohn von Rafis Psychotherapeutin (Streep) ... Seinen Film erzählt der Regisseur und Autor Ben Younger ohne große Geste, bei den Extras hingegen tobt er sich richtig aus: Das "Behind the Scenes" ist eine veritable Dokumentation, im Featurette erklärt er die Idee und Entstehungsgeschichte seines Film, ein Audiokommentar ist obligatorisch, genauso die Interviews mit Younger und den Darstellern. Nicht ganz klar ist der Unterschied zwischen den "Deleted Scenes" und den Outtakes - insgesamt aber ist "Couchgeflüster" eine sehr gelungene DVD! (kab)
Gescheiterte Ehe, unerfüllter Kinderwunsch und das unüberhörbare Ticken der biologischen Uhr - in den Hirnwindungen der ebenso attraktiven wie erfolgreichen Mittdreißigerin Rafi gedeihen die Neurosen ganz prächtig. Deshalb sucht sie auch wie jeder gute New Yorker regelmäßig Rat und Hilfe auf der Couch.
Und was ihre resolute Therapeutin Dr. Lisa Metzger empfiehlt, befolgt die brave Patientin strikt: Dates, Dates und noch mehr Dates. Die verordnete Therapie schlägt tatsächlich an. Rafi verliebt sich in David, Markenzeichen: supersüß und supersexy. Die Sache hat nur einen Haken: Dieser Traumtyp ist erst 23, und nur als Dr. Metzger ihr zuredet, schiebt Rafi alle Vorbehalte beiseite.
Peinliche Details
Detailgenau erzählt sie bald ihrer Therapeutin vom tollen Sex mit dem unschuldigen Boy, der es bisher nur auf zwei Frauen brachte, von dessen religiöser Familie und der dominanten Mutter, die Rotwein in den Eisschrank stellt, und sogar von Davids Penis, dem Rafi zu Weihnachten "am liebsten ein Mützchen stricken würde".
Irgendwann dämmert es Dr. Metzger, dass ausgerechnet ihr Sohn das Objekt der hemmungslosen Begierde ihrer wie ausgewechselten Patientin ist. Frau Doktor ist einer Panikattacke nahe. Da heißt es tief durchatmen und nicht die Nerven verlieren, auch wenn's schwer fällt ...
Tief Luft holen
Ben Youngers frisch-freche Liebeskomödie brilliert mit herrlich entspanntem Wort- und Situationswitz. Die Besetzung könnte nicht besser sein und läuft zu Höchstform auf. Großartig, wie Leinwandlegende Meryl Streep bei den heißen Sex-Stories ihrer Patientin nach Luft schnappt, ihr das Gesicht entgleist, sie nervös an dicker Hornbrille und bunten Klunkern nestelt.
Hollywood-Schönheit Uma Thurman ist perfekt als Frau Mitte 30, die mit der brennenden Frage kämpft, ob leidenschaftliche Liebe wirklich alle Unterschiede überwindet. Und Newcomer Bryan Greenberg, eine Entdeckung, kann es locker mit seinen berühmten Kolleginnen aufnehmen.
Ben Younger arbeitete acht Jahr lang am Drehbuch. Das hat sich gelohnt, da sitzt jedes Wort, jede Geste, jeder Blick. Romantik, Sehnsucht, Kribbeln im Bauch, hier fühlen, leiden und lieben wir mit. Lachtränen und Tränen der Rührung garantiert.
Liebesaffäre mit NYC
Neben der Superbesetzung gibt es einen weiteren Hauptdarsteller: New York. Gedreht wurde an Originalschauplätzen im Big Apple, der perfekten Kulisse für Liebesgeschichten, von der immer wieder Regisseure wie Schauspieler schwärmen. "Die Stadt hat mich wesentlich zu der Story inspiriert", erzählt Regisseur Ben Younger, der in Brooklyn aufwuchs.
Die Crew zog kreuz und quer durch NYC, von den Chelsea Piers in der Bronx zu New Yorker Institutionen wie Dean & Deluca oder der Magnolia Bakery. Auch Uma, die seit ihrer Kindheit dort lebt, genoss den Nachbarschaftsdreh: "Es war toll, vor meinem Lieblings-Coffee-Shop zu spielen!"
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