Weil im China des Jahres 1971 die Kulturrevolution tobt und Feld-
statt Kopfarbeit angesagt ist, finden sich die
Oberschul-Absolventen Luo und Ma nicht auf der Uni, sondern in
einem Umerziehungslager in den Bergen wieder. Dort lernen die
beiden eine wissbegierige Schneiderin kennen und lieben, deren Herz
Luo mit dem Vorlesen eines Balzac-Romans erobert. Zusammen erleben
die drei trotz aller Mühen eine wunderbare Zeit voller süßer und
gefährlicher Geheimnisse, die schließlich durch den Bau eines
Staudamms beendet wird. Dai Sijies semi-autobiografisches, in China
verbotenes Werk ist zugleich hinreißende Romanze, Politdrama und
Liebeserklärung an seine wunderschöne Heimat. Darin kontrastiert
der Autor und Regisseur atemberaubende Landschaftsbilder mit dem
absurden revolutionären Treiben linientreuer Bauern und huldigt
nebenbei der Schönheit der "Beijing Bicycle"-Darstellerin
Zhou Xun. Ein leises, humorvolles Kinojuwel, das umso mehr berührt,
da der umstrittene Drei-Schluchten-Damm die Natur-Idylle inzwischen
weitgehend zerstört hat.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Bonusmaterial
Booklet mit exklusiven Texten zum Film; Making of; Interviews; Trailer; Die Arthaus Collection im Überblick
China, 1971, kurz nach der Kulturrevolution. Als der 17-jährige Ma und der 18-jährige Luo zur "Entintellektualisierung" in einem einsamen Bergdorf landen, müssen sie zur geistigen und körperlichen Ertüchtigung in der Kupfermine und auf Feldern malochen.
Sie sind zwei von 20 Millionen, die diese "Umerziehung" durchmachen. Bücher gelten als Feind der Revolution, jegliche westliche Kultur als Dekadenz. Dennoch ist die Kunst der Strohhalm, an den sich die beiden klammern.
Die Lektüre verbotener europäischer Bücher macht ihnen das Leben etwas erträglicher. Bald verlieben sich die Jungs in die hübsche und wissbegierige "kleine Schneiderin", Luo gewinnt ihre Zuneigung durch intensives Vorlesen eines Balzac-Romans.
Aus eigener Erfahrung
Vor atemberaubender Landschaftskulisse erzählt der heute in Frankreich lebende, chinesische Regisseur Dai Sijie nach seinem Bestseller über seine eigenen Erfahrungen eine poetische Liebesgeschichte aus der Spätphase der chinesischen Kulturrevolution.
Eine bewegende romantische Komödie, gespickt mit ironischen Verweisen auf die politischen Verhältnisse.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Dai Sijie, geboren 1954 in der Provinz Fujian in China, wurde von 1971 bis 1974 im Zuge der kulturellen Umerziehung in ein Bergdorf verschickt. Nach Maos Tod studierte er Kunstgeschichte und emigrierte 1984 nach Paris.
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...ein Epos aus der Spätphase der chinesischen Kulturrevolution
Der 2002 von Sijie Dai nach monatelangen Verhandlungen mit den chinesischen Behörden über die erforderlichen Drehgenehmigungen gedrehte Film spielt im China des Jahres 1971 und zeichnet sich aus durch seine authentisch wirkenden Kostüme und Ausstattung sowie durch seine atemberaubende Aufnahmen in den Bergen Chinas, mit ihrer Idylle der Seen und der Weite und Ruhe der Natur sowie der Härte des einfachen Lebens gezeichnet von schwerer körperlicher Arbeit.
Die chinesischen Jungdarsteller sind äußerst sympathisch und attraktiv und spielen natürlich und sensibel die streckenweise entwaffnend komische Geschichte der das Leben ändernden Bedeutung von Literatur vor dem Hintergrund der chinesischen Kulturrevolution, gespickt mit ironischen Verweisen auf die politischen Verhältnisse.
...ein wunderbarer und sehenswerter, satirisch heiterer Film über die kleinen Subversionen gegen bornierten Ideologien und deren Verfechter zur Erleichterung des eigenen Lebens
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