Away We Go - Auf nach Irgendwo
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Away We Go - Auf nach Irgendwo

Regie: Mendes, Sam; Darsteller: Krasinski, John; Messina, Chris; Lynskey, Melanie; Schneider, Paul; Pryor, Samantha; Carroll, Conor; Harkins, Bailey; Parsons, Colton; Vaskevich, Katherine; Stephens, Jerome Walter; Eunumi Kim, Brianna; Rudolph, Maya; Moon Alexander, Isabelle; Daniels, Jeff; O'Hara, Catherine; Janney, Allison; Gaffigan, Jim; Ejogo, Carmen; Gyllenhaal, Maggie; Hamilton, Josh; Musik: Murdoch, Alexi;
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Away We Go - Auf nach Irgendwo

Anfang 30 stehen Burt und Verona vor einer großen Zäsur. In drei Monaten wird ihr erstes Kind geboren und damit ihr sorglos ungeplantes Leben kräftig durcheinander gebracht werden. Als Burts Eltern durch Spontanumzug nach Europa als Ratgeber ausfallen, reist das Paar durch Amerika, besucht Freunde und Verwandte, um einen neuen Lebensraum für ihre Kleinfamilie und mögliche Erziehungshilfen zu finden. Die perfekte Familie aber begegnet ihnen nirgendwo, aber irgendwo ist ein Ort, an dem sie diese schließlich selbst aufzubauen versuchen. Ohne Topstars, großes Budget und die gewohnte bestechende Optik ist der fünfte Film von Sam Mendes ("American Beauty") anders als seine anderen. Dokumentarischer angelegt, aber erneut um Themen wie Familie und Beziehungen kreisend. Die Nebenfiguren sind oft skurril und überspannt, aber die Protagonisten (komisch: John Krasinski - ernst: Maya Rudolph) bieten hohe Identifikationswerte. Sie stehen für normale Gefühle zwischen Ängsten und Glück in einem leise komischen, gelegentlich melancholischen, am Ende sehr berührenden Film.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Audiokommentar von Regisseur und Autoren, Featurette "Away We Go", Making Of, Green Filmmaking, B-Roll


Produktinformation

  • Hersteller: Tobis
  • EAN: 0886977601293
  • Best.Nr.: 31073024
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 22.10.2010
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: Deutsch, DD 5.1 ...
  • Gesamtlaufzeit: 94 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.06.2012

Wally und die Windsors
So viel Häme war selten. Verdient hat Madonnas Film "W.E." sie nicht. Eine Ehrenrettung

Was steckt da bloß in uns Kritikern? Gibt es einen Namen für dieses leicht entflammbare Gemisch? Ist es der blanke Hass der schönen Seelen? Zeitweilig krankhaft erhöhte Hämebereitschaft? Egoistisch sei der Film, hieß es - was immer damit gemeint ist, als dürfe man ruhig mit einer gewissen Denkfaulheit auf das reagieren, was man sowieso für missglückt hält; er diene nur der Befriedigung der Eitelkeit - das ist schon deutlicher, lässt aber nicht mal die Möglichkeit, hier könne sich jemand nicht bloß profilieren wollen, sondern von einer - womöglich unerwiderten - Begeisterung fürs Filmemachen getragen sein. Gönnerhaft wird vom interessanten Stoff gesprochen, den die Regie ruiniert habe, wird eingeräumt, das sehe ja ganz hübsch aus, habe aber weder Substanz noch Gefühl. Und Wohlmeinende empfehlen im Tonfall eines Lehrers im Elterngespräch, das Kind solle sich doch künftig besser anderen Betätigungsfeldern zuwenden, wenn es sich langweile.

Sie ahnen es schon, wir reden hier nicht vom neuen Film des Dr. Uwe Boll, der …

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Ein knappes Jahr nach "Zeiten des Aufruhrs" präsentiert Sam Mendes den Gegenentwurf: eine optimistische Komödie über neues Leben.

Ohne Top-Stars, großes Budget, lange Drehzeit und die visuelle Ereignisqualität, die seine Projekte seit dem Debüt "American Beauty" auszeichneten, wirkt "Away We Go - Auf nach Irgendwo" wie ein Ausbrecher in Mendes' Filmographie. Thematisch aber bleibt Kompatibiliät gewahrt, denn wieder geht es um Familie, die Komplexität des Lebens und auch um den Tod. In "Zeiten des Aufruhrs" besiegelte Schwangerschaft noch das langsame Sterben einer Beziehung, hier jedoch löst sie Verunsicherung und Aufbruch aus.
Im Drehbuch von Dave Eggers und Vendela Vida, einem Autorenpaar mit eigenen Kindern, stehen Burt und Freundin Verona vor einer großen Zäsur. Sie ist im sechsten Monat schwanger und besorgt über die Zukunft, er surft dieser gelassen entgegen, weil ihn das Kind noch stärker an seine große Liebe binden wird. Als Burts Eltern unerwartet als Anker und Anlaufstelle ausfallen, bricht das Paar auf, um ein neues Umfeld und geeignete Erziehungsvorbilder zu finden. Der Road-Trip führt sie durch mehrere Bundesstaaten bis nach Kanada, durch ein nicht repräsentatives, aber vielfältig-amüsantes Spektrum von Paar-Beziehungen und Erziehungsansätzen. Darunter Albtraumeltern, die sich über vermeintliche Defizite und Ticks ihrer Kinder lustig machen oder im Erscheinungsbild von esoterisch angehauchten Späthippies den Nachwuchs vor traumatisierenden Erfahrungen wie Kinderwägen bewahren wollen. Diese Episoden mit Allison Janney und Maggie Gyllenhaal haben das skurrilste Figurenpersonal und sind am deutlichsten einem humoristischen Auftrag verpflichtet, während in der kanadischen Familie Glück, Melancholie und Trauer fast gleichberechtigt existieren.
Die wichtigste Beziehung des Films bleibt aber die der Hauptfiguren, die einmal nicht wie Filmstars, sondern normale Menschen aussehen und von zwei Komödianten gespielt werden. Der sympathische John Krasinski ("Ein verlockendes Spiel") bewegt sich dabei auf vertrautem Terrain, während "Saturday Night Live"-Star Maya Rudolph ernst und introspektiv überzeugend Neuland beschreitet. "Away We Go - Auf nach Irgendwo" ist visuell belangloser als frühere Mendes-Filme, bietet auch keine weltbewegend neuen Erkenntnisse, aber als leise komischer, charmanter und berührender Kommentar über Familie, Glück und das Eindringen von Verantwortung in Sorglosigkeit ist er eine Reise ins Kino sehr wohl wert. Gute Filme finden Anschluss an die eigenen Erinnerungen. Diesem hier gelingt es. kob.
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