"Großes, bittersüßes Gefühlskino, das mitten ins Herz trifft." - Treffpunkt Kino; "Nie rührselige, aber berührende Story mit sanftem Humor" - Petra; "Berührend und warmherzig zeigt Ob ihr wollt oder nicht: Familie ist das, was am Ende bleibt." - Freundin
Apokalypse - nein danke! Weniger göttliche Komödie denn bitterböse Satire um den Heiligen Geist, Gottes Sohn und einen schlitzohrigen Barbetreiber.
"A b'soffene G'schicht im Heiligenmilieu" ist "3faltig", sie spielt zur Weihnachtszeit im malerischen Bad Ischl und wenn man nach den Bildern urteilt, dürfte dem österreichischen Fremdenverkehrsverband das Herz aufgehen. Viel Schnee, malerische Bergkulisse und kernige Einheimische - fehlt eigentlich nur die singende Lederhose Hansi Hinterseer. Aber ihn vermisst man nicht wirklich, gibt es hier doch genügend andere skurrile Figuren. Den Hage etwa, den Heiligen Geist (sympathisch: Christian Tramitz), der auf Erden ein kümmerliches Dasein fristet und sich mit Devotionalienverkauf über Wasser hält und sogar vom Dorfpfarrer (aalglatt: Alfred Dorfer) übers Ohr hauen lässt. Aber er hat einen Plan. Er arbeitet an einem Musical, "Holy Spirit Megastar" - Parallelen zu "Jesus Christ Superstar" sind rein zufällig! -, das in der Go-Go-Bar "Beverly Hills" vom Friedl (Roland Düringer) an Silvester uraufgeführt werden soll. Da erscheint blöderweise Christl (etwas blass: Matthias Schweighöfer), der Sohn Gottes, und eröffnet ihm, dass er gekommen ist, um die Apokalypse vorzubereiten - mit Zweidrittelmehrheit habe man das im Himmel beschlossen.
Die Satire geht auf eine Idee des Comedy-Spezialisten Murmel Clausen ("Bullyparade") und Tramitz zurück, die mit Regisseur Harald Sicheritz ("Hinterholz 8") bereits die zehnteilige ORF-Sitcom "Die Gipfelzipfler", eine "Realzeit Volksmusik-Verarsche" (Sicheritz) gedreht haben. Die Ausgangsidee ist originell, das Personal, sprich die Darsteller sind spielfreudig und gut gewählt, nur das Kinogefühl will nicht so richtig aufkommen. Anstatt eine stringente Erzählstruktur zu entwickeln, begnügen sich Regisseur und Autorenteam mit einer Aneinanderreihung mehr oder weniger komischer Episoden. Hat man sich damit abgefunden, steht dem hinterfotzigen Vergnügen jedoch nichts mehr im Wege. Der Wortwitz kommt scharf und präzise, Düringer, hier mit Vorarlberger Dialekt, ist in dieser Beziehung eine Klasse für sich. Ihm und seiner angeliebten Sado-Maso-Beziehung Adele Neuhauser alias Frau Holacek hätte man mehr Leinwandzeit gewünscht. Ebenso wie dem optischen Augenschmaus, dem züchtigen Animiermädchen Mona (Julia Hartmann), die mehrere Tode stirbt und der als Leiche ein ähnliches Schicksal beschieden ist wie weiland Hitchcocks Titelhelden in "Immer Ärger mit Harry". Fehlt nur noch zu erwähnen, dass auch "Herr Lehmann" Christian Ulmen als Skitourist kurz vorbeischaut und dem Hage im unpassenden Moment ein Gespräch über dessen kaputtes Auto anhängt. Typisch Piefke - aber einen Ösi kann so etwas nicht aus der Ruhe bringen. geh.
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Matthias Schweighöfer, geboren 1981 in Anklam und Sohn des Schauspielerpaares Gitta und Michael Schweighöfer, hat sich bereits mit einer Vielzahl von Kino- und TV-Rollen einen Namen gemacht. Im Kino wurde er einem großen Publikum durch "Soloalbum" bekannt, eine weitere Paradevorstellung seiner schauspielerischen Kunst gab er 2003 in dem Kinodrama 'Kammerflimmern'. Brillant war auch seine darstellerische Leistung in dem Fernsehfilm 'Schiller' (2004), in dem er die Titelrolle übernahm. Zuletzt konnte man ihn in den Kinofilmen "Das wilde Leben" und "Keinohrhasen" (2007) sehen. Im April 2008 war er in einer der aufwändigsten Kinoproduktionen der neueren deutschen Filmgeschichte als "Der rote Baron" zu sehen.. Schweighöfer ist Grimme- und Deutscher Fernsehpreisträger, erhielt u.a. den Bayerischen Filmpreis, den New Faces Award und den Bambi.