Die vierte Zeugin - Kinkel, Tanja; Schiewe, Ulf; Klaus, Marlene; Burseg, Katrin; Pötzsch, Oliver; André, Martina; Prange, Peter; Müller, Titus; Koschyk, Heike; Falkenhagen, Lena; Leue, Alf; Benedikt, Caren

Die vierte Zeugin

Historischer Roman. Originalausgabe

Tanja Kinkel Ulf Schiewe Marlene Klaus Katrin Burseg Oliver Pötzsch Martina André Peter Prange Titus Müller Heike Koschyk Lena Falkenhagen Alf Leue Caren Benedikt 

Von Kinkel, Tanja; Pötzsch, Oliver; André, Martina u. a.; Herausgegeben von Koschyk, Heike; Leue, Alf
 
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Die vierte Zeugin

12 Meister, ein Meisterwerk Köln im Jahre 1534. Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall hält die Stadt in Atem: Der Londoner Geschäftsmann Richard Charman verklagt die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, um eine Schuld ihres unter rätselhaften Umständen verstorbenen Ehemanns Andreas zu begleichen. Agnes droht alles zu verlieren. Als sie versucht, ihre Unschuld an den Taten ihre Mannes zu beweisen, offenbart sich nicht nur ein Familiendrama, Stück für Stück gelangen tödliche Intrigen, Lügen und politische Verflechtungen ans Licht, die bis ins englische Königshaus reichen. Doch bis zuletzt stellt sich die Frage: Wer ist Agnes Imhoff wirklich - Opfer oder Täter? "Ein fesselnder historischer Roman nach einem wahren Fall." Rebecca Gablé Von den Meistern ihres Fachs: Nach "Die sieben Häupter", "Der zwölfte Tag" und "Das dritte Schwert" (alle im Aufbau Taschenbuch erschienen) wieder ein opulenter, fesselnder Gemeinschaftsroman von zwölf namhaften und außergewöhnlichen Autoren historischer Romane. Mehr unter www.viertezeugin.de

Köln, 1534: die schöne Tuchhändlerin Agnes Imhoff steht plötzlich vor dem Nichts. Ihr verstorbener Mann hat ihr nur Schulden hinterlassen, und ein Londoner Geschäftsmann klagt sie des Betruges an. Als sie ihre Unschuld beweisen will, verstrickt sie sich in einem Netz aus tödlichen Intrigen und politischen Ränkespielen.
Mehr Infos zum Buch: www.viertezeugin.de


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau Tb
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 407 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 407
  • Aufbau Taschenbücher Bd.2879
  • Best.Nr. des Verlages: 656/32879
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 115mm x 33mm
  • Gewicht: 360g
  • ISBN-13: 9783746628790
  • ISBN-10: 3746628792
  • Best.Nr.: 35575901
Dr. Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, studierte Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft, erhielt diverse Literaturpreise sowie Stipendien. Sie ist PEN-Mitglied und hat dreizehn Romane veröffentlicht, darunter "Die Puppenspieler", "Götterdämmerung", "Säulen der Ewigkeit" und "Im Schatten der Königin", die in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden. Sie ist Schirmherrin der Bundesstiftung Kinderhospiz und gründete im Jahr 1992 die Kinderhilfsorganisation "Brot und Bücher e. V." (www.brot-undbuecher.de).

Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk. Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis 19. Jahrhundert die berühmteste Henkersdynastie Bayerns waren. Mit seinen historischen Kriminalromanen hat er sich mittlerweile international einen Namen gemacht. Seine Romane erscheinen unter anderem in Brasilien, der Türkei, China, Taiwan und den USA, wo er zum New-York-Times-Bestseller avancierte. Oliver Pötzsch lebt mit seiner Familie in München. Im April 2012 erschien der vierte Teil der Henkerstochter-Saga "Der Hexer und die Henkerstochter".

Martina André Martina Andrè lebt mit ihrer Familie in Koblenz.

Bisher sind als Aufbau Taschenbuch erschienen: "Die Gegenpäpstin" und "Das Rätsel der Templer". Im Verlag Rütten & Loening veröffentlichte sie zuletzt: "Die Teufelshure".

Peter Prange, geb. 1955, promovierte mit einer Arbeit zur Philosophie und Sittengeschichte der Aufklärung. Nach seinem Durchbruch als Romanautor mit "Das Bernstein-Amulett" (für die ARD als Zweiteiler verfilmt) folgte die Weltenbauer-Trilogie: "Die Principessa", "Die Philosophin" und "Die Rebellin". 2007 erschien sein Bestseller "Der letzte Harem", 2009 sein Renaissance-Epos "Die Gottessucherin", 2010 sein Künstler-Roman "Himmelsdiebe". Übersetzt in 24 Sprachen, haben seine Bücher eine internationale Gesamtauflage von über 2,5 Mio Exemplaren.

Titus Müller, 1977 in Leipzig geboren, studierte Neuere deutsche Literatur, Mittelalterliche Geschichte und Publizistik in Berlin. Er erhielt den Würth-Literaturpreis und den C.S. Lewis-Preis. "Das Mysterium" wurde 2008 mit dem Sir Walter Scott-Preis als bester historischer Roman des Jahres ausgezeichnet. Titus Müller lebt in München. Bisher erschienen von ihm: "Der Kalligraph des Bischofs", "Die Priestertochter", "Die sieben Häupter", "Der zwölfte Tag", "Die Brillenmacherin", "Die Todgeweihte".

www.titusmueller.de Heike Koschyk, 1967 in New York geboren, war Heilpraktikerin mit einer eigenen Praxis und Dozentin für Homöopathie, bevor sie zu schreiben begann. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg und ist Trägerin des Agatha-Christie-Krimipreises.

Mehr Informationen zur Autorin unter www.heike-koschyk.de.

Lena Falkenhagen wurde 1973 in Celle geboren. Im echten Leben studierte sie Germanistik und Anglistik an der Universität Hannover und arbeitet seitdem als freischaffende Autorin, Lektorin und Übersetzerin. Über die Rollenspielwelt "Aventurien" betrat sie bereits mit elf Jahren die Welt der Geschichten und verliebte sich tief ins Erzählen. Von ihren drei historischen Romanen wurde "Die Lichtermagd" mit dem DeLiA-Preis 2010 ausgezeichnet. Für Markus Heitz' "Justifiers"-Romanserie (Sience Fiction) wechselte sie mit "Undercover" in eine ferne, zukünftige Welt. Und demnächst kehrt sie im Heyne-Verlag wieder zur Fantasy zurück. Auch wenn die Reise in der Phantastik begann, wechselt Lena heute fließend zwischen vielen Welten hin und her und fühlt sich in jeder gleichermaßen zuhause. So auch in der Wahlheimat Berlin.

Alf Leue, geboren 1968 in Darmstadt, war, nach Abitur, Zivildienst und einem Studienaufenthalt in Perugia (Italien), über fünfzehn Jahre lang selbständig in den Bereichen IT und Handwerk tätig. Parallel dazu schrieb er Fachbeiträge, entwickelte Software-Dokumentationen, aber auch Texte und Konzepte für Audioproduktionen. 2005 wanderte er nach Schweden aus, wo er sechs Jahre verbrachte, bis es ihn 2011 zurück in die alte Heimat zog. Heute lebt der freiberufliche Autor und Texter wieder südlich von Frankfurt. Bisher sind die beiden Historischen Romane "Schattenfehde" und "Der Fluch des Mechanicus" sowie zahlreiche z.T. preisgekrönte Anthologiebeiträge von ihm erschienen.

Katrin Burseg arbeitete bereits während ihres Studiums (Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften, Romanistik) in Kiel und Rom als freie Autorin für diverse Zeitungen. Danach ging sie nach Hamburg, wo sie zunächst in einem Verlag für Corporate Publishing und später wieder als freie Autorin für Zeitungen und Magazine tätig war. Heute ist sie Geschäftsführerin der Redaktionswerft, der Verlag publiziert u.a. Zeitschriften im Entertainmentbereich. Die Autorin hat bereits einige historische Romane veröffentlicht ("Die Rebellin des Papstes", edition-fredebold 2010 und "Das Königsmal", fredeboldundfischer 2008). Unter ihrem Pseudonym Karen Best erscheint im Sommer 2012 der Roman "Unter wilden Sternen" (Droemer Knaur). Mehr unter: www.katrinburseg.de.

Caren Benedikt, geboren 1971, wuchs in einer norddeutschen Kleinstadt auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und arbeitete danach als freie Journalistin. Sie lebt heute gemeinsam mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in einem kleinen Ort in der Nähe von Bremen.

Ulf Schiewe wurde 1947 geboren. Er machte er Karriere in der Softwareindustrie und lebte lange Jahre im Ausland, in der Schweiz, Frankreich, Schweden und Brasilien. Seit frühester Jugend liebt er historische Romane und spannende Geschichten in exotischer Umgebung. Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München. Bisher erschienen: "Der Bastard von Tolosa" und "Die Comtessa" bei Droemer als Hardcover.

Marlene Klaus, Jahrgang 1960, lebt im Rhein Neckar Kreis.Von Haus aus Buchhändlerin, sammelte sie auch Erfahrungen als Taxifahrerin, Kellnerin und Postbotin. Gegenwärtig Mitarbeiterin in einer Stadtbibliothek. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, namhaft 2007 in Mannheimer Morde, einer Krimianthologie zum 400 jährigen Stadtjubiläum Mannheims. Für ihren ersten historischen Roman "Beschützerin des Hauses" erhielt sie 2006 ein Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden Württemberg. Er erschien 2011 im Dryas Verlag, wo im September 2012 auch ihr zweiter Roman "Das Buch des Kurfürsten" erscheint.


Kundenbewertungen zu "Die vierte Zeugin"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.7 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen   ausgezeichnet)
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Bewertung von Henriette1966 aus Tostedt am 18.03.2013   ausgezeichnet
Agnes Imhoff ist Witwe eines wohlhabenden Kölner Tuchhändlers. Sie kommt nicht zur Ruhe, nicht nur, weil sie glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde. Nein, sie wird auch verklagt, da sie für die Schulden ihres Mannes aufkommen soll. An den Mann, den sie für den Mörder ihres Mannes hält. Doch mit welchen Recht verklagt er sie? Denn Frauen können keine Schulden machen, sie sind nicht geschäftstüchtig.
Es kommt zur Verhandlung und Agnes muss erkennen, dass sie dabei wohl nicht unbeschadet durchkommt. Es wird bekannt, dass sie wohl ein Verhältnis mit dem Geschäftspartner und mutmaßlichen Mörder ihres Mannes hatte.
Wie wird es für Agnes und ihre Tochter ausgehen? Kann ihr der junge Anwaltsgehilfe zur Seite stehen? Warum ist ihr Anwalt so unbeteiligt?

Alles spannende Fragen, die in dem Buch beantwortet werden. Dies ist ein Gemeinschaftprojekt von zwölf tollen Autoren. Und toll ist nicht nur einfach so gesagt.
Es gab ein wirklich überaus ungewöhnliches Vorwort. Da war ich schon sehr von angetan.
Die gesamte Geschichte war interessant und stimmig aufeinander abgestimmt. Ich konnte keine Unstimmigkeiten, Unebenheiten feststellen. Ich konnte anhand des Schreibstils keine Unterschiede feststellen, welcher Autor was geschrieben hat.
Historisch belegte Daten waren sehr gut von Heike Koschyk und Alf Leue recherchiert. Was schon eine kleine Meisterleistung war, denn das Kölner Stadtarchiv war ja eingestürzt im Zuge von Bauarbeiten.

[B]Fazit:[/B] Mich hat das gesamte Projekt hervorragend gefallen und ich vergebe für diese überzeugende Arbeit gern fünf von fünf Sterne.

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Bewertung von Zabou1964 aus Krefeld am 17.02.2013   ausgezeichnet
Dieser historische Kriminalroman ist ein Gemeinschaftswerk von zwölf Autoren des Autorenkreises „Quo Vadis“. Er basiert auf einem wahren Prozess, der in Köln im 16. Jahrhundert verhandelt wurde. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie von den verschiedenen Autoren jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt wird. So bekommt der Leser einen Eindruck aus zwölf verschiedenen Blickwinkeln.

Angeklagt ist die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff. Ihr unter seltsamen Umständen verstorbener Ehemann Andreas hat den englischen Geschäftsmann Richard Charman betrogen. Im Prozess soll geklärt werden, ob die Witwe für den von ihrem Mann verursachten Schaden haftbar gemacht werden kann. Eigentlich sind Frauen zu dieser Zeit nicht geschäftsfähig gewesen. Es hat sich allerdings als Unsitte eingebürgert, dass Männer ihren Ehefrauen ihr Eigentum überschrieben, damit sie bei Betrügereien nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten. An Agnes Imhoff soll nun ein Exempel statuiert werden.

Besonders interessant fand ich an diesem Werk die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen Charaktere auf das Geschehen. Dass hier jeder der zwölf Autoren eine andere Figur beschreibt, machte den Roman für mich zu einem echten Leseerlebnis. Obwohl der Ausgang der Gerichtsverhandlung recht schnell klar wird, verlor die Geschichte nicht an Spannung. Denn es blieb weiterhin ungewiss, inwieweit Agnes Imhoff Schuld an dem Betrug trägt.

Anlass für dieses Werk war der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009. Die Mitglieder des Autorenkreises „Quo Vadis“ haben sich durch Lesungen und diesen Roman für die Wiederherstellung der Prozessakten des Falles Agnes Imhoff eingesetzt. In einem Nachwort erklären die Herausgeber Heike Koschyk und Alf Leue die Hintergründe.

Fazit:
Dieser Roman ist wahrlich ein spannendes Meisterwerk mit einem realen Hintergrund.

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Bewertung von Tuppi am 06.02.2013   sehr gut
Neid, Missgunst und Habgier verpackt in eine tolle Geschichte!

Agnes Imhoff ist vor kurzem Witwe geworden. Nun zerrt sie ein Geschäftsmann aus London vor Gericht, weil ihr verstorbener Ehemann ihn betrogen hat.

Das Buch beginnt mit einem ungewöhnlichen Prolog, bei dem man einen kleinen Einblick bekommt und die einzelnen Charaktere vorgestellt werden. Der Leser wird darin direkt angesprochen, so als ob man auf dem Markt steht und eine Rede hört. Das hat mir sehr gefallen. Danach beginnt die Geschichte und ich habe nicht bemerkt, daß sie von verschiedenen Autoren geschrieben wurde. Die 12 Autoren, die dieses Werk gemeinsam geschrieben haben, haben eine gelungene Meisterleistung vollendet.

Die einzelnen Figuren wurden sehr gut dargestellt und ich hatte von Anfang an ein deutliches Bild vor Augen. Agnes wurde an den Pranger gestellt und während der Verhandlung kamen ungeheuerliche Fakten auf den Tisch. Daß es sich bei dem Verstorbenen um einen Blender gehandelt hat, war recht schnell klar. Aber ob es tatsächlich einen Betrug gab, blieb lange unklar, ebenso ob er durch einen Unfall oder durch Mord ums Leben gekommen ist. Für ein Motiv gab es viele Verdächtige und was alles ans Licht kam, war unglaublich und sehr tragisch. Das Ende fand ich sehr gelungen, alles wurde aufgeklärt. Und auch der Epilog, der in der Zeit des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs spielt, hat mir gefallen.

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Bewertung von Tialda von bibliofeles.de aus Saarland am 03.11.2012   sehr gut
Rezension:

Obwohl “Die vierte Zeugin”, herausgegeben von Heike Koschyk und Alf Leue, bereits der vierte historische Roman ist, der von mehreren Autoren zusammen geschrieben wurde, ist es doch der erste dieser Machart für mich gewesen, den ich jemals gelesen habe.

Richtig extrem im Schreibstil abgehoben hat sich aber nur der Prolog, der von Tanja Kinkel verfasst wurde. Die 20 Kapitel, die folgen, sind wie aus einem Guss – als hätte sie eine einzige Person verfasst und der Epilog spielt zwar in unserer Zeit, unterscheidet sich im Stil aber nicht wirklich von Rest.

In den ersten 16 Kapiteln befinden wir in der Zeit der Revolution, genauer gesagt im Jahr 1534, und beleuchtet wird vor allem der Zeitraum vom 12. bis zum 23. November, während verstärkt auf die Verhandlungstage, an denen die Protagonistin Agnes Imhoff vor Gericht steht, eingegangen wird. Kapitel 17-20 spielen 21 Jahre später und hier steht Agnes’ Tochter Sophie, die zu diesem Zeitpunkt bereits selbst Witwe ist, im Mittelpunkt. Zu dieser Zeit taucht auch ein Mann wieder auf, der dem Prozess ihrer Mutter damals beiwohnte und der diesen wieder aufrollen möchte, um endlich Gerechtigkeit walten zu lassen. Es stellt sich nämlich heraus, dass das Urteil damals aus sehr gewichtigen Gründen von vornherein feststand – aber das erfährt der Leser alles im letzten Drittel des Buches.

Ich fand das Buch zugegebenermaßen vor allem in den ersten Kapitel, die hauptsächlich vor Gericht spielen, ziemlich langatmig. Aber am Ende hat es sich gelohnt dran zu bleiben, denn die Geschichte nimmt langsam immer mehr an Fahrt auf und es stellen sich erst nach und nach die Zusammenhänge der vorgefallenen Geschichte heraus – wie bei einem richtigen Gerichtsfall auch.

Gut gefallen hat mir vor allem, dass in den Epilog der Tag des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs eingebaut wurde und sich im Anhang auch noch weitere Infos darüber befinden. Außerdem basiert “Die vierte Zeugin” auf einem historischen Dokument, das beim Einsturz des Archivs sehr beschädigt wurde und erst mit den Einnahmen von Benefizlesungen restauriert werden konnte. Damit ist der Roman vor allem für Leser, die sich für ‘wirklich passierte Geschichte’ interessieren, garantiert eine Empfehlung.

Fazit:

Ein Stück wahre Geschichte in einem gemeinschaftlich verfassten Roman verpackt – das Wissen, dass es wirklich so passiert ist, macht die Story viel interessanter.

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Bewertung von Karthause am 09.09.2012   ausgezeichnet
Viele Köche verderben den Brei, so sagt der Volksmund. Trifft dies im übertragenen Sinn auch auf Autoren zu? „Die vierte Zeugin“ ist ein Projekt des Autorenkreisen Quo Vadis, dem Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina Andrè, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Caren Benedikt, Ulf Schiewe, Marlene Klaus und Katrin Burseg angehören. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte der Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, die von dem Londoner Händler Richard Charman verklagt wird, die Geschäftsschulden ihres durch undurchsichtige Umstände ums Leben gekommenen Ehemannes zu begleichen. Der Roman basiert auf einem Dokument über eine Gerichtsverhandlung aus dem 16. Jahrhundert, das beim Einsturz des Kölner Stadtarchives schwer beschädigt wurde. Jeder der AutorInnen steht Pate für eine der im Roman handelnden Personen bzw. den Prolog und den Epilog. Ich hatte damit gerechnet, dass es bei den verschiedenen Abschnitten zu deutlich spürbaren Stilwechseln kommen würde. Da aber jede Person, die ihre Sicht der Dinge darlegt, von einem anderen Autor beschrieben wurde, sind diese Brüche nur vermeintlich. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, das gerade durch den Wechsel der Autoren die Figuren besonders individuell erscheinen. Somit hat jede einen anderen Charakter und zeigt Facetten, die die Handelnden sehr wirklichkeitsgetreu erscheinen ließen. Der Spannungsbogen wurde konsequent gehalten und auch als es zu einem Zeitsprung kommt und die Geschichte viele Jahre später fortgesetzt wird, der Leser den Ausgang des Prozesses schon kannte und das Ende der Geschichte erahnte, kam es noch einmal zum deutlichen Aufleben der Spannung und somit zum Finale Grande. Bei diesem historischen Roman handelt es sich aber keineswegs um einen trockenen Gerichtsroman. Die Autoren erwecken die damalige Zeit zum Leben und schicken Figuren auf die Handlungsbühne, die dem Leser den Alltag vor etwa 500 Jahren vor Augen führen. Dabei stehen Fragen zu den Rechten einer Frau in der damaligen Zeit im Mittelpunkt. Deren Tragweite wird erst so richtig klar, verdeutlicht man sich, dass Dokumente über diesen Prozess die Jahrhunderte überdauerten.

Von dem Autorenkreis Quo Vadis sind als Gemeinschaftsromane bereits „Das dritte Schwert“, „Der zwölfte Tag“ und „Die sieben Häupter“ erschienen. Nachdem ich weiß, dass der von vielen Köchen zubereitete Brei verdorben sein soll, kann ich nach der Lektüre von „Die vierte Zeugin“ sagen, diese 12 Autoren stehen für hervorragende, historisch fundierte Unterhaltung. Zu den bereits erschienenen historischen Romanen der Autorengruppe werde ich nach und nach auch noch greifen.

Mein Fazit: Wer einen historischen Roman, der auf einem realen Fall basiert, mit großartig gezeichneten Personen lesen möchte, wird mit „Die vierte Zeugin“ sicher sehr gute und spannende Unterhaltung finden.

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Bewertung von Isabel von Belles Leseinsel aus Mainz am 28.08.2012   ausgezeichnet
Als würde der Kölner Stadtschreiber die Begebenheiten erzählen, so beginnt Tanja Kinkel mit dem Prolog die Geschichte. Hier, wie auch im Epilog, der von Peter Prange geschrieben wurde, stellt man sofort die unterschiedlichen Sprachstile fest. Die Geschichte an sich jedoch, die u.a. von Oliver Pötzsch, Martina André und Titus Müller erzählt wird, wirkt wie aus einem Guss. Hier merkt man absolut überhaupt nicht, dass an der Geschichte mehrere Autoren gearbeitet haben. Und so kann man es durchaus als Meisterwerk bezeichnen, was den 12 Autoren mit diesem Buch gelungen ist.

Grundlage des mittlerweile vierten Gemeinschaftromans des Autorenkreises Quo Vadis ist ein Gerichtsfall aus dem 16. Jahrhundert, der eine ganze Stadt in Atem hielt. Damals war es durchaus üblich, dass der Ehemann seiner Frau sein Vermögen überschrieb und diese bei jedem Vertragsabschluss mit unterschrieb, jedoch nach dessen Tod nicht haftbar gemacht werden konnte, da ihre Unterschrift nach römischen Recht keine Gültigkeit hatte. Dies hatte weitreichende Folgen, bei denen es nicht selten um sehr viel Geld ging und somit auch politisch relevant war. An Agnes Imhoff sollte nun ein Präzedenzfall geschaffen werden, um dieses Geschäftsgebaren zukünftig zu unterbinden. Verständlich auch, dass die Verhandlung auch Interesse bei den europäischen Königshäusern hervorgerufen hatte.

Hat also Agnes von Anfang an keine Chance, den Fall zu gewinnen? Ist sie überhaupt ein Opfer oder wusste sie bestens über die Geschäfte ihres Mannes Bescheid und ist somit Täterin? Den Autoren gelingt es perfekt, nicht nur die Stimmung zur Zeit der Reformation einzufangen, sondern sie spielen zudem geschickt mit der Figur der Agnes Imhoff. Kaum hat man sich eine Meinung über die Tuchhändlerwitwe gebildet, wird sie bereits im nächsten Kapitel wieder revidiert. Mit einer flüssigen, einnehmenden und farbenprächtigen Sprache vermitteln die Autoren dem Leser die wahre Begebenheiten fesselnd und durchaus auch richtiggehend spannend - hierbei handelt es sich eindeutig um einen historischen Kriminalfall.

Die Geschichte basiert – wie bereits oben erwähnt – auf ein wahres Geschehen, allerdings haben die Autoren aus dramaturgischen Gründen den Gerichtsfall etwas gestrafft und die Gerichtsbarkeit von Speyer nach Köln verlegt. Und keine Sorge, die Geschichte spielt nicht nur vor Gericht, wirkt nie trocken erzählt und räumt zudem viel Platz dem Privatleben der mitwirkenden Figuren ein. Somit wirkt die Geschichte von Anfang bis Ende absolut rund und schlüssig erzählt.

Neben der interessanten und spannend erzählten Geschichte, sind auch die Charaktere bis in die kleinste Nebenrolle wunderbar herausgearbeitet. Allen voran natürlich die Figur der Agnes Imhoff. Die äußerst attraktive junge Frau wirkt in einer Szene wie ein verschüchtertes, hilfloses junges Mädchen, welches ihr Leben neben einem herzlosen Ehemann fristen musste, im nächsten Kapitel dann wieder wie eine selbstbewusste Geschäftsfrau, die sehr genau weiß, wie sie die Männerwelt um die Finger wickeln kann.

Fazit: Ein von Anfang bis Ende spannend und unterhaltsam erzählter Roman mit hervorragend herausgearbeiteten Charakteren und einer interessanten und politisch brisanten Geschichte, die auf einen wahren Gerichtsfall beruht und damals selbst die europäischen Königshäuser beschäftigt hatte. Wirklich eine gelungene Umsetzung der 12 Meister-Autoren.

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Sie kennen "Die vierte Zeugin" von Tanja Kinkel; Ulf Schiewe; Marlene Klaus; Katrin Burseg; Oliver Pötzsch; Martina André; Peter Prange; Titus Müller; Heike Koschyk; Lena Falkenhagen; Alf Leue; Caren Benedikt ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop


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