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Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft
Eine Geschichte der Genußmittel
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
- 2010
- 7. Aufl.
- Ausstattung/Bilder: 247 S. m. histor. Abb.
- Seitenzahl: 247
- Fischer Taschenbücher Bd.4413
- Deutsch
- Abmessung: 190mm x 126mm x 22mm
- Gewicht: 199g
- ISBN-13: 9783596244133
- ISBN-10: 3596244137
- Best.Nr.: 03752354
Produktbeschreibung zu "Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft"
Beschreibung
Diese für unseren Geschmack ungewöhnliche Gabe war im christlichen Mittelalter alles andere als ungewöhnlich: Pfeffer wurde nicht nur als Gewürz verwendet, sondern war Statussymbol und ersetzte häufig sogar das Geld als Zahlungsmittel.
Der Geschmack begann sich zu sensibilisieren: Orientalische Luxuswaren begannen, die grobe Ritterkultur zu verändern, und wurden, nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien, zum entscheidenden Faktor der europäischen Wirtschaft.
Wie kommt es, daß in Europa zu bestimmten Zeiten ganz neuartige Genußstoffe erscheinen? Sind Kaffee, Tee oder Tabak reiner Zufall kolonialer Entdeckung oder befriedigen sie neue Genußbedürfnisse, die esvorh er nicht gab - und wie lassen sich diese neuartigen Bedürfnisse beschreiben?
In Deutschland, das keine Kolonien hatte, mußte man Kaffee einführen, was zu einer heftigen Kampagne gegen dieses un-deutsche Getränk führte. Als die Kaffee-Sucht sich auch durch Anpreisung von Bier und Wein nicht dämpfen ließ, fand man Ersatz in Zichorienkaffee, der neben dem "echten Bohnenkaffee" noch in diesem Jahrhundert getrunken wurde. Zum Kaffee gehört der Tabak, der in der Vorstellung des 17. Jahrhunderts "getrunken" wurde. Erst später wird die Pfeife gestopft, dann als Zigarre genossen, und erst in unserer beschleunigenden Zeit in Form von Zigaretten. Eine analoge Beschleunigung ist auch bei den alkoholischen Getränken zu beobachten: die Entwicklung des Tresens war unumgänglich, um während der Industrialisierung die schnellen "Kipper" von harten Getränken zu befriedigen.
Autorenporträt zu "Wolfgang Schivelbusch"
Wolfgang Schivelbusch, geboren 1941, Dr. phil., Habilitation, ist freier Autor und lebt seit 1973 in New York und in Berlin. Er ist Träger des Heinrich-Mann-Preises 2003 der Akademie der Künste zu Berlin.
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