Kleist - Michalzik, Peter

Peter Michalzik 

Kleist

Dichter, Krieger, Seelensucher. Biographie

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Kleist

Heinrich von Kleist (1777 - 1811) gilt als der modernste Klassiker der deutschen Literatur. Sein Tod der legendäre Selbstmord am Berliner Wannsee jährt sich 2011 zum 200. Mal. Aus diesem Anlass legt der Frankfurter Publizist und Theaterkritiker Peter Michalzik eine neue Biographie vor, in der er einen überraschend frischen, unverstellten Blick auf den großen Dichter wirft.
Kleist, das notorisch verkannte Genie, war Seismograph einer Welt im Umbruch. Er war ein Mann der Extreme, kriegserprobter preußischer Offizier einerseits, Erfinder großer Frauenfiguren und einer herzerweichenden Sprache andererseits. Er hasste Napoleon und liebte das entstehende Deutschland. Er war Realist und Phantast, Unternehmer und Bankrotteur, Beamter und Journalist, immer wieder scheiternder Glückssucher und der einzige wirkliche Tragiker der deutschen Literatur.
Mit Hingabe und Präzision erzählt Peter Michalzik die Geschichte dieses kurzen, geheimnisumwitterten Lebens. Er berichtet klar und schnörkellos, was wir von Kleist wissen können, verzichtet auf Spekulationen und enthält sich jenes Pathos, das den Umgang mit Kleist bis heute prägt. Ein Buch, das der Modernität des großen Dichters gerecht wird.


Produktinformation

  • Verlag: Propyläen
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 557 S., . 36 Abb.
  • Seitenzahl: 557
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 146mm x 48mm
  • Gewicht: 781g
  • ISBN-13: 9783549073247
  • ISBN-10: 3549073240
  • Best.Nr.: 32654522

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Sehr eng verknüpft Wolf Kittler in seiner Besprechung die beiden Kleist-Biografie von Peter Michalzik und Günter Blamberger, dies auseinanderzutüfteln ist nicht ganz leicht. Zu Kleist gibt es wenig Zeugnisse und die sind seit langem bekannt, schickt Kittler voraus, der sich deshalb auch nicht viel Neues erwartet hat. Den Vorzug zu geben scheint er aber Michalzik. Der gehe zwar nur recht kursorisch auf Kleist-Werke ein, verankere den Autor aber "verlässlich" im politischen und ästhetischen Kontext. Beeindruckt hat Kittler bei Michalzik hat nachgelesen, dass Kleist auch nach seinem Abschied aus der preußischen Armee immer ein Krieger geblieben ist und die "lieblichen Gefühle" bei ihm mit der Kriegsführung eng verwandt sind.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.02.2011

Vom jähen Kontrast zwischen Gefühl und Gewalt

Bisweilen besteht ein Geheimnis darin, dass es womöglich gar kein Geheimnis gibt: In seiner informativen Kleist-Biographie ergründet Peter Michalzik ein inwendig verriegeltes Paradies, das auf Zusammenbruch und Zerstörung basiert.

Heute würde man einen wie Heinrich von Kleist vielleicht einen seltsamen Kauz nennen. Erst riegelt er sich tagelang in einem Zimmer ein, um seinen "Lebensplan" zu erzwingen. Dann belagert er ein preußisches Adelsfräulein mit Liebesbriefen, die sie nicht haben will. Nach forcierter Verlobung drängt er ihr ein hochmütiges Bildungsprogramm auf, um sie so zur künftigen Gattin zu erziehen. Als es ernst wird, verschwindet er auf endlose Reisen und verhindert eine Ehe durch die Zumutung, gemeinsam als Landwirte in die Schweiz zu gehen. In Gesellschaft verhält er sich oft scheu und verlegen, redet stammelnd, hält sich für "unaussprechlich", flieht die Menschen und erklärt, für ein Amt völlig ungeeignet zu sein. Gegenüber einem Freund spielt er sich so lange als Missionar des besseren Gefühls auf, bis dieser ihn einfach im Streit stehenlässt. Schließlich verzweifelt er an …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.03.2011

Seelensucher, Spieler auf der Kippe
Die neuen Kleist-Biographien von Günter Blamberger und Peter Michalzik erzählen, wie der Dichter den Kampf um seine eigene Zukunft verlor
Dieser Termin hat einen Widerhaken: Ist das Kleist-Jubiläum, das wir in diesem Jahr begehen, denn ein Jubelfest? Dies meint der Begriff ja eigentlich. Etwas Unheimliches ist immer an der Sitte, die Tage zu feiern, an denen berühmte Dichter, verdiente Persönlichkeiten starben. Aber meistens spürt man es kaum, benutzt das Wort des „Todestages“, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen. Wer hat im letzten Jahr, 2010, als Mark Twain Jubiläum hatte, daran gedacht, dass er hundert Jahre zuvor, am 21. April, einer Angina pectoris erlag?
Nun aber Kleist: Dieser Jubilar starb nicht im Bett – er jagte sich eine Kugel in den Kopf. Kleist verlangte es nicht nach mehr Licht. Als Henriette Vogel und er vor zweihundert Jahren einen Kaffeetisch in jene Grube am Kleinen Wannsee tragen ließen, wollten sie Dunkelheit. Wir alle kennen die Szene oder meinen sie zu kennen. Kleists Tod überschattet sein Leben – und machen wir uns nichts vor: Er trägt zu seiner Faszination bei. Insofern ist …

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Peter Michalzik, Jg. 963, ist freier Journalist, Literaturkritiker und ein hervorragender Kenner des deutschen Buchmarkts. Er schrieb längere Zeit für die 'Süddeutsche Zeitung', die 'Frankfurter Rundschau', 'Focus', das 'Börsenblatt des deutschen Buchhandels' und den Deutschlandfunk. Zur Zeit ist er Mitglied der Redaktion der 'Frankfurter Rundschau'. Er lebt in Frankfurt am Main.

Blick ins Buch "Kleist"

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