Der in Hamburg lebende russische Pianist Evgeni Koroliov hat sich
mit dieser Einspielung des Bachschen Spätwerks nicht gerade eine
einfache Aufgabe vorgenommen. Zum einen muß er sich dem Vorurteil
entgegen stellen, daß diese Musik eigentlich nur auf dem Cembalo
angemessen zu interpretieren sei. Doch damit haben sich die großen
Pianisten nie wirklich aufgehalten, und auch bei Koroliov hat man
in keiner Sekunde den Eindruck, als ob er ein falsches Instrument
spielen würde. Im Gegenteil, er entlockt dem Klavier einen
Variantenreichtum, an dem die meisten Cembalisten glatt scheitern
würden. Seit Ton Koopmans Maßstäbe setzender Cembalo-Einspielung
wissen wir allerdings auch, wie herrlich das alte Instrument
swingen kann, wenn ein großer Künstler das Werk als Abfolge von
Tanzsätzen versteht. Bei Koroliov steht dagegen eher die Freilegung
der komplexen Strukturen im Vordergrund. Und das gelingt ihm mit
bewundernswerter Präzision. Wer Evgeni Koroliovs Klaviereinspielung
und Ton Koopmans Cembalointerpretation im Schrank stehen hat, der
ist bei den Goldberg-Variationen bestens bedient.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Johann S. Bach (1685-1750) war ein deutscher Komponist des Barock. Er gilt heute als einer der größten Tonschöpfer aller Zeiten, der die spätere Musik wesentlich beeinflusst hat und dessen Werke im Original und in zahllosen Bearbeitungen weltweit präsent sind.