Gerade in Kirchenliedern drückt sich das religiöse Gefühl des
Dankes, des Lobes, des Trostes und der Hoffnung ebenso aus wie der
Trauer, der Bitte, der Umkehr und der Klage. So bilden diese ein
unschätzbar wertvolles Repertoire für das seelische Wohlbefinden
und Gleichgewicht. Konfessionsübergreifend ist das Kirchenlied ein
melodisches Spiegelbild der Menschen mit all ihren Erfahrungen vor
Gott. Und selbst wenn durch hohes Alter und Erkrankungen die
Erinnerungen verblassen, das Zeitempfinden zerrinnt und das
tägliche Umfeld in weiten Teilen nicht mehr erkannt wird, gilt: Die
Melodien gehen nicht verloren. Sie haben sich eingeprägt und das
innere Ohr der religiösen Identität vernimmt ihren religiösen
Gehalt im tiefsten Unterbewusstsein. Der Diözesan-Caritasverband
für das Erzbistum Köln, Richard Mailänder und der Carus-Verlag
haben unter Mitwirkung von Hymnologen der Ev. Württembergischen
Landeskirche eine große Auswahl des wertvollen Bestandes der
bekanntesten und bevorzugten katholischen und evangelischen
Kirchenlieder zusammengestellt. Grundlage der Liedauswahl bildete
die Befragung der Jahrgänge nach dem ersten Weltkrieg nach den
vertrauten Kirchenliedern ihrer Kinder- und Jugendtage, also etwa
aus einem Zeitraum von 1930 bis 1950.