Seitdem die Bildungsdiskussion auch die frühe Bildung entdeckt hat,
gerät die Kindertagesbetreuung zunehmend in den Fokus der
öffentlichen Diskussion. Immer öfter ist in politischen
Diskussionen wie in den Medien bei der Betrachtung
gesellschaftlicher Missstände die - richtige wie auch banale -
Erkenntnis zu vernehmen: Die Lösung des jeweiligen Problems müsse
früher ansetzen! Es wird erkannt, dass Maßnahmen gegen soziale
Ausgrenzung, die Förderung der Fähigkeit, sich auch unter
schwierigen Rahmenbedingungen zu behaupten und sein Leben zu
gestalten besonders nachhaltig sind, wenn sie früh wirksam werden.
Die Einrichtungen der Bildung, Erziehung und Betreuung, die heute
fast alle Kinder in diesem Land besuchen, scheinen ein solcher früh
wirksamer Faktor sein zu können.
Wenn wir uns mit diesem Buch den Erwartungen und Möglichkeiten der
Kindertagesbetreuung zum Schutz der Kinder und zur Unterstützung
der Familien widmen, dann tun wir dies, wie schon auf der Tagung
des Pestalozzi-Fröbel-Verbandes im Herbst 2007 in Hannover, in dem
Bewusstsein, dass die hier angesprochenen Aufgaben nicht alle noch
zusätzlich oder nebenbei zu erledigen sind. Die im Buch
dargestellen Überlegungen, Konzepte und Arbeitsansätze zeigen aber,
was der Ort und die dort versammelte Kompetenz der Menschen zur
Lösung einer Reihe dringlicher Probleme beitragen können - wenn die
Voraussetzungen gegeben sind.