Roverandom, 3 Audio-CDs - Tolkien, John R. R.

John R. R. Tolkien 

Roverandom, 3 Audio-CDs

Vollständige Lesung. 158 Min.

Gelesen v. Ulrich Noethen
Audio CD
 
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Roverandom, 3 Audio-CDs

Als kleiner Hund legt man sich besser nicht mit einem schlecht gelaunten Zauberer an, denn sonst wird man womöglich, schneller als man blinzeln kann, in ein Spielzeug verwandelt... Das Abenteuer des frechen kleinen Roverandom gehört zum Schönsten, was J.R.R. Tolkien je geschrieben hat.



Produktinformation

  • ISBN-10: 3899400984
  • Best.Nr.: 11265854
  • Laufzeit: 158 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.05.2003

Verwandelt
Ein Hörbuch von Tolkien
Die Stimme des Schauspielers Ulrich Noethen ist schlank. Nie lässt sie sich behäbig irgendwo nieder. Eher hat sie es manchmal allzu eilig, weiterzukommen. Und wenn ihr etwas zuwider ist, dann ist es das beschwörende Raunen. Einem Märchenonkel will sie nicht gehören. Und gerade weil das so ist, kann der große Mythenerfinder J. R. R. Tolkien (1892 - 1973) froh sein, dass diese Stimme sich seiner frühen Geschichte „Roverandom” angenommen hat. Denn die ist entstanden, als Tolkien noch nicht so recht wusste, wie man die Zuhörer am besten auf den Mond oder unter Wasser oder in irgendein Elfenreich entführt.
Tolkien war noch ein ziemlich junger Mann, als er sie um 1925 erstmals seinen Kindern erzählte. Der Sohn Martin hatte einen kleinen Spielzeughund verloren und musste getröstet werden. Also wird in dieser Vorübung für den „kleinen Hobbit”, die zu Lebzeiten Tolkiens nie veröffentlicht wurde, ein Hund namens Rover vom Zauberer Artaxerxes zur Strafe für sein allzu freches Benehmen in einen ziemlich kleinen Spielzeughund verwandelt. Zum Verzaubertwerden gehört die schließliche Rückkehr in die alte Gestalt, aber …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.07.1999

Gut gelaunt
Ein Knigge für kleine Hunde

Wahrscheinlich ist das auch zuviel verlangt, besonders von einem so jungen und kleinen Hund wie Rover: dann noch den Überblick zu behalten, wenn man gerade selbstversunken mit einem gelben Ball spielt und unverhofft ein merkwürdiger Mensch vorbeikommt, der ihn wegnimmt. Rover knurrt jedenfalls den barschen Imperativ "Leg ihn hin!", doch der erweist sich als kontraproduktiv. Die Person, ein "bitte" vermissend, steckt den Ball ein und geht ungerührt weiter - bis der Hund ihn mindestens an der Hose erwischt: "Vielleicht war noch ein Stück vom Zauberer dabei." Den Beruf des Ballräubers hätte der Hund erkennen können an dessen grünem Hut mit blauer Feder, aber - das kennt man aus der Friedens- und Konfliktforschung - einmal gereizt, wird die Wahrnehmung sektoriell; nicht mehr der Diskurs wird gesucht, sondern ein Sieg mit Gewalt. Bei solcher Machtverteilung kann der Sieg nur an den Zauberer gehen.

So landet Rover als männchenmachender Spielzeughund in der Krabbelkiste eines Geschäftes, und von dort ist es ein langer und gefährlicher Weg, bis er sich wieder seiner Urgestalt erfreuen kann. Hilfreich …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Die Geschichte vom frechen kleinen Hund Roverandom, der zur Strafe von einem Zauberer in einen Spielzeughund verwandelt wird, hat Tolkien als "ziemlich junger Mann" geschrieben, erzählt Lothar Müller. Bei seinem Versuch, seine alte Gestalt wiederzufinden, erlebt Roverandom eine abenteuerliche Reise, die ihn hinauf zum Mann im Mond und hinab zum König des Meeres führt. Ulrich Noethen liest diese Geschichte mit "schlanker", "federnder" Stimme. "Ihr liegt das Lässig-Turbulente: Gern balanciert sie auf dem Grat, der das Ausreißen vom Verlorengehen trennt", lobt Müller. Nur bei der Beschreibung der mythischen Tolkien-Welt sei dieser Tonfall machtlos: Mondpfade oder weiße Drachen könne er nicht heraufzubeschwören.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Mit Roverandom bringt Klett-Cotta die letzte unveröffentlichte Geschichte von Tolkien heraus, die lange als verschollen galt. Roverandom ist ein lustiger schwarzweißer Hund, der aber leider zuviel Übermut an den Tag legt und von einem Hexenmeister zur Strafe winzig klein gezaubert wird. Und weil der Hund das einfach nicht hinnehmen kann, macht er sich auf die Suche nach jenem besagten Zauberer und erlebt unterwegs einige Abenteuer. Tolkien hat die Geschichte von dem kleinen Hund Roverandum als einen Folgeband zum Kleinen Hobbit geschrieben und auch die Illustrationen dazu gemalt. Und wenn wir gerade bei Tolkien sind: bei Klett-Cotta erschien außerdem gerade Das Tolkien-Quizbuch für alle, die ihre Kenntnisse bezüglich Leben und Werk des Autors überprüfen wollen.« (Buchhändler heute, 01.03.1999) »Leichtigkeit der frühen Jahre "Roverandom" - Tolkiens letze unveröffentlichte Geschichte Wenn Ihr fünfjähriger Sohn beim Herumtollen sein über alles geliebtes Spielzeughündchen aufnimmerwiedersehen verliert, was machen Sie dann? Vielleicht erzählen Sie dem Untröstlichen eine Geschichte, die seine Trauer lindert. Vielleicht gelingt es Ihnen sogar, den Verlust als Mosaiksteinchen eines bis dato rätselhaften Geschehens zu erklären. "Es war einmal ein kleiner Hund und sein Name war Rover", beginnt "Roverandom", die phantastische Reise eines jungen, fröhlichen Hündchens. Wenn man nicht wüßte, daß sie J.R.R Tolkien erdacht hat, als er gerade mal 33 Jahre alt und Vater dreier Söhne war, würde man einfach nur bewundernd ausrufen: "Ja. Genauso muß es gewesen sein, mit unserem kleinen Spielzeughund, der eines Tages im Sand verschwand!" Aber leider - oder erfreulicherweise, je nach Standort - identifiziert man den Erzähler als Kultautor, Mythenforscher und Philologen. Wir denken an die Hobbits, wir denken an den Herrn der Ringe, an die geniale Erschaffung eines neuen Erdteils jenseits der gewöhnlichen Welt. Wir denken an die detailversessene, wissenschaftliche Konstruktion eines aktiven Universums. Aber wir denken nicht an eine aus dem Ärmel geschüttelte Story eines kleinen Hundes, der von einem Zauberer verhext wird, weil er ihn in die Hose gebissen hat. Tolkien wurde 1925 zu der Erzählung inspiriert, weil er seinem Sohn Michael (5) über den Verlust eines Spielzeughundes trösten wollte. In den folgenden Jahren beschäftigte sich der Oxford-Professor sporadisch immer wieder mit dem Stoff. Aus und in improvisierten Erzählungen entstanden relativ geschlossene Episoden. 1936 übergab Tolkien seinem Verlag ein 60seitiges Typoskript unter dem Titel Roverandom (so wird der "Zufalls-Vagabund" Rover von zwei namensgleichen Weggefährten genannt). Trotz Gefallen wurde die Geschichte nicht veröffentlicht, wahrscheinlich weil inzwischen alle Aufmerksamkeit auf den Hobbit und den Herrn der Ringe gerichtet war. Später gar soll der Autor seine früheren literarischen Spielereien bedauert haben. Das jedenfalls berichten die Tolkien-Experten Christina Scull und Wayne G. Hammond, die im 36seitigen Anhang die Entwicklungsgeschichte Roverandorns bis auf die i-Tüpfelchen von Meisters Handschrift erläutern. Wie die beiden Herausgeber die zahlreichen Verknüpfungen, Anspielungen und Besonderheiten des Textes herausarbeiten, macht eine zweite Lektüre spannend. Allerdings betrachtet man das Buch dann mit anderen Augen. Wer es mit väterlichem/kindlichem Blick liest, der fühlt sich sogleich verzaubert und fragt nicht nach gelegentlichen logischen Ungereimtheiten oder nach literarischen Implikationen. Man fliegt mit dem mausgroß geschrumpften Hund auf dem Rücken einer Möwe zum Mann im Mond. Erlebt aufregende Abenteuer auf der hellen und der dunklen Seite des Trabanten. Taucht mit Roverandom hinunter in das Reich des Meereskönigs. Übersteht auch dort Gefahren und erspäht sogar - verbotenerweise - am Horizont hinter den Schattenmeeren die große Bucht von Elbenland. Irgendwie kitzelt einen also schon eine Ahnung von der Magie dieser großartigen fremden Welt. Vor allem aber werden die Leser Vergnügen an Tolkiens schillernden Phantastereien, witzigen Wendungen, Wortspielen und Lautmalereien finden. Wer Roverandom mit literaturwissenschaftlichem Interesse liest, der findet eine Fülle von mehr oder weniger versteckten Längs- und Querverweisen auf Märchen, Mythen und Sagen, auf "Geklautes" aus Werken zeitgenössischer Autoren und auf Gestalten, Orte und Bilder aus Tolkiens zukünftigen Romanen. Es scheint so, als gehörten die phantastischen Abenteuer des kleinen Hundes zu den leicht-sinnigsten aller Fingerübungen für sein Jahrhundertwerk - die Erschaffung von Mittelerde. Wenn man die erhabene Schwere seines mythologischen Universums betrachtet, dann sehnt man sich manchmal - wenn's niemand sieht im Elbenland - zu der Leichtigkeit der frühen Jahre zurück. (Ab 6 Jahre)« Siggi Seuss (Süddeutsche Zeitung, 07.05.1999) »Kleiner Hund im Reich der Zauberer Unbekanntes Werk J.R.R. Tolkiens erschienen Nicht nur die Geschichte vom gewitzten, aber ganz schön unhöflichen Hund Rover, den ein Hexenmeister in ein winziges Spielzeug verwandelt, ist faszinierend. Auch die "Geschichte hinter der Geschichte" hat es in sich: "Roverandom" heißt eine Erzählung von J.R.R. Tolkien, die jetzt den Weg aus dem Nachlaß der Bodleian Library Oxford auf den Buchmarkt gefunden hat. Ausführlich kommentieren und ergänzen die beiden Herausgeber Christina Scull und Wayne G. Hammond ihre "Ausgrabungsarbeit". So gibt es zum interessanten Nachwort über die Entstehung von "Roverandom" auch einen Anhang, in dem bestimmte Bilder und Anspielungen auf andere Werke und für Tolkien wichtige Orte wie das Haus in Ripley (Yorkshire) beleuchtet werden. Kenner wissen natürlich, an wen der Zauberer, dem der Hund freche Sachen sagt, mit seiner "blauen Feder hinten am grünen Hut" erinnert. Klar, das ist Tom Bombadil, Figur aus "Der Herr der Ringe", der gleichfalls die blaue Feder trägt. Mit "Roverandom" setzte Tolkien dem heißgeliebten und am Strand verlorengegangenen Spielzeughund seines Sohnes Michael 1926 ein tröstendes Denkmal. Der Leser begleitet den winzigen Rover - eine Möwe nennt ihn irgendwann "Roverandom", und dabei bleibt's dann einfach - auf seinem Weg durch zauberhaft-vielschichtige Länder der Phantasie, die zudem in fünf zarten Illustrationen Gestalt annehmen. Der Vierbeiner sucht einen guten Zauberer, der ihm seine richtige Hundestatur wiedergeben kann - auf dem Mond, wo er mit dem Mond-Hund herumtollt, und tief unten im Meer, wo es den Meer-Hund gibt. Abenteuer gehören dazu, die Begegnung mit dem Feuer speienden weißen Drachen und mit dem weisen Wal. Tolkiens Buch ist ein filigranes Kunstwerk voller Poesie und Anmut, angefüllt mit Klängen, Licht, Spiegelungen und Farben, geprägt von schmunzelnder Ironie. Da taucht der Hund unter anderem ein in "Fiedergräser" und "Feenfarn, Zehenfarn, Hirschzunge und Knackfarn", umgeben von einer feinen Musik, die das gesamte Werk durchklingt. Das nächtliche Meer erhellen die Leuchtfische und "die Wälder waren voll von Silberglöckchen". Wird Rover, der sogar ein paar Manieren lernt, wieder entzaubert? Na sicher, doch es dauert ein Weilchen, und diese Zeit bedeutet Lesegenuß.« Sabine Rother (Aachener Zeitung, 02.02.1999)

»Mit Roverandom bringt Klett-Cotta die letzte unveröffentlichte Geschichte von Tolkien heraus, die lange als verschollen galt. Roverandom ist ein lustiger schwarzweißer Hund, der aber leider zuviel Übermut an den Tag legt und von einem Hexenmeister zur Strafe winzig klein gezaubert wird. Und weil der Hund das einfach nicht hinnehmen kann, macht er sich auf die Suche nach jenem besagten Zauberer und erlebt unterwegs einige Abenteuer. Tolkien hat die Geschichte von dem kleinen Hund Roverandum als einen Folgeband zum Kleinen Hobbit geschrieben und auch die Illustrationen dazu gemalt. Und wenn wir gerade bei Tolkien sind: bei Klett-Cotta erschien außerdem gerade Das Tolkien-Quizbuch für alle, die ihre Kenntnisse bezüglich Leben und Werk des Autors überprüfen wollen.«
(Buchhändler heute, 01.03.1999)

»Leichtigkeit der frühen Jahre

"Roverandom" - Tolkiens letze unveröffentlichte Geschichte

Wenn Ihr fünfjähriger Sohn beim Herumtollen sein über alles geliebtes Spielzeughündchen aufnimmerwiedersehen verliert, was machen Sie dann? Vielleicht erzählen Sie dem Untröstlichen eine Geschichte, die seine Trauer lindert. Vielleicht gelingt es Ihnen sogar, den Verlust als Mosaiksteinchen eines bis dato rätselhaften Geschehens zu erklären.

"Es war einmal ein kleiner Hund und sein Name war Rover", beginnt "Roverandom", die phantastische Reise eines jungen, fröhlichen Hündchens. Wenn man nicht wüßte, daß sie J.R.R Tolkien erdacht hat, als er gerade mal 33 Jahre alt und Vater dreier Söhne war, würde man einfach nur bewundernd ausrufen: "Ja. Genauso muß es gewesen sein, mit unserem kleinen Spielzeughund, der eines Tages im Sand verschwand!" Aber leider - oder erfreulicherweise, je nach Standort - identifiziert man den Erzähler als Kultautor, Mythenforscher und Philologen. Wir denken an die Hobbits, wir denken an den Herrn der Ringe, an die geniale Erschaffung eines neuen Erdteils jenseits der gewöhnlichen Welt. Wir denken an die detailversessene, wissenschaftliche Konstruktion eines aktiven Universums. Aber wir denken nicht an eine aus dem Ärmel geschüttelte Story eines kleinen Hundes, der von einem Zauberer verhext wird, weil er ihn in die Hose gebissen hat.

Tolkien wurde 1925 zu der Erzählung inspiriert, weil er seinem Sohn Michael (5) über den Verlust eines Spielzeughundes trösten wollte. In den folgenden Jahren beschäftigte sich der Oxford-Professor sporadisch immer wieder mit dem Stoff. Aus und in improvisierten Erzählungen entstanden relativ geschlossene Episoden. 1936 übergab Tolkien seinem Verlag ein 60seitiges Typoskript unter dem Titel Roverandom (so wird der "Zufalls-Vagabund" Rover von zwei namensgleichen Weggefährten genannt). Trotz Gefallen wurde die Geschichte nicht veröffentlicht, wahrscheinlich weil inzwischen alle Aufmerksamkeit auf den Hobbit und den Herrn der Ringe gerichtet war. Später gar soll der Autor seine früheren literarischen Spielereien bedauert haben. Das jedenfalls berichten die Tolkien-Experten Christina Scull und Wayne G. Hammond, die im 36seitigen Anhang die Entwicklungsgeschichte Roverandorns bis auf die i-Tüpfelchen von Meisters Handschrift erläutern. Wie die beiden Herausgeber die zahlreichen Verknüpfungen, Anspielungen und Besonderheiten des Textes herausarbeiten, macht eine zweite Lektüre spannend. Allerdings betrachtet man das Buch dann mit anderen Augen.

Wer es mit väterlichem/kindlichem Blick liest, der fühlt sich sogleich verzaubert und fragt nicht nach gelegentlichen logischen Ungereimtheiten oder nach literarischen Implikationen. Man fliegt mit dem mausgroß geschrumpften Hund auf dem Rücken einer Möwe zum Mann im Mond. Erlebt aufregende Abenteuer auf der hellen und der dunklen Seite des Trabanten. Taucht mit Roverandom hinunter in das Reich des Meereskönigs. Übersteht auch dort Gefahren und erspäht sogar - verbotenerweise - am Horizont hinter den Schattenmeeren die große Bucht von Elbenland. Irgendwie kitzelt einen also schon eine Ahnung von der Magie dieser großartigen fremden Welt. Vor allem aber werden die Leser Vergnügen an Tolkiens schillernden Phantastereien, witzigen Wendungen, Wortspielen und Lautmalereien finden.

Wer Roverandom mit literaturwissenschaftlichem Interesse liest, der findet eine Fülle von mehr oder weniger versteckten Längs- und Querverweisen auf Märchen, Mythen und Sagen, auf "Geklautes" aus Werken zeitgenössischer Autoren und auf Gestalten, Orte und Bilder aus Tolkiens zukünftigen Romanen. Es scheint so, als gehörten die phantastischen Abenteuer des kleinen Hundes zu den leicht-sinnigsten aller Fingerübungen für sein Jahrhundertwerk - die Erschaffung von Mittelerde. Wenn man die erhabene Schwere seines mythologischen Universums betrachtet, dann sehnt man sich manchmal - wenn's niemand sieht im Elbenland - zu der Leichtigkeit der frühen Jahre zurück. (Ab 6 Jahre)«
Siggi Seuss (Süddeutsche Zeitung, 07.05.1999)

»Kleiner Hund im Reich der Zauberer

Unbekanntes Werk J.R.R. Tolkiens erschienen

Nicht nur die Geschichte vom gewitzten, aber ganz schön unhöflichen Hund Rover, den ein Hexenmeister in ein winziges Spielzeug verwandelt, ist faszinierend. Auch die "Geschichte hinter der Geschichte" hat es in sich: "Roverandom" heißt eine Erzählung von J.R.R. Tolkien, die jetzt den Weg aus dem Nachlaß der Bodleian Library Oxford auf den Buchmarkt gefunden hat. Ausführlich kommentieren und ergänzen die beiden Herausgeber Christina Scull und Wayne G. Hammond ihre "Ausgrabungsarbeit". So gibt es zum interessanten Nachwort über die Entstehung von "Roverandom" auch einen Anhang, in dem bestimmte Bilder und Anspielungen auf andere Werke und für Tolkien wichtige Orte wie das Haus in Ripley (Yorkshire) beleuchtet werden.

Kenner wissen natürlich, an wen der Zauberer, dem der Hund freche Sachen sagt, mit seiner "blauen Feder hinten am grünen Hut" erinnert. Klar, das ist Tom Bombadil, Figur aus "Der Herr der Ringe", der gleichfalls die blaue Feder trägt. Mit "Roverandom" setzte Tolkien dem heißgeliebten und am Strand verlorengegangenen Spielzeughund seines Sohnes Michael 1926 ein tröstendes Denkmal. Der Leser begleitet den winzigen Rover - eine Möwe nennt ihn irgendwann "Roverandom", und dabei bleibt's dann einfach - auf seinem Weg durch zauberhaft-vielschichtige Länder der Phantasie, die zudem in fünf zarten Illustrationen Gestalt annehmen. Der Vierbeiner sucht einen guten Zauberer, der ihm seine richtige Hundestatur wiedergeben kann - auf dem Mond, wo er mit dem Mond-Hund herumtollt, und tief unten im Meer, wo es den Meer-Hund gibt. Abenteuer gehören dazu, die Begegnung mit dem Feuer speienden weißen Drachen und mit dem weisen Wal.

Tolkiens Buch ist ein filigranes Kunstwerk voller Poesie und Anmut, angefüllt mit Klängen, Licht, Spiegelungen und Farben, geprägt von schmunzelnder Ironie. Da taucht der Hund unter anderem ein in "Fiedergräser" und "Feenfarn, Zehenfarn, Hirschzunge und Knackfarn", umgeben von einer feinen Musik, die das gesamte Werk durchklingt. Das nächtliche Meer erhellen die Leuchtfische und "die Wälder waren voll von Silberglöckchen". Wird Rover, der sogar ein paar Manieren lernt, wieder entzaubert? Na sicher, doch es dauert ein Weilchen, und diese Zeit bedeutet Lesegenuß.«
Sabine Rother (Aachener Zeitung, 02.02.1999)
John R. R. Tolkien, geb. am 3. Januar 1892 in Südafrika, in England aufgewachsen, früh verwaist, hat mit seiner Romantrilogie 'Der Herr der Ringe' das Genre 'Fantasy' überhaupt erst geschaffen. Er zeigte sich schon als Kind fasziniert von alten, längst vergessenen Sprachen und Mythen. In Oxford spezialisierte sich der Stipendiat, der seit Kindertagen in seiner Freizeit zum bloßen Zeitvertreib Alphabete kreierte und neue Sprachen komponierte wie andere Menschen Musikstücke, bald aufs Altenglische und beschäftigte sich vor allem mit mittelalterlichen Dialekten der westlichen Midlands. W.A. Craigie, ein Kenner besonders der schottischen Volksüberlieferungen, führte ihn in die isländischen und finnischen Sprachen und Mythologien ein. Das Finnische wie das Walisische wurden später Grundlage für die Elfensprache im Herrn der Ringe. 1924, gerade 32 Jahre alt, wurde Tolkien als Professor für englische Sprachen nach Oxford berufen und blieb mehr als vierzig Jahre. Mit Frau und Kindern lebte er in einem schmucklosen Reihenhaus am Rande der Stadt.
Tolkien ist 1973 gestorben, sein Fantasy-Land 'Mittelerde' ist, obwohl literarisch inzwischen vielfach abgekupfert, der beliebteste literarische Abenteuerspielplatz für Kinder und Erwachsene geblieben.

Leseprobe zu "Roverandom, 3 Audio-CDs" von John R. R. Tolkien

"Dieser Platz ist kuschelig und warm", sagte der Mondhund, schloß die Augen und nickte fast auf der Stelle ein.

"Au!" jaulte er kurz danach, nach Hundeart jäh aus einem behaglichen Traum aufwachend. "Viel zu warm!" Er sprang auf. Er konnte den kleinen Roverandom weiter im Inneren der Höhle bellen hören, und als er hinlief, um zu sehen, was los war, erblickte er ein Rinnsal aus Feuer, das über den Boden auf sie zukroch. In diesem Augenblick bekam er nicht gerade Heimweh nach rotglühenden Öfen; und er packte den kleinen Roverandom im Genick, schoß wie ein Blitz aus der Höhle und flog auf einen nicht weit entfernten Steingipfel.

Dort saßen die beiden im Schnee, zitternd und glotzend; das war sehr töricht von ihnen. Sie hätten nach Hause oder irgendwo anders hinfliegen sollen, schneller als der Wind. Der Mondhund wußte nichts über den Mond, wie ihr seht, sonst hätte er gewußt, daß dies das Lager des Großen Weißen Drachen war - des Drachen, der nur ein wenig Angst vor dem Mann hatte (und so gut wie keine, wenn er wütend war). Der Mann selber fühlte sich durch diesen Drachen ein wenig belästigt. "Dieses verflixte Vieh", nannte er ihn, wenn er überhaupt über ihn sprach.

Alle weißen Drachen kommen ursprünglich vom Mond, wie ihr wahrscheinlich wißt; doch dieser war auf der Welt gewesen und zurückgekommen, hatte also das eine oder andere gelernt. Zu Merlins Zeiten kämpfte er mit dem Roten Drachen in Caerdragon, wie ihr in allen moderneren Geschichtsbüchern nachlesen könnt; danach war der andere Drache sehr rot. Später richtete er eine Menge weiterer Verwüstungen auf den Drei Inseln an und ließ sich eine Zeitlang auf dem Gipfel des Snowdon nieder. Die Leute machten sich nicht die Mühe, hinaufzusteigen, solange er dort war - bis auf einen Mann, und der Drache überraschte ihn, als er aus einer Flasche trank. Der Mann hört so hastig zu trinken auf, daß er die Flasche auf dem Gipfel zurückließ, und diesem Beispiel sind seitdem viele Leute gefolgt. Das ist lange her und begann erst, als der Drache nach Gwynfa geflogen war, einige Zeit nach König Arthurs Verschwinden, zu einer Zeit, als Drachenschwänze von den sächsischen Königen als große Delikatesse geschätzt wurden.

Gwynfa ist nicht weit vom Rand der Welt entfernt, und es ist für einen Drachen, der so riesig und maßlos böse ist wie dieser, eine Leichtigkeit, von dort zum Mond zu fliegen. Jetzt lebte er am Rand des Mondes; denn er war sich nicht ganz sicher, was der Mond im Mond mit seinen Zaubersprüchen und Listen anrichten konnte. Trotzdem wagte er es von Zeit zu Zeit, sich in die Farbenskala einzumischen. Manchmal ließ er echte rote und grüne Flammen aus seiner Höhle schlagen, wenn er ein Drachenfest beging oder einen Wutanfall hatte; und häufig gab es Rauchwolken. Es war bekannt, daß er einmal oder zweimal den ganzen Mond in Rot getaucht oder ihn gänzlich verdunkelt hatte. Bei solchen unangenehmen Ereignissen schloß der Mann im Mond sich (und seinen Hund) ein, und er sagte nur: "Wieder dieses verflixte Vieh." Er erklärte nie, welches Vieh er meinte oder wo es lebte; er ging einfach in den Keller, ließ seine besten Zaubersprüche los und brachte die Dinge so rasch wie möglich wieder ins reine.

Jetzt wißt ihr alles über den Drachen; und hätten die Hunde halb so viel gewußt, wären sie nie dort untergeschlüpft. Aber sie taten es, zumindest so lange, wie ich gebraucht habe, euch über den Weißen Drachen aufzuklären, und zu dieser Zeit war er in voller Größe, weiß und grünäugig, aus seiner Höhle gekommen, stieß aus allen Nähten grünes Feuer aus und schnaubte schwarzen Rauch wie ein Dampfer. Darauf gab er das entsetzlichste Gebrüll von sich. Die Berge schwankten und widerhallten, und der Schnee trocknete ein; Lawinen donnerten nieder, und Wasserfälle standen still.

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Bewertung von Sannchen aus Berlin am 13.07.2011 ***** ausgezeichnet
Ein zauberhaftes Buch, als Hörbuch von Ulrich Noethen sehr angenehm gelesen, besticht durch eine gute Mischung aus Wortwitz, Spannung und Geruhsamkeit.
Unser steter Begleiter auf langen Autoreisen mit gelangweilten Kindern. Auch für Erwachsene geeignet.

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