Der Knabe im Brunnen - Andres, Stefan

Stefan Andres 

Der Knabe im Brunnen

Roman

Herausgegeben von Basten, Christa; Erschens, Hermann
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Der Knabe im Brunnen

"Der Knabe im Brunnen" ist ein meisterhaft erzählter autobiographisch geprägter Roman. Aus der Sicht des jüngsten von sechs Kindern eines Müllers im Moselland erzählt Stefan Andres von einer exemplarischen Kindheit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit großer Sensibilität nimmt der Junge seine naturnah angeschaute Umgebung wahr: "Wo ich hinblickte, kletterte, kroch, sprang ein lebendiges Wesen und wenn ich die Augen schloß, hörte ich rings um mich her all diese kleinen feinen Geräusche: die Welt war wie der Eisentopf der Mutter, in dem die Speckgrieben tanzten und schrien." Die phantasie- und humorvolle Erzählweise trug dazu bei, dass dieser Roman zu einem der erfolgreichsten Werke von Stefan Andres wurde. Denn hinter den kindlich-naiven Beobachtungen des Kindes scheinen religiöse und philosophische Fragen von existentiellem Gewicht auf: Mit "Der Knabe im Brunnen" erschloss sich Stefan Andres die poetischen Qualitäten von Mythos und Erinnerung.
Das Nachwort informiert über die Entstehung, die Schauplätze und die Wirkung des Werkes, verbunden mit einer über die autobiographische Erinnerung hinausgehenden inhaltlichen Deutung.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 313 S.
  • Seitenzahl: 313
  • Werke in Einzelausgaben
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 136mm x 28mm
  • Gewicht: 472g
  • ISBN-13: 9783835307377
  • ISBN-10: 3835307371
  • Best.Nr.: 29749913
»Andres' Kindheitserinnerungen waren ein Bestseller der fünfziger Jahre. Sie lesen sich auch knapp 60 Jahre danach als die nicht untypische Entwicklungsgeschichte eines poetischen Subjekts. Das Porträt des Künstlers als Knabe im Brunnen.«(Jörg W. Gronius, SR 2 KulturRadio, BücherLese, März 2011)»Andres' schönes Buch, erstmals im Jahre 1953 erschienen, liegt nun in verlässlicher Textgestalt vor und ist jede Wiederentdeckung wert.«(Journal Frankfurt, Nr. 9/11)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.06.2012

Es gibt kein Patentrezept für die Gegenwart und auch nicht für die Zukunft

Von den fatalen Beziehungen zwischen den Menschen und der Politik: Der Wallstein Verlag versucht das Werk des Dichters Stefan Andres dem Gestern zu entreißen.

Dem Namen Stefan Andres sind wohl alle literarisch interessierten Bürger unseres Landes irgendwo, irgendwann begegnet. Aber kennen sie auch die Bücher dieses Schriftstellers? Einige Literaturfreunde gewiss, die Mehrheit möglicherweise nicht. Doch wenn es so wäre, läge das sicherlich nur in wenigen Fällen daran, dass die Bereitschaft zum Lesen geringer war als das Bedürfnis, als Leser eines anerkannten Dichters von dessen Glamour auch ein bisschen abzubekommen.

Man kommt der Realität näher, wenn man sie in des Schriftstellers Lebenszeit sucht: Stefan Andres wurde 1906 geboren, geriet als junger Erwachsener in das politisch-moralische Chaos der Hitler-Ära und vor allem unter den Druck der braunen Zensur. Und er ist 1970 gestorben, ihm blieb nach den verheerenden Kriegs- und den bitteren Nachkriegsjahren nicht übermäßig viel Zeit, vielleicht auch nicht mehr allzu viel Kraft, um auszugleichen, was die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sabine Brandt erinnert an den Schriftsteller Stefan Andres, dessen Hauptschaffensphase in die Zeit der Nazidiktatur fällt und somit nur wenig bekannt ist. Der Roman, den die Rezensentin uns vorstellt, scheint allerdings wenig geeignet, unser Interesse zu wecken. Laut Brandt erzählt Andres seine Jugendgeschichte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und zur Kriegszeit, "geschmückt mit Träumen". Das "Schreckmärchen" aus der Bauernheimat um Trier präsentiert ihr der Erzähler wie ein "sanft murmelnder" Bach, abwechselnd ins Vergangene und ins Jetzt reichend. Einen nahezu unbekannten Autor rettet diese Rezension sicher nicht vor dem Vergessen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Stefan Andres, 26. 6. 1906 Breitwies bei Trier - 29. 6. 1970 Rom. Der Sohn eines Müllers wuchs in einer katholisch geprägten bäuerlich-dörflichen Umwelt auf und war von seinen Eltern zur geistlichen Laufbahn bestimmt. Er trat in den Kapuzinerkonvent in Krefeld ein (1926-28), entschied sich aber nach dem Noviziat, den Orden zu verlassen und Germanistik zu studieren (1929- 1932 Köln, Jena, Berlin; kein Abschluss). Da seine Frau, die er 1932 geheiratet hatte, 'Halbjüdin' war, verlor er 1935 seine Stellung beim Reichssender Köln. 1937 gelang es ihm, mit seiner Familie Deutschland zu verlassen und nach Italien überzusiedeln (Positano). 1950 kehrte er nach Deutschland zurück (Unkel am Rhein), seit 1961 lebte er in Rom.

Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der »inneren Emigration« und war nach dem Zweiten Weltkrieg ein vielgelesener Autor. Zu seinen bekanntesten Werken zählen »El Greco malt den Großinquisitor« (1936), »Wir sind Utopia« (1943) und »Der Knabe im Brunnen« (1953)Christa Basten, geb. 1944, studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Trier. Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stefan-Andres-Gesellschaft.

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