Der Himmel über Maralal - Hachfeld-Tapukai, Christina

Christina Hachfeld-Tapukai 

Der Himmel über Maralal

Mein Leben als Frau eines Samburu-Kriegers

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Produktbeschreibung zu Der Himmel über Maralal

Fünf Jahre nach ihrem Buch "Mit der Liebe einer Löwin" berichtet Christina Hachfeld-Tapukai wie ihr Leben im wilden Norden Kenias weiterging. Ihr Weg der Verständigung mit den Stammesältesten ist manchmal schwierig und nicht immer erfolgreich: Als sie auf Heimatbesuch in Deutschland ist, wird eine ihrer Ziehtöchter beschnitten, Christina wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Aber sie hält fest an ihrer Botschaft des aufrichtigen Interesses aneinander, der Toleranz und des gegenseitigen Respekts. Und sie liebt ihr Leben in Kenia, ein Leben, das für eine Liebe zwischen zwei Menschen steht, die trotz aller Widrigkeiten und kulturellen Unterschiede bis heute hält.
Kritische Töne mischen sich in ihre Erzählungen, wenn sie von den Touristen berichtet, die zunehmend in die geheimnisvolle Welt von Maralal vordringen. Denn immer mehr reiche europäische Urlauber und auch Urlauberinnen suchen das kurze Abenteuer mit jungen Afrikanern. Und Christina kämpft um den Ruf der Europäer.

Produktinformation


  • Verlag: Ehrenwirth
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 367 S.
  • Seitenzahl: 368
  • Best.Nr. des Verlages: 03802
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 135mm x 35mm
  • Gewicht: 580g
  • ISBN-13: 9783431038026
  • ISBN-10: 3431038026
  • Best.Nr.: 26373772

Leseprobe zu "Der Himmel über Maralal" von Christina Hachfeld-Tapukai

In Maralal (S. 142-143)

Einige Wochen war ich in Maralal geblieben, um so viel Zeit wie möglich mit Lpetati zu verbringen und ihm nahe zu sein. Ich konnte ihn seelisch aufbauen und ihm helfen, die Zeit zu vertreiben. Der Tagesablauf als Patient war dann doch recht eintönig. Wir führten viele intensive Gespräche, die mich beglückten und mir bestätigten, wie sehr wir miteinander harmonierten und uns trotz aller kulturellen Unterschiede verstanden.

Jeden Tag schlenderten wir durch den staubigen Ort, immer mit vielen Pausen dazwischen, da Lpetati größeren Anstrengungen noch nicht gewachsen war und er nicht so frei und tief durchatmen konnte, wie es erforderlich gewesen wäre. Das empfand er als sehr unangenehm, besonders vor Freunden und Bekannten, war er es doch gewohnt, als ganzer Kerl dazustehen, kraftvoll und ausdauernd. Aber ich wusste ihn zu beschwichtigen und spielte die Schwäche herunter.

Allerdings bezweifelte ich, ob der feine ständige Staub, der über Maralal lag, Lpetatis Lungen guttat. Und vielleicht sollte er sich auch, wenn er wieder daheim war, in den rußigen, rauchgeschwängerten Hütten der Familie und Freunde nicht allzu lange aufhalten. Nach wie vor nahmen die Mahlzeiten in den wenig einladenden Restaurants einen besonderen Platz ein. Wo so viele Menschen hungerten, war das Essenkönnen ein großes Glück. Früher hatte ich mir nie Gedanken darum gemacht. Es gab eben Armut in Afrika, natürlich auch in anderen Ländern und immer mehr auch in Deutschland. Aber erst hier in Nordkenia war ich mit Hunger konfrontiert worden, hier hatte ich selbst in den ersten Jahren meines Aufenthaltes gelitten und gedarbt und vor Magenschmerzen kaum geschlafen.

Diese Erfahrungen hatten mich geprägt. Ab und zu wanderte ich von Maralal aus in unser Dorf, um dort nach dem Rechten zu sehen, und oft begleitete mich Lpetati so weit, wie es ihm möglich war, denn er musste ja noch den Rückweg in die Klinik schaffen. Aber es schien ihm ein Bedürfnis, seinem Zuhause auf diese Art schon einmal probeweise wieder näher sein zu können. Ein halbes Jahr lang war er nicht mehr dort gewesen, und sein Heimweh nahm ständig zu. Einmal setzte er sich erschöpft an den Wegrand. »In Gedanken gehe ich mit dir, ich kenne jeden Stein, jeden Baum und Strauch, so viele Jahre schon.

Bald werde ich nach Hause kommen, ich werde zu Hause sein, ich werde alles wiedersehen. Schau nach den Tieren, Chui, ol tau, und nach der Familie. Shomo tonobo Ngai, Chui.« Nur ungern verließ ich ihn da, wie er so ergeben an der Erde hockte. Es war eine große Überwindung für ihn, zurück in das Krankenhaus gehen zu müssen. Ich drehte mich oft nach ihm um, er hatte sich erhoben, war aber noch keinen Meter von der Stelle abgerückt, an der wir uns »Lessere naa, Auf Wiedersehen« gesagt hatten. Ich lief, einer Eingebung folgend, noch einmal das kleine Stück zu ihm zurück. Er schien gewartet zu haben. Unsere schweigende Umarmung dauerte lange. Dann lösten wir uns voneinander, beglückt, weil wir uns gegenseitig Sicherheit gaben.

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Kundenbewertungen zu "Der Himmel über Maralal" von "Christina Hachfeld-Tapukai"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Afrika-Ilse aus Köln am 10.09.2011 ***** ausgezeichnet
Hallo,

super Buch und spannend geschrieben. Ich liebe diese Bücher...

Afrika und Bücher über Afrika liebe ich über alles !!

LG....Ute

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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