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| Bewertung von Christel aus Berlin am 05.11.2011 | |
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Nach ca. 200 Seiten hat mich das Interesse am Fortgang der Geschichte verlassen. Die Ausführlichkeit der "Gespräche" mit Verstorbenen, sogar die Beschreibung deren Bekleidung - werden Autoren eigentlich nach Zeilen bezahlt? Der Verlauf der Demenzkrankheit gestaltet sich auch sehr, sehr eigenwillig. Vergleichbares habe ich noch nirgendwo hören/lesen können. Unter "Psychothriller" stelle ich mir etwas anderes vor. |
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| Bewertung von sueorange am 15.01.2011 | |
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Adrian Thomas, ein pensionierter Psychologieprofessor, erhält eine erschütternde Diagnose: er leidet an einer schnell voranschreitenden Form von Demenz. Die Aussicht darauf, bald von der Hilfe anderer Menschen abhängig zu sein, lässt ihn innerlich schon seinen schnellen Abgang planen. Auf dem Weg nach Hause, macht er jedoch eine seltsame Beobachtung: Ein junges Mädchen läuft energischen Schrittes auf eine Bushaltestelle zu, sie strahlt eine Entschlossenheit aus, die ihn neugierig macht. Plötzlich taucht ein Lieferwagen auf, folgt ihr langsam und hält dann neben ihr. Am Steuer erkennt Adrian eine Frau, daneben einen Mann. Nach kurzem Stopp rast der Kleintransporter mit erhöhter Geschwindigkeit davon. Das Mädchen ist verschwunden. Einzig eine Schildkappe auf dem Boden verdeutlicht Adrian, dass er sich diese Szene nicht eingebildet hat. Ist er tatsächlich Zeuge einer Entführung geworden? Der Gedanke an dieses Mädchen lässt ihn nicht mehr los. Er kann seinem Leben noch nicht ein Ende setzen, erst muss er die Jugendliche wieder finden. Aber wird seine Krankheit ihm die Zeit geben, sich lange genug zu erinnern? Und wo soll er sie suchen? Seine Nachforschungen führen ihn in die Tiefen des Internetdschungels und die Abartigkeiten, die er dort herauf befördert, lassen die Haare zu Berge stehen. Spannungssteigernd wirkt der stetige Wechsel der Handlungsstränge. Man verfolgt die Suche nach dem Mädchen aus der Sicht des ehemaligen Professors und erlebt somit auch Zeichen seiner Krankheit mit. Dann wechselt die Perspektive zu der des Mädchens. Auch den Tätern gibt der Autor eine Stimme und der Leser kann somit ihre Beweggründe verfolgen. John Katzenbach ist es auch bei diesem Thriller wieder gelungen, eine ungewöhnliche Idee um zu setzen. Als Hauptprotagonist wählt er einen alten, durch zahlreiche Verluste, vereinsamten Mann, der mit der Gewissheit seines baldigen geistigen Verfalles, seinen Lebensmut verliert. Das Einzige, das ihn nun aufrechterhält, ist das Wissen, dass das Mädchen ohne sein Eingreifen verloren wäre. Sowohl der Professor, als auch die Gefangene, Jennifer, wirken in ihrer Beschreibung und ihrem Verhalten sehr authentisch. Die Kommissarin bleibt jedoch etwas farblos und ihr Handeln empfand ich manchmal nicht ganz nachvollziehbar. Das Thema der Internetkriminalität ist mit erschreckenden Bildern gezeichnet, trotz der besonderen Brutalität erscheint die Darstellung nicht überzeichnet, der Thriller gewinnt dadurch noch an Aktualität. Es ist durchaus möglich, dass es so etwas im unüberschaubaren virtuellen Raum geben könnte, oder schon gibt, und dieses bildet eine weitere Furcht einflößende Komponente. Es ist dieser spezielle Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche, die einen erschaudern lässt, und dabei lassen einem, in Bezug auf das Internet, vor allem die anonymen Konsumenten der Website, das Blut in den Adern gefrieren. Diese werden nicht in eine Schublade gepresst, sondern ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten. Da ich schon einige Thriller des Autors verschlungen habe, bin ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an dieses neue Werk herangegangen und ich wurde nicht enttäuscht. Ich fühlte mich auch dieses Mal gut unterhalten. Als Extra erhält man auf der Umschlaginnenseite noch ein Interview mit John Katzenbach, dieser beantwortet dort ein paar Fragen zum Buch. "Der Professor" – ein Thriller, der unter die Haut geht und nachdenklich stimmt. Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
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| Bewertung von steffi aus Kulmbach am 16.12.2010 | |
| Ein echter Katzenbach, Spannung pur |
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| Bewertung von Puschel aus Nähe Hannover am 20.11.2010 | |
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Mit "Der Professor" ist John Katzenbach mal wieder ein absolut spannendes Buch mit einer erschreckend realistischen Geschichte gelungen! Man wird von der Geschichte und den tollen Charakteren förmlich mitgerissen! Auch wenn eigentlich von Anfang an klar ist, wie die Geschichte endet, wird einem beim Lesen definitv nicht langweilig, sondern ganz im Gegenteil - man fühlt mit den Charakteren mit! Ich kann dieses Buch nur empfehlen zu lesen, also viel Spaß dabei :o) |
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| Bewertung von evelynmartina am 18.11.2010 | |
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Die Inhaltsangabe zu John Katzenbach's Psychothriller "Der Professor" lässt in keiner Weise vermuten, welch beängstigende, wenn auch realitätsbezogene Richtung die Handlung einschlägt. Nachdem ein demenzkranker Psychologieprofessor mit krankheitsbedingten Wahnvorstellungen die vermeintliche Entführung eines 16-jährigen Mädchens beobachtet hat, kämpft er, geplagt von Krankheit und Selbstzweifel, um die eigene Glaubwürdigkeit und die Rettung des gekidnappten Teenagers. Die Geschichte beginnt vielversprechend und spornt durch relativ kurze Kapitel und einen geschickten Erzählaufbau zum Weiterlesen an. Allerdings befindet sich der Leser recht bald in einem grausamen, äußerst beklemmenden Szenario, in dem zwar wenig körperliche, dafür um so mehr seelische Gewalt ausgeübt wird. Das Opfer wird von skrupellosen Psychopathen gefangen gehalten, die ein perverses Internet-Reality-Spiel betreiben. Schreckliche Abgründe des Internets tun sich auf. Der Leser nimmt an psychischer Folter hautnah teil und wird so zum Voyeur geschmackloser Perversionen, ähnlich den Konsumenten solch abartiger Publikationen. Meinem Verständnis von spannender Unterhaltung entspricht die Darstellung derartigen Nervenkitzels nicht. Seine Figuren perfekt zu zeichnen und deren psychischen Komponenten exakt herauszuarbeiten, beherrscht John Katzenbach unumstritten. Jedoch übertreibt er hier ab und an seine Beschreibungskunst und Detailverliebtheit und begibt sich in uninteressante Nebenstränge, die konstruiert und unwirklich sind. Ernstzunehmende Halluzinationen als Symptom einer schweren Erkrankung wie die der Demenz treten in Gestalt von Geistern bzw. toten Angehörigen auf, die zur Vergangenheitsbewältigung beitragen, Ermittlungsarbeit leisten und in brenzligen Situationen zur Seite stehen. Nein! Ich hatte einen ausgeklügelten und logischen Thriller mit überraschenden Wendungen erwartet und bin enttäuscht worden. Von Anfang an ist die Linie zwischen Gut und Böse klar gesteckt und das Geschehen vorhersehbar. Es geht auf langen 555 Seiten einzig und allein um das Wie, das wiederum einige Ungereimtheiten beinhaltet und in einem völlig überzogenen Showdown endet. John Katzenbach hat sich in seinem neuen Buch an aktuelle und brisante Themen gewagt, deren Umsetzung meiner Meinung nach leider nicht gelungen ist. |
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 06.11.2010 |
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Ein Mädchen wird am helllichten Tag in einer ruhigen Wohngegend von der Straße weg entführt. Einziger Zeuge ist ein demenzkranker, emeritierter Psychologieprofessor, der beschlossen hat, sich an diesem Abend das Leben zu nehmen. Diese Entführung jedoch beschäftigt ihn so sehr, dass er beschließt seinen Selbstmord noch eine kleine Weile aufzuschieben und vorher das junge Mädchen zu retten. Dieses Buch ist kein Psychothriller, sondern ein gut aufgebauter, solide recherchierter Krimi, der aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Zum einen aus dem Blickwinkel der Ermittler, die teilweise sehr ungewöhnlich sind. Zum einen ist da Detektive Terri Collins, alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder, die vor ihrem sie misshandelnden Mann geflohen ist und sich ein neues Leben als Polizistin aufgebaut hat. Professor Dr. Adrian Thomas, ein verwitweter, emeritierter Psychologieprofessor, der an einer aggressiven Form der Demenz leidet du von Halluzinationen geplagt, getröstet und unterstützt wird. Und nicht zuletzt Mark Wolfe, verurteilter Sexualstraftäter und fast Hacker. Ein Internetgenie, wenn es um illegale Internetseiten geht, der sich neben seinem Job im Baumarkt aufopferungsvoll um seine demenzkranke Mutter kümmert. Die Täter sind ein Liebespärchen. Einerseits pervers, andererseits sehen sie sich als Performancekünstler, die Film und Video mit dem Internet sowie Sprache und Performance zu einem multimedialen Konzept verknüpfen. Sie sehen sich teils als Dokumentarfilmer, teils als Künstler, teils als Produzenten und als avantgarde (S. 215f). Genie und Wahnsinn in der modernen Medienwelt lassen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität für ihre Kunden verschwimmen. Das Opfer: Jennifer Riggins, 16 Jahre alt, eine bekannte Ausreißerin. In der Schule eine Außenseiterin, intelligent, tough und doch verletzlich. Die Voyeure: Wir, die Leser und die Abonnenten von whatcomesnext.com. Sie stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten, vom Schüler, über den Studenten, den erfolgreichen Geschäftsmann, Künstler und Kriminelle. In Zeiten von Big Brother und Konsorten verschwimmen die Grenzen zwischen Reality TV, Voyeurismus, Kunst, Konsum und Verbrechen. So ungewöhnlich und vielfältig die Protagonisten der Geschichte sind, so vorhersehbar und klischeehaft ist leider der Plot. Schon nach 150 Seite als Jennifer den Gegenstand findet, den sie behalten darf, war mir klar wie es weiter- und ausgehen wird und es ist (bis auf Kleinigkeiten) auch genau so gekommen. Aus diesem Grund sehe ich das Buch auch nicht als Psychothriller sondern eher als soliden Krimi an. Gut und logisch ermittelt, aber dadurch leider auch berechen – und vorhersehbar und dadurch leider auch ein wenig zäh. Katzenbachs Erzählweise ist mir einerseits zu detailverliebt. Er ergeht sich in Vergleichen mit Personen, die man zumindest in Deutschland nicht kennt, so dass diese Vergleiche verpuffen und ihren Sinn verlieren. Fazit: Ungewöhnliche und innovative Charaktere gepaart mit ein extrem vorhersehbaren Standardkrimiplot. Das Buch gewinnt jedoch wieder durch seine subtile Sozialkritik. So detailverliebt Katzenbach teils auch schreiben mag führt er dem Leser durch die subtile Weglassung gewisser Details, die erst im Nachhinein erwähnt werden, vor Augen, dass er auch nur ein weiterer Voyeur der Leiden Jennifers war. |
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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 19.10.2010 |
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"Der Professor" hört von seinem Doktor, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Der Mediziner stellte an seinem Patienten Demenz fest, eine ganz besondere Form der Demenz, die schneller und wesentlich stärker verläuft. Zeit seines Lebens war "Der Professor" Psychologe und weiß genau was da auf ihn zukommt. Er beschließt seinem Leben mit einer Pistole, die auch dem Leben seines Bruders vor Jahren bereits ein Ende setzte, zu beenden. Dann wird "Der Professor" Zeuge einer Entführung oder war es doch keine? Prof. Adrian Thomas sieht ein Mädchen auf der Straße, an das ein Laster heranrollt. Dieser entfernt sich und das Mädchen ist verschwunden, lediglich ihre rosa Kappe findet der Psychologieprofessor am Ort des Geschehens. Der ehemalige Gerichtsreporter John Katzenbach beeindruckt mich auch in diesem Buch wieder, mit seinem flüssigen Sprachstil, es fällt schwer sich diesem zu entziehen und man legt dieses Buch erst wieder aus der Hand wenn die letzte Seite gelesen ist. Das filmreife Ende dieses Psychothrillers nehme ich an dieser Stelle nicht vorweg, aber mir gefällt dieses Buch auch deshalb so gut, weil es viele Bezüge zur Gegenwart hat: Kindesmisshandlung, Irakkrieg, Demenz, Resozialisierung von Triebtätern . . . Zum Krankheitsbild des Professors gehören immer stärker werdende Halluzinationen. Diese sagen ihm unter anderem, dass er mit der Kappe des Mädchens in der Hand überall nach ihr fragen soll, sie geben ihm sogar ganz konkrete Anweisungen für sein Tun. Seine Halluzinationen treiben ihn bei seinen Ermittlungen an und lassen ihn zumindest vorerst seine Pistole vergessen. Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu |
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verrät mir leider schon zu viel, sodass das Buch für mich jetzt nur
noch halb so interessant ist. Schade! Dabei wird doch immer drum
gebeten, …mehr