Wir gehen tagtäglich mit Karten um - dabei nehmen wir die sachliche
Richtigkeit der Karten als gegeben. Karten sind jedoch kein
objektives, wertefreies Abbild der Welt, sondern immer auch
Ausdruck eines bestimmten Weltbilds. Den unmittelbaren Zusammenhang
von Weltsichten und ihrer kartographischen Repräsentation
veranschaulichen mittelalterliche Karten auf eindrückliche Weise.
Sie organisieren die Welt nicht nach uns vertrauten
topographischen, sondern nach heilsgeschichtlichen Kriterien. In
Klöstern gezeichnet, illustrieren sie die biblische Geschichte der
Menschheit mit ihren relevanten Orten. Sie dienten kaum der
Orientierung im geographischen als vielmehr im heilsgeschichtlichen
Raum und seiner Zeit.
Verschiedenste Repräsentationen der Welt in Gestalt von Karten und
Globen sind der eindrucksvolle Ausgangspunkt dieses Buches, an den
sich eine Reihe von Fragen anschließen: Welchen Zusammenhang gibt
es zwischen dem formalen und funktionalen Wandel von Karten im
Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit und Veränderungen im Wissen
über die Welt? Wie kommt es von den heilsgeschichtlichen Mappae
mundi des Mittelalters zu den topographischen Karten der Neuzeit?
Wie entsteht die uns vertraute Form der Repräsentation der Welt auf
Karten?
Ute Schneider eröffnet einen spannenden Zugang zur Geschichte der
Kartographie vom Mittelalter bis heute.
"Schneiders Geschichte der Kartographie. Historisch akkurat und detailliert führt sie durch die Geschichte und Problematik der Kartographie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Optisch überaus attraktive Begleitung erhält ihr Text durch die zahlreichen Reproduktionen von unterschiedlichsten Karten und Atlanten verschiedenster räumlicher und zeitlicher Provenienz. Die Macht der Karten, das legt dieser wunderschöne Band nahe, ist nicht zuletzt eine ästhetische ..." Neue Zürcher Zeitung
"...Die Essener Historikerin Prof. Ute Schneider beschränkt sich in ihrem Buch "Die Macht der Karten" nicht auf nackte Historie: Sie zeigt, wie Karten den Lauf der Geschichte veränderten..." (3sat.de", 5.3.12) "...Das Buch ist nicht zuletzt infolge seiner opulenten Farbbebilderung eine eindrucksvolle Einführung in die Geschichte der Landkarte..." (Pallasch, Heft 42, Juni 2012, S. 198)
Ute Schneider, PD Dr. phil., ist Historikerin und Dozentin für Neuere und Neueste Geschichte an der TU Darmstadt. Mit dem Thema der Repräsentation des Raumes in unserer Vorstellungswelt (mental maps) wie auch in Form von Karten als Produkt der jeweiligen Zeit und Gesellschaft hat sie sich intensiv auseinander gesetzt.