Immanuel Kant zahlt zu denjenigen Philosophen, die man nicht ohne
Schaden für das Niveau der Reflexion ignorieren kann. Seine
skeptisch-experimentelle Methode sowie seine mit der Revolution der
Denkart verbundene Kritik einer dogmatischen Verfahrensart in der
Metaphysik einerseits und seine substantiellen Leistungen bei der
begrifflichen Klärung und Begründung der Prinzipien von Natur und
Moral andererseits machen ihn zu einem allgegenwärtigen Bezugspunkt
philosophischen Denkens. Selbst diejenigen, die seit Hegel der
Wirklichkeitserschliessung durch Transzendentalphilosophie und
Kritizismus misstrauen und deshalb auch andere Wege in
Naturphilosophie und Ethik einschlagen, kommen nicht an einer
kritischen Auseinandersetzung mit dem Bezugspunkt Kant vorbei.
Insofern fuhren auch heute noch alle Denkwege gleichsam über
Königsberg, wo auch immer sie ansetzen und enden.
Entsprechend beziehen sich auch die Texte dieses Bandes teils
affirmativ, teils kritisch, teils exegetisch, teils historisch auf
die Philosophie Kants. Die Autoren widmen ihre Beitrage dem Bonner
Kantforscher Peter Baumanns, in dessen Werk die theoretische wie
praktische Philosophie Kants, neben dem Denken Fichtes, den
Schwerpunkt der Forschungen bildet.
Hübertus Busche ist seit 2003 o. Professor der Philosophie an der Fernuniversität in Hagen. Anton Schmitt, Dozent sowie Mentor an der Fern- Universität in Hagen; Leiter des Collegium philosophicum, Mannheim.