Kant verfolgt mit seiner Grundlegung zur Metaphysik der Sitten zwei
Ziele: Er will den obersten Grundsatz moralischen Handelns - den
kategorischen Imperativ - ermitteln und begründen. Obwohl er den
Anspruch erhebt, seine Theorie sei radikal anders als die seiner
Vorgänger, gelangt er zu ihr durch die Analyse allgemeiner
moralischer Vorstellungen. Denn moralisches Handeln kann sich nur
auf praktische Vernunft gründen, die sich stets bei allen Menschen
als vernünftigen Wesen mit ihren Anweisungen bemerkbar macht. Wir
alle, so Kant, erkennen seit jeher den kategorischen Imperativ als
oberste Norm all unserer Handlungen an. Nur eine Ethik der Vernunft
kann kategorische moralische Gebote sichern - und damit die
Verantwortung des Menschen für sein Handeln sich selbst wie anderen
Menschen gegenüber. Die Diskussion der Frage, warum und wie weit
unser Selbstverständnis eine solche Ethik begründen kann,
beschließt das Buch.
Immanuel Kant, 1724-1804, ist hauptsächlich durch seine erkenntnistheoretischen philosophischen Werke wie z.B. 'Kritik der reinen Vernunft' (1781) bekannt geworden und gilt als Begründer der klassischen deutschen Philosophie. Die naturwissenschaftlichen Arbeiten Kants entstanden vorwiegend in seiner frühen Schaffensperiode. Seine bedeutendste Leistung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften ist die Kosmogonie, die 1755 zum ersten Mal erschien.
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