Nikolski - Dickner, Nicolas

Nicolas Dickner 

Nikolski

Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix des Libraires 2006

Übersetzung: Jandl, Andreas
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Nikolski

In verschiedenen Winkeln Kanadas, tausende Kilometer voneinander entfernt, wachsen drei Jugendliche auf, die - ohne voneinander zu wissen - ein und derselben Familie angehören. Als ihre Lebensträume sie nach Montréal verschlagen, kreuzen sich ihre Wege, doch davon ahnen sie nichts. Was sie allerdings verbindet, ist ein Kompass, der nicht nach Norden weist, sondern stur auf den winzigen, hinter Alaska auf den Aleuten gelegenen Ort Nikolski, ein Dorf mit 36 Einwohnern und 5000 Schafen ...



Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 302 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 304
  • btb Bd.74179
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 118mm x 25mm
  • Gewicht: 282g
  • ISBN-13: 9783442741793
  • ISBN-10: 3442741793
  • Best.Nr.: 32540875
»Lakonisch, ironisch und einfühlsam vermittelt uns Nicolas Dickner die Verlorenheit und Einsamkeit der Jahre zwischen Jugend und frühem Erwachsensein und auch die Unfähigkeit, sich anderen zu öffnen, mit ihnen in Kontakt zu treten - also genau die Lebensphase, die dann nicht selten zwei Jahrzehnte später in der Rückschau als die schöne Jugendzeit verklärt wird.«

"Man wird beim Lesen sofort von einer großartigen Mischung aus Humor und Melancholie gefangen genommen und hätte gerne selbst einen Stapel von Landkarten. Nikolski verursacht Fernweh nach der kanadischen Prärie und den Weiten des Meeres." BR2 Zündfunk

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

"Etwas Kindliches" entdeckt Rezensent Thomas Steinfeld in diesem Debütroman von Nicolas Dickner, und er will das als Kompliment verstanden wissen. Es geht um drei junge Erwachsene, die aus der Provinz nach Montreal kommen und deren nomadisches Leben mit dem Geschick der kanadischen Provinz Quebec eng verbunden ist, erklärt der Rezensent. Steinfeld lobt das überaus plastische und wie er findet sehr intensiv geschilderte Porträt der Stadt Montreal, deren besondere Eigenart er nicht zuletzt im Frankophonen verankert sieht. Als allegorische Klammern des Buches dienen ein aus dem Lot geratener Kompass und der "Müll", den die drei nomadischen und unwissentlich miteinander verwandten Hauptfiguren in Form von antiquarischen Büchern, archäologischen Fundstücken oder Elektroschrott in der Stadt zurückgelassen haben, stellt der Rezensent fest.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.02.2009

Bei den Seeschlangen im fünften Stock

Das Romandebüt des Kanadiers Nicolas Dickner ist ein postmodernes Piratenmärchen: "Nikolski" reitet auf der Welle der literarischen Renaissance Québecs.

Von Sandra Kegel

Joyce war die letzte Doucet im Dorf. Als würdige Nachfahrin ihrer Ahnen, die einst als Piraten die Weltmeere kreuzten, hatte das Mädchen ein einzelgängerisches Wesen entwickelt, das ihr eine beunruhigende Reife verlieh. Als Ururenkelin des gefürchteten Herménégilde Ducette verlangte Joyce von ihrem Großvater jeden Abend aufs Neue Piratengeschichten zu hören. Und als sie älter wurde, schien es ihr bald unangebracht, ihre Zeit mit dem Ausnehmen von Dorschen und Mathehausaufgaben zu verbringen, schließlich, da war Joyce sich sicher, war sie dazu bestimmt, Piratin zu werden. Bloß wie? In ihrem straßenlosen Dorf in der Provinz von Québec schienen die Chancen dazu schlecht, zumal ihre polternden Onkels und Cousins stets behaupteten, Seeräuberei sei Männersache. So verließ Joyce eines Tages ihr Dorf und mit ihm die geliebten Seekarten des Vaters, um sich stattdessen in die nicht kartographierte Welt vorzuwagen.

Die junge …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.05.2009

Noah braucht keinen Hafen
Drei Nomaden mit schiefem Kompass: Nicolas Dickners Roman „Nikolski” über Québec und seine Einwanderer
Wenn der St. Lorenz, einer der größten Flüsse der Welt, von den Großen Seen kommend die Stadt Montréal erreicht, weitet er sich und wird erstaunlich flach. Über Steine und Klippen muss das Wasser plötzlich fließen, als wäre der gewaltige Strom nur ein völlig aus der Fasson geratener Bach. An den Stromschnellen von Lachine endete bis ins frühe neunzehnte Jahrhundert, als hier ein Kanal gebaut wurde, die Schifffahrt. Die ersten europäischen Siedler, die an diesem Ort ein kleines Fort errichteten, hatten noch geglaubt, jenseits dieses Hindernisses an ein weitverzweigtes System von Seen und Flüssen zu gelangen, das ihnen irgendwo Zugang zum Pazifik und damit zum fernen Osten gewähren sollte.
Die Prärie und der Wohnwagen
Deswegen war von „China” die Rede gewesen. Längst weiß man es besser: Noch dreißig, vierzig Kilometer weiter, hinter Salaberry-le-Valleyfield, beginnt auf dem rechten Ufer die kanadische Provinz Ontario, und auf dem linken liegen die Vereinigten Staaten von Amerika. Diesseits aber, den St. …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Nicolas Dickner ist ein Freak, der Landkarten, Nachschlagewerke und mathematische Formeln liebt. Statt Wissenschaftler zu werden, hat der 36-jährige Kanadier aber lieber all sein Nerdwissen über Archälogie, indianische Geschichte, Fischkunde und antiquarische Bücher in seinen Debütroman gesteckt. "Nikolski" hätte eine Ansammlung durchgeknallter Vorlesungen werden können, doch Dickner nutzt seine Spleens, um mit viel Humor und entwaffnender Melancholie eine schrullige Coming-of-Age-Geschichte hoch drei zu erzählen: Noah, der Sohn einer Indianerin, hat seine Kindheit und Jugend in einem Wohnwagen verbracht. Seinen Vater kennt er nur von Postkarten, und seine Mutter hält es nie länger als ein paar Tage an einem Ort aus. Joyce ist in einem Fischerdorf aufgewachsen und kann sich ihren Kindheitstraum vom Piratendasein nur erfüllen, indem sie als Hackerin durchs Datenmeer surft. Und dann ist da noch der Ich-Erzähler, der in einem Antiquariat arbeitet und sich vor der Welt jenseits des vollgerümpelten Buchladens versteckt. In Montreal laufen sich die drei Twentysomethings über den Weg, ohne dabei zu ahnen, dass sie gemeinsame Eltern oder Großeltern haben. Für den Leser ist …

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"Ein Abenteuerroman, mit Freude an seinen Geschichten, der sein Genre mit viel Frische und Intelligenz so vergnügt neu erschafft." (Le Monde)

Ein postmodernes Piratenmärchen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Nicolas Dickner, geboren 1972 in Rivière-du-Loup, Kanada, lebt heute nach ausgedehnten Reisen durch Lateinamerika und Europa in Montréal. Nikolski, sein erster Roman, war das Lieblingsbuch der Buchhändler, wurde mit dem Prix des Libraires 2006 ausgezeichnet und aus Anlass des 15jährigen Bestehens dieses von Buchhändlern gestifteten Preises zum Besten der Besten gewählt. Weitere Preise: Prix littéraire des Collégiens; Prix Anne Hébert Best first book; Shortlist Governor Award; Grand Prix littéraire Archambault; Shortlist Prix du Salon du Livre de Montréal; Prix Printemps des Lecteurs.

Leseprobe zu "Nikolski" von Nicolas Dickner

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