Ich wollt', ich würd' Ägypter - Aswani, Alaa Al-

Alaa Al- Aswani 

Ich wollt', ich würd' Ägypter

Aus d. Arab. v. Hartmut Fähndrich
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Ich wollt', ich würd' Ägypter

"Ich wollt', ich würd' Ägypter, wenn ich's nicht schon wär'." Mit diesem berühmten Zitat von Mustafa Kâmil, der vor hundert Jahren für die Unabhängigkeit seines Landes von den Briten eintrat, beginnen "Die Aufzeichnungen des Issâm Abdalâti" in Alaa al-Aswanis neuestem Buch. Im Mittelpunkt steht ein desillusionierter junger Mann, der für die vermeintliche Erhabenheit der Ägypter nur Hohn übrighat: In Wahrheit seien seine Landsleute feige und scheinheilig, böse und gemein, träge und gehässig. Ein intelligenter, begabter Mensch wie Issâm, der sich nicht anpassen will, ist zwangsläufig zum Aussenseiterdasein verdammt. - Der erfolgreichste arabische Autor der Gegenwart seziert und entblösst mit schonungsloser Ironie ein weiteres Mal die moderne ägyptische Gesellschaft und die Gewalttätigkeit, die Heuchelei und die allgegenwärtige Korruption in ihr: eine Gesellschaft voller Widersprüche, ein Land am Scheideweg. Auch die weiteren Erzählungen, die der vorliegende Band versammelt, fördern
Schmerzvolles, Tabuisiertes zutage: eine Frau, die sich zur Abtreibung genötigt sieht, weil ihr Freund sie nicht heiraten will; ein unsportlicher Junge, der zum Gespött seiner Mitschüler wird; und schliesslich die berührende Geschichte von einem gehbehinderten Kind, das bei einer halsbrecherischen Fahrradfahrt alle Traurigkeit verliert.


Produktinformation

  • Verlag: Lenos
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 265S.
  • Seitenzahl: 265
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 126mm x 23mm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783857874048
  • ISBN-10: 385787404X
  • Best.Nr.: 26398692
"al-Aswani - der Molière von Kairo." (Le Figaro)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Stefan Weidner findet das ungeschönte Bild von Ägypten, die freundliche, zugleich bitter-kritische Haltung der ägyptischen Gesellschaft gegenüber, wie sie in den frühen Erzählungen des späteren Erfolgsautors Alaa al-Aswani zutage tritt, die Lektüre wert. An der literarischen Qualität der hier versammelten Kurzgeschichten zweifelt Weidner allerdings ganz unverhohlen. Mit ihrem suchenden Ton, ihren abrupten Richtungswechseln wirken sie auf ihn mitunter wie Fingerübungen. Seine Themen Doppelmoral, Deklassierung, Armut usw. bringt der Autor laut Weidner allzu oft bloß als naturgetreue Kopie der Realität in Stellung. Von seinem Vorbild Jussuf Idris scheint ihm Alaa al-Aswani in manchen dieser Texten jedenfalls noch weit entfernt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.02.2010

Thomas Bernhard vom Nil
Fingerübung vor dem Welterfolg: Alaa al-Aswanis Frühwerk

Ein Autor legt einen Roman vor, der zum Welterfolg wird. Wenn er nicht mehr ganz jung ist, liegt die Frage nahe, was er geschrieben hat, als ihn noch niemand oder nur wenige kannten. Sein Verlag sucht, lässt übersetzen und versucht, den großen Autor in seinen kleinen Anfängen wiederzufinden.

Der 1957 geborene, im Brotberuf als Zahnarzt in Kairo tätige Alaa al-Aswani, dem mit "Der Jakubian-Bau", vor drei Jahren auch auf Deutsch erschienen, der größte internationale Erfolg der ägyptischen Literatur seit dem Nobelpreis für Nagib Machfus gelungen ist, hat nicht erst mit diesem sozialkritischen Roman, in dem er das episodische Prinzip der Telenovela auf die Literatur zurücküberträgt, die literarische Bühne betreten. Sein Frühwerk wurde in Ägypten 2008 unter dem Titel "Niran Sadiqah (Friendly Fire)" neu zusammengefasst und publiziert. Da sich der Lenos-Verlag offensichtlich scheute, das Buch unter einem englischsprachigen Titel auf Deutsch zu publizieren (aber davon gibt es doch mittlerweile einige!), klingt der Titel nun leicht angetrunken: "Ich wollt', …

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"al-Aswani - der Molière von Kairo." - Le Figaro
Alaa Al-Aswani, geboren 1957 in Kairo, studierte Zahnmedizin in Ägypten und Amerika. Um 1989 veröffentlichte er seine erste Geschichtensammlung. Alaa Al-Aswani lebt und arbeitet in Kairo. Für seine Erzählungen und Romane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. 2008 wurde Alaa Al-Aswani mit dem "Coburger Rückert-Preis 2008" geehrt und 2011 mit dem "Blue Metropolis Arab Prize - Al Majidi Ibn Dhaher Arab Literary Prize".

6 Marktplatz-Angebote für "Ich wollt', ich würd' Ägypter" ab EUR 7,00

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