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Ljudmila Ulitzkaja 

Daniel Stein

Daniel Stein - Ulitzkaja, Ljudmila

Roman

Aus d. Russ. v. Ganna-Maria Braungardt

  • Einband: Gebunden
  • Gebundenes Buch 
 
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Produktinformation
  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 484 S.
  • Seitenzahl: 496
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23279
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 151mm x 40mm
  • Gewicht: 714g
  • ISBN-13: 9783446232792
  • ISBN-10: 3446232796
  • Best.Nr.: 25617923

Leseprobe zu "Daniel Stein"

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Produktbeschreibung zu "Daniel Stein"

Kurzbeschreibung

Ein großer Roman über die Menschen und die Liebe, über Geschichte und Religion: Als Jude organisierte Daniel Stein die Flucht aus einem Ghetto in Polen. Er war Dolmetscher bei der Gestapo, Partisan und Mitarbeiter des NKWD. Dreimal wurde er zum Tode verurteilt, jedes Mal überlebte er. Er konvertierte und ging nach Israel, wo er als Mönch eine Gemeinde nach Vorbild der ersten Christen gründete. Er starb bei einem Unfall, der vermutlich ein getarntes Attentat war. In dem Porträt dieses großen Idealisten spiegelt sich das ganze 20. Jahrhundert. Anhand seiner Person zeigt Ljudmila Ulitzkaja uns eine andere Welt und gibt zugleich Antworten auf brennende heutige Fragen.

10.08.2009

Ein brutales Erbe endlagert in diesen Seelen

Die russische Autorin Ljudmila Ulitzkaja trifft mit ihrem preisgekrönten Roman über den Gottesmenschen Oswald Rufeisen einen Nerv unserer postsäkularen Ära.

Fünf Heilige ernannte die katholische Kirche bisher zu Patronen Europas. 1999 wurde Theresia Benedicta vom Kreuz in diese Reihe aufgenommen. Mit bürgerlichem Namen hieß die Karmeliternonne Edith Stein, im August 1942 wurde die getaufte Jüdin in Auschwitz ermordet. Diesem Schicksal konnte der Karmelitermönch Bruder Daniel knapp entgehen. Seine Biographie gehört zu den erstaunlichsten Lebensgeschichten, die aus den Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts hervorgegangen sind.

Für die Moskauer Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja wird der Mönch, der nicht zufällig Stein heißt, zum moralischen Paradigma eines "wahren Gottesmenschen", ganz so, wie Dostojewski vor gut hundertdreißig Jahren mit seinem "Idioten" Fürst Myschkin einen "ganz und gar schönen Menschen" schaffen wollte. Ulitzkaja, die in den vergangenen Jahren mit gut lesbaren und mitunter leicht überzuckerten Romanen für eine eher weibliche Leserschaft populär geworden ist, …

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23.07.2009

Zwischen den Stühlen
Das Porträt eines christlich-jüdischen Glaubensdolmetschers im Zeitalter des Holocaust: Ljudmila Ulitzkajas Roman „Daniel Stein”
Ein polnischer Jude, der den Holocaust überlebt, sich taufen lässt, nach Israel auswandert und dort als katholischer Ordensbruder und Judenchrist eine kleine Gemeinde betreut? Das klingt so ausgedacht, dass man eine Jesus-liebt-dich-Mission im literarischen Tarnkostüm befürchtet. Oder will ein übereifriger Konvertit dem Judentum eins auswischen, so wie die evangelikalen „Jews for Jesus”, die den jüdischen Glauben als bloß kulturelle Basis behandeln?
Der aufgeklärte Geist, die religionskritische Alarmglocke, sie seien gleich beruhigt: Dieses Buch hat mit Erweckungskitsch nichts zu tun, es ist weder missionarisch noch frömmlerisch. Ganz im Gegenteil, meist geht es sehr nüchtern zu, oft auch witzig, und mit wachsender Faszination folgt man einer Figur, die aus den schlimmsten Kriegserlebnissen das Beste zu machen versucht.
Der reale Bruder Daniel, dem Ljudmila Ulitzkaja mit ihrer Romanbiographie ein Denkmal setzt, muss so ähnlich gewesen sein: lebenslustig und gänzlich angstfrei, …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

13.06.2009

Tiefen Eindruck hat Ljudmila Ulitzkajas Roman "Daniel Stein" bei Rezensentin Natascha Freundel hinterlassen. Im Mittelpunkt des Werks sieht sie das außergewöhnliche Leben des jüdischen Karmelitermönchs Bruder Daniel, der für die Gestapo und den sowjetischen Geheimdienst als Dolmetscher tätig war, 300 Menschen die Flucht aus dem Getto ermöglichte, zum Katholiken wurde, nach Israel ging, wo er als Jude und Christ für die Wiedererstehung der christlich-jüdischen "Urgemeinde" arbeitete. Als reales Vorbild für Daniel Stein nennt sie Oswald Rufeisen, den Ulitzkaja gut kannte. Die Autorin zitiere aus Tagebüchern und Briefen, Vorträgen und Reiseprospekten, aus Gesprächsprotokollen und Archivdokumenten des NKWD, aus Zeitungen und Zetteln. Zudem lasse sie echte und erfundene Menschen zu Wort kommen. Was dabei Fakt, was Fiktion ist, spielt für Freundel letztlich keine Rolle, so "überzeugend" sind für sie die Sätze, die Ulitzkaja schreibt. Auch die auftretenden Figuren hat sie in ihr Herz geschlossen, besonders Daniel Stein mit seinem Humor, stets ein "Fels in der Brandung". Die Welt, die Ulitzkaja in diesem Roman schildert, ist komplex, "abgründig" und zugleich "liebenswert". Ihr Resümee: "einer der seltenen Glücksfälle in der Weltliteratur, in der Dichtung und Wahrheit Hand in Hand gehen."

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezension

"Gedächtnisprotokolle, Telegramme, Zeitungsberichte, Vorträge. All dies ist überzeugend zu einem Roman montiert, in dem Geschichte und Religion einander durchdringen und in den die einzelnen Lebensgeschichten zielbewusst verwoben sind." Gerhard Zeillinger, Die Presse, 14.02.09 "Ljudmila Ulitzkaja folgt dem Lebensweg des jüdischen Christen Daniel Klein in einem sehr besonderen Roman. ... Eine faszinierende, vielschichtige Collage aus den Stimmen wechselnder Ich-Erzähler mit unterschiedlichsten Lebenswegen, Anschauungen und Wertentscheidungen, nationalen und religiösen Optionen. ... Ein außergewöhnliches Buch." Helga Hirsch, Die Welt, 14.03.09 "Die russische Autorin hat aus der historischen Vorlage einen außerordentlichen Roman entwickelt. ... "Daniel Stein" fasziniert durch die außergewöhnlich kunstvolle Polyphonie seiner vielen Stimmen, mit seinem durchdachten Netzwerk an Erzählperspektiven, das sich nicht verzettelt, sondern auf den Kern des Lebens zielt." Harald Loch, Jüdische Allgemeine, 12.03.09

Autorenporträt zu "Ljudmila Ulitzkaja"

Ljudmila Ulitzkaja, geboren 1943 bei Jekaterinburg, wuchs in Moskau auf. Sie schreibt Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und erzählende Prosa. 1996 erhielt sie in Frankreich für ihre Erzählung 'Sonetschka' den Prix Medicis, 2001 erhielt sie den Booker Prize Rußland.

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