Der Skandal um die Hitler-Tagebücher (eBook) - Michael Seufert

Michael Seufert 

Der Skandal um die Hitler-Tagebücher (eBook)

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Der Skandal um die Hitler-Tagebücher (eBook)

Am 25. April 1983 präsentierte der STERN der staunenden Öffentlichkeit seinen Sensationsfund: die Hitler-Tagebücher. Nur kurze Zeit später entpuppten sie sich als Fälschung, und der größte Presseskandal der Bundesrepublik war geboren. Aber wie konnte es dazu kommen? Michael Seufert, damals Redakteur beim STERN, war dabei, und er kennt alle Beteiligten. Schonungslos und detailliert berichtet er, warum ausgerechnet im Fall Hitler-Tagebücher alle normalen Kontrollmechanismen beim STERN versagten. Michael Seufert ist die persönliche und ungemein spannende Aufarbeitung einer wahren Geschichte gelungen, die vor allem von Machtgelüsten, Geheimhaltungswahn und Karrieren, von Blindheit und der Gier nach dem großen Geld handelt.


Produktinformation

  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104000732
  • ISBN-10: 3104000735
  • Best.Nr.: 28070327
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.04.2008

Bunter Vogel im Sumpf
Die Räuberpistole der gefälschten Hitler-Tagebücher – keiner wollte es so genau wissen
Ein Tipp: Am besten wappnen Sie sich mit einem guten Glas Wein, denn dieses Buch strapaziert die Nerven. Vor 25 Jahren, am 25. April 1983, fand in Hamburg die denkwürdige Pressekonferenz statt, auf der vor gut 200 Journalisten aus aller Welt die Stern-Redaktion eine vermeintliche Sensation präsentierte: die „Hitler-Tagebücher”, 62 Bände mit privaten wie politischen Überlegungen des Diktators. Großspurig lautete die Ankündigung: Große Teile der deutschen Geschichte müssten nun neu geschrieben werden.
Der wichtigste Mann auf dem Podium war der langjährige Stern-Korrespondent Gerd Heidemann. Er erzählte die Räuberpistole von den Tagebüchern, die aus dem Wrack eines in den letzten Kriegstagen abgestürzten Flugzeugs stammten. Bauern hätten den Fund versteckt, ein korrupter DDR-General sie in den Westen geschmuggelt. Hier habe Heidemann sie über einen „Gewährsmann” erstanden. Es war Konrad Kujau, ein in Fachkreisen allseits bekannter Fälscher.
Die Geschichte war hanebüchen, das hätte man mit wenig Aufwand herausfinden …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als "detail- und facettenreich" lobt Rezensent Ernst Elitz dieses für ihn in jeder Hinsicht aufschlussreiche Buch über einen der größten Medienskandale der Bundesrepublik. Denn der ehemalige Stern-Redakteur Michael Seufert belege darin beinahe "lehrbuchhaft", welch desaströse Folgen es haben könne, wenn die normalen journalistischen Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt seien, und Verlag und Redaktion statt mit- gegeneinander arbeiteten. Ein wenig bedauert Elitz allerdings, dass Seufert in seinem Buch nicht auch die Frage näher behandelt hat, warum die Figur Hitlers Anfang der Achtziger Jahre noch solche Faszination hat ausüben können. Hier nämlich hat Seufert aus seiner Sicht die Chance vertan, auch ein Kapitel bundesrepublikanische Mentalitätsgeschichte zu schreiben. Auch das Zusammenspiel west- und ostdeutscher Geheimdienste und der Stern-Redaktion in der Affäre schreit aus seiner Sicht noch nach einem Sachbuchthriller zum Thema.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.04.2008

Wir wollten, dass es echt ist

Auch die Vorgeschichte zur Blamage um die gefälschten Tagebücher Hitlers ist spannend. Sie führt wiederum zu Gerd Heidemann und zu seiner angeblichen Aufdeckung des Pseudonyms B. Traven.

Der Haupturheber der Pleite, der Reporter Gerd Heidemann, war schon zwei Jahrzehnte beim "Stern" gewesen. Als "Spürhund" und "Reporterkanone" hatten ihn der frühere Chefredakteur und spätere Herausgeber Henri Nannen und Kollegen immer wieder betitelt. Wie konnte er dann seinen Lobrednern mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern die bis heute größte Blamage in der Geschichte des deutschen Pressewesens bescheren? Und wie konnten sich so viele Topleute des Verlags Gruner + Jahr so stark engagieren, sich selbst reinhängen und mit Millionensummen daran beteiligen?

Antworten liefert Michael Seuferts soeben erschienenes Buch "Der Skandal um die Hitler-Tagebücher" (Scherz-Verlag, 319 Seiten, 14,90 Euro). Sie sind klar und nüchtern gefasst, getragen von Insiderwissen - Seufert war seinerzeit Redakteur beim "Stern". Es tun sich Abgründe auf: beispiellose Naivität ausgebuffter Medienprofis, Kontrollverlust bei sonst gescheiten …

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Michael Seufert, geboren 1943, lernte sein journalistisches Handwerk bei den »Bremer Nachrichten«. Von 1970 bis 1997 arbeitete er beim »Stern«, zuletzt in der Chefredaktion. Seither schreibt er Romane und Sachbücher und ist als freier Journalist tätig.

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