Schlaf - Murakami, Haruki
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Haruki Murakami 

Schlaf

Erzählung

Übersetzung: Nora Bierich. Illustr. v. Kat Menschik
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Produktbeschreibung zu Schlaf

»Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.« So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zumacht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. »Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen.« Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage - aber auch gefährlicher. Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.

"Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf." So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zumacht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. "Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen."

Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage - aber auch gefährlicher.

Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.

Produktinformation


  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 78 S. m. 25 Illustr.
  • Seitenzahl: 78
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 146mm x 14mm
  • Gewicht: 292g
  • ISBN-13: 9783832195250
  • ISBN-10: 3832195254
  • Best.Nr.: 26328435

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Angetan zeigt sich der "lue." zeichnende Rezensent von Haruki Murakamis Roman "Schlaf". Die Geschichte um eine schlaflose Zahnarztgattin, die keineswegs unter ihrer Schlaflosigkeit leidet, sondern die Realität zunehmend klarer sieht, hat ihn irgendwie fasziniert. Er schätzt die "einfache, rhythmisierte Prosa" des Autors, deren Ton dringlicher werde, je länger die Schlaflosigkeit seiner Protagonistin andauere. Diese Dringlichkeit bringt für ihn ein Unbehagen in den Text, der schließlich "abrupt" endet. Besonders hebt er noch Kat Menschiks Illustrationen im "typischen surrealistischen Comic-Stil" hervor.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.09.2009

Siebzehn Tage ohne Schlaf
Haruki Murakamis unheimliche Erzählung „Schlaf”, illustriert von Kat Menschik
Der Schlaf gehört der Nacht, das Wachen dem Tag: Wer diesen Rhythmus durchbricht, lebt anders, ist unheimlich. Schlafentzug wird als quälende Folter verwendet, Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, werden reizbar und entwickeln Wahnvorstellungen. Um so erstaunlicher ist die Protagonistin in Haruki Murakamis Erzählung „Schlaf”. Sie hat seit siebzehn Tagen nicht geschlafen. Seltsamerweise leidet sie nicht darunter. Seit der Nacht, als eine dunkle Gestalt, eine Art Anti-Sandmann, in ihrem Schlafzimmer stand und unaufhörlich Wasser auf ihre Füße goss, ist ihr Leben komplett vom Schlaf abgeschnitten – und es stört sie nicht. Sie fühlt sich im Gegenteil viel kräftiger und schöner als vorher. Anfang dreißig, mit tüchtigem Zahnarztgatten und einem Kind hatte sie sich in der Monotonie des Alltags eingerichtet: Einkauf, Schwimmbadbesuch, Mittagessen, danach der routinierte Sex mit dem eben noch über Zahnstein sinnierenden Ehemann. Die Schlaflosigkeit erscheint ihr als Möglichkeit, um loszukommen von einem Leben, „über das man sich nicht …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.2009

Für immer wach

Schlaf sei der kleine Bruder des Todes, heißt es. Was aber ist dann Schlaflosigkeit? Leben in seiner prallsten Form? Ein Geschenk aus Zeit, das ein Leben neben dem Alltag möglich macht, ein zweites, ganz privates Leben? So scheint es zunächst in Haruki Murakamis Erzählung "Schlaf". Vor siebzehn Tagen, siebzehn Nächten hat die Erzählerin zum letzten Mal geschlafen. Die Tage vergehen in der Normalität ihrer Ehe mit einem Zahnarzt, der darüber nachdenkt, sich ein modernes Gerät zur Zahnsteinentfernung zuzulegen; damit, ihm morgens eine Tasse Kaffee und dem gemeinsamen Sohn eine heiße Milch zu machen, die beiden zu verabschieden, mit täglich denselben Worten: "Sei vorsichtig." Woraufhin der Mann sagt, "mach dir keine Sorgen". Mittags kommt er zum Essen nach Hause, früher, als in die Praxis nur wenige Patienten kamen, hatten sie danach Sex, dann geht die Erzählerin schwimmen. Irgendwann verschwanden die Bücher aus diesem Alltag. Die Erzählerin hat sie nicht vermisst. In der Schlaflosigkeit aber kommt die Lust auf Lektüre wieder, eine besessene Lust auf "Anna Karenina", und Tolstoi und das Versenken ins Buch bringen auch den Appetit auf …

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"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." -- FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

"Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." -- SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

"Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." -- NORDWEST ZEITUNG

"Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." -- NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er wie die Protagonistin vom Schwindel übermannt wird. ( ) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario. SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN

"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN

"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN
Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, die Eltern sind Lehrer für japanische Literatur. Studium der Theaterwissenschaften und des Drehbuchschreibens in Tokyo, aufkeimendes Interesse an amerikanischer Literatur und Musik. 1974 Gründung des Jazzclubs "Peter Cat", den er bis 1982 betreibt. 1978 erste erfolgreiche Buchveröffentlichung. In den 80er Jahren dauerhaft in Europa ansässig (u. a. in Frankreich, Italien und Griechenland), geht er 1991 in die USA, ehe er 1995 nach Japan zurückkehrt. 2006 erhielt Haruki Murakami den Franz-Kafka-Literaturpreis. 2009 wurde ihm der Jerusalem Prize für sein literarisches Werk verliehen.

Leseprobe zu "Schlaf" von Haruki Murakami

1

Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.

Ich spreche nicht von Schlaflosigkeit. Mit Schlaflosigkeit kenne ich mich etwas aus. Als Studentin litt ich einmal an einer Art Schlaflosigkeit. Ich sage »Art«, weil ich mir nicht wirklich sicher bin, ob die Symptome mit dem übereinstimmen, was man allgemein als Schlaflosigkeit bezeichnet. Wäre ich zum Arzt gegangen, hätte sich vielleicht zumindest herausgestellt, ob es eine war oder nicht. Aber ich ging nicht. Zum Arzt zu gehen würde wahrscheinlich auch nichts nützen, dachte ich. Nicht, dass es irgendeinen Grund gab, das zu denken. Es war bloß eine Intuition. Es würde bestimmt nichts bringen. Deswegen ging ich nicht zum Arzt, und auch meiner Familie und meinen Freunden gegenüber schwieg ich die ganze Zeit. Hätte ich sie um Rat gefragt, hätten sie mich sicher zum Arzt geschickt.

Diese Art Schlaflosigkeit hielt ungefähr einen Monat an. In diesem Monat habe ich nicht ein Mal richtig geschlafen. Am Abend gehe ich ins Bett und will schlafen. Aber schon werde ich wie aus einem bedingten Reflex heraus wieder wach. Sosehr ich mich auch bemühe, ich kann nicht schlafen. Je bewusster ich einschlafen will, desto wacher werde ich. Ich versuche es mit Alkohol und Schlaftabletten, aber ohne Erfolg.

Mit der einsetzenden Morgendämmerung scheine ich endlich einzudösen. Aber man kann es nicht wirklich als Schlaf bezeichnen. Mit meinen Fingerspitzen berühre ich gleichsam den äußersten Rand des Schlafs. Doch sofort ist mein Bewusstsein zur Stelle. Ganz leicht schlummere ich ein. Aber mein Bewusstsein, nur durch eine dünne Wand getrennt, ist hellwach und kontrolliert mich. Während mein Körper schwankend durch die Morgendämmerung irrt, spürt er den Blick und den Atem meines Bewusstseins ständig neben sich. Ich bin ein sich nach Schlaf sehnender Körper und ein Bewusstsein, das wach bleiben will.

Diese halbe Schläfrigkeit hält den Tag über an. Die ganze Zeit ist mein Kopf wie benebelt. Ich kann den genauen Abstand zwischen den Dingen und ihre Masse nicht mehr erfassen, weiß nicht mehr, wie sie sich anfühlen. Und wie eine Welle überkommt mich in bestimmten Abständen die Schläfrigkeit. In der Bahn, an meinem Tisch in der Uni oder beim Abendessen nicke ich ein, ohne es zu merken. Jäh trennt sich das Bewusstsein von meinem Körper. Lautlos schwankt die Welt. Ich lasse alles Mögliche fallen. Bleistifte, Handtasche, Gabeln stürzen mit Getöse zu Boden. Am liebsten würde ich mich selbst dazulegen und tief schlafen. Aber es geht nicht. Die Wachheit steht ständig neben mir. Ständig spüre ich ihren kalten Schatten. Es ist mein eigener. Seltsam, denke ich schläfrig. Ich stehe in meinem eigenen Schatten. Halb schlafend laufe, esse und spreche ich. Aber sonderbarerweise schien niemand in meiner Umgebung etwas von meinem Grenzzustand zu merken. In diesem einen Monat habe ich sechs Kilo abgenommen. Trotzdem hat niemand in meiner Familie und keiner meiner Freunde etwas gemerkt. Ich lebte die ganze Zeit im Schlaf.

Ich lebte, während ich buchstäblich schlief. Wie bei einer Wasserleiche war jede Empfindung aus meinem Körper gewichen. Alles war dumpf und trübe. Der Zustand, in dem ich in dieser Welt lebte und existierte, war wie eine vage Halluzination. Bei einem Windstoß, glaubte ich, würde mein Körper bis ans Ende der Welt geweht, an einen Flecken am Ende der Welt, den ich nie gesehen und von dem ich nie gehört hatte. Ewig wären mein Körper und mein Bewusstsein voneinander getrennt. Ich wollte mich an etwas festklammern. Aber sosehr ich in meiner Umgebung Ausschau hielt, ich fand nichts, an dem ich mich hätte festhalten können.

Wenn es Abend wurde, überkam mich eine erbarmungslose Wachheit. Ich war ihr vollkommen ausgeliefert. Eine große Macht fesselte mich an ihren Grund. Diese Macht war so stark, dass mir nichts anderes übrig blieb, als gebannt auf den Morgen zu warten. Im Dunkel der Nacht standen meine Augen die ganze Zeit offen. Ich konnte kaum denken. Dem Ticken der Uhr lauschend, starrte ich unverwandt in die dunkler und dann wieder heller werdende Nacht.

Doch eines Tages war es vorbei. Ohne jede Vorankündigung, ohne jeden äußeren Anlass. Beim Frühstück fühlte ich plötzlich eine Schläfrigkeit, als würde ich in Ohnmacht fallen. Ohne ein Wort stand ich vom Stuhl auf. Mir ist, als hätte ich etwas vom Tisch gestoßen und als hätte jemand etwas gesagt. Aber ich erinnere mich an nichts. Wie taumelnd ging ich in mein Zimmer, kroch ohne mich auszuziehen ins Bett und schlief sofort ein. Ich schlief siebenundzwanzig Stunden wie ein Stein. Meine Mutter machte sich Sorgen und schüttelte mich mehrmals.

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Kundenbewertungen zu "Schlaf" von "Haruki Murakami"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von Lisega am 10.01.2012 ***** ausgezeichnet
„Schlaf“ ist ein dünnes Büchlein, enthält es doch gerade mal eine einzige kurze Erzählung von Haruki Murakami. Doch die entwickelt einen merkwürdigen Sog – nicht zuletzt dank der surreal anmutenden Bilder von Kat Menschik, welche die Geschichte der schlaflosen Ich-Erzählerin kongenial illustrieren. Die Erzählerin, eine Hausfrau und Mutter, lebt seit 17 Tagen ohne Schlaf, ohne müde zu werden. Sie lässt in den wachen Nächten ihren eintönigen Alltag hinter sich und gibt sich längst verdrängten persönlichen Genüssen hin – Lesen, Schokolade essen, Cognac trinken. Immer mehr entfernt sie sich von ihrem früheren Leben, hinterfragt dieses und beschließt, ihre durch die Schlaflosigkeit gewonnene geistige Unabhängigkeit nie wieder aufzugeben – und wenn sie darüber verrückt wird. Eine bis zum unerwarteten Ende schnörkellose, spannend und klug erzählte Geschichte.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Tinka aus Rastatt am 13.01.2011 ***** ausgezeichnet
Sehr coole (Short-) Story, wunderbar im Comic-Style illustriert, alles (auch die Schrift) in blau und silber gehalten. Ein typischer Murakami zum immer wieder drin blättern.

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  • Ausstattung/Bilder: 2009. 78 S. m. 25 Illustr.
  • Seitenzahl: 78
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 146mm x 14mm
  • Gewicht: 292g
  • ISBN-13: 9783832195250
  • ISBN-10: 3832195254
  • Best.Nr.: 26328435

Produktbeschreibung zu "Schlaf"

Kurzbeschreibung

»Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.« So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zumacht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. »Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen.« Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage - aber auch gefährlicher. Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.

Beschreibung

"Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf." So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zumacht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. "Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen."

Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage - aber auch gefährlicher.

Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.

Leseprobe zu "Schlaf" von Haruki Murakami

1

Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.

Ich spreche nicht von Schlaflosigkeit. Mit Schlaflosigkeit kenne ich mich etwas aus. Als Studentin litt ich einmal an einer Art Schlaflosigkeit. Ich sage »Art«, weil ich mir nicht wirklich sicher bin, ob die Symptome mit dem übereinstimmen, was man allgemein als Schlaflosigkeit bezeichnet. Wäre ich zum Arzt gegangen, hätte sich vielleicht zumindest herausgestellt, ob es eine war oder nicht. Aber ich ging nicht. Zum Arzt zu gehen würde wahrscheinlich auch nichts nützen, dachte ich. Nicht, dass es irgendeinen Grund gab, das zu denken. Es war bloß eine Intuition. Es würde bestimmt nichts bringen. Deswegen ging ich nicht zum Arzt, und auch meiner Familie und meinen Freunden gegenüber schwieg ich die ganze Zeit. Hätte ich sie um Rat gefragt, hätten sie mich sicher zum Arzt geschickt.

Diese Art Schlaflosigkeit hielt ungefähr einen Monat an. In diesem Monat habe ich nicht ein Mal richtig geschlafen. Am Abend gehe ich ins Bett und will schlafen. Aber schon werde ich wie aus einem bedingten Reflex heraus wieder wach. Sosehr ich mich auch bemühe, ich kann nicht schlafen. Je bewusster ich …

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14.10.2009

Für immer wach

Schlaf sei der kleine Bruder des Todes, heißt es. Was aber ist dann Schlaflosigkeit? Leben in seiner prallsten Form? Ein Geschenk aus Zeit, das ein Leben neben dem Alltag möglich macht, ein zweites, ganz privates Leben? So scheint es zunächst in Haruki Murakamis Erzählung "Schlaf". Vor siebzehn Tagen, siebzehn Nächten hat die Erzählerin zum letzten Mal geschlafen. Die Tage vergehen in der Normalität ihrer Ehe mit einem Zahnarzt, der darüber nachdenkt, sich ein modernes Gerät zur Zahnsteinentfernung zuzulegen; damit, ihm morgens eine Tasse Kaffee und dem gemeinsamen Sohn eine heiße Milch zu machen, die beiden zu verabschieden, mit täglich denselben Worten: "Sei vorsichtig." Woraufhin der Mann sagt, "mach dir keine Sorgen". Mittags kommt er zum Essen nach Hause, früher, als in die Praxis nur wenige Patienten kamen, hatten sie danach Sex, dann geht die Erzählerin schwimmen. Irgendwann verschwanden die Bücher aus diesem Alltag. Die Erzählerin hat sie nicht vermisst. In der Schlaflosigkeit aber kommt die Lust auf Lektüre wieder, eine besessene Lust auf "Anna Karenina", und Tolstoi und das Versenken ins Buch bringen auch den Appetit auf …

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02.09.2009

Siebzehn Tage ohne Schlaf
Haruki Murakamis unheimliche Erzählung „Schlaf”, illustriert von Kat Menschik
Der Schlaf gehört der Nacht, das Wachen dem Tag: Wer diesen Rhythmus durchbricht, lebt anders, ist unheimlich. Schlafentzug wird als quälende Folter verwendet, Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, werden reizbar und entwickeln Wahnvorstellungen. Um so erstaunlicher ist die Protagonistin in Haruki Murakamis Erzählung „Schlaf”. Sie hat seit siebzehn Tagen nicht geschlafen. Seltsamerweise leidet sie nicht darunter. Seit der Nacht, als eine dunkle Gestalt, eine Art Anti-Sandmann, in ihrem Schlafzimmer stand und unaufhörlich Wasser auf ihre Füße goss, ist ihr Leben komplett vom Schlaf abgeschnitten – und es stört sie nicht. Sie fühlt sich im Gegenteil viel kräftiger und schöner als vorher. Anfang dreißig, mit tüchtigem Zahnarztgatten und einem Kind hatte sie sich in der Monotonie des Alltags eingerichtet: Einkauf, Schwimmbadbesuch, Mittagessen, danach der routinierte Sex mit dem eben noch über Zahnstein sinnierenden Ehemann. Die Schlaflosigkeit erscheint ihr als Möglichkeit, um loszukommen von einem Leben, „über das man sich nicht …

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Kundenbewertungen zu "Schlaf" von "Haruki Murakami"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 2 Bewertungen):
5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen *****
ausgezeichnet
Bewertung von Lisega am 10.01.2012
*****
ausgezeichnet
„Schlaf“ ist ein dünnes Büchlein, enthält es doch gerade mal eine einzige kurze Erzählung von Haruki Murakami. Doch die entwickelt einen merkwürdigen Sog – nicht zuletzt dank der surreal anmutenden Bilder von Kat Menschik, welche die Geschichte der schlaflosen Ich-Erzählerin kongenial illustrieren. Die Erzählerin, eine Hausfrau und Mutter, lebt seit 17 Tagen ohne Schlaf, ohne müde zu werden. Sie lässt in den wachen Nächten ihren eintönigen Alltag hinter sich und gibt sich längst verdrängten persönlichen Genüssen hin – Lesen, Schokolade essen, Cognac trinken. Immer mehr entfernt sie sich von ihrem früheren Leben, hinterfragt dieses und beschließt, ihre durch die Schlaflosigkeit gewonnene geistige Unabhängigkeit nie wieder aufzugeben – und wenn sie darüber verrückt wird. Eine bis zum unerwarteten Ende schnörkellose, spannend und klug erzählte Geschichte.
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Bewertung von Tinka aus Rastatt am 13.01.2011
*****
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Sehr coole (Short-) Story, wunderbar im Comic-Style illustriert, alles (auch die Schrift) in blau und silber gehalten. Ein typischer Murakami zum immer wieder drin blättern.
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14.10.2009

Angetan zeigt sich der "lue." zeichnende Rezensent von Haruki Murakamis Roman "Schlaf". Die Geschichte um eine schlaflose Zahnarztgattin, die keineswegs unter ihrer Schlaflosigkeit leidet, sondern die Realität zunehmend klarer sieht, hat ihn irgendwie fasziniert. Er schätzt die "einfache, rhythmisierte Prosa" des Autors, deren Ton dringlicher werde, je länger die Schlaflosigkeit seiner Protagonistin andauere. Diese Dringlichkeit bringt für ihn ein Unbehagen in den Text, der schließlich "abrupt" endet. Besonders hebt er noch Kat Menschiks Illustrationen im "typischen surrealistischen Comic-Stil" hervor.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezension

"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." -- FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

"Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." -- SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

"Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." -- NORDWEST ZEITUNG

"Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." -- NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Rezension

Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er wie die Protagonistin vom Schwindel übermannt wird. ( ) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario. SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Rezensionen und Kritik

"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Rezensionen und Kritik

"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Autorenporträt zu "Haruki Murakami"

Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, die Eltern sind Lehrer für japanische Literatur. Studium der Theaterwissenschaften und des Drehbuchschreibens in Tokyo, aufkeimendes Interesse an amerikanischer Literatur und Musik. 1974 Gründung des Jazzclubs "Peter Cat", den er bis 1982 betreibt. 1978 erste erfolgreiche Buchveröffentlichung. In den 80er Jahren dauerhaft in Europa ansässig (u. a. in Frankreich, Italien und Griechenland), geht er 1991 in die USA, ehe er 1995 nach Japan zurückkehrt. 2006 erhielt Haruki Murakami den Franz-Kafka-Literaturpreis. 2009 wurde ihm der Jerusalem Prize für sein literarisches Werk verliehen.

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