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Schlaf
Erzählung
Übersetzung: Nora Bierich. Illustr. v. Kat Menschik
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Dumont Buchverlag
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 78 S. m. 25 Illustr.
- Seitenzahl: 78
- Deutsch
- Abmessung: 216mm x 146mm x 14mm
- Gewicht: 292g
- ISBN-13: 9783832195250
- ISBN-10: 3832195254
- Best.Nr.: 26328435
Produktbeschreibung zu "Schlaf"
Kurzbeschreibung
»Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.« So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zumacht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. »Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen.« Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage - aber auch gefährlicher. Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.
Beschreibung
Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage - aber auch gefährlicher.
Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.
Leseprobe zu "Schlaf" von Haruki Murakami
1
Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.
Ich spreche nicht von Schlaflosigkeit. Mit Schlaflosigkeit kenne
ich mich etwas aus. Als Studentin litt ich einmal an einer Art
Schlaflosigkeit. Ich sage »Art«, weil ich mir nicht wirklich sicher
bin, ob die Symptome mit dem übereinstimmen, was man allgemein als
Schlaflosigkeit bezeichnet. Wäre ich zum Arzt gegangen, hätte sich
vielleicht zumindest herausgestellt, ob es eine war oder nicht.
Aber ich ging nicht. Zum Arzt zu gehen würde wahrscheinlich auch
nichts nützen, dachte ich. Nicht, dass es irgendeinen Grund gab,
das zu denken. Es war bloß eine Intuition. Es würde bestimmt nichts
bringen. Deswegen ging ich nicht zum Arzt, und auch meiner Familie
und meinen Freunden gegenüber schwieg ich die ganze Zeit. Hätte ich
sie um Rat gefragt, hätten sie mich sicher zum Arzt
geschickt.
Diese Art Schlaflosigkeit hielt ungefähr einen Monat an. In diesem
Monat habe ich nicht ein Mal richtig geschlafen. Am Abend gehe ich
ins Bett und will schlafen. Aber schon werde ich wie aus einem
bedingten Reflex heraus wieder wach. Sosehr ich mich auch bemühe,
ich kann nicht schlafen. Je bewusster ich …
14.10.2009
Für immer wach
Schlaf sei der kleine Bruder des Todes, heißt es. Was aber ist dann
Schlaflosigkeit? Leben in seiner prallsten Form? Ein Geschenk aus
Zeit, das ein Leben neben dem Alltag möglich macht, ein zweites,
ganz privates Leben? So scheint es zunächst in Haruki Murakamis
Erzählung "Schlaf". Vor siebzehn Tagen, siebzehn Nächten
hat die Erzählerin zum letzten Mal geschlafen. Die Tage vergehen in
der Normalität ihrer Ehe mit einem Zahnarzt, der darüber nachdenkt,
sich ein modernes Gerät zur Zahnsteinentfernung zuzulegen; damit,
ihm morgens eine Tasse Kaffee und dem gemeinsamen Sohn eine heiße
Milch zu machen, die beiden zu verabschieden, mit täglich denselben
Worten: "Sei vorsichtig." Woraufhin der Mann sagt,
"mach dir keine Sorgen". Mittags kommt er zum Essen nach
Hause, früher, als in die Praxis nur wenige Patienten kamen, hatten
sie danach Sex, dann geht die Erzählerin schwimmen. Irgendwann
verschwanden die Bücher aus diesem Alltag. Die Erzählerin hat sie
nicht vermisst. In der Schlaflosigkeit aber kommt die Lust auf
Lektüre wieder, eine besessene Lust auf "Anna Karenina",
und Tolstoi und das Versenken ins Buch bringen auch den Appetit auf
…
02.09.2009
Siebzehn Tage ohne Schlaf
Haruki Murakamis unheimliche Erzählung „Schlaf”, illustriert von Kat Menschik
Der Schlaf gehört der Nacht, das Wachen dem Tag: Wer diesen Rhythmus durchbricht, lebt anders, ist unheimlich. Schlafentzug wird als quälende Folter verwendet, Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, werden reizbar und entwickeln Wahnvorstellungen. Um so erstaunlicher ist die Protagonistin in Haruki Murakamis Erzählung „Schlaf”. Sie hat seit siebzehn Tagen nicht geschlafen. Seltsamerweise leidet sie nicht darunter. Seit der Nacht, als eine dunkle Gestalt, eine Art Anti-Sandmann, in ihrem Schlafzimmer stand und unaufhörlich Wasser auf ihre Füße goss, ist ihr Leben komplett vom Schlaf abgeschnitten – und es stört sie nicht. Sie fühlt sich im Gegenteil viel kräftiger und schöner als vorher. Anfang dreißig, mit tüchtigem Zahnarztgatten und einem Kind hatte sie sich in der Monotonie des Alltags eingerichtet: Einkauf, Schwimmbadbesuch, Mittagessen, danach der routinierte Sex mit dem eben noch über Zahnstein sinnierenden Ehemann. Die Schlaflosigkeit erscheint ihr als Möglichkeit, um loszukommen von einem Leben, „über das man sich nicht …
Kundenbewertungen zu "Schlaf" von "Haruki Murakami"
Bewertung von Lisega am 10.01.2012
Bewertung von Tinka aus Rastatt am 13.01.2011
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14.10.2009
Angetan zeigt sich der "lue." zeichnende Rezensent von
Haruki Murakamis Roman "Schlaf". Die Geschichte um eine
schlaflose Zahnarztgattin, die keineswegs unter ihrer
Schlaflosigkeit leidet, sondern die Realität zunehmend klarer
sieht, hat ihn irgendwie fasziniert. Er schätzt die "einfache,
rhythmisierte Prosa" des Autors, deren Ton dringlicher werde,
je länger die Schlaflosigkeit seiner Protagonistin andauere. Diese
Dringlichkeit bringt für ihn ein Unbehagen in den Text, der
schließlich "abrupt" endet. Besonders hebt er noch Kat
Menschiks Illustrationen im "typischen surrealistischen
Comic-Stil" hervor.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich
illustriert." -- FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG
"Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den
stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die
Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die
Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten,
von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll
das beklemmende Horror-Szenario." -- SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
"Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der
japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und
eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." -- NORDWEST
ZEITUNG
"Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine
hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und
Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum
der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die
Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal
das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität
auflösen." -- NÜRNBERGER NACHRICHTEN
Rezension
Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er wie die Protagonistin vom Schwindel übermannt wird. ( ) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario. SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN
Rezensionen und Kritik
"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN
Rezensionen und Kritik
"Unglaublich traumschön und dunkel bedrohlich illustriert." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Vom schnellen Erzähltempo beeindruckt, verfolgt der Leser den stetigen Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, bis er - wie die Protagonistin - vom Schwindel übermannt wird. (...) Die Illustratorin unterstreicht mit ihren expressionistisch überhöhten, von den Techniken des Comics geprägten Abbildungen eindrucksvoll das beklemmende Horror-Szenario." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Zwischen Märchen und Alptraum angesiedelt, weiß der japanische Autir Haruki Murakami mit einer schlichte und eindringlichen Sprache seine Leser zu fesseln." NORDWEST ZEITUNG "Edel, kongenial illustierte Einzelausgabe. (...) Eine hinreißende, in geheimnisvoll schillernden Nachtblau- und Silbertönen gehaltene Geisterbahn des Seelenlebens, ein Panoptikum der sanften Alpträume, und wenn bei der Lektüre gelegentlich die Schrift auf dem glänzenden Papier verschwimmt, kann man schon mal das Gefühl haben, dass sich die Grenzen der vertrauten Realität auflösen." NÜRNBERGER NACHRICHTEN
Autorenporträt zu "Haruki Murakami"
Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, die Eltern sind Lehrer für japanische Literatur. Studium der Theaterwissenschaften und des Drehbuchschreibens in Tokyo, aufkeimendes Interesse an amerikanischer Literatur und Musik. 1974 Gründung des Jazzclubs "Peter Cat", den er bis 1982 betreibt. 1978 erste erfolgreiche Buchveröffentlichung. In den 80er Jahren dauerhaft in Europa ansässig (u. a. in Frankreich, Italien und Griechenland), geht er 1991 in die USA, ehe er 1995 nach Japan zurückkehrt. 2006 erhielt Haruki Murakami den Franz-Kafka-Literaturpreis. 2009 wurde ihm der Jerusalem Prize für sein literarisches Werk verliehen.
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