Ich nannte ihn Krawatte - Flasar, Milena M.

Milena M. Flasar 

Ich nannte ihn Krawatte

Roman

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Ich nannte ihn Krawatte

Nur wenige sorgfältig gewählte Worte benötigt Milena Michiko Flasar, um ihre Figuren zum Leben zu erwecken, nur wenige Szenen, um ganze Schicksale zu erzählen. Ein junger Mann verlässt sein Zimmer, in dem er offenbar lange Zeit eingeschlossen war, tastet sich durch eine fremde Welt. Eine Bank im Park wird ihm Zuflucht und Behausung, dort öffnet er die Augen, beginnt zu sprechen und teilt mit einem wildfremden Menschen seine Erinnerungen. Der andere ist viele Jahre älter, ein im Büro angestellter Salaryman wie Tausende. Er erzählt seinerseits, über Tage und Wochen hinweg, Szenen eines Lebens voller Furcht und Ohnmacht, Hoffnung und Glück. Beide sind Außenseiter, die dem Leistungsdruck nicht standhalten, die allein in der Verweigerung aktiv werden.
Aus der Erfahrung, dass Zuneigung in Nahrung verpackt, Trauer im Lachen verborgen werden kann und Freundschaften möglich sind, stärken sie sich für einen endgültigen Abschied und einen Anfang. Milena Michiko Fla¿ar macht eine Parkbank zur Bühne, zu einem huis clos unter freiem Himmel. Die Bank befindet sich in Japan und könnte doch ebenso gut anderswo in der westlichen Welt stehen. Dieser Roman stellt der Angst vor allem, was aus der Norm fällt, die Möglichkeit von Nähe entgegen - sowie die anarchische Kraft der Verweigerung.


Produktinformation

  • Verlag: Wagenbach
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 139 S.
  • Seitenzahl: 144
  • Quartbücher
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 142mm x 21mm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783803132413
  • ISBN-10: 380313241X
  • Best.Nr.: 34533251

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

"Knüppeldick" werden in diesem Roman über zwei im Leben gestrandete, sich auf einer Tokioter Parkbank anfreundende Japaner Gefühle und Schicksalsschläge aufgetragen, so dick, findet Dirk Knipphals, wie man es anderen Romanen nicht verzeihen würde. Warum der Rezensent - und mit ihm viele Leser dieses Überraschungserfolgs - dann doch bei der Stange bleibt, erklärt er sich mit dem Talent der Autorin für "schöne kleine Sprachbilder", ja überhaupt mit ihrem sprachlichen Vermögen, "glaubwürdig, dezent, ja fast scheu" zu erzählen, und ihrer literarischen Kompositionsgabe, sodass ihr intensive Momente gelingen. Ärgerlich sei da allein das didaktisch geratene Ende, schließt Knipphals.

© Perlentaucher Medien GmbH
Milena M. Flasar, geboren 1980, Studium der Germanistik und Romanistik, lebt und unterrichtet in Wien Deutsch als Fremdsprache. Publikationen in verschiedenen Literaturzeitschriften.

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Kundenbewertungen zu "Ich nannte ihn Krawatte" von "Milena M. Flasar"

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Bewertung von Haserl aus Bayern am 01.08.2012 ***** ausgezeichnet
Als ich anfing dieses Buch zu lesen, wusste ich nicht genau in welche Richtung ich tendieren soll...Die gesamten Sätze kamen mir abgehackt vor, sie bestanden manchmal nur aus 3 Worten, aber dennoch waren sie sehr Melodisch....

Ich persönlich finde es ist eine ganz neue Art der Literatur... eine ganz andere Art zu schreiben... und als ich am Ende ankam war ich doch total erstaunt wie schnell ich es durchgelesen hatte.

Milena Michiko Flasar Roman ist nie plakativ, sie bewegt sich eher in kleinen Schritten, wie die gesamte Sprache die sie verwendet, auf den Kernpunkt der eigentlichen Geschichte zu.

Worum geht es:

In dieser Geschichte geht es um 2 Männer aus Japan die sich in einen Park auf einer Bank durch Zufall Kennenlernen.

Der eine Mann ,Taguchi Hiro, ist gerade mal 20 Jahre alt . Er hat der Japanischen Gesellschaft den Rücken gekehrt und sein Zimmer kaum noch verlassen. Dies wird in Japan Hikikomori genannt und ist eine Schande für die gesamte Familie. Der andere Mann ist ein arbeitsloser Geschäftsmann, den Hiro liebevoll Krawatte tauft.

Mit sehr viel Scheu und Fingerspitzengefühl kommen sich die beiden näher. Sie glaube total unterschiedlich zu sein und finden aber bei ihren Gesprächen heraus ,doch einige Gemeinsamkeiten zu haben.

Ich finde dieses Buch total Klasse, auch wenn ich zu Anfang sehr skeptisch war. Auch bei uns gibt es doch sehr viele Menschen die in ihrer eigenen Isolation vor sich hin vegetieren.

5 Sterne von mir

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