Das nackte Auge - Tawada, Yoko

Yoko Tawada 

Das nackte Auge

Erzählung

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Produktbeschreibung zu Das nackte Auge

Die Heldin der Erzählung ist ein Mädchen aus Saigon, das 1988, sie ist 16 und geht noch zur Schule, in die DDR eingeladen wird. Dort wird sie von einem Studenten aus Westdeutschland "entführt" er denkt, dass ein westliches Land besser für dieses begabte Mädchen sei. Und nimmt es mit seine Heimatstadt Bochum. Sie spricht nur Russisch, und fühlt sich sehr einsam in dieser Stadt. Irgendwann hört sie davon, dass die alte Bahnstrecke von Moskau nach Paris durch Bochum führt. Sie findet zwar die Bahn, aber keinen Bahnhof. Eines Nachts, in einem Traum springt sie auf den Zug Richtung Moskau auf. Sie hofft, dass sie über Moskau zurück nach Vietnam kommen kann, da ihr Cousin dort studiert. Aber sie nahm den Zug in die falsche Richtung, und kommt stattdessen in Paris an. Dort bleibt sie bei einer Frau aus Vietnam, die sie im Zug getroffen hat. Doch sie weiß nicht, was sie in Paris ohne Visum tun kann, sie fürchtet, von der Polizei festgenommen zu werden. So verbringt sie ihre Zeit im Kino. Sie versteht kein Französisch, aber die Filme begreift sie auf ihre Weise. Und versucht, ihr Leben zu meistern, indem sie in einen fiktiven Dialog mit der französischen Schauspielerin Catherine Deneuve tritt...

Produktinformation


  • Verlag: Konkursbuchverlag
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 189 S.
  • Seitenzahl: 189
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 135mm x 20mm
  • Gewicht: 268g
  • ISBN-13: 9783887693244
  • ISBN-10: 3887693248
  • Best.Nr.: 12438637

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Eine zwiespältige Kritik: Einerseits ist Karl-Heinz Ott ein Anhänger der Autorin, einer schon lange auf Deutsch schreibenden Japanerin, und bewundert die "sprachliche Ortlosigkeit" der sie einzigartig Ausdruck zu verleihen vermag; andererseits hält er ihre neue Erzählung für mehr oder weniger misslungen. Die Ich-Erzählerin, eine Vietnamesin, die in den 80ern in der DDR zu Gast ist, von einem westdeutschen Studenten nach Bochum entführt wird und schließlich in Paris - und vor allem: in seinen Kinos - landet, erzählt eine verwirrende, verrätselte Geschichte, die durch dreizehn Filme mit Catherine Deneuve zwar strukturiert, aber nicht verdeutlicht wird. Wie immer bei Tawada, schreibt Ott, fließen "inneres und äußeres Erleben, halluzinatorische und greifbare Welten" ineinander, und ihre "verlorenen Fremdlinge" sind wie immer "Spezialisten im Missverstehen". Allerdings, fügt er hinzu, wird der produktive Irrtum als Mittel zur Erhellung bei Tawada langsam zur Masche. Und auch sonst sei es hier ein wenig zu viel des Guten (Traumartige Erfahrung des Fremden, "wunderliche Beobachtungen") und des weniger Guten (Strukturlosigkeit, reihenweise Druckfehler). Fazit: Ein Buch, das halbfertig wirkt und eines besseren Lektorats bedurft hätte.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Yoko Tawada hebt in ihrem Buch die Unterscheidung zwischen den fiktiven Bildern von der Welt, die sie ja auch reflektieren, und der so genannten Realität auf. Die Bilder, die sie beschreibt, sind keine Metaphern. Sie stehen nicht für etwas, sondern fluktuieren in ihren Bedeutung und kommen somit der Realität sehr viel näher als die handfesten Geschichten, in denen wir uns wiederzuerkennen glauben, weil wir uns bestätigt fühlen." (Deutschlandfunk, 24.8.04) "Tawada reizt in ihrem klugen Spiel die Beziehung von Bildern und Sprache zur Wirklichkeit aus, durch ihre Erzählerin erkundet sie mit "fremden Augen" die Zeichensysteme des Westens... durchzogen von wunderbaren, komischen und klugen Einsichten." (Echo, Tirols Nachrichtenillustrierte) "Yoko Tawada ist eine Meisterin der Wahrnehmung sinnlicher Phänomene. Virtuos spielt sie mit der Fremdheit zwischen Asien und Europa." (SWR, 21.6.04)
Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo geboren und lebt seit 1982 in Deutschland. Studium in Tokyo, Hamburg und Zürich; Promotion bei Sigrid Weigel. Reisen auf vier Kontinenten. Tawadas zweisprachiges Werk umfasst Lyrik und Prosa, Theater-, Hörspiel- und Operntexte; es wurde in Japan wie in Deutschland vielfach ausgezeichnet (u.a. Gunzô-Literaturpreis, 1991; Akutagawa-Preis, 1993; Chamisso-Preis, 1996; Goethe-Medaille, 2005). Zahlreiche Übersetzungen in weitere Sprachen.
Christine Ivanovic, Studium der Germanistik, Slavistik, Philosophie; Promotion und Habilitation in Vergleichender Literaturwissenschaft; seit 2003 als Gastprofessorin an der Universität Tokyo.

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