Il tempo invecchia in fretta - Tabucchi, Antonio

Antonio Tabucchi 

Il tempo invecchia in fretta

Broschiertes Buch
 
Sprache: Italienisch
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Produktinformation

  • Gewicht: 246g
  • ISBN-13: 9788807017841
  • ISBN-10: 8807017849
  • Best.Nr.: 27358384
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.02.2011

Verliebt in die Luft
Blau des Himmels, Blau des Meeres: Antonio Tabucchis große und strenge Meistererzählungen „Die Zeit altert schnell“
Die Hand des Mädchens zeichnet unablässig Kringel in den dalmatinischen Sand, währenddessen es mit seinem Strandnachbarn plaudert, einem älteren Herrn, der im Schatten liegt. Beide sind Italiener, auch wenn sie ihre generationsbedingt verschiedenen Idiome und Semantiken einander dolmetschen müssen. Die etwa zehnjährige Isabella wurde in Peru geboren, doch bald nach der Geburt von italienischen Eltern adoptiert; der Mann indessen stammt aus Istrien, von wo er als Angehöriger der italienischen Minderheit vertrieben worden war. In das zerfallene einstige Jugoslawien kehrte er Jahrzehnte später wieder zurück, als Heeresoffizier und Teilnehmer einer Friedensmission. Jetzt, ein Jahrzehnt später, liegt der Mann an demselben Strand, an dem er während des Bürgerkriegs seinen Beobachtungsposten eingenommen hatte. „Der Krieger“, bemerkt er, „muss dort ruhen, wo früher Krieg war.“ Gesundheitlich angeschlagen, schluckt er Pillen, und aus dem Liegestuhl heraus pflegt er die hohe Kunst des Wolkenlesens.
Unversehens …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.07.2011

Im Zeitrausch
Antonio Tabucchi wagt sich an den Kern der Dinge

Eine der großen Fragen, welche die Literatur umtreibt, ist die Frage nach der Zeit. Im Roman lassen sich lange Jahre zuweilen in einen Satz fassen: "Er reiste" heißt es etwa bei Flaubert lakonisch, und darin steckt bereits ein hartes Urteil darüber, ob das Leben der Figur den Bericht überhaupt lohnt. Antonio Tabucchi ist, so scheint es, ebenfalls nicht zimperlich: "Als er freikam, war er bereits ein alter Mann, seine Wohnung war beschlagnahmt worden, er hatte nichts, wovon er leben konnte, seine Frau war gestorben, er litt an Arthritis." So wird in der Erzählung "Unter Generälen" das Schicksal Lászlós, eines ungarischen Offiziers, der sich 1956 der sowjetischen Armee entgegengestellt hat, resümiert. Dass die Frage der Zeit hier entscheidend ist, weiß der Leser vom Titel: "Die Zeit altert schnell", so nennt Tabucchi seine Sammlung von neun Erzählungen.

Tatsächlich ist Lászlós Leben vorbei, ehe es recht begonnen hat. Ähnlich bitter empfindet in "Der Kreis" eine kinderlose Frau die verrinnende Zeit und die daraus resultierenden Enttäuschungen: "War es also so, war die …

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