Im deutschsprachigen Raum ist Federico Hindermann bis heute kaum
bekannt, obwohl er sein Arbeitsleben als Verlagsleiter, Übersetzer
und Herausgeber in der Deutschschweiz verbracht hat und seine
Gedichte im renommierten Verlag Scheiwiller in Mailand erschienen
sind. Vielleicht deshalb, weil er selbst die Zurückgezogenheit
sucht? Er ist ein sanfter Rebell, der von sich kein Aufhebens macht
und sich allen Definitionen immer wieder entzieht. «Docile
contro/Fügsam dagegen» umreisst die poetische, ethische und
politische Dimension seiner Lyrik. In Hindermanns Gedichten
berühren sich die kleinen, bescheidenen Alltagsdinge mit den
universalen Fragen. Er benennt das ganz Kleine in seinem konkreten
Dasein und verbindet es überraschend mit dem ganz Grossen, mit
einer metaphysischen Tiefe oder kosmischen Weite. Durch dieses
Verfahren, diesen Blick erhalten die kleinen Dinge des Lebens, die
schmerzhaftesten wie die mittelmässigsten, einen eienen Glanz.
Federico Hindermann, geboren 1921 in Biella (Piemont), sein Vater war Schweizer, seine Mutter Italienerin. Er verbrachte seine Kindheit in Turin, seine Jugend in Basel, unterrichtete Deutsch in Oxford und Romanische Philologie in Erlangen. Er war Professor für Romanische Philologie in Erlangen und Leiter des Manesse-Verlags. Er arbeitete in Zürich als Übersetzer und Herausgeber und von 19711987 als Leiter des Manesse Verlags. Federico Hindermann verstarb 2012.
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