Die Kinderfrau / Ein Fall für Kostas Charitos Bd.5 - Markaris, Petros

Petros Markaris 

Die Kinderfrau / Ein Fall für Kostas Charitos Bd.5

Aus d. Neugriech. v. Michaela Prinzinger
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Die Kinderfrau / Ein Fall für Kostas Charitos Bd.5

Was in Istanbul geschah, ist nun viele Jahrzehnte her. Und doch findet die neunzigjährige Kinderfrau keine Ruhe sie hat noch alte Rechnungen zu begleichen. Kommissar Charitos folgt ihren Spuren: Sie führen nach Konstantinopel, in eine Vergangenheit mit zwei Gesichtern, einem schönen und einem hässlichen. Petros Markaris präsentiert mit 'Die Kinderfrau' einen Roman voll Nostalgie - sein bisher persönlichstes Buch.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 315 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 115mm x 25mm
  • Gewicht: 275g
  • ISBN-13: 9783257240412
  • ISBN-10: 3257240414
  • Best.Nr.: 27957435
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Instanbul und Athen sind - neben Wien und Stuttgart - die wichtigen Stationen im Leben des Schriftstellers Petros Markaris. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis sein Athener Kommissar Kostas Charitos einen Fuß nach Istanbul setzt. Eigentlich ist die Reise ins ehemalige Konstantinopel ein Ablenkungs- und Besänftigungsversuch, weil der Familiensegen schief hängt, seit Tochter Katerina ohne kirchlichen Segen geheiratet hat. Als Kostas Charitos aber in die Suche nach einer mordenden 90-Jährigen aus der griechischen Provinz verwickelt wird, ist ihm das dann wiederum zu viel Ablenkung - zumal er mit der türkischen Polizei zusammenarbeiten muss, der er äußerst skeptisch gegenüber steht. Doch immer neue Opfer und eine griechische Minderheit, die sich dem ermittelnden türkischen Kollegen Murat gegenüber verschlossen zeigt, erzwingen Charitos Aufmerksamkeit. Gemeinsam dringen er und Murat tief in die Geschichte der Pontusgriechen, ihrer Schikanierung und Vertreibung ein, denn das Motiv der uralten Mörderin scheint Rache zu sein. Wie bei Markaris üblich, ist auch der sechste Fall kein reißerischer Krimi, sondern ein mit Fakten und Überlegungen gespicktes Psychogramm seiner Figuren. Man wird am Ende vielleicht nicht das Gefühl haben, gerade einen Krimi gelesen zu haben - verschlingen wird man das Buch trotzdem. (kab)
Petros Markaris, geboren 1937 in Istanbul, ist Verfasser von Theaterstücken und Schöpfer einer beliebten griechischen Fernsehserie, er war Co-Autor von Theo Angelopoulos (Regisseur von Der Bienenzüchter , Der Blick des Odysseus etc.) und hat deutsche Dramatiker wie Brecht und Goethe ins Griechische übertragen zuletzt Faust I und II in Versform. Mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann er erst Mitte der neunziger Jahre. Heute ist er die griechische Stimme in der zeitgenössischen Literatur, seine Romane erscheinen in 13 Sprachen und sind international preisgekrönt (zuletzt mit dem Pepe-Carvalho-Preis für Kriminalliteratur). Petros Markaris lebt in Athen.

Kundenbewertungen zu "Die Kinderfrau / Ein Fall für Kostas Charitos Bd.5"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut)
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Bewertung von Streuner aus Augsburg am 19.10.2010 ***** sehr gut
Spannende Lektüre zu einem Glas Wein wenn auch mit einigen Klischees behaftet.

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Bewertung von Lykos aus Gustavsburg am 03.07.2009 ***** weniger gut
Aman, aman! (Leidensruf in Rebétiko-Liedern)

Sicher der ernsthafteste und persönlichste Krimi von Markaris, in dem man nebenbei unterhaltsam in die Komplexität der griechisch-türkischen Beziehung eingeführt wird. Aber hier geht es um die Umsetzung als Hörbuch und die ist in einer Hinsicht unerträglich: Dem Vorleser Tommi Pieper ist es gelungen, acht Stunden aus dem Buch vorzulesen, ohne ein einziges griechisches Wort, einen Orts- oder Personennamen richtig auszusprechen. Bei den türkischen gelingen ihm ein paar Zufallstreffer. Aber das Buch bzw. die Übersetzung leben ja von diesem sprachlichen Lokalkolorit, das in der Buchform den Charme des kulturellen Reichtums der Bosporusstadt vermittelt. Man liest und hört das Buch, weil man "Die Stadt" liebt, vermutlich auch weil man als Markaris-Freund eine Affinität zur griechischen Kultur und irgendwie auch zur Sprache hat, auch wenn man sie nicht beherrscht. Und da weiß man was von den Mezé-Vorspeisen, von Rebétiko, von Kirchen die Ajios Dhimitrios heißen. Man hat es doch irgendwie im Ohr, dass viele griechische Nachnamen auf -ídhis, bei den Frauen auf -ídhou enden, dass es einen Unterscheid zwischen dh wie in Englisch „this“ und th wie in „thank“ you gibt und dass die Frau von Kurtídis, die leider 100x erwähnt wird, also nicht Kotithú, sondern Kurtídhu heißen muss. Ganz schlimm ist es bei den oft verspeisten Appetithappen die als „Metze“ an eine kulinarisch wenig attraktive Metzelsuppe erinnern. Und selbst mit gut eingedeutschten griechischen Vornamen hat Pieper ein Problem: Frau Zoe muss sich in Zöe umbenennen lassen: auf Griechisch wäre sie Zoí das Leben, auf Deutsch Zoë, wo die 2 Punkte auf dem e noch lange nicht heißen, dass das o zu ö wird. Man würde sich beim Hören von Istanbuler Stadtviertelnamen gerne an dort Gehörtes Erinnern oder sich zumindest an einem Halbwegs türkischen Sound erfreuen: der kommt aber nicht zustande, wenn man mal für den Stadtteil Balıklı mal „Baliklu“, mal „Balikli“, mal „Balüklü“ und ganz selten eben auch mal das Richtige hört.
Kurzum- in dieser Hinsicht eine große Katastrophe: warum hat der Hörbuchverlag die vielleicht 200 € gescheut, die es gekostet hätte, eine sprachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen? Oder hatte der Vorleser tatsächlich diese Abneigung gegen das griechisch-türkische Kauderwelsch die man alle paar Sätze leider herauszuhören glaubt?

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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