Der Bonbonpalast - Shafak, Elif

Elif Shafak 

Der Bonbonpalast

Roman

Übers. v. Eric Czotscher
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Der Bonbonpalast

Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an Istanbul

Ein Haus als Metapher für eine ganze Stadt:"Der Bonbonpalast"verwebt kunstvoll die Geschichten der zahlreichen Hausbewohner mit der Geschichte und Gegenwart Istanbuls, einer Stadt zwischen Mystik, Religion und der Kraft der Moderne.

Ein ehemals prachtvolles Haus im Zentrum von Istanbul, gebaut von einem russischen Adeligen für seine Frau, ist der Schauplatz dieses Romans. Inzwischen ist der"Bonbonpalast"allerdings ziemlich verwittert - und Heimstatt nicht nur für eine, sondern gleich für zehn sehr unterschiedliche Familien. In der Erzählung ihrer Schicksale, Tragödien und Komödien folgt Der Bonbonpalast der Struktur von Tausendundeiner Nacht. In loser Folge und doch aufeinander bezogen werden die Schicksale und Erlebnisse eines zutiefst frommen Mannes, zweier ungleicher Zwillinge, die einen Friseursalon betreiben, eines namenlosen Ich-Erzählers, einer rätselhaften alten Frau, einer charmanten Schönheit und eines Marihuana rauchenden Studenten mit Hund erzählt - und damit die des Gebäudes und der Stadt. Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft, alles fließt in diesem Roman zusammen, der vorGeschichten nur so sprudelt, Geschichten, die so unglaublich sind und so real wie der Geruch des Hauses, dessen Quelle ganz am Ende an unerwarteter Stelle gefunden wird.


Produktinformation

  • Verlag: Eichborn
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 470 S.
  • Seitenzahl: 470
  • Deutsch
  • Abmessung: 224mm x 151mm x 45mm
  • Gewicht: 764g
  • ISBN-13: 9783821858067
  • ISBN-10: 3821858060
  • Best.Nr.: 23824406

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Die Opulenz dieses Romans von Elif Shafak um ein einst prächtiges Istanbuler Wohngebäude, das zu einem mit Müllproblemen behafteten Mietshaus mit äußerst skurrilen Bewohnern heruntergekommen ist, hat Claudia Kramatschek zunächst durchaus gefesselt. Die türkische Autorin nimmt Müll zu ihrem originellen "Leitmotiv", um das Konglomerat an Kulturen, Völkern und Sprachen am Bosporus in seiner ganzen schillernden Vielfalt darzustellen und um dem "auf Reinheit erpichten türkischen Nationalismus" etwas entgegenzusetzen, so die Rezensentin ganz einverstanden. Ihre üppigen, verspielte Sprache und die verschlungenen Erzählstränge allerdings erzeugen bei Kramatschek nicht nur eine gewisse Übersättigung, sie lassen in ihr auch die ungute Vermutung reifen, Shafak, die bereits eine Anklage wegen "Verunglimpfung des Türkentums" hinnehmen musste, versuche mit der sprachlichen und formalen Verspieltheit ihre Intentionen zu verschleiern.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.10.2008

Die Stadt, der Müll und der Heilige
Istanbul stinkt und duftet und leuchtet: Elif Shafaks Roman "Der Bonbonpalast" / Von Friedmar Apel

Die erste amtliche Müllabfuhr in Istanbul gab es 1886, vorher wurde die Stadt lediglich nach Brauchbarem durchkämmt. Damit begann die türkische Moderne. Kämmerer gibt es aber auch heute noch, und mit der ökologischen Disziplin der Hauptstädter steht es nicht gut. Die 1971 in Straßburg geborene Elif Shafak hat in Spanien und in den Vereinigten Staaten gelebt und gelehrt und wohnt nun umso lieber wieder in Istanbul, obwohl sie durch ihren Roman "Der Bastard von Istanbul" (deutsch 2007) Bekanntschaft mit dem Paragraphen gegen Verunglimpfung des Türkentums gemacht hat. Ihrem sondernden Blick wird der Müll der wuchernden Stadt lesbar als so unkontrollierbare wie charakteristische Vermengung des Geschichtlichen und des Gegenwärtigen.

Der Bonbonpalast ist ein unscheinbares Mietshaus in einem belebten Viertel Istanbuls. Zehn Parteien wohnen darin, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Mehr oder weniger traditionelle türkische Familien, ein russisch-türkisches Ehepaar, ein morbider Student mit seinem …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
"Die Geschichte verliert sich immer wieder in der Fülle skurriler Charaktere, Perspektivwechsel und Subplots. Am Ende ist es diese verwirrende Struktur, die unsere globalisierte Welt mit ihrer ethnischen, religiösen, sexuellen Vielfalt gekonnt abbildet", schrieb ein Kollege über Elif Shafaks "Die Heilige des nahenden Irrsinns". Selbiges lässt sich über ihren aktuellen Roman "Der Bonbonpalast" sagen - nur dass es die Geschichte hier nicht gibt. Zwar gibt es eine Figur namens Ich; von den restlichen Auftretenden, die ein allwissender Erzähler beobachtet, unterscheidet sie sich aber erst mal nicht. Statt einer Person macht Shafak (37) einen Ort zum Mittelpunkt ihres Buchs: ein Haus in Istanbul, bestehend aus zehn Wohneinheiten, errichtet auf einem alten Friedhof, bevölkert von ebenso vielen verschiedenen Menschen wie Ungezieferarten, umrandet von einer Mauer, an der sich jeden Tag aufs Neue ein Berg von Müll ansammelt. Die Autorin springt nicht nur zwischen den zehn Wohnungen und ihren Bewohnern hin und her, sie reist auch in die Vergangenheit, auf andere Kontinente, und ab und zu widmet sie der Lebensgeschichte einer Nebenfigur ein ganzes Kapitel. Einen wirklichen Anfang hat …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.07.2010

Süddeutsche Zeitung Bibliothek
Metropolen Band 11

Bevor der Kreis sich
schließt
Der Bonbonpalast
von Elif Shafak
Für das Mülldeckelspiel braucht man nicht viel. Ein runder Blechdeckel und einige Mitspieler reichen aus. Es müssen aber sowohl Jungs als auch Mädchen dabei sein. Es geht darum, durch Drehen und Stoppen Antworten auf die Frage finden, wann wem was passieren wird. Dazu schreibt man ins Innere des Deckels „Sofort – Morgen – Bald – Nie“, „Mir – Meinem Liebling – Meinem besten Freund – Uns allen“ und schließlich „Liebe – Ehe – Glück – Reichtum – Krankheit – Trennung – Unfall – Tod“. Das ganze Leben findet Platz auf so einem Blechdeckel, er kann beinahe alle Geschichten prophezeien: „„Meinem Liebling – Morgen – Glück“ oder „Uns allen – Nie – Trennung“. Der Erzähler in Eli Shafaks buntem Istanbul-Roman „Der Bonbonpalast“ nutzt das Spiel aus Kindertagen, um einen Anfang zu finden, den ersten Satz zu bilden: „Im Frühjahr 2002 starb in Istanbul einer von uns, bevor der Kreis sich geschlossen hatte.“
Wer aber glaubt, jetzt werde …

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'Betörend wie die Geschichten aus 1001 Nacht. Ein Buch, das Spaß macht - und neugierig auf Istanbul.“ (F++r Sie, 14. Oktober 2008) ' ... eine erfrischende Liebeserklärung an Istanbul.“ (Cosmopolitan, November 2008) 'F++r alle, die sich f++r die Kultur Istanbuls und Geschichten von Tausendundeiner Nacht begeistern.“ (emotion 11/08) 'Gegen die weltläufige Vielfalt bei allen Antagonismen und anachronistisch erscheinenden Auseinandersetzungen, in der die Stadt als Gewebe von Geschichten in Elif Shafaks so liebevoller wie kritischer Darstellung erscheint, kommt einem die Abkapselung von Milieus hierzulande geradezu hinterwäldlerisch vor. In Istanbul, so scheint es, ist mehr Europa und Globalisierung als in manchem Kölner oder Neuköllner Bezirk. Vieles and dem Bild mag bei aller Kritik freilich liebende Idealisierung und in die Zukunft blickende Utopie sein. Gerade das aber verleiht dem klugen Roman dieser ++beraus begabten und reflektierten Erzählerin und damit dem Bild Istanbuls etwas wunderbar Leuchtendes und Verlockendes.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Friedmar Apel, 14. Oktober 2008) 'Shafak, die ihre Romane mal in Englisch, mal - wie hier - in T++rkisch schreibt, liebt nicht nur das synkretistische Spiel mit den vielen, in einer Sprache enthaltenen Sprachen, sondern deren rauschhaften Tanz. In der Zuspitzung zur Groteske, der gigantischen +£bertreibung findet Elif Shafaks Schreiben zu sich - und zu jener vitalen Komik, die ihr Erzählen auszeichnet.“ (Die Zeit, Bernadette Conrad, 16. Oktober 2008) ' Der Bonbonpalast erzählt ein vitales St++ck Istanbul“ (Die Zeit, Bernadette Conrad, 16. Oktober 2008) 'Der Bonbonpalast ist ein Aufruf an jeden von uns, der offiziellen Wirklichkeit und scheinbaren Logik nicht auf den Leim zu gehen, im Alltag das Verr++ckte, das ganz und gar Unwahrscheinliche zu entdecken.“ (Frankfurter Rundschau, Arno Widmann, 15. Oktober 2008) 'Wir in Europa neigen dazu, B++cher aus der T++rkei vor allem als politische B++cher zu lesen. Das ist nicht falsch, aber es ist doch eine gefährliche Einschränkung der Wahrnehmung. Elif Shafaks Roman Der Bonbonpalast entzieht sich dieser Art der Lekt++re zunächst einmal durch das Vergn++gen, das er bereitet.“ (Frankfurter Rundschau, Arno Widmann, 15. Oktober 2008) 'Im wunderbar geschwätzigen Istanbul-Roman Der Bonbonpalast wird gelästert, palavert, getrickst und gealbert . . . Elif Shafak erzählt im amerikanischen Tempo und mit orientalem, blutvollen Herz . . . Großer Lesespaß f++r kalte Kakaosamstage“ (1LIVE, Jan Drees, 16. Oktober 2008) “Der Roman ist ein gut gelauntes, turbulentes und liebevolles Porträt Istanbuls' (Die Welt, Iris Alanyali, 14. Oktober 2008) 'Geheimnisvoll, aufregend und ganz real zwischen Tag und Traum.“ (Neues Deutschland, Buchmessenbeilage, Lilian-Astrid Geese, 14. Oktober 2008) 'Postmoderne Neurosen treffen auf Tradition, unter diesem Slogan lässt sich vieles in diesem Roman zusammenfassen, aber nicht auf einen Nenner bringen. Deswegen sollte man ihn lesen.“ (Berliner Zeitung, Sabine Rohlf, 13. Oktober 2008) “Bleibt zu hoffe, dass Elif Shafak auch weiterhin noch viele literarische Identitäten f++r ihre Leserschaft entwerfen wird.“ (Echo, Kerstion Fritzsche, 06. Oktober 2008) 'Elif Shafak hat in Interviews an den t++rkischen Romanciers bemängelt, dass sie einen zähen Stil hätten und auf ideologische Belehrung setzen w++rden. Dem an sie selbst daraus hervorgehenden Anspruch kommt sie nach: Sie schreibt fließende Geschichten, die dem Leser . . . Raum f++r Eigeninterpretation lassen.“ (Das Buch der Woche, ORF 'Ex libris“, Elisabeth Putz, 03. Oktober 2008) '. . . des Romans, mit dem sich Shafak erneut als humorvolle, kluge, engagierte Autorin erweist. . .“ (Die Presse, Sabine Scholl, 03. Oktober 2008) 'Mit liebevollem Humor und scharfem Blick f++r Details entwirft Elif Shafak ein Bild großstädtischer Gegenwart in der T++rkei - mit all ihren Nuancen.“ (Stern, Andrea Ritter, 42/08) 'Shafak ist eine Pendlerin zwischen den Kulturen, eine kosmopolitische Erzählerin, die das jahrzehntelang verdrängte osmanische Erbe ihres Landes lustvoll wiederentdeckt.“ (Spiegel Special, Annette Grossbongardt, 30. September 2008) 'Elif Shafak erzählt in ihren Romanen klug und differenziert mit vielen verschiedenen, vornehmlich weiblichen Stimmen aus multikulturellen Perspektiven. (...) Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft prallen aufeinander und kn++pfen einen Märchenteppich, der an die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erinnert.“ (Stadtkind, Astrid Oltmann, Oktober 2008) 'Mit leichter Hand zeichnet Elif Shafak komische und tragische Lebensgeschichten und - formen nach. Mal leise, mal ++berdreht gelingt es ihr, die Welt jedes Bewohners originell und modern einzufassen. Dahinter entsteht, in allen Unterschieden und versteckten Gemeinsamkeiten, ein Bild der Strömungen in der heutigen T++rkei. Auf faszinierende Weise ergeben die Facetten eine Einheit: Aus dem scheinbar Zerissenen schafft Elif Shafak ein notwendiges Zusammen.“ (B++cher Oktober/ November 2008) 'Elif Shafak erzählt mit Humor und Scharfblick und lässt dabei Vergangenheit und Gegenwart ihres Landes aufeinanderprallen.“ (börsenblatt SPEZIAL, 23. September 2008) ' ... ein wunderbares Buch, in dem man wohnen möchte.“ (BuchMarkt, Susanna Wengeler, September 2008) 'Mit schwarzem Humor werden Lebensumstände, Tics, Obsessionen und Geheimnisse aller Mieter vorgef++hrt, mal komisch, mal tragisch, meist tragikkomisch. (...) Da der Roman nach breiter gen++sslicher Exposition gegen Ende doch-á noch mächtig fahrt aufnimmt und mit einem ++berraschenden Finale aufwarten kann, d++rfte der Publikumserfolg nicht ausbleiben.“ (Literaturen, Sigrid Löffler, September 2008) ' Der Bonbonpalast lebt vom Ornament und zahlreichen Details und bleibt trotzdem fesselnd bis zur letzten Minute. Denn nicht nur die Stadt Istanbul mit ihren aufgeschichteten Kulturen erwacht darin auf sinnliche Weise zum Leben - in Ger++chen, Geräuschen und Bildern. Auch den Romanfiguren hat Elif Shafak schreibend genug Zeit und Raum gegeben, ihr Wesen und ihre Einzigartigkeit zu entfalten. (...) Elif Shafak erzählt so poetisch und mitreißend, dass ihr Buch zu einer mystischen Reise wird, die uns nicht nur die Rätsel des Lebens näher bringt, sondern auch die Wunden und das Wunder des Menschseins.“ (Deutschlandradio, Annette Br++ggemann, 11. September 2008)-á ' ... ein Buch von erstaunlich atmosphärischer Dichte.“ (Madame, 1. November 2008) 'Es hat etwas von Tausendundeine Nacht, dieses mäandernde, labyrinthische Erzählen, und wie Scheherazade weiß auch Elif Shafak die Spannung ++ber unendlich viele Einzelepisoden zu steigern.“ (Der Tagesspiegel, Christina Tilmann, 11. Oktober 2008) 'Elif Shafak ist eine vor Ideen ++berbordende Erzählerin. Sie mischt verschiedenen Stilformen, bewegt sich leichtf++ßig durch verschiedene Zeitebenen, verbindet einen hang zum Kuriosen mit einer Vorliebe f++r Philosophie und Mystik.“ (Kölner Stadt-Anzeiger, Elke Biesel, 14. Oktober 2008) 'Elif shafak spinnt ein ganzes Kaleidoskop an Lebensgeschichten ...“ (freundin, 22/2008) ' ... eine unterhaltsame Liebeserklärung an Istanbul.“ (Welt am Sonntag, 12. Oktober 2008) 'Ich habe mich als Person stärker in diesem Roman eingebracht als in meine bisherigen B++cher. In allem Figuren, die in den zehn Wochen des Romans leben, steckt etwas von mir. Es sind meine Seelenverwandten. In jedem von ihnen spiegelt sich etwas von meinen Gedanken, meinen Gef++hlen und meinem Alltags. Den Bonbon-Palast habe ich mitten im Alltagstrubel geschrieben, während ich einen Lehrauftrag an der Uni hatte, meine Doktorarbeit politischer Philosophie schrieb, umzog, meine Rechnungen bezahlte und dem täglichen Stress ausgesetzt war...ich hatte keine Minute, um mich zur++ckzuziehen und ganz in Ruhe dem Roman zu widmen.“ (Elif Shafak im Interview mit dergibi.com ) 'Jede Figur in diesem Roman hätte genug Stoff f++r einen eigenen Roman hergegeben... Allen Romanfans kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Obwohl ich normalerweise nicht so leicht zufrieden zu stellen bin, fällt mir zu Elif Shafak nichts Kritisches ein und wenn, dann muss ich es während des Lesens wieder vergessen haben. (Elif Ersin, Radyo Boğazici ) 'Manche Romane will man sofort wieder von vorne lesen, wenn man mit ihnen durch ist. Auch wenn man ein Buch in wenigen Tagen durchgelesen hat, kommt es einem manchmal so vor, als seien Monate oder Jahre vergangen. Man kann sich nicht einmal mehr daran erinnern, wie und wo der Roman angefangen hat. Mir erging es so mit Elif Shafaks Der Bonbon-Palast . Deshalb habe ich den Roman gleichzweimal gelesen... In der Buchmitte angelangt, hatte ich die Bef++rchtung, dass sich die vielen Personen und Motive des Romans nicht mehr zu einem Handlungsstrang verbinden lassen w++rden, doch am Ende f++gt sich tatsächlich alles zu einer Geschichte. Mit viel Geschick versteht es Elif Shafak, die Motive ihres Romans schl++ssig miteinander zu verkn++pfen.“ (Asuman Kafaoğlu B++ke, Cumhuriyet Kitap ) 'Elif Shafaks Der Bonbon-Palast ist der beste t++rkische Roman, den ich in den vergangenen Jahren gelesen habe.“ (Ş++kran Y++cel, E Dergisi ) 'Mit ihren reichen Beschreibungen von Personen, Beziehungen und Gedanken ähnelt die Geschichte einem klassischen Roman, jedenfalls solange, bis die Geschichte eine ++berraschende Wende nimmt...“ (Jale Parla, Cumhuriyet Pazar Dergi ) 'Elif Shafak ist eine herausragende Geschichtenerzählerin. Das unterscheidet sie von vielen -éneuen-Æ Autoren. Der Bonbon-Palast ist im Aufbau und Stil ihr bisher bester Roman. Wie die unterschiedlichen Ereignisse ineinander verflochten werden, vor allem, wie er erzählt wird. Der Leser sp++rt, dass Elif Shafak intensiv an ihren Romanen arbeitet und sich nicht auf die Eingaben ihrer Muse verlässt... Der Bonbon-Palast ist ein Roman, den man nur schweren Herzens wieder aus der Hand legt, ein Roman besonders f++r die Menschen, f++r die Lesen wie eine Reise ist.“ (Sırma Köksal, Cumhiriyet Pazar Dergi ) “Elif Shafak hat den Roman Der Bonbon-Palast frei nach Racines Motto -édie Kunst schafft aus nichts etwas-Æ geschrieben ... Elif Shafak setzt statt eines Skalpells ihren Stift an, um die alten Wunden in unseren Seelen zu öffnen...“ (kazete.com.tr) ' Der Bonbon-Palast ist ein wichtiger Entwicklungsschritt in Elif Shafaks Autorenkarriere. Unter ihren bisherigen Romanen gefällt mir dieser am besten. Hier hat sie ihre Romansprache gefunden, gleichzeitig aber den Bezug zum Alltag nicht verloren.“ (A. +ûmer T++rkeş,-á pandora.com.tr) -á
Elif Shafak lebt in der Türkei. Ihre Romane wurden in mehr als 25 Sprachen übersetzt. Für ihr Werk "Der Bastard von Istanbul" stand die Autorin wegen "Beleidigung und Verunglimpfung des Türkentums" unter Anklage, doch der Prozess wurde zu ihren Gunsten entschieden. Elif Shafak ist Universitätsdozentin, schreibt für Magazine und Zeitschriften und textet Songs für türkische Rockbands. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Istanbul.

Leseprobe zu "Der Bonbonpalast" von Elif Shafak

DAVOR GAB ES HIER ZWEI ALTE FRIEDHÖFE: der eine klein, rechteckig und gepflegt, der andere groß, halbkreisförmig und verwahrlost, beide brechend voll und trotzdem verlassen. Sie bedeckten eine ziemlich große Fläche, teilten dieselbe verfallene Mauer und waren von einem efeubewachsenen Zaun und steilen, schattigen Hängen umgeben. Der große gehörte den Muslimen, der kleine den orthodoxen Armeniern. Damit niemand hinüberkletterte, hatte man auf der etwa eineinhalb Meter hohen Mauer zwischen den Friedhöfen verrostete Nägel, Glasscherben und sogar Spiegelstücke gesteckt, ohne sich um den Aberglauben zu kümmern. Die riesigen zweiflügeligen Eisentore zu den beiden Grabfeldern befanden sich am jeweils entgegengesetzten Ende, eines schaute nach Norden, eines nach Süden.Wenn nun einem Besucher eingefallen wäre, den anderen Friedhof zu besuchen, hätte er den "seinen" verlassen, die Mauer entlanggehen und, je nachdem von welchem Friedhof er kam, hinunter oder hinauf steigen müssen, um schließlich das gegenüberliegende Tor zu erreichen. Doch diese Strapazen musste niemand auf sich nehmen, da kein Besucher mit Angehörigen auf einem Friedhof jemals auf die Idee kam, den anderen Friedhof zu besuchen.Trotzdem gab es Wesen, die Tag und Nacht hinüberwechselten. Der Wind, Diebe, Eidechsen und Katzen kannten alle möglichen Wege, um das Hindernis obenherum, untenherum oder mittendurch zu überwinden. Das blieb nicht lange so.Wegen des ständigen Zuzugs vom Land füllten sich alle Lücken in der Stadt mit Häusern, die von weitem aussahen wie eine Armee Betonsoldaten. Die beiden Friedhöfe wirkten bald wie zwei umbrandete einsame Inseln. Fortwährend wurden neue Wohnhäuser gebaut und ganze Häuserblocks hochgezogen, zwischen denen winzige, verwinkelte Gassen entstanden, die von oben wie Gehirnwindungen aussahen — die Häuser blockierten Straßen, und die Straßen wanden sich zwischen den Häusern hindurch. So wuchs die Stadt und schwoll an wie ein Fisch, der nicht merkt, dass er schon lange satt ist.Kurz bevor der Fisch platzte,musste der geblähte Bauch mit einem scharfen Messer aufgeritzt werden, damit er und die Menschen drinnen wieder atmen konnten. Dieser Schnitt bedeutete, dass bald eine neue Straße nötig war. Durch das wilde Wachstum wurden die Straßen und Gassen bald zu eng, und der Verkehr staute sich wie Abwasser, das an den Ecken und Rändern nicht mehr abfließen kann. Nun musste rasch eine große Straße her, die wie ein Kanal alle Wege miteinander verband und den Verkehr wieder zum Fließen brachte. Als sich die Verantwortlichen jedoch an die Planung der Straße machten und die Gegend aus der Vogelperspektive betrachteten, erkannten sie schnell, dass sie in einer Zwickmühle steckten. Überall dort, wo die Hauptstraße hätte entlangführen können, standen, als hätte sie jemand mit Absicht dorthin gestellt, ein Regierungsgebäude, eine Prominentenvilla oder aber die dicht an dicht gedrängten Häuser einkommensschwacher Familien, die zwar jedes für sich genommen leicht zu beseitigen gewesen wären, insgesamt aber einen aufwändigen Massenabriss erforderlich gemacht hätten. Um die Straße zu bauen, musste ihr also erst einmal ein Weg gebahnt werden.

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