Zuhause - Magnusson, Kristof

Kristof Magnusson 

Zuhause

Roman. Ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis 2006

Broschiertes Buch
 
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Zuhause

Auf Weihnachten in Reykjavik hat Larus Ludvigsson sich so richtig gefreut. Aber dann kommt alles anders. Kurz vor der Abreise macht sein Freund mit ihm Schluss, das isländische Einwohnermeldeamt erklärt ihn für tot, und Dagur, der sich in Larus verliebt hat, begeht Selbstmord. Dagur, der aus der einflussreichsten Familie Islands stammt, war einer mysteriösen Enthüllung über seine Vorfahren auf der Spur. Larus gelingt es, hinter das Geheimnis um Dagurs Familie zu kommen. Doch dabei wird er selbst mit seiner isländischen Herkunft auf eine Weise konfrontiert, die er sich nie hätte träumen lassen ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2007
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 312 S.
  • Seitenzahl: 312
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46284
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 119mm x 24mm
  • Gewicht: 258g
  • ISBN-13: 9783442462841
  • ISBN-10: 3442462843
  • Best.Nr.: 20943680
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Kristof Magnusson hat für sein Romandebüt "Zuhause" die Regeln für die perfekte Popliteratur auswendig gelernt: 1. Suche dir einen trendy Handlungsort. Nicht schon wieder Berlin, wie wäre es mit Bergen, Madrid oder Krakau? Reykjavik geht auch, klar. 2. Sex ist over. Muss eigentlich gar nicht vorkommen. Wenn du ihn doch einbauen willst: Gib dir keine Mühe mit expliziten Beschreibungen oder diskreten Andeutungen. Gib dich abgeklärt. 3. Kindheitserinnerungen. Kindheitserinnerungen. Kindheitserinnerungen. 4. Baue deine Lieblingssongs in die Handlung ein. Aber Vorsicht: Die Frage "Blur oder Oasis?" interessiert nicht mehr. Stattdessen macht sich Indie-Konsens (Bright Eyes, Múm) gut. Auch schön: dein peinlichstes Lieblingslied. 5. Mach dich über politisches Engagement lustig. 6. Nimm dich nicht so ernst. Lasse deinen Protagonisten scheitern, elegantly wasted. 7. Kümmere dich nicht um ausgefeilte, originelle, interessante Sprache. Sprache ist was fürs Großbürgertum. Das alles hat er auswendig gelernt und sehr, sehr ernst genommen. (fis)

"Auch dies ist ein Buch für Verlassene und seine beträchtliche Komik keine selbstzweckhafte Witzelei auf Kosten eines wehrlosen Randvölkchens, sondern eher ein ähnlich preisgünstiger Trostspender wie der Alkohol, den man hier neben Ikea im staatlichen Geschäft kartonweise kauft." FAZ

"Das ist ungeheuer lustig!"

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.08.2005

Der innere Geysir
Isländische Wurzelbehandlung: Kristof Magnussons Romandebüt

Dies gleich vorweg: Ich war noch nie in Island. Oder sagt man: "auf Island"? Da fängt es schon an. Island war eben einfach nie ein Thema. Nicht in privater Hinsicht und auch nicht in der deutschen Gegenwartsliteratur. Rom ja, Florenz, ah, oder gleich griechische Inseln, Orient oder auch Kuba, der ganze warme südliche Wallungsraum eben. Um nach Reykjavík zu fahren, muß man schon besondere Gründe haben. Jaroslawa etwa ist Vulkanologin. In ihrer Heimat, der Slowakei, gibt es keine Vulkane. Deswegen ist sie hier. Raphael wiederum, der sich "dj différance" nennt, schätzt den Sinn fürs Experiment. In seiner Heimat, Frankreich, gibt es kein Publikum: "Die Leute in Paris wollen immer nur etwas, wozu man sich so bummbumm an Frauen reiben kann." Deswegen ist er hier.

Lárus aus Hamburg ist hier, weil er hier geboren ist, was vielleicht der dämlichste Grund ist, um in Island zu sein. Denn eigentlich müßte ja jeder junge Mensch froh sein, wenn er dort rauskommt (oder sagt man: "von dort runter"?). Der Dokumentarfilmer, der mit neun Jahren nach dem Tod seiner Mutter mit …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Christoph Schröder sieht durchaus einige Angriffspunkte in Kristof Magnussons Erstling, amüsiert sich bei der Lektüre aber dennoch königlich. Die Ausgangssituation sei keine sonderlich originelle: zwei frisch getrennte Pärchen auf Weihnachtsurlaub in Reykjavik, eins hetero-, eins homosexuell, und alle sehr verworren miteinander verbunden. Anfangs passiere erst einmal gar nichts, der Leser liege permanent auf der Lauer, und dann geht's los: In drastischem Tempo, mit "comicähnlicher Rasanz" geschehen die wildesten Dinge, die in einem "arg konstruiert wirkendem Showdown" enden. Hört sich arg negativ an, ist aber gar nicht so gemeint, denn der Spaß ist dabei nie auf der Strecke geblieben, stellt der Rezensent fest. Daher verzeiht er Magnusson auch manch eine übertriebene Effekthascherei, zumal sich der Autor als hervorragender Dialogschreiber voller Komik zeige. Trotz aller eventueller Kritik sieht Schröder in dem roman doch ein ziemlich rundes Ganzes, "die überwiegend geglückte Fortschreibung der Pop-Literatur der neunziger Jahre mit literarischen Mitteln".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.02.2006

Der Punk-Retrolook der Reiherente
Kristof Magnussons Island-Roman „Zuhause” gewinnt an Fahrt
Das Problem mit Island, sagt Lárus, der es wissen muss, ist, „dass inzwischen aus ganz Europa die Bekloppten hierher kommen.” Wegen der Elfen, Trolle und Feen, deretwegen isländische Straßenbauer schon mal eine Extra-Unterführung einplanen. Wegen der geringen Hemmschwelle alkoholisierter Jungbürger, die jede Nacht auf der sagenhaften Reykjaviker Kneipenzeile zum Tage machen. Und natürlich wegen der Isländer als solcher, diesem kinder- und erfolgreichen Menschenschlag, der sich als Erster genetisch kartographieren ließ und mit Stolz ein Erbgut bewirtschaftet, aus dem die vitalen Antriebe der alten Sagas noch nicht verschwunden sind. Wie schreibt man einen Roman über Island, ohne solchen Populärmythen auf den Leim zu gehen und ohne andererseits den falschen Eindruck zu erwecken, Island und das Islandbild der bekloppten Europäer seien in Wahrheit etwas ganz anderes?
Kristof Magnusson, 1976 in Hamburg geboren, kennt Island sowohl als Isländer wie als Gast vom Kontinent. Sein Island-Roman mit dem Gemütlichkeit vortäuschenden Titel „Zuhause” erzählt …

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Kristof Magnusson, geb. 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität Reykjavik. Seine Komödien 'Der totale Kick' und 'Männerhort' wurden in Berlin, Dresden, Köln und Bonn mit Erfolg aufgeführt. Er wurde mit dem Literaturförderpreis der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet und für seine Theaterstücke vom Deutschen Literaturfonds gefördert. Kristof Magnusson lebt in Berlin.

Leseprobe zu "Zuhause" von Kristof Magnusson

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Leseprobe zu "Zuhause" von Kristof Magnusson

Matilda sagte: "Ich habe mit Svend Schluss gemacht."

"Was soll denn das?"

"Woher soll ich wissen,was das soll?"

"Als wir vor drei Wochen telefoniert haben, hast du noch gesagt, es sei schön."

"Na und?"

"Ihr wolltet euch ein Landhaus kaufen, in Småland."

"Ja. Mit Kamin. Pff... - Es war eben einfach nur schön. Genau wie er. Er war so schön und intelligent..."

"... und sympathisch", sagte ich.

"Das auch noch! Und dauernd dieses Segeln."

"Segeln ist doch ... schön."

"Pff!"

"Du hast dir immer jemanden gewünscht, der segeln kann."

"Das ist es ja gerade. Er kann segeln, hat Stil und ist trotzdem kein Snob. Er hat Geld und ist trotzdem nett; aus guter Familie, aber kein Spießer; lieb und trotzdem cool; kann immer trinken, muss aber nicht. Er ist alles, was ich mir immer gewünscht habe. Alles gleichzeitig!"

Ich schwieg. Der arme hehre, ganz und gar vollkommene Svend.

"Und daneben dann ich!", fuhr Matilda fort. "Wie ein beflecktes Detail, das man vergessen hat, aus der sauberen schönen Prince-Denmark-Werbung rauszuschneiden."

"Du hast mit ihm Schluss gemacht, weil du nicht in eine Prince-Denmark- Werbung passt?"

"Ich habe Schluss gemacht,weil er reinpasst."

"Das kannst du doch nicht ernst meinen." Ich wusste, dass sie das sehr ernst meinte.

"Svend ist noch nicht einmal Däne", sagte ich dann.

"Schwede. Noch schlimmer. Bei denen ist alles immer so ... perfekt."

"Er war ja auch perfekt für dich."

"Er war nicht perfekt für mich, er war einfach nur perfekt. Das ist ein Unterschied. Ich habe mich neben ihm nicht ausgehalten. Eine merkwürdige Frau mit einem merkwürdigen Job in einer merkwürdigen Daunenjacke aus einem merkwürdigen Land. Ich hatte das Gefühl, er wollte sein Leben durch mich ironisch brechen, weil sonst alles zu perfekt gewesen wäre."

"Was ist daran schlimm, wenn etwas mal perfekt ist? Du wehrst dich so sehr dagegen, das ist ja ... neurotisch."

"Wenn du nicht so scheiß-glücklich wärest, könntest du gar nicht so reden."

"So ein Quatsch."

Kundenbewertungen zu "Zuhause" von "Kristof Magnusson"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
 
(2)
***** gut
***** weniger gut
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 01.11.2012 ***** ausgezeichnet
Ein wirklich gutes Buch - nicht nur für Islandfreunde. Magnusson schreibt beschreibt sehr gut die Atmosphäre und die vielen Dialoge gehören zu diesem film- oder Theaterbühnenstil. Die einzelnen Charakteren werden sehr gut herausgearbeitet, sodass man mehr und mehr erwarten kann, wie sich die einzelnen Personen verhalten werden. Außerdem gibt es sehr viele sehr lustige stellen in diesem Buch.
Da es im Dezember spielt und die Dunkelheit islands allgegenwärtig ist, liest es sich am besten auch in dieser Jahreszeit ;-)

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 01.12.2008 ***** sehr gut
Für Freunde der nordischen Länder! Magnusson beschreibt die Szene sehr gut und humorvoll. Eigenartig. Überraschender Plot. Empfehlenswert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von IMarceau Ina aus Bremerhaven am 26.11.2008 ***** sehr gut
Tolle Szene, faszinierendes Land, spannender Kriminalroman, stimmige Handlung, keine Sekunde langweilig. Guter Sprachstil. Unbedingt lesenswert.

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