Wikimanagement (eBook) - Ayelt Komus, Franziska Wauch
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Franziska Wauch Ayelt Komus 

Wikimanagement (eBook)

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Wikimanagement (eBook)

Ayelt Komus, Franziska Wauch
Wikimanagement
Was Unternehmen von Social Software und Web 2.0 lernen können
2008. XXI, 293 S., gb.
ISBN 978-3-486-58324-3


Wie schaffen es hunderttausende Menschen in ihrer Freizeit eine Enzyklopädie zu erstellen, die in der Qualität der seit Jahrhunderten renommierten Brockhaus-Enzyklopädie in nichts nachsteht und in der Quantität weit übertrifft? Warum veröffentlichen Millionen von Internetnutzern ihre Urlaubsbilder und Videos aus dem privaten Leben im Netz? Wieso funktioniert die Informationsversorgung durch Touristen und Privatleute oftmals besser als die Berichterstattung der großen Agenturen? Und warum versprechen sich Unternehmen wie Google oder die Holtzbrinck Gruppe so viel von derartigen Plattformen, dass deren Gründer über Nacht zu Millionären werden? Wie schaffte es eine australische Brauerei, vom Business Plan bis zur Produktionsplanung alle Prozesse von einer Internet-Community entwickeln zu lassen? Wie passt die lose Kollaboration im Netz zu mühsam ausgearbeiteten und über viele Jahrzehnte untersuchten Organisationsmodellen in Unternehmen? Was können Unternehmen von Wikipedia &, Co lernen?

Wikimanagement gibt nicht nur einen ausführlichen Überblick über die aktuelle Welt des Web 2.0, sondern stellt auch die Funktionsweise der Wikipedia und anderer Social Software-Systeme den wichtigsten organisationstheoretischen Ansätzen gegenüber. In Anwendungsfeldern wie Innovation, Projektmanagement, Marketing und vielen anderen wird deutlich gemacht, wie Unternehmen von Social Software-Technologie und -Philosophie lernen und profitieren können.

Das Buch beantwortet folgende Fragen:

I. Wie funktionieren Social Software-Angebote?

II. Welchen Erklärungsbeitrag leisten bestehende Organisationsansätze und welche Schlüsse muss die Organisationslehre aus den Erfahrungen ziehen?

III. Welches sind die Erfolgsfaktoren von Social Software und wie lassen sich Technologie und Erfolgsfaktoren in das Management übertragen und in Unternehmen nutzen? Diese Buchveröffenlichung ist gleichzeitig mit einem Experiment verbunden: Dem Wiki-Gedanken folgend sind die Inhalte unter http://www.wikimanagement.de frei veränderlich, so dass eventuelle Fehler, veraltete Fakten etc. unmittelbar durch Sie korrigiert werden können.



Produktinformation

  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783486583243
  • ISBN-10: 3486583247
  • Best.Nr.: 25786980
Professor Dr. Ayelt Komus promovierte bei Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August-Wilhelm Scheer am Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes. Er war Niederlassungsleiter der IDS Scheer AG und verfügt über langjährige Beratungserfahrung in den Bereichen Organisationsberatung, Geschäftsprozessmanagement und IT-Strategie. Er ist heute Unternehmensberater und Professor für Organisation und Wirtschaftsinformatik im Fachbereich Betriebswirtschaft der FH Koblenz. Weiterhin ist er wissenschaftlicher Leiter des Rechenzentrums der Fachhochschule Koblenz und Ko-Sprecher des Kompetenzzentrums für Virtuelle Organisation und Engineering.

Leseprobe zu "Wikimanagement (eBook)" von Franziska Wauch Ayelt Komus

A Das Social Software-Phänomen – Das Mitmach-Internet (S. 1-2)

„Wenn Sie diesen Text lesen und er Ihnen nicht gefällt – ja, dann
schreiben Sie doch einfach selbst einen. Aber rechnen Sie damit,
dass er immer wieder umgeschrieben, verbessert, gekürzt und womöglich
gelöscht wird, falls er nicht auf breite Zustimmung stößt.
Dieses Prinzip ist total modern und heißt ‚Wikisophie.".
Titus Arnu, „Bürger Jounalist",
in: Süddeutsche Zeitung vom 10. Dezember 2004, S. 35


A.1 Social Software-Systeme und Web 2.0

Die Verbreitung und der Umgang mit Wissen haben sich in den letzten Jahrhunderten enorm gewandelt. Die Entwicklung der Schrift war der entscheidende Schritt, um Wissen über Personen, Zeit und Raum zu speichern und zu transportieren. Als im Mittelalter von einer kleinen Elite bestimmt wurde, welches Wissen übermittelt wird, war die handschriftliche Wissensspeicherung auf wenige Personen begrenzt, fehleranfällig und vor allem die Vervielfältigung sehr kostenintensiv. Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Gutenberg führte zu einer regelrechten Revolution und zu einer neuen Form der Verbreitung des Wissens, des Wissensaustausches und der Wissensentwicklung. Die Kosten der Vervielfältigung fielen und Kopierfehler reduzierten sich. Damit war ein wichtiger Grundpfeiler für die Entstehung der heutigen Wissensgesellschaft gelegt.1

Im Laufe der Zeit verbreiteten Wissenschaftler, Autoren, Journalisten und Verleger eine neue Vielfalt an relevanten und irrelevanten Informationen, wobei der Zugang zur Gestaltung der Massenmedien de facto auf eben diese überschaubare Gruppe begrenzt war. Journalisten, Autoren und Wissenschaftler konnten ihre Informationen und ihre Sicht auf die Dinge publizieren. Doch für andere Gruppen waren die Zugangsbarrieren nach wie vor sehr hoch, so dass ihre Ansichten und ihr Wertschöpfungspotenzial verborgen blieben.

Mit den neuen Social Software-Systemen und den durch die Nutzer generierten Inhalten im Web 2.0 steht die Gutenberg’sche Druckerpresse im übertragenen Sinne nun allen kostengünstig und einfach zur Verfügung. Was dies tatsächlich bedeutet, lässt sich noch nicht erahnen. Bereits heute aber lässt sich erkennen, dass mit der neuen Medienwelt auch viele andere Einflussfelder den Alltag von Privatleuten und Unternehmen verändern. Dies wird in vielen Beispielen deutlich.

In der Berichterstattung rund um die erfolgreichen und oft auch kritisch betrachteten Geschichten im offener gewordenen World Wide Web vermischt sich noch vieles. Klare Definitionen und Abgrenzungen von Grundbegriffen wie Web 2.0 und Social Software werden noch diskutiert.

Einzelne Autoren unterscheiden zwischen Web 2.0 und Social Software,2 insgesamt ist es aber schwer, eine durchgängige, allgemein gebräuchliche Unterscheidung zwischen den Begriffen festzustellen, so dass in diesem Text auf eine Differenzierung zwischen den beiden Begriffen verzichtet wird.

Der Begriff Web 2.0 wurde von Tim O’Reilly und Dale Dougherty geprägt. Im Wesentlichen basiert nach O’Reilly das populär gewordene Schlagwort auf wenigen Prinzipien und Kernkompetenzen, die sich unter anderem durch Gegenüberstellung von herkömmlichen und neuen Web-Applikationen ergeben. So stand beispielsweise im klassischen Web 1.0 die von Experten erstellte und von Nutzern nur gegen Entgelt nutzbare Encyclopaedia Britannica als Nachschlagewerk zur Verfügung, im Web 2.0 ist es die kostenlose, freie, von Nutzern erstellte Wikipedia. Private Websites sind zunehmend durch Blogs ersetzt worden, die den Nutzern die Gelegenheit zur Vernetzung geben und Lesern die Möglichkeit zu Kommentaren. Zentrale Punkte sind die Nutzung von zentralen Webplattformen statt standardisierter Paketsoftware, das Vertrauen in Anwender als Mitentwickler und die Nutzung von Netzwerkeffekten und kollektiver Intelligenz sowie die Erreichung neuer Geschäftsmodelle. Inhalte sind im Web 2.0 wichtiger als das Design. Die nachfolgende Mindmap zeigt die seinerzeit erarbeiteten Grundsätze des Web 2.0.

Inhaltsangabe

Geleitwort ... 6
Danke! ... 8
Inhalt ... 10
Abbildungsverzeichnis ... 14
Tabellenverzeichnis ... 18
Gebrauchsanweisung für dieses Buch ... 20
A Das Social Software-Phänomen – Das Mitmach- Internet ... 24
A.1 Social Software-Systeme und Web 2.0 ... 24
A.2 Die Vielfalt des Web 2.0 ... 28
A.2.1 Wikis – Schnell, schnell aufschreiben, austauschen und finden ... 28
A.2.2 Weblogs, Foto-Alben und Mashups – Mehr als Tagebücher ... 30
A.2.3 Podcasting – Von den Möglichkeiten, sein eigener Programmchef zu sein ... 36
A.2.4 Soziale Netzwerke – Der Freund meines Freundes ... 40
A.2.5 Suche im Internet – Warum Google wissen möchte, ob wir gerne Dallas schauen ... 46
A.2.6 Social Bookmarking – Was finden die anderen gut? ... 50
A.2.7 Bewertungssysteme – Wie gut ist das Hotel? ... 53
A.2.8 Virtuelle Welten – Das zweite Leben im Web ... 55
A.2.9 Open Source Software – Mehr als Linux ... 59
A.3 Die Wikipedia-Story ... 65
A.3.1 Die Geschichte der Wikipedia – Eine Erfolgsstory ... 65
A.3.2 Die Projekte der Wikimedia Foundation – Bücher, Nachrichten und mehr ... 69
A.3.3 Die Grundprinzipien der Wikipedia – Die 5 Säulen ... 74
A.3.4 Die Wikipedia-Gemeinschaft – Wer macht mit? ... 76
A.3.5 Aufbau und Funktionsweise der Wikipedia ... 81
A.3.6 Machtstruktur und Entscheidungsfindung – Wenn die Gemeinschaft sich streitet ... 89
A.3.7 Qualität, Vandalismus und Missbrauch – Wieso ist die Wikipedia besser als der Brockhaus? ... 92
A.3.8 Wikipedia – Kurz gefasst ... 98
A.4 Social Software-Systeme – Mehr als Technologie ... 99
B Social Software und Organisationsansätze – Social Software als soziotechnisches System ... 102
B.1 Die klassischen Organisationsansätze ... 103
B.1.1 Der Bürokratieansatz von Max Weber – Alles muss seine Ordnung haben ... 103
B.1.2 Scientific Management – Der Mensch als Maschine ... 106
B.1.3 Die Administrations- und Managementlehre nach Fayol – Kommunikation entlang der Linie ... 109
B.1.4 Die Betriebswirtschaftliche Organisationslehre – Aufbau und Ablauf organisieren ... 110
B.1.5 Die klassischen Ansätze und Wikipedia ... 111
B.2 Die verhaltensorientierten Organisationsansätze ... 113
B.2.1 Der Human-Relations-Ansatz – Der Mensch als soziales Wesen ... 113
B.2.2 Die Anreiz-Beitrags-Theorie – Leistung durch Anreize ... 114
B.2.3 Die motivationstheoretischen Ansätze ... 117
B.3 Die situativen Ansätze – Der komplexe Mensch ... 124
B.4 Die systemorientierten Ansätze ... 131
B.4.1 Die St. Galler Systemansätze – Kybernetik und Evolution in Organisationen ... 131
B.4.2 Der soziotechnische Ansatz – Mensch und System ... 136
B.4.3 Die systemtheoretischen Ansätze und Wikipedia ... 138
B.5 Moderne organisationstheoretische Ansätze ... 141
B.5.1 Die Lernende Organisation – Organisationen als Wissenssysteme ... 141
B.5.2 Die Virtuelle Organisation – Unternehmen ohne Grenzen ... 150
B.6 Organisationstheoretische Ansätze und Wikipedia – Kontraste und Gemeinsamkeiten ... 154
B.7 Alternative Organisationsmodelle ... 157
B.7.1 Open Source-Organisation – Die Kathedrale und der Basar ... 157
B.7.2 Wisdom of Crowds und Schwarmintelligenz – Wieso der Publikumsjoker der wertvollste ist ... 163
C Wikimanagement – Anwendungsfeldervon Social Software im Management ... 168
C.1 Erfolgsfaktoren von Social Software-Systemen – Mehr als Technologie ... 168
C.2 Die Erfolgsfaktoren von Social Software – Anwendungsfelder im Unternehmen ... 178
C.2.1 Wikimanagement – Social Software-Erfolgsfaktoren im Management ... 178
C.2.2 Wissen managen – Mehr als Sammeln und Dokumentieren ... 183
C.2.3 Human Resources und Blended Learning – Mitarbeiter finden, motivieren und entwickeln ... 199
C.2.4 Projektmanagement – Einfacher und schneller gemeinsam arbeiten ... 216
C.2.5 Produkt- und Innovationsmanagement – Produkte vom Kunden für den Kunden ... 228
C.2.6 Kommunikation – Dialog interaktiv ... 245
C.2.7 Geschäftsprozessmanagement – Die Ab-Teilung der Abteilungen überwinden ... 259
C.2.8 Change Management – Den Unternehmenswandel unterstützen und gestalten ... 276
C.3 Wikimanagement – Ein Scheinriese? ... 282
D Das Wikimanagement-Wiki ... 288
Literaturverzeichnis ... 290
Stichwortverzeichnis ... 310
Die Autoren ... 316