Mustererkennung - Gibson, William

William Gibson 

Mustererkennung

Roman

Übersetzung: Holfelder-von der Tann, Cornelia; Schuenke, Christa
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Mustererkennung

Keiner schreibt über unsere Zeit wie William Gibson

Merkwürdige Clips, um die sich ein regelrechter Kult gebildet hat, geistern durch das Internet. Tausende von Usern weltweit sind geradezu süchtig nach diesen winzigen Schnipseln Videomaterial. Cayce Pollard, hoch bezahlte Marketingspezialistin mit einem untrüglichen Gespür für Trends, soll herausfinden, wer sich hinter den geheimnisvollen Filmchen verbirgt. Ihre Aufgabe führt sie nicht nur bis nach Moskau und Tokio, sondern auch tief in die Abgründe des World Wide Web...



Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 459 S.
  • Seitenzahl: 459
  • Heyne Bücher Nr.52204
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 121mm x 42mm
  • Gewicht: 385g
  • ISBN-13: 9783453522046
  • ISBN-10: 3453522044
  • Best.Nr.: 29608659
"Best Book of the Year 2003" (Washington Post)
"... unzweifelhaft sein bestes Buch seit 'Biochips'. Gibsons Stil ist gelassener als früher ... sein laserscharfes Kulturradar treibt die Geschichte voran. Ein glattes, ein sehr menschliches Stück Literatur von dem Vater des Cyberpunk." (Kirkus Review)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.07.2004

Die Welt in der Tasche

Die lassen sich ohne Probleme in ein Gepäcknetz heben: Vier Kilo und 100 Gramm. Leicht wie Liebesbriefe, schwerelos wie Schwertkämpfer-Ballette, hochfliegend wie neue Visionen vom 21. Jahrhundert, luftig wie die Sommermode und perlend wie Tschechows letztes Glas Champagner.

Auch wenn man deshalb den Urlaub bis in den August verschieben und den Laptop einpacken muß: Es lohnt sich. Denn endlich gibt es dann Vol. 1 und Vol. 2 von Kill Bill (beide bei Buena Vista Home Entertainment; Teil zwei als Import im August, auf deutsch ab September) auf DVD. Endlich können wir den Film so sehen, wie er gesehen werden muß, wie er sein sollte, bevor Quentin Tarantino und sein Produzent Harvey Weinstein beschlossen, das große Samuraischwert zu nehmen, mit dem Uma Thurman so gnadenlos aufräumt, und einen sehr, sehr langen in zwei normallange Filme zu zerteilen. Kinos, die einem ein Double Feature bieten, gibt es ja sowieso nicht mehr, da hilft halt nur noch der Bildschirm.

Ein Making-of für den ersten Teil ist übrigens ebenso im Bonustrack von Vol. 1 zu finden wie zusätzliche Musikstücke, und wem danach ist, der kann jetzt auch von …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

In den Augen des Rezensenten Kolja Mensing ist dieser jüngste Roman des als Erfinder des "Cyperpunks" berühmt gewordenen Schriftstellers William Gibson ein "Abgesang auf das Genre der Science-Fiction-Literatur" - was Mensing bemerkenswert findet, weil Gibson sich bisher vor allem mit recht "treffsicheren Aussagen über die Zukunft" hervorgetan hat. Dieser "etwas spröde Zeit- und Ideenroman" nun, in dessen Mittelpunkt Cayce, eine recht ungewöhnliche Mitarbeiterin der modernen Werbeindustrie, steht, ist in Mensings Augen vor allem deshalb interessant, weil Gibson darin von der "neoromantischen Sehnsucht nach neuen, sinnstiftenden Erlebnissen erzählt". Ihm gelingt es nach Meinung des Rezensenten, mit "pathetischen Erkenntnissen zu spielen, ohne selbst pathetisch zu sein". Daran steckt nach Mensings Meinung genug Potenzial für einen gelungenen Roman. Deswegen ist es seiner Meinung nach verzeihlich, dass der Roman weder "komplexe Charaktere" noch "überraschende psychologische Einsichten" bereit hält - solche Qualitäten erwartet er von Gibson sowieso nicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

"In seinem perspektivenreichen Roman zeichnet Gibson erschreckend klar das Bild unserer globalisierten Welt."
Lisa Zeidner, The New York Times

New York Times: Notable Book

L. A. Times: Best Book of the Year 2003

Washington Post: Best Book of the Year 2003

"... unzweifelhaft sein bestes Buch seit Biochips. Gibsons Stil ist gelassener als früher ... sein laserscharfes Kulturradar treibt die Geschichte voran. Ein glattes, ein sehr menschliches Stück Literatur von dem Vater des Cyberpunk."
Kirkus Review


kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Vor 20 Jahren revolutionierte Gibson die Science Fiction-Literatur mit einem einzigen Buch: Neuromancer. Gibson erschafft Welten, die für jeden Attack-Aktivisten der pure Albtraum sind: Globale Konzerne herschen über die Welt, das Internet sorgt für Cyberwelten in den Köpfen der User, die Vernetzung der Menschheit durch gleichgeschaltete Medien schreitet unaufhaltsam voran. In dem aktuellen Roman bewegt sich Gibson an einer Bruchstelle unserer eigenen Gegenwart. Werbeagenturen gehören zu den mächtigsten Konzerne der Weltwirtschft, wichtig sind Logo, Image und Marktchancen der Produkte. Cayce Pollard ist eine Coolhunterin. Mit perfekter Treffsicherheit kann sie voraussagen, ob ein Marken-Logo eine Chance auf dem Weltmarkt hat. Doch der nächste Auftrag der Werbeagentur Blue Ant geht weiter. Cayce soll die Urheber sogenannter Clips ausfindig machen, die eine wachsende Fangemeinde im Internet gewinnt. Blue Ant sieht ein neues, wichtiges Marketing-Tool in den Clips. Die Suche nach der Quelle wird für Cayce zu einer lebensbedrohenden Angelegenheit. Gibson braucht gut 100 Seiten, bis der Roman richtig in die Gänge kommt, doch dann hat den Leser gepackt mit einer spannenden Story und einer Welt, die der unseren schon so verdammt ähnlich ist. (am)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.09.2004

Im Dienst der Blauen Ameise
Alle kämpfen an der Front der Gegenwart in William Gibsons Roman „Mustererkennung”
Es gibt keinen anderen Schriftsteller, der so sehr mit dem Internet assoziiert wird wie William Gibson. Er ist der Schöpfer des Begriffs „Cyberspace”. Seit dem Roman „Neuromancer” aus dem Jahr 1984 gilt er zudem als Vater des Cyberpunk, einem Science-Fiction-Subgenre, in dem gesellschaftliche Außenseiter im Netz einer unmenschlich gewordenen, oft virtuellen High-Tech-Welt gefangen sind. Als 1991 in den USA Katie Hafners und John Markoffs bekanntes Buch über die Welt der Hacker erschien, nannten sie es „Cyberpunk”. Gibsons Welt war mit der populären Imagination bereits kurzgeschlossen.
Doch so groß Gibsons Einfluss auf Vorstellungswelten und Literaturgeschichte gewesen ist - seit einiger Zeit scheint sich der 1948 geborene Amerikaner, der heute bei Vancouver lebt, immer weniger für „Cyber” und „Zukunft” zu interessieren. Sein neuer Roman „Mustererkennung” spielt in der Gegenwart, und das, was an ihm futuristisch anmutet, verdankt sich der privilegierten Sphäre, in der sich seine Heldin bewegt. Punk ist in …

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William Gibson wurde 1948 in South Carolina geboren und lebt heute in der Nähe von Vancouver. Mit seinem ersten Roman, Neuromancer, 1984 veröffentlicht, etablierte er das neue Genre des Cyberpunk. Mustererkennung ist seit sieben Jahren sein erster Roman.

Leseprobe zu "Mustererkennung" von William Gibson

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Leseprobe zu "Mustererkennung" von William Gibson

1: NACHT IM NETZ

Fünf Stunden Zeitunterschied zwischen New York und London. Cayce Pollard erwacht in Camden Town, belauert von den schaurigen, endlos kreisenden Wölfen der Dysrhythmie.

Es ist die matte, gespenstische Unstunde, limbische Impulse schwappen durch die graue Substanz, erratische Regungen des Stammhirns funken inadäquates Reptilienverlangen nach Sex, Nahrung, Betäubung, obwohl im Augenblick nichts davon real verfügbar ist.

Nicht mal Nahrung, denn Damiens neue Küche enthält so wenig Essbares wie die Ausstellungsstücke ihres Designers in der Camden High Street. Sehr hübsch, die Oberschränke kanariengelb beschichtet, die Unterschränke ungebeiztes, klarlackversiegeltes Apfelbaumfurnier. Blitzsauber und so gut wie leer, bis auf eine Packung mit zwei trockenen Weetabix-Pellets und ein paar losen Beuteln Kräutertee. Gähnende Leere im Kühlschrank, Made in Germany, der noch so neu ist, daß es darin nur nach Kälte und langkettigen Polymeren riecht.

Jetzt, da sie das weiße Rauschen Londons hört, ist ihr klar, daß Damiens Jetlagtheorie stimmt: daß ihre Seele meilenweit hinterher hängt, erst langsam eingeholt wird, an einer geisterhaften Nabelschnur, in der längst verschwundenen Wirbelspur ihres Flugzeugs hoch über dem Atlantik. Seelen können sich nicht so schnell fortbewegen, also bleiben sie zurück, und man muß auf sie warten wie auf verloren gegangenes Gepäck.

Sie fragt sich, ob das mit dem Alter schlimmer wird, die namenlose Stunde noch unendlicher, unwirklicher, das Gefühl dabei noch seltsamer und gleichzeitig weniger interessant.

Wie betäubt liegt sie hier im Halbdunkel in Damiens Schlafzimmer, unter einem topflappenartig silbrigen Ding, das vom Hersteller garantiert nicht zum Zudecken vorgesehen ist. Aber sie war zu müde, um sich eine Bettdecke zu suchen. Die Laken zwischen ihrer Haut und der schweren Hightec-Tagesdecke sind aus seidigem, weichem Jacquardsatin und riechen schwach nach - Damien vermutlich. Aber nicht schlecht. Eigentlich sogar ganz angenehm; in dieser Situation ist jeder sinnliche Kontakt zu einem Mitsäugetier willkommen.

Damien ist ein Freund.

Unsere Steckverbindungen sind nicht kompatibel, würde er sagen.

Damien ist dreißig, Cayce zwei Jahre älter, aber er hat ein sorgsam isoliertes Unreifemodul in sich, etwas Scheues, Dickköpfiges, das den Geldgebern zuerst unheimlich war. Beide sind sie hervorragend in ihrem Job, und beide haben sie keine Ahnung, warum.

Wenn man Damien googelt, findet man einen Regisseur von Musikvidoes und Werbespots. Googelt man Cayce, findet man "Coolhunter", und wenn man genau hinguckt, vielleicht auch noch ein paar Hinweise darauf, daß sie so eine Art "Sensitive" ist, eine Wünschelrutengängerin in der Welt des globalen Marketings. ...

Sie setzt sich in seinen hochlehnigen Bürossessel und drückt die Taste der transparenten Maus. Infrarotflackern auf dem hellen Holz der langen Schreibtischplatte. Der Browser kommt hoch. Sie gibt Fetish:Footage:Forum ein, was Damien mit seiner Virenangst niemals bookmarken würde.

Die Startseite baut sich auf, so vertraut wie das Wohnzimmer eines Freundes. Ein Frame-Grab aus #48 dient als Hintergrund, düster und fast monochrom, keine Personen. Das ist eine der Sequenzen, die Vergleiche mit Tarkowski provozieren. Von Tarkowski kennt sie eigentlich nur ein paar Stills, obwohl sie einmal bei Stalker im Kino eingeschlafen ist; eine Endloseinstellung, Pfütze auf kaputtem Mosaikboden, senkrecht von oben in Großaufnahme. Aber sie gehört nicht zu denen, die sich viel davon versprechen, die vermeintlichen Einflüsse auf den Filmemacher zu analysieren. Der Clip-Kult unterteilt sich in jede Menge Untersekten, die alle möglichen Einflüsse erkannt haben wollen: Truffaut, Peckinpah ... Die Peckinpah-Fraktion, deren Theorie wohl die abwegigste ist, wartet immer noch darauf, daß geballert wird.

Sie geht jetzt ins eigentliche Forum, überfliegt automatisch die Titel der Postings und die Namen der Absender in den neueren Threads, hält Ausschau nach Freunden, Feinden, Neuigkeiten. Eins ist allerdings auf den ersten Blick klar: daß kein neuer Clip aufgetaucht ist. Der letzte war dieser lange Strandschwenk, wobei sie allerdings nicht die Auffassung teilt, daß es sich dabei um Cannes im Winter handelt. Auch die französischen Clipheads, die stundenlang ähnliche Szenerien gefilmt haben, konnten kein überzeugendes Pendant liefern.

Außerdem sieht sie, daß ihr Freund Parkaboy wieder in Chicago ist, zurück von seinem Amtrak-Trip nach Kalifornien, doch als sie sein Posting öffnet, stellt sie fest, daß er buchstäblich nur Hallo sagt.

Sie klickt auf Beantworten, gibt als Usernamen CayceP ein. Hi, Parkaboy. nt.

Als sie auf die Forumsseite zurückgeht, ist ihr Posting da.

Das ist so eine Art transportables Zuhause. Das Forum ist inzwischen einer der konstantesten Orte in ihrem Leben, wie ein vertrautes Café irgendwie jenseits von Geographie und Zeitzonen.

Es gibt etwa zwanzig Leute, die regelmäßig im F:F:F posten, und eine unbekannte, aber wesentlich größere Zahl von Mitlesern. Im Moment sind drei Leute im Chat, aber wer das ist, weiß man erst, wenn man selbst drin ist, und im Chatroom fühlt sie sich nicht so wohl. Es ist komisch dort, selbst mit Freunden, als ob man in einem stockdunklen Keller sitzt und über eine Entfernung von fünf Metern miteinander redet. Das hektische Tempo, die Kürze der Mitteilungen im Thread und das Gefühl, daß alle durcheinander quasseln, das schreckt sie ab.

Der Cube seufzt leise und macht subliminale Festplattengeräusche, wie ein Oldtimer-Sportwagen, der auf einem fernen Freeway dahinschnurrt. Sie nippt an ihrem Tee-Ersatz, aber er ist noch zu heiß. [...]

9 Marktplatz-Angebote für "Mustererkennung" ab EUR 1,99

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 1,99 1,20 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Barryman 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,50 1,20 Banküberweisung, PayPal, Selbstabholung und Barzahlung Martin_Johannse n 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,50 1,20 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) toverster 100,0% ansehen
wie neu 2,50 1,80 Banküberweisung Heinz-Peter 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,90 1,30 Banküberweisung andina 99,9% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,90 1,40 Banküberweisung ines`Bücherwelt 99,8% ansehen
wie neu 5,90 1,20 Banküberweisung Donlesi 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 9,01 1,15 sofortueberweisung.de, Banküberweisung Anpamaho Bücherland 100,0% ansehen
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