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Strategien gegen die digitale Verdummung

Susanne Gaschke 

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Mehr als eine engagierte Streitschrift: eine Anleitung zum Umdenken. Wie gehen wir mit den elektronischen Medien um? Susanne Gaschke räumt auf mit dem Unsinn, die Medienwelt sei quasi naturgegeben und jeder Kritiker von gestern. Medien sind Produkte auf einem Markt, es geht um sehr viel Geld. Das Gerede von den »neuen Sehgewohnheiten« der »Jugend heute« ist Marketinglyrik der Hersteller. Wie jedoch prägt eine intensive, unkritische Mediennutzung die Menschen? Das Gedaddel der Kids signalisiert Souveränität - wirklich sinnvoll bedienen kann die Geräte aber nur, wer über Lernkompetenz verfügt. Die jedoch bekommt man nur durch Lesen und Verstehen.


Produktinformation

  • Verlag: Herder, Freiburg
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 200 S.
  • Seitenzahl: 200
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 142mm x 22mm
  • Gewicht: 364g
  • ISBN-13: 9783451299964
  • ISBN-10: 3451299968
  • Best.Nr.: 25663069
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.04.2009

Glorifizierte Zeitverschwendung
Das Plädoyer einer pragmatischen Netznutzerin für den kritischen Umgang mit dem Internet
Kein Zweifel, das Internet hat unsere Welt verändert. Es ist Bestandteil unseres Alltags geworden wie die Waschmaschine und das Auto. Inzwischen verwenden zumeist auch diejenigen die neuen digitalen Techniken, die noch vor wenigen Jahren darin Teufelszeug sahen. Weil sie in vielerlei Hinsicht einfach nützlich sind. Eigentlich könnten also Befürworter und Gegner des Internets ihre Rhetorik abrüsten. Wenn es da nicht die beseelten Propheten der totalen Digitalisierung gäbe, die uns den Himmel auf Erden versprechen, die vom Internet als der großen Job-Maschine schwärmen, als Königsweg zur Demokratisierung des Wissens und zur direkten Demokratie, als Ansporn zu lebenslangem selbstbestimmten Lernen und zur Erweiterung menschlicher Erfahrung im Cyberspace.
Die Journalistin Susanne Gaschke gehört zu den pragmatischen Netz-Nutzern, und eben deswegen misstraut sie den großen Verheißungen der Digitalisten. „Wie gut tut das Netz unserer Gesellschaft? Löst es die großen Versprechen der Digitalisten ein? Bringt es tatsächlich mehr Nähe …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ein wenig einseitig scheint Rezensent Jörg Thomann diese Kritik des Internets von Susanne Gaschke, die darin wider die "digitale Verdummung" wettert. Im Zentrum des Buchs sieht er die negativen Folgen der Digitalisierung, vom Rückgang des Lesens und der Lesefähigkeit über den Wandel des Freundschaftsbegriffs in sozialen Netzwerken bis zu den Gefahren von Datensammlungen. Den Siegeszug des Netzes betrachte die Autorin als Teilerfolg des flexiblen Kapitalismus und führe dafür Klassiker wie Adorno, Habermas und Neil Postman sowie etliche Internetkritiker an. Thomann findet viele Punkte Gaschkes "bedenkenswert", das Buch insgesamt aber auch "etwas ermüdend".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.09.2009

Wer nur zuschaut, will nicht schimpfen

Von Blödmachern und gläubigen Digitalisten: Susanne Gaschke, Michael Jürgs und Alexander Kissler erblicken ein verdummendes Volk und machen als Schuldige die Massenmedien aus.

Generation Doof: Wie blöd sind wir eigentlich?", "Die verblödete Republik", "Verblöden unsere Kinder?": Die Blüte der Blödheitsbücher ist nicht zu übersehen. Die Diagnose, dass es mit unserer Zivilisation den Bach runtergeht, scheint glaubwürdig und marktgängig, mancher Autor dürfte sich dank ihr dumm und dämlich verdient haben. Als ursächlich für die Verblödung gelten Schule, Unis, Politik. Sowie, an erster Stelle, die Medien. Nun sind wieder drei neue Verblödungsbücher erschienen, die trotz erkennbarer Unterschiede in Herangehensweise und Niveau manches gemeinsam haben. Ihre Autoren bezichtigen jeweils ein Medium der Blödmacherei, allerdings nicht jenes, für das sie selbst beruflich arbeiten.

Zwei von ihnen, Michael Jürgs und Alexander Kissler, wählen das Fernsehen, das man als Verdummungsinstrument im Internetzeitalter längst auf dem absteigenden Ast wähnte. Beide bemühen prominente Helfer: Kissler, der …

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Glorifizierte Zeitverschwendung

Das Plädoyer einer pragmatischen Netznutzerin für den kritischen Umgang mit dem Internet

Kein Zweifel, das Internet hat unsere Welt verändert. Es ist Bestandteil unseres Alltags geworden wie die Waschmaschine und das Auto. Inzwischen verwenden zumeist auch diejenigen die neuen digitalen Techniken, die noch vor wenigen Jahren darin Teufelszeug sahen. Weil sie in vielerlei Hinsicht einfach nützlich sind. Eigentlich könnten also Befürworter und Gegner des Internets ihre Rhetorik abrüsten. Wenn es da nicht die beseelten Propheten der totalen Digitalisierung gäbe, die uns den Himmel auf Erden versprechen, die vom Internet als der großen Job-Maschine schwärmen, als Königsweg zur Demokratisierung des Wissens und zur direkten Demokratie, als Ansporn zu lebenslangem selbstbestimmten Lernen und zur Erweiterung menschlicher Erfahrung im Cyberspace.

Die Journalistin Susanne Gaschke gehört zu den pragmatischen Netz-Nutzern, und eben deswegen misstraut sie den großen Verheißungen der Digitalisten. „Wie gut tut das Netz unserer Gesellschaft? Löst es die großen Versprechen der Digitalisten ein? Bringt es tatsächlich mehr Nähe und Authentizität, mehr Verständnis und Engagement in die Politik? Verändert es die ‚alte‘ Medienlandschaft zum Guten oder zum Schlechten? Macht es den Einzelnen gebildeter, bringt es ihm das (lebenslange) Lernen bei? Wie ist das Verhältnis der Netzkultur zu dem, was man früher als ‚bildungsbürgerlichen Kanon‘ bezeichnet hat? Wie verändert das Netz die Bedeutung des Begriffs ‚Freundschaft‘? Und wie sieht es in diesem stets als ‚dezentral‘ und ‚nicht hierarchisch‘ gepriesenen Medium mit Kontrolle aus?”

Das sind Fragen, denen in diesem Buch nachgegangen wird. Sie münden in die fundamentale Frage nach dem Menschenbild, von dem sich die Euphoriker des Netzes leiten lassen: „Welchen Menschentyp braucht das Netz?” Freilich, wer diese Fragen stellt, kommt allzu leicht in den Geruch, ein Fortschrittsfeind zu sein, ein Kulturpessimist. Unsere Gesellschaft, die sich widerstrebend dazu bereitgefunden hat, bei neuen Autobahnen und Industrieanlagen nach den ökologischen Auswirkungen zu fragen, nimmt die frohen Botschaften der Digitalisten ungeprüft hin. Das Bedrückendste ist, dass dies auch für viele Lehrer und für das Gros der Bildungspolitiker gilt. Parlamentsausschüsse stellten sich, so Gaschke, kritiklos in den Dienst der Vertriebsabteilungen von Computerfirmen, um mit öffentlichem Geld Schulen und Kindergärten mit Computern und fragwürdiger E-Learning-Software auszustatten, ohne je deren Bildungswirkung zu überprüfen. Da aber die Ressourcen begrenzt sind, fehle dann das Geld dort, wo es sinnvoller eingesetzt werden könnte: zum Beispiel für Ganztagsschulen oder für spezielle Leseförderung.

Gaschkes Buch plädiert für einen nüchternen Umgang mit den digitalen Techniken. Wenn wie in Winnenden ein jugendlicher Amokläufer ein Blutbad anrichtet und sich – wieder einmal – zeigt, dass der Konsum von Gewaltvideos dabei eine Rolle spielte, stellt sich Nachdenklichkeit ein, die aber schnell wieder verfliegt. Denn die große Mehrzahl der Medienpädagogen und Kommunikationswissenschaftler neigt dazu, dem jugendlichen Umgang mit dem Netz ungeprüft alle möglichen positiven Wirkungen nachzusagen. Diese Überhöhung, so die Autorin, „glorifiziert normale Zeitverschwendung zur Zukunftsvorbereitung; sie sanktioniert einen Freundschaftsbegriff, dem jede Entsprechung in der wirklichen Welt fehlt; und sie unterstützt eine Tendenz zur unreflektierten Selbstdarstellung, die jugendlicher Identitätsentwicklung sehr wohl schaden kann: indem sie suggeriert, Freundschaft und Anerkennung seien ohne Mühe zu haben.”

Ein Buch, das zum Innehalten und Nachdenken anregt, zum Beispiel darüber, ob das Neue, nur weil es neu ist, auch schon immer gut ist. Wer sich sein eigenes Urteil bilden möchte, statt alles zu akzeptieren, was mit dem Etikett „modern” daherkommt, findet hier die Argumente, die er für eine vernünftig abwägende Entscheidung braucht. Vor allem Eltern, Lehrern und Bildungspolitikern ist die Lektüre dringend zu empfehlen.

JOHANO STRASSER

SUSANNE GASCHKE: Klick. Strategien gegen die Verdummung. Herder, Freiburg i. B. 2009. 199 S., 19,95 Euro.

Gymnasiastinnen im Informatikunterricht. Foto: ddp

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Susanne Gaschke, geb. 1967, studierte Anglistik, Öffentliches Recht und Pädagogik und machte eine Ausbildung an der evangelischen Journalistenschule. Seit 1997 ist sie Redakteurin bei der Wochenzeitung DIE ZEIT. Dort schreibt sie sowohl über Themen aus der Bildungs- und Familienpolitik als auch über die Herausforderungen der Informationsgesellschaft. Außerdem verantwortet sie den Bereich "Junge Leser". Sie hat zwei erfolgreiche Bucheditionen für Kinder herausgegeben und betreut die wöchentlich erscheinende KinderZEIT.
Susanne Gaschke ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt mit ihrer Familie in Kiel.

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