Möbel, Kunst und feine Nerven - Muscheler, Ursula

Ursula Muscheler 

Möbel, Kunst und feine Nerven

Henry van de Velde und der Kultus der Schönheit 1895-1914

Buch mit Leinen-Einband
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
25 ebmiles sammeln
EUR 25,00
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Möbel, Kunst und feine Nerven

Als der Belgier Henry van de Velde um 1900 nach Berlin kam, war er ein Star. Nicht nur in der deutschen Hauptstadt, überall, wo man sich im deutschen Kaiserreich nach neuester Mode einrichten wollte, wurden Möbel und ganze Gebäude bei dem exzentrischen Geschmacksdiktator bestellt. Van de Velde, der mit Dandys, Industriellen und Künstlern um Harry Graf Kessler und Hugo von Hofmannsthal gegen bourgeoise Spießigkeit zu Felde zog und das Leben als Gesamtkunstwerk inszenierte, stieg auf - und wieder ab. 1914 wurde der Belgier zum feindlichen Ausländer und musste in die Schweiz fliehen. Wie sehr er da schon die deutsche Städtelandschaft geprägt hatte, ist in den Treppenhäusern, Wohnungen und Villen unserer Städte unübersehbar.


Produktinformation

  • Verlag: Berenberg
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 199 S. m. Fotos.
  • Seitenzahl: 199
  • Deutsch
  • Abmessung: 232mm x 167mm x 20mm
  • Gewicht: 462g
  • ISBN-13: 9783937834504
  • ISBN-10: 3937834508
  • Best.Nr.: 34548697
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2012

Schöner wohnen aber muss unter allen der Dichter

Er baute Salons für Übermenschen und Ästheten: Ein Buch über die Weimarer Jahre des belgischen Innenarchitekten Henry van de Velde.

Von Martin Mosebach

Das erste vollständig nach dem Geschmack des Autors gestaltete Wohnhaus eines Dichters war ohne Zweifel Goethes Haus am Frauenplan in Weimar. Der Großanreger der Dichterzunft steht am Anfang der Bewegung, die Dichter veranlasste, ihren Häusern eine besondere Prägung zu verleihen. In der Vorstellung, dass der Dichter anders wohnen muss als seine Leser und als jene, die niemals ein Buch von ihm aufschlagen werden, ist gewiss zunächst eine stark empfundene Distanz zur Gesellschaft enthalten: der Dichter schöpft aus anderen Quellen als sein Publikum, Trivialität und Hässlichkeit verletzen ihn, sein Leben soll aus einem Guss sein, die Schönheit seiner Verse muss durch seinen praktischen Schönheitssinn beglaubigt werden.

Dazu tritt ein bedeutsames kulturhistorisches Faktum. Goethes Lebenszeit sah zum ersten Mal in der Geschichte das Auftreten philosophisch einflussreicher Ästheten, die sich mit dem Entwerfen von Innenräumen …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ausführlich und ein wenig mäandernd, insgesamt aber positiv bespricht Schriftsteller Martin Mosebach diesen Band über einen berühmten Kunsthandwerker und seine Dichterhäuser. Das späte 19. Jahrhunderts setzte gegen die aufkommende Serienproduktion und Industrialisierung die Idee des Handgemachten und lud sie sogar mit großem Pathos auf, schildert Mosebach, der dieser Idee Sympathie, aber auch Ironie entgegenbringt. So ganz zu überzeugen scheinen ihn die Interieurs van de Veldes nicht, die ihn in einer abschließenden Bemerkungen an "bauchige Barockkommoden" erinnern. Aber die Beschwörung dieser Zeit durch Muschelers Buch beschreibt er als lehrreich und unterhaltsam.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ursula Muscheler, in Stuttgart promovierte Architektin, betreibt ein Architekturbüro in Düsseldorf. Gleichzeitig ist sie eine versierte Kennerin und Vermittlerin der Architekturgeschichte.

Ein Marktplatz-Angebot für "Möbel, Kunst und feine Nerven" für EUR 15,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 15,00 1,20 Banküberweisung Platonos 100,0% ansehen
Mehr von