Der weiße Tiger - Adiga, Aravind

Der weiße Tiger

Winner of the Booker Prize 2008

Aravind Adiga 

Aus d. Engl. v. Ingo Herzke
 
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Der weiße Tiger

Balram Halwai ist ein ungewöhnlicher Ich-Erzähler: Diener, Philosoph, Unternehmer, Mörder. Im Verlauf von sieben Nächten und in der Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten erzählt er uns die schreckliche und zugleich faszinierende Geschichte seines Erfolges - der ihm keineswegs in die Wiege gelegt war. Balram - der 'weiße Tiger' - kommt aus einem Dorf im Herzen Indiens. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Hinter dem Steuer eines Honda City entdeckt Balram - und wir mit ihm - eine neue Welt. Balram sieht, wie seinesgleichen, die Diener, aber auch ihre reichen Herren mit ihrer Jagd nach Alkohol, Geld, Mädchen und Macht den Großen Hühnerkäfig der indischen Gesellschaft in Gang halten. Durch Balrams Augen sehen wir das Indien der Kakerlaken und Call Center, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafés, der Wasserbüffel und des mysteriösen 'weißen Tigers'. Mit seinem ebenso unwiderstehlichen wie unerwarteten Charisma erzählt uns Balram von seiner Flucht aus dem Hühnerkäfig, dem Sklavendasein - eine Flucht, die ohne Blutvergießen nicht möglich ist. Eine Geschichte voller sprühendem Witz, Spannung und fragwürdiger Moral, erzählt in einem unnachahmlichen und fesselnden Ton. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas - dies ist das Indien von heute. Und mehr als das. In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. Amoralisch und respektlos, anrührend und absolut zeitnah.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 318 S.
  • Seitenzahl: 318
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 150mm x 31mm
  • Gewicht: 544g
  • ISBN-13: 9783406576911
  • ISBN-10: 3406576915
  • Best.Nr.: 23528834
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.08.2008

Sharukh Khan tanzt hier nicht mehr

Die zwei Körper Indiens: Aravind Adigas großartiges Debüt "Der weiße Tiger" zeigt den unwahrscheinlichen Aufstieg eines Dieners zum Unternehmer - und den Preis, den er dafür zahlt.

Von Oliver Jungen

Wie kam die Dichtung in die Welt? Nicht als Göttergeschenk. Weise Männer haben sie erdacht - "aus Mitleid mit den Armen". Eine Waffe also, die es dem Ärmsten erlaubt, "den zehntausend Jahre alten Kampf der Köpfe zu seinen eigenen Bedingungen günstig zu beenden". Zu dieser romantischen Eloge schwingt sich Balram, der höchst gescheite, polizeilich gesuchte Held, gegen Ende von Aravind Adigas fulminantem Roman "Der weiße Tiger" auf. Er gehörte lange selbst zu jenen Armen, und das in einem Land, wo es als himmlische Prädisposition gilt, arm oder reich zu sein. Doch Waffen richten sich schnell auf den Schützen.

Die indische Gesellschaft mit ihrem kaum durchschaubaren Kastensystem fasziniert vielleicht auch deshalb viele Europäer, weil sie uns an die eigene Vormoderne erinnert. Giordano Bruno, nur zum Beispiel, bildet in "Über die Ursache, das Prinzip und das Eine" von 1584 diese …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Dem Schicksal kann man nicht entrinnen. Nur Balram aus der Kaste der Halwai sieht das anders. Um nicht als Zuckerbäcker im Teehaus zu enden, lernt Balram das Autofahren und wird dank seiner Hartnäckigkeit Diener im Hause eines reichen Herren. Auch wenn die titelgebende Tigermetapher - ein seltenes Tier im Dschungel - zugegeben etwas abgedroschen wirkt, kann das Debüt von Aravind Adiga auf ganzer Linie überzeugen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Icherzähler Balram das alltägliche Grauen auf den Straßen und in den Slums von Delhi erlebt, ist grotesk und faszinierend zugleich. Die subjektive Perspektive des drangsalierten Dieners vermag es hervorragend, den Blick auf eine amoralische Gesellschaft und eine korrumpierte Politik freizulegen. Doch eben diese extrem persönliche Sichtweise zwingt den Leser, am Ende alles wieder in Frage zu stellen. Denn auch Balram geht über Leichen - und wird immer mehr zum Teil des moralisch verwerflichen Systems. (ba)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.12.2010

Ein halbgarer
Inder
Dieser Roman ist ein Bastard, Satire und Schelmenroman, Gebrauchsanweisung für Indien und „Autobiographie eines halbgaren Inders“, wie Balram Halwai, der Erzähler, das selbst mal nennt. Genauer gesagt: Seine Briefe an Wen Jiabao – der nach Bangalore kommen will, um die Erfolgsgeschichte indischer Unternehmer zu hören. Nach der Lektüre der Briefe kann sich der Premier die Reise sparen, so ehrlich wie Balram wird ihm kein anderer Inder erzählen, was Sache ist. Und keinem wird es gelingen, seine Geschichte derart gekonnt mit einem sarkastischen Porträt des Subkontinents in Zeiten von Call Centern und Handyboom zu verweben. Aravin Adiga bekam für seinen schnellen, rotzfrechen Roman um Balram Halwai, der Chauffeur einer reichen Familie in Delhi wurde und dann leider seinen Herren umbringen musste, um so richtig ins Geschäft einzusteigen, den Bookerpreis.
Alex Rühle
Aravind
Adiga:
Der weiße Tiger. Roman.
A. d. Engl. von Ingo Herzke. dtv, München 2010. 320 S.,
9,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als ”Mordsgeschichte”, ”finstere Satire” und ”Umkehrung eines Bildungsromans” hat Rezensentin Susanne Mayer diesen Booker-preisgekrönten Debütroman gelesen, der ihren Informationen zufolge die Geschichte eines Dorfjungen aus ärmsten Verhältnissen erzählt, der sich in der Stadt eine Existenz aufbaut: ein Weg aus der Unschuld in die Amoralität, wie die Rezensentin schreibt, und zwar so ”unverschämt, finster” wie ”schreiend komisch”. Die Geschichte werde in sieben E-Mails erzählt, die der Protagonist an den chinesischen Premierminister schreibt und in denen die Rezensentin eine ”ausufernde Lebensgeschichte” sich entfalten sieht. Auch ließt sie, gelegentlich mit schaudernder Faszination, die komischen, manchmal quälenden Szenen, die Aravind Adiga seinen Protagonisten aus der ”Froschperspektive des Dieners” aus der Welt der Herrschenden beschreiben lässt, dessen Underdog-Sein ihn schließlich seinen Herren ermorden lässt: für die Rezensentin wohl auch eine Parabel auf das Verhältnis der Dritten Welt zur Ersten.

© Perlentaucher Medien GmbH
Aravind Adiga, wurde 1974 in Madras geboren, wuchs teilweise in Sydney, Australien, auf, studierte englische Literatur an der Columbia University und am Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Korrespondent für die Zeitschrift Time und für die Financial Times.

Er lebt - ohne Diener - in Mumbai, Indien. Sein erster Roman "Der weiße Tiger" erscheint in 16 Ländern.


Kundenbewertungen zu "Der weiße Tiger" von "Aravind Adiga"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von Stefan aus Kronach am 23.08.2011   sehr gut
Der weiße Tiger hat mir sehr gut gefallen. Der Autor beschreibt sehr gut die Situation in Indien und die Probleme von jungen Menschen Bildung zu erlangen und vorwärts zu kommen. Ob dann alle Angaben so stimmen weiß man natürlich nicht, es ist aber nicht unvorstellbar.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von sabatayn76 am 05.11.2009   ausgezeichnet
Inhalt:
'Der weiße Tiger von Bangalore' schreibt einen Brief an den chinesischen Ministerpräsidenten und erzählt 'die Wahrheit über Bangalore', indem er über sein eigenes Leben und seine Erfahrungen berichtet.

Mein Eindruck:
'Der weiße Tiger' liest sich flüssig, ist sarkastisch, amüsant, ehrlich und oftmals schockierend. Ich habe schon viel über Indien und von indischen Autoren gelesen, doch dieses Buch bringt dennoch Neues - eine neue Perspektive, neue Erkenntnisse, neues Wissen über den Subkontinent, neues Entsetzen über das Gefälle zwischen Arm und Reich, über die Auswirkungen des Kastensystems, über das Elend, über die Verzweiflung von Millionen, über den Missbrauch von Macht, über die Allgegenwärtigkeit von Korruption.

Mein Resümee:
'Der weiße Tiger' bringt den Leser zum Lächeln, nur um ihn fünf Zeilen später zu schockieren und zu beklemmen ob des Elends und der Ungerechtigkeit.

Sehr empfehlenswert!

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Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 07.08.2009   sehr gut
In sieben Nächten erzählt der „weisse Tiger“ auf eine doch ungewöhnliche Art sein Leben. Per Mail an den Minis-terpräsidenten von China, anlässlich seine angekündigten Besuches in China.
Geboren in einem Dorf in Indien, als Sohn einer armen Familie, gefangen in Tradition und Zwängen. Sein Vater, Rikschafahrer, stirbt an Tuberkulose in einem Krankenhaus ohne Ärzte. Er wird von der Schule genommen um im Teehaus zu arbeiten. So gesehen hat Balram dann Glück, als er Fahrer, Diener beim Sohn eines Großgrundbesit-zers wird. Dadurch kommt er nach Delhi.
Dort ergreift er nach einiger Zeit seine einzige Chance, wird zum Mörder, geht nach Bangalore und wird selbst Unternehmer.
Auf eine ganz eigene Weise erzählt Balram seine Geschichte, und zeigt damit die Gesellschaft Indiens auf eine schonungslose Art auf. Mal kommt er einem amoralisch vor, mal hat der Leser Mitleid und Verständnis. Große Zweifel an der Gesellschaftstruktur dieses Landes, die man schon menschenverachtend nennen kann, kommen auf. Ohne Korruption geht gar nichts, ehrlich geht unter, und Demokratie ist nur ein Wort.
Ein Buch, was ich nur schwer aus der Hand legen konnte, in einem guten Stil geschrieben, aus einer interessan-ten Erzählperspektive.
Auf jeden Fall ein gelungenes Romandebüt des Autors und sehr lesenswert.

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