Unser Leben mit George - Summers, Judith

Judith Summers 

Unser Leben mit George

Ein frecher Hund - und das Lachen kehrte zurück

Deutsch von Christine Naegele; Mit Illustrationen von Marf
Broschiertes Buch
 
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Unser Leben mit George

Vier Pfoten, ein großes Herz und viel Unfug im Sinn ...

Hinreißend komisch, bewegend, anrührend - und einfach zum Dahinschmelzen: Der kleine George mit dem großen Herzen erobert die Leser im Sturm.

Innerhalb weniger Tage trifft Judith Summers das Schicksal gleich zweimal schwer wie ein Donnerschlag. Voll Lebenszweifel und Zukunftsangst ist sie zunächst alles andere als hingerissen, als ihr 8-jähriger Sohn Joshua sich in George verliebt - einen liebenswerten, niedlichen und äußerst eigensinnigen Spaniel. Doch George krempelt das Leben seines verwitweten Frauchens im Handumdrehen um - und lehrt seine Familie wieder das Lachen.

Eine herzerwärmende und heitere wahre Geschichte - nicht nur für Hundefreundinnen

"Summers' geniale Geschichte [...] ist ein Muss für alle Hundebesitzer, deren tägliches Leben von ebenso lebhaften Tieren dominiert wird." Publishers Weekly

"Die amüsante und bewegende Geschichte des einfach unmöglichen, einfach unwiderstehlichen George!" Every Woman's Voice


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 318 S. m. Illustr.
  • Seitenzahl: 318
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37174
  • Deutsch
  • Abmessung: 18, 5 cm
  • Gewicht: 251g
  • ISBN-13: 9783442371747
  • ISBN-10: 3442371740
  • Best.Nr.: 23816774
"Summers' geniale Geschichte [ ] ist ein Muss für alle Hundebesitzer, deren tägliches Leben von ebenso lebhaften Tieren dominiert wird." Publishers Weekly

"Summers' geniale Geschichte [ ] ist ein Muss für alle Hundebesitzer, deren tägliches Leben von ebenso lebhaften Tieren dominiert wird." Publishers Weekly
Judith Summers, geboren und aufgewachsen in London, hat in Bristol und Manchester bildende Künste studiert und danach beim BBC eine Ausbildung als Filmredakteurin absolviert. Bei ihrer Tätigkeit als Touristenführerin in London entdeckte sie ihre Leidenschaft für Geschichte. So schrieb sie ein preisgekröntes Buch über Londons Stadtteil Soho. Sie ist Autorin mehrerer Romane und Sachbücher. Judith Summers lebt mit ihrem Sohn in London.

Leseprobe zu "Unser Leben mit George"

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Leseprobe zu "Unser Leben mit George" von Judith Summers

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Leseprobe zu "Unser Leben mit George" von Judith Summers

Es ist genau 6 Uhr 30, als mein Wecker loslegt. Damit meine ich nicht die Uhr auf meinem Nachttisch, die ich auf 7 Uhr 15 gestellt habe, sondern das durchdringende Gebell, das durch den Flur hallt.

Ich ziehe mir das Kissen über den Kopf und versuche, noch mal einzuschlafen. Aber davon kann keine Rede sein, denn dieser Wecker hat keinen Knopf zum Abstellen. Er wiederholt sich in Abständen von dreißig Sekunden, bis mich mein schlechtes Gewissen überwältigt. Schließlich ist er seit Mitternacht im Haus eingeschlossen und muss wahrscheinlich dringend pinkeln.

Ich rolle aus dem Bett, taumle durch den Flur und öffne die Tür zum Arbeitszimmer. Elf Kilo Cavalier King Charles Spaniel liegen startbereit neben dem Hundekorb. Er hat die Hinterbeine weit von sich gestreckt, sein Schwanz fegt wie eine Startflagge über den Boden. Im Bruchteil einer Sekunde ist er aufgesprungen und drängt sich zwischen meinen Beinen hindurch, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen. Und statt sofort zur Hundeklappe zu springen, die hinaus in den Garten führt, rennt er nach oben in die Küche, wobei er unaufhörlich bellt und seine Augen siegessicher blitzen.

Vielleicht muss George ja wirklich pinkeln, aber was er jetzt noch dringender braucht, ist sein Frühstück.

Ich bin wütend auf mich, weil ich auf den gleichen Trick reingefallen bin wie gestern. Und vorgestern und den Tag davor ebenfalls, und deshalb gehe ich zurück ins Bett. Aber eine Minute später erscheint eine feuchte schwarze Nase neben meinem Kopfkissen, dazu zwei weiße Pfoten mit langen, seidigen Haaren sowie eine Wolke von warmem Hundeatem. "Hau ab!", murmele ich unwirsch. Doch George, der sich nicht so leicht geschlagen gibt, fährt beharrlich in seiner einseitigen Unterhaltung fort. Um diese Morgenstunde gibt es nur eine Möglichkeit, ihn loszuwerden: Man gibt nach.

Oben, wo Open-Plan-Küche und Wohnraum ineinander übergehen, wirft er sich vor dem Kühlschrank auf den Boden so dicht es irgend geht, ohne die Tür zu blockieren, und starrt mich unverwandt an. Ich schütte eine großzügige Portion Vollwert-Trockennahrung in seinen Napf und stelle ihn auf die Schieferumrandung vor dem Kamin, aber statt hinzurennen und sich sofort darüber herzumachen, rührt George sich nicht von der Stelle. Er weiß, was in dem Napf ist, nämlich trockene, braune Kekse, auf die er noch weniger Lust hat als auf die Kaninchenköttel draußen in Hampstead Heath, die so ähnlich aussehen. Vielsagend rollt er seine Augen in Richtung Kühlschranktür, dann wieder zu mir. Das, was George will, ist dort drinnen in der großen, summenden

Metallkiste. Und damit ich es auch wirklich verstehe, wiederholt er das Augenrollen noch zweimal und leckt sich lasziv das Maul.

Ich muss gestehen, für ein Tier mit einem solchen Spatzengehirn verfügt George über ein beachtliches Ausdrucksvermögen.

Ich werde weich. Schließlich hätte ich auch keinen Appetit auf diese Kaninchenköttel. Ich öffne die Kühlschranktür und nehme die Karkasse des Hähnchens von gestern Abend heraus. Während ich ein paar Fleischstückchen ablöse und in seinen Napf gebe, tanzt George voller Vorfreude einen Salsa, und als ich den Napf zum Kamin zurücktrage, schlittert er rückwärts vor mir her, entschlossen, den Napf nicht eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Noch ehe er auf dem Boden steht, hat George die Nase darin vergraben. Bis ich mich umgedreht habe, hat George auch das letzte winzige Stück Huhn inhaliert und bellt nach mehr.

"Tut mir leid, Freundchen", sage ich entschlossen, "mehr gibt's nicht." Denn obwohl er, genau genommen, nicht fett ist, ist er doch zweifellos etwas pummelig. Seit er seine Magersucht überwunden hat, ist er auf Diät, und ich habe dafür zu sorgen, dass er sie einhält.

George nimmt wieder vor dem Kühlschrank Aufstellung und bellt die geschlossene Tür hoffnungsvoll an. Ich versuche, ihn zu ignorieren, und fange an, die Müllhalde zu beseitigen, die mein siebzehnjähriger Sohn gestern Abend hinterlassen hat: den Pulli, den er ausgezogen und zwischen die Sofakissen gestopft hat, das Handy neben der Spüle, die Pokerchips auf dem Kaminsims, die offene Milchtüte, die auf dem Couchtisch vor sich hin säuert, und die drei Turnschuhe (warum sind es immer drei?), die wie Fußangeln auf dem Teppich liegen, gerade dort, wo man am wahrscheinlichsten darüberfällt. Schließlich hört George auf zu kläffen, springt auf einen Sessel und sieht mich schmollend an. Langsam, aber sicher sinkt sein Kopf nach unten. Er hat eingesehen, dass er fürs Erste nichts weiter zu fressen bekommt, und wendet sich seiner Lieblingsbeschäftigung zu: dem Tiefschlaf.

Um 8 Uhr 15, nachdem ich meinen Sohn aus seinem Tiefschlaf geholt und in die Schule geschickt habe, wecke ich George. Da er weiß, was als Nächstes auf der Tagesordnung steht, hebt er den Kopf nur sehr widerwillig und sieht mich argwöhnisch an. Ich jedoch, entschlossen, mich für das frühe Wecken zu rächen, rufe "Gassi!", wobei ich versuche, so viel Begeisterung wie möglich in meine Stimme zu legen. Ich befestige seine Leine am Halsband und zerre ihn vom Sessel und zur Haustür hinaus. Mit sehnsüchtigem Blick zurück trabt George neben mir die Straße entlang und wedelt bei jedem geparkten Auto mit dem Schwanz in der Hoffnung, dass wir vielleicht einsteigen. Gassi gehen im Auto - was bedeutet, vorn neben mir zu sitzen und in die Landschaft hinauszuschauen - ist Georges liebste Art der Fortbewegung, und das ist auch der Grund für sein Gewichtsproblem.

Entschlossen gehe ich an den Autos vorbei, während mein aufsässiger Cavalier an seiner Flexileine immer weiter zurückbleibt. Und das ist erst der Anfang. Als er die Heide vor sich auftauchen sieht, gräbt er die Klauen ein und bleibt stehen. Ich ziehe sanft an der fünf Meter langen Leine, die jetzt zwischen uns liegt, aber George rührt sich nicht. Ich versuche ihn zu locken: "Nun komm schon, Schätzchen!", aber als er sich immer noch nicht rührt, weicht mein zärtliches Gesäusel langsam der Ungeduld: "KOMM jetzt! George! Bei Fuß! BEI FUSS, hab ich gesagt! Mach endlich mal das, was ich sage!"

George pflanzt sein breites Hinterteil fest auf den Gehweg. Wie Gangster beim Showdown fixieren wir einander, jeder an seinem Ende der Leine. Ich denke daran, was die Verhaltenstherapeutin, die ich um Rat fragte, gesagt hatte: Ich muss George zeigen, wer der Leithund ist, und ich darf mich nie von ihm unterkriegen lassen. "Okay!", sage ich so ruhig wie möglich. "Jetzt reicht's!" Ich drehe mich um und gehe weiter, und da George seinen Sitzstreik nicht aufgeben will, schlittert er auf dem Hinterteil hinter mir her. Sein Halsband rutscht nach oben über das eine Ohr, und da er ein großartiger Schauspieler ist, fängt er an zu husten und zu würgen, als würde ich ihn erdrosseln.

"Oh, sieh mal, der arme kleine Hund!"

Eine Gruppe von Kindern aus der Grundschule kommt vorbei, also muss ich stehen bleiben. Sie umringen George und schwatzen durcheinander: "Oh, ist der süß!" "Ist der hübsch!" "So einen möchte ich auch haben!" George klimpert mit den Wimpern, springt auf und schmiegt sich an die Kinder, als könne er kein Wässerchen trüben. Aber als die Mütter näher kommen, geht er zur Seite, macht den Rücken krumm und ...

"Iiii!" "Pfui!"George hat ein perfektes Häufchen auf den Gehweg gesetzt. Während ich mich bücke und es mit einem hygienischen Plastikbeutel aufnehme, haben die Mütter ihre entrüsteten Kinder eingeholt. Voller Abscheu starren sie abwechselnd das Häufchen, George und mich an, als ob ich dadurch, dass ich meinen Hund auf den Gehweg kacken lasse, die gesamte Nachbarschaft in Misskredit gebracht hätte. So schnell ich kann, verknote ich den Plastikbeutel, damit kein Geruch entweicht, aber ich bin nicht schnell genug. Gepuderte Nasenflügel beben, die Frauen erschauern dramatisch und ziehen ihre Kinder weiter. Eine sieht mich so wütend an, als sei ich eine Kinderschänderin oder hätte das Häufchen selbst gemacht.

Leseprobe zu "Unser Leben mit George" von Judith Summers

Es ist genau 6 Uhr 30, als mein Wecker loslegt. Damit meine ich nicht die Uhr auf meinem Nachttisch, die ich auf 7 Uhr 15 gestellt habe, sondern das durchdringende Gebell, das durch den Flur hallt.

Ich ziehe mir das Kissen über den Kopf und versuche, noch mal einzuschlafen. Aber davon kann keine Rede sein, denn dieser Wecker hat keinen Knopf zum Abstellen. Er wiederholt sich in Abständen von dreißig Sekunden, bis mich mein schlechtes Gewissen überwältigt. Schließlich ist er seit Mitternacht im Haus eingeschlossen und muss wahrscheinlich dringend pinkeln.

Ich rolle aus dem Bett, taumle durch den Flur und öffne die Tür zum Arbeitszimmer. Elf Kilo Cavalier King Charles Spaniel liegen startbereit neben dem Hundekorb. Er hat die Hinterbeine weit von sich gestreckt, sein Schwanz fegt wie eine Startflagge über den Boden. Im Bruchteil einer Sekunde ist er aufgesprungen und drängt sich zwischen meinen Beinen hindurch, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen. Und statt sofort zur Hundeklappe zu springen, die hinaus in den Garten führt, rennt er nach oben in die Küche, wobei er unaufhörlich bellt und seine Augen siegessicher blitzen.

Vielleicht muss George ja wirklich pinkeln, aber was er jetzt noch dringender braucht, ist sein Frühstück.

Ich bin wütend auf mich, weil ich auf den gleichen Trick reingefallen bin wie gestern. Und vorgestern und den Tag davor ebenfalls, und deshalb gehe ich zurück ins Bett. Aber eine Minute später erscheint eine feuchte schwarze Nase neben meinem Kopfkissen, dazu zwei weiße Pfoten mit langen, seidigen Haaren sowie eine Wolke von warmem Hundeatem. "Hau ab!", murmele ich unwirsch. Doch George, der sich nicht so leicht geschlagen gibt, fährt beharrlich in seiner einseitigen Unterhaltung fort. Um diese Morgenstunde gibt es nur eine Möglichkeit, ihn loszuwerden: Man gibt nach.

Oben, wo Open-Plan-Küche und Wohnraum ineinander übergehen, wirft er sich vor dem Kühlschrank auf den Boden so dicht es irgend geht, ohne die Tür zu blockieren, und starrt mich unverwandt an. Ich schütte eine großzügige Portion Vollwert-Trockennahrung in seinen Napf und stelle ihn auf die Schieferumrandung vor dem Kamin, aber statt hinzurennen und sich sofort darüber herzumachen, rührt George sich nicht von der Stelle. Er weiß, was in dem Napf ist, nämlich trockene, braune Kekse, auf die er noch weniger Lust hat als auf die Kaninchenköttel draußen in Hampstead Heath, die so ähnlich aussehen. Vielsagend rollt er seine Augen in Richtung Kühlschranktür, dann wieder zu mir. Das, was George will, ist dort drinnen in der großen, summenden

Metallkiste. Und damit ich es auch wirklich verstehe, wiederholt er das Augenrollen noch zweimal und leckt sich lasziv das Maul.

Ich muss gestehen, für ein Tier mit einem solchen Spatzengehirn verfügt George über ein beachtliches Ausdrucksvermögen.

Ich werde weich. Schließlich hätte ich auch keinen Appetit auf diese Kaninchenköttel. Ich öffne die Kühlschranktür und nehme die Karkasse des Hähnchens von gestern Abend heraus. Während ich ein paar Fleischstückchen ablöse und in seinen Napf gebe, tanzt George voller Vorfreude einen Salsa, und als ich den Napf zum Kamin zurücktrage, schlittert er rückwärts vor mir her, entschlossen, den Napf nicht eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Noch ehe er auf dem Boden steht, hat George die Nase darin vergraben. Bis ich mich umgedreht habe, hat George auch das letzte winzige Stück Huhn inhaliert und bellt nach mehr.

"Tut mir leid, Freundchen", sage ich entschlossen, "mehr gibt's nicht." Denn obwohl er, genau genommen, nicht fett ist, ist er doch zweifellos etwas pummelig. Seit er seine Magersucht überwunden hat, ist er auf Diät, und ich habe dafür zu sorgen, dass er sie einhält.

George nimmt wieder vor dem Kühlschrank Aufstellung und bellt die geschlossene Tür hoffnungsvoll an. Ich versuche, ihn zu ignorieren, und fange an, die Müllhalde zu beseitigen, die mein siebzehnjähriger Sohn gestern Abend hinterlassen hat: den Pulli, den er ausgezogen und zwischen die Sofakissen gestopft hat, das Handy neben der Spüle, die Pokerchips auf dem Kaminsims, die offene Milchtüte, die auf dem Couchtisch vor sich hin säuert, und die drei Turnschuhe (warum sind es immer drei?), die wie Fußangeln auf dem Teppich liegen, gerade dort, wo man am wahrscheinlichsten darüberfällt. Schließlich hört George auf zu kläffen, springt auf einen Sessel und sieht mich schmollend an. Langsam, aber sicher sinkt sein Kopf nach unten. Er hat eingesehen, dass er fürs Erste nichts weiter zu fressen bekommt, und wendet sich seiner Lieblingsbeschäftigung zu: dem Tiefschlaf.

Um 8 Uhr 15, nachdem ich meinen Sohn aus seinem Tiefschlaf geholt und in die Schule geschickt habe, wecke ich George. Da er weiß, was als Nächstes auf der Tagesordnung steht, hebt er den Kopf nur sehr widerwillig und sieht mich argwöhnisch an. Ich jedoch, entschlossen, mich für das frühe Wecken zu rächen, rufe "Gassi!", wobei ich versuche, so viel Begeisterung wie möglich in meine Stimme zu legen. Ich befestige seine Leine am Halsband und zerre ihn vom Sessel und zur Haustür hinaus. Mit sehnsüchtigem Blick zurück trabt George neben mir die Straße entlang und wedelt bei jedem geparkten Auto mit dem Schwanz in der Hoffnung, dass wir vielleicht einsteigen. Gassi gehen im Auto - was bedeutet, vorn neben mir zu sitzen und in die Landschaft hinauszuschauen - ist Georges liebste Art der Fortbewegung, und das ist auch der Grund für sein Gewichtsproblem.

Entschlossen gehe ich an den Autos vorbei, während mein aufsässiger Cavalier an seiner Flexileine immer weiter zurückbleibt. Und das ist erst der Anfang. Als er die Heide vor sich auftauchen sieht, gräbt er die Klauen ein und bleibt stehen. Ich ziehe sanft an der fünf Meter langen Leine, die jetzt zwischen uns liegt, aber George rührt sich nicht. Ich versuche ihn zu locken: "Nun komm schon, Schätzchen!", aber als er sich immer noch nicht rührt, weicht mein zärtliches Gesäusel langsam der Ungeduld: "KOMM jetzt! George! Bei Fuß! BEI FUSS, hab ich gesagt! Mach endlich mal das, was ich sage!"

George pflanzt sein breites Hinterteil fest auf den Gehweg. Wie Gangster beim Showdown fixieren wir einander, jeder an seinem Ende der Leine. Ich denke daran, was die Verhaltenstherapeutin, die ich um Rat fragte, gesagt hatte: Ich muss George zeigen, wer der Leithund ist, und ich darf mich nie von ihm unterkriegen lassen. "Okay!", sage ich so ruhig wie möglich. "Jetzt reicht's!" Ich drehe mich um und gehe weiter, und da George seinen Sitzstreik nicht aufgeben will, schlittert er auf dem Hinterteil hinter mir her. Sein Halsband rutscht nach oben über das eine Ohr, und da er ein großartiger Schauspieler ist, fängt er an zu husten und zu würgen, als würde ich ihn erdrosseln.

"Oh, sieh mal, der arme kleine Hund!"

Eine Gruppe von Kindern aus der Grundschule kommt vorbei, also muss ich stehen bleiben. Sie umringen George und schwatzen durcheinander: "Oh, ist der süß!" "Ist der hübsch!" "So einen möchte ich auch haben!" George klimpert mit den Wimpern, springt auf und schmiegt sich an die Kinder, als könne er kein Wässerchen trüben. Aber als die Mütter näher kommen, geht er zur Seite, macht den Rücken krumm und ...

"Iiii!" "Pfui!"George hat ein perfektes Häufchen auf den Gehweg gesetzt. Während ich mich bücke und es mit einem hygienischen Plastikbeutel aufnehme, haben die Mütter ihre entrüsteten Kinder eingeholt. Voller Abscheu starren sie abwechselnd das Häufchen, George und mich an, als ob ich dadurch, dass ich meinen Hund auf den Gehweg kacken lasse, die gesamte Nachbarschaft in Misskredit gebracht hätte. So schnell ich kann, verknote ich den Plastikbeutel, damit kein Geruch entweicht, aber ich bin nicht schnell genug. Gepuderte Nasenflügel beben, die Frauen erschauern dramatisch und ziehen ihre Kinder weiter. Eine sieht mich so wütend an, als sei ich eine Kinderschänderin oder hätte das Häufchen selbst gemacht.

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Bewertung von Lady aus Aachen am 28.08.2010 ***** ausgezeichnet
Ein sehr schönes Buch und als Cavalierliebhaberin ein Muß.

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