Rattentanz - Tietz, Michael
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Michael Tietz 

Rattentanz

Roman

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Produktbeschreibung zu Rattentanz

23. Mai, 7.00 Uhr: Eva Seger hat die Frühschicht im Krankenhaus angetreten, ihr Mann Hans ist geschäftlich in Schweden. Da bricht von einer Sekunde zur anderen das weltweite Stromnetz zusammen. Flugzeuge stürzen vom Himmel, nichts funktioniert mehr, Chaos, Gewalt und Anarchie regieren. Für Eva und Hans geht es ums Überleben und darum, nach Hause zu kommen, zu ihrer Tochter.

Produktinformation


  • Verlag: Ullstein Tb
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 837 S.
  • Seitenzahl: 837
  • Ullstein Taschenbuch Nr.28251
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 137mm x 48mm
  • Gewicht: 738g
  • ISBN-13: 9783548282510
  • ISBN-10: 3548282512
  • Best.Nr.: 29338769
"Rattentanz ist das Beste, was ich in den letzten Monaten gelesen habe!" (Südkurier)

"Entwickelt eine unerhörte und atemlos machende Spannung." (Dresdner Neueste Nachrichten)

»Rattentanz ist das Beste, was ich in den letzten Monaten gelesen habe!« Südkurier »Entwickelt eine unerhörte und atemlos machende Spannung.« Dresdner Neueste Nachrichten

"Rattentanz ist das Beste, was ich in den letzten Monaten gelesen habe!" Südkurier "Entwickelt eine unerhörte und atemlos machende Spannung." Dresdner Neueste Nachrichten

"Ein gut recherchierter, realitätsnaher Thriller aus Deutschland, der es ohne weiteres mit internationalen Vorbildern aufnehmen kann. Von Kapitel zu Kapitel verstärkt sich das unheimliche Gefühl - ja, so furchtbar könnte es eines Tages tatsächlich kommen!" Peter Hardcastle, Krimiautor
Michael Tietz ist gelernter Krankenpfleger und lebt mit Frau, Sohn und Hund im Südschwarzwald.

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Durchschnittliche Kundenbewertung 4.4 von 5 Sterne bei 16 Bewertungen **** sehr gut
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Bewertung von anyways aus greifswald am 26.08.2011 ***** ausgezeichnet
Ein ganz normaler Morgen in einem kleinen verschlafenen Nest, nahe der schweizerischen Grenze, Eva Seger bereitet alles für die Dienstreise ihres Mannes Hans vor. Sie verabschieden sich, er fliegt nach Schweden und sie bringt erst die gemeinsame Tochter zu befreundeten Nachbarn und fährt dann in die nächst größere Kreisstadt ins Krankenhaus zur Arbeit.

Punkt sieben Uhr am Morgen des 23. Mais hört die Welt wie wir sie kennen auf zu existieren, denn ein global operierender Virus legt sämtliche Stromversorgung und Erzeugung still. Flugzeuge stürzen vom Himmel, Supermärkte und Banken öffnen nicht mehr. Einige Stunden nach diesem Vorfall beginnen die Menschen zu realisieren das das kein vorübergehender Zustand ist, das Geld nichts mehr wert ist und aus Freunden plötzlich Feinde im Kampf ums Überleben werden. Auch Eva befindet sich in einem Zwiespalt, auf der einen Seite möchte sie so schnell wie möglich zurück zu ihrer Tochter, auf der anderen Seite kann sie aber die bedürftigen Patienten nicht einfach ohne Hilfe zurücklassen. Hans hat es sogar noch schwerer, ist doch die einzige Landverbindung von Skandinavien nach Deutschland in Folge der Katastrophe unpassierbar geworden. Er startet ein waghalsiges Manöver um wieder zurück nach Deutschland und Wellendingen zu kommen.





Rattentanz- der Titel für dieses Buch hätte nicht treffender gewählt werden können. Eine Geschichte apokalyptischen Ausmaßes erzählt uns der Autor. Anschaulich beschreibt er den Überlebenskampf der Einwohner Wellendingens, insbesondere der Familie Seger und ihrer Nachbarn. Allen Figuren gibt er genügend Spielraum sich zu entfalten, ohne das die Fülle an Personen überhand nimmt, das liegt aber zum Teil auch an der sehr chronologisch gehaltenen Kapitelwahl. Für dieses Buch, das einem Endzeitdrama gleicht, finde ich den Umfang und die detaillierten Beschreibungen mehr als angemessen. Sehr gefallen haben mir die Interpretation der Gewissens- und Interessenkonflikte und die Fülle an unterschiedlichen Charakteren und Persönlichkeiten. Im ersten Moment mag seine Darstellung blutrünstig, brutal und weit hergeholt wirken, aber es ist nicht nur Fantasie und Science Fiktion die hier das Buch füllen. Anders als nach der großen Naturkatastrophe in Japan vor einem viertel Jahr, wo die Bevölkerung bewundernswert diszipliniert sich ihrem Schicksal ergaben, sah es vor 6 Jahren, als der Hurrikan Katrina in New Orleans wütete, ganz anders aus. Dort musste das Kriegsrecht verhängt werden und Plünderer durften offiziell erschossen werden. Genau solche Situationen beschreibt Tietz sehr eindrücklich und plastisch.



Dieses Buch hinterlässt Spuren und regt deutlich zum Nachdenken ein. Vielleicht sollte man seinen allzu sorglosen Umgang in unserer heutigen Konsumgesellschaft hinterfragen. Ich z. Bsp. wüsste nicht, welche Wildkräuter schmackhaft sind bzw. wie ich mich persönlich in so einer Situation verhalten würde.

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Bewertung von harakiri aus harakiri am 26.07.2011 ***** sehr gut
Schocking
Das Buch soll schockieren und zum Nachdenken zwingen. Und das tut es auch. Bedingungslos. Was wäre wenn? Wenn es plötzlich keinen Strom und kein fließend Wasser mehr gäbe?

Die Zustände werden realistisch geschildert und die handelnden Personen gut beschrieben. Man kann sich richtiggehend vorstellen, warum die Leute so handeln und warum sie plötzlich alle zu Gegnern werden.

Trotzdem hatte das Buch für mich einige Längen, manche Szenen hätte es nicht unbedingt gebraucht, manche waren zu lang. Schön fand ich die Zwischenspiele - von denen hätte ich gern mehr gelesen. Wie es zu der Zeit an anderen Orten so zugeht. Auch hat mir gefehlt, dass es mit den PC-Programmierern nicht weiter ging. Ich hätte gern gelesen, wie die zwei ihren Supergau erlebten.

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Bewertung von Elohym78 aus Horhausen am 02.06.2011 ***** sehr gut
Eigentlich wollte ein paar clevere Schüler nur den Schulcomputer lahm legen, um die Prüfungen nicht mit schreiben zu müssen, doch es kam alles anders. Statt den Schulcomputer zu infizieren, schicken sie ihren kleinen Virus durch die Welt. Alles, was mit Daten läuft, bricht am 23 Mai um 7.00 Uhr zusammen. Kein Strom, kein Wasser, kein Handy, Flugzeuge fallen vom Himmel, Schiffe treiben orientierungslos auf hoher See. In diesem Chaos ist das einzige Ziel der Menschen: Überleben. Aber wie? Da es keinen Nachschub an Lebensmitteln mehr gibt, setzt sich bald das Recht des Stärken durch. Marrodierende Banden ziehen durchs Land, auf der Suche nach Essen, Städte wirken wie leer gefegt, nur ein paar wenige erinnern sich an die alten Sitten und Gebräuche und versuchen sich eine lebenswerte Existenz aufzubauen. Der einzellne zählt nichts, es lebe die Gemeinschaft!

Das Cover ist einfach und doch eindrucksvoll gestaltet. Es zeigt einen Wald in rot und schwarz Tönen. Ansich nichts außergewöhnliches, aber durch die Farbgestaltung wirkt es bedrohlich wie ein Endzeitszenario. Es passt hervorragend zu dem Titel und dem Inhalt des Buches.

Michael Tietz hat einen sehr kraftvollen und ausdrucksstarken Schreibstil. Er zieht den Leser sofort in seinen Bann und lässt ihn erst wieder los, wenn die letzte Seite verschlungen ist. Aber auch dann geistert das Buch weiterhin in der Phantasie. Zum einen schildert er die globalen Ausmaße, aber eben auch die kleinen Schicksal, die ein Blackout auf einzellen Menschen haben kann. Deshalb wirkt das Buch glaubwürdig und wie aus dem Leben gegriffen. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich hoch gehalten, auch wenn der Autor sich hin und wieder in der Schilderung von kleinsten Kleinigkeiten zu verlieren droht.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil schildert den Blackout und seine Folgen, der zweite Teil die Orientierungslosigkeit und der dritte, wie sich alles langsam in der neuen Zeit zurechtfindet. Sehr gut hat der Autor seine Protagonisten und ihren Weg durch diese Zeiten geschildert. Teils mitreißend, motivierend, stark, aber auch die Hoffnungslosigkeit des einzellnen kommt nicht zu kurz. Der Leser begleitet Hans Seger auf seiner Reise von Schweden ins heimische Wellendingen und auf der anderen Seite seine Frau Eva, die dort auf ihn wartet. Wie gestaltet sich das Leben ohne Strom auf einem Dorf, wie ist reisen in dieser schweren Zeit möglich. Durch diese Erzählwechsel wird zusätzlich Spannung aufgebaut. Auch die Begleiter der beiden werden authentisch geschildert.

Das einzige Manko dieses Buches sind die Gewaltszenen. Der Autor scheint sie sehr stark zu lieben, denn sie werden äußerst Detaill getreu geschildert. Michael Tietz lässt keinerlei Spielraum für Spekulationen, er schildert alles in seiner absoluten Grausamkeit.

Mein Fazit: Spannend und mitreißen wie ein guter Thriller, dabei aber sehr nah an der Realität. Der Inhalt wird mich sicherlich noch lange begleiten!

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Bewertung von R.E.R. am 21.03.2011 ***** sehr gut
Als am vor vergangenen Freitag in Japan Erdbeben und Tsunami über das Land brachen, begann zeitgleich die Hetzjagd nach den aktuellsten Informationen, den spektakulärsten Bildern und den neusten Nachrichten. “Rattenrennen” nennt der erste Chefredakteur von ARD Aktuell dieses Phänomen in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung. “Rattentanz” nennt Michael Tietz sein Katastrophen Szenario, das auf einen Schlag der ganzen Welt den Strom zum Leben entzieht. Er rührt dabei an die ureigensten Ängste der Menschen. Zeigt was passieren kann, wenn alles aus den Fugen gerät.

Wellendingen. Ein kleiner Ort im Südschwarzwald. 23. Mai. Sieben Uhr früh. Das Telefon der Familie Faust klingelt. Plötzlich bricht die Verbindung ab. Das Telefon schweigt. Ebenso das Radio. Das Licht geht nicht mehr und aus dem Wasserhahn kommt kein Tropfen. Frieder Faust geht vor das Haus um sein Handy aus dem Auto zu holen. Er wird Zeuge eines Flugzeugabsturzes in unmittelbarer Nähe des Ortes. Noch während er mit seinem Sohn und einigen Nachbarn im Auto unterwegs ist um an der Absturzstelle erste Hilfe zu leisten, stürzt direkt vor Ihnen das nächste Flugzeug ab.

Die Ereignisse sind das Resultat einer Handlung die 400 Tage vorher in Hamburg eingeleitet wurde. Axel und Lars, zwei Abiturienten, wollten eigentlich nur ihren Schulcomputer lahmlegen. Sie schickten je eine verseuchte E-Mail an den Hausmeister der Schule, die Sekretärin und den EDV-Lehrer. Der Virus sollte in vierzig Tagen das Betriebssystem der Schule blockieren. Eine Null zuviel macht aus vierzig Tagen vierhundert. Und aus einem kleinen Betrugsversuch eine globale Katastrophe. Das Virus hat über ein Jahr Zeit sich weltweit unerkannt in den sämtlichen Computersystemen einzunisten. Am 23. Mai läuft der Countdown ab. Das Inferno beginnt.

Michael Tietz lässt die Zivilisation wie wir sie kennen schon nach wenigen Stunden im völligen Chaos versinken. Bereits zwei Stunden nach dem Totalausfall von Strom und Wasser regiert in der Umgebung von Wellendingen die Anarchie. Polizisten, die Passanten am Plündern einer Bank hindern wollen, werden vom aufgebrachten Mob gelyncht. Einstmals brave Bürger, die am Montag morgen Geld von der Bank abheben wollen und denen dies aufgrund der ausgefallenen Computer verweigert wird, werden zu gewissenlosen Mördern. Da hat es der Autor sehr eilig mit der Gesetzlosigkeit.

An anderen Stellen lässt er sich sehr viel mehr Zeit. Ein Beispiel ist Thomas Bachmann. Der junge Mann bleibt am Morgen des 23. Mai im Aufzug des Krankenhauses von Donaueschingen stecken. Er leidet unter einer gespaltenen Persönlichkeit und da ihn seine Stimmen im Kopf davon abhalten um Hilfe zu rufen, dauert es unendlich lange bis er gerettet werden kann. Die Diskussion der Stimmen im Kopf, das für und wieder des Hilferufs nimmt bei unnötig viele Seiten ein, die die spannende Handlung immer wieder unterbrechen.

Das ist ärgerlich, denn der Plot ist fesselnd. Vor allem wegen der Frage die man sich selbstverständlich nur allzu bald stellt: Was würde ich selbst reagieren? Der Autor katapultiert die Zivilisation mit wenigen Federstrichen ins Mittelalter zurück. Vom Umfang her hat sein Erstling epische Ausmaße, was auf die Fülle der Figuren, Schauplätze und Hintergrundhandlungen zurückzuführen ist. Das Geschehen lebt von seiner atmosphärischen Dichte, wenn es auch manchmal an literarischer Finesse mangelt.

Aber um die literarische Qualität geht es hier wohl nicht in erster Linie. Tietz beschreibt die schlimmsten Abgründe menschlichen Handelns. Ein Szenario wie man es sich auf dem finstersten Grund der Hölle nicht schlimmer vorstellen kann und das man dennoch für plausibel hält. So wie einst Jean- Paul Sartre sagte: „Die Hölle das sind wir“. Ich hätte eigentlich gut darauf verzichten können, mir diese ganz spezielle Hölle vorzustellen. Lesenswert ist sie dennoch.

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Bewertung von MinnieMay aus Dortmund am 25.01.2011 ***** gut
Dieses Buch musste ich erst einmal ein wenig verdauen und bin auch heute noch hin- und hergerissen zwischen „großartig“ und „furchtbar“. Nun versuche ich meine Eindrücke, gewonnen beim lesen dieses Wälzers mal in Worte zu fassen.
Angefangen bei der Aufmachung des Buches (ich habe die Neuauflage als Taschenbuch gelesen) kann ich nichts bemängeln. Das Cover spricht an, die Taschenbuchvariante war eine gute Wahl in Anbetracht des mächtigen Inhalts und es ist gut und stabil gearbeitet.
Über 800 Seiten in kleiner Schrift, bei einem Buchformat, dass die herkömmliche Taschenbuchgröße überschreitet sind schon eine Herausforderung, und auch wenn der Autor sehr flüssig und eingängig schreibt, hätten sicher auch 500 Seiten ausgereicht um diese Geschichte zu erzählen. Die Idee ist gut, die Umsetzung spannend, grausam, erschreckend und eins schafft das Werk in jedem Fall, es regt zum nachdenken an.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Menschheit besser ist als Michael Tietz sie sieht, und einfach glauben will das nicht jeder innerhalb kürzester Zeit alle Skrupel verliert, egoistisch und regelrecht bösartig wird ist es doch eine gelungene Umsetzung eines interessanten Themas. Es wirft die Frage auf wie abhängig wir uns bereits von der modernen Welt gemacht haben und ob ein Überleben, wie es vor 200 Jahren normal gewesen wäre auch heute möglich ist. Wenn alle Zivilisation so plötzlich zusammenbricht geht es aber, egal wie man es dreht und wendet, nicht ohne eine gehörige Dezimierung des menschlichen Lebens einher und genau das schildert Tietz in seinem Buch auf oft grausame Weise, manchmal vielleicht etwas zu brutal, aber durchaus realistisch.
Störend wirkte auf mich das neben der Familie Seger zu viele Hauptprotagonisten agieren und eine man dadurch rasch den Überblich verliert. Auch wirkt das Buch sehr detaillastig, zum Beispiel wenn Randfiguren allzu ausführlich beschrieben werden, nur um kurz darauf wieder aus der Geschichte zu verschwinden. Dadurch gerät man leicht in Versuchung einige Kapitel quer zu lesen. Wiederum interessant fand ich die kurzen Blicke zwischendrin, wie es im Rest der Welt aussieht.
Mein Fazit: Ein lesenswertes, etwas zu lang geratenes Buch und ein gelungenes Erstlingswerk.

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Bewertung von lenchen_196 aus Bayern am 17.08.2010 ***** gut
Ein postapokalyptischer Katastrophenthriller

Zwei Schüler planen einen Computergag, um ein persönliches Desaster bei einer anstehenden Prüfung zu vermeiden. Das Ergebnis fällt aber weitaus katastrophaler aus, als geplant.
Im Katastrophenthriller „Rattentanz“ wird die gesamte Welt in den Urzustand versetzt. Internet- und Handynetze brechen zusammen, was heutzutage für beinahe jeden Menschen eine kleine Katastrophe bedeuten würde. Es kommt aber viel schlimmer, denn auch Strom und Wasserversorgung werden infolge des Computervirus lahmgelegt. Nicht nur die heimischen PC-Systeme lassen sich nicht mehr starten, die ganze moderne digitalisierte Welt funktioniert nicht mehr – inklusive verheerender Folgen wie beispielsweise Flugzeugabstürze.
Vor dem Hintergrund der globalen Katastrophe wird die Geschichte einer Familie explizit beleuchtet, die während dieser Katastrophe getrennt wird und deren Mitglieder sich wiederfinden und vereinen wollen.

Mir schien das Buch insgesamt gesehen zu irreal, alleine die Idee, dass ein einziger Computervirus das komplette Leben in allen Ebenen zerstören kann. Allein schon vor dem Gedanken, dass es schließlich unterschiedliche Betriebssysteme gibt, erscheint der Auslöser beinahe lächerlich.
Andererseits ist für einen SciFi-Roman dieser Gedanke vielleicht akzeptabel, handelt es sich doch um einen postapokalyptischen Katastrophenthriller, der genre-getreu sowieso mit Sciencefiction-Elementen geschmückt wird.
Umso weniger hat mir aber gefallen, dass der Autor alles zu schwarz sieht, selbst angesichts der verheerenden Katastrophe zu pessimistisch.
Alle Ärzte lassen ihre aufgeschnittenen schwerverletzten Patienten im OP liegen, auch die Polizisten gehen einfach nach Hause zu ihren Familien. Die Regierung funktioniert nicht mehr, nicht mal auf kommunaler Ebene, weil alle nach Hause gehen. Es gibt von keiner Seite Bestrebungen alles wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen, weder die Polizei noch die Bundeswehr bemühen sich, die Lage einigermaßen unter Kontrolle zu bringen. Im Hinblick auf den Handlungsort in Deutschland (Schwarzwald) wäre so eine Situation selbst nach einer Katastrophe eher unvorstellbar, da man immer versuchen würde irgendwie alles in den Griff zu bekommen, zumindest irgendwo einen Ansatz zu machen. Dafür werden alle Menschen auf einmal böse und egoistisch, rauben Geschäfte und Banken aus, klauen gar Pilzkonserven aus herrenlosen Haushalten.
Dabei ist alles zu ausführlich beschrieben, manche Charaktere, die nur einmal in der kompletten Handlung auftauchen, werden von allen Seiten beleuchtet, quasi von der Geburt an. Deswegen ist der Roman teilweise schwer zu lesen, da er mir an manchen Stellen zu detaillastig scheint.
Die Geschichte der Familie Seger selber habe ich dagegen ziemlich interessant gefunden. Insgesamt ist der Roman in meinen Augen durchaus empfehlenswert, sofern man vom Umfang nicht abschreckt wird. Die Sprache ist flüssig, der Roman liest sich trotz der Länge leicht.
Gerade für die Freunde von SciFi-Romanen insgesamt also eine durchaus empfehlenswerte Lektüre.

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Bewertung von Nijura am 15.08.2010 ***** ausgezeichnet
Was wäre wenn mit einem Schlag alle Errungenschaften unseres Jahrhunderts wegfallen würden? Kein Strom, kein Internet, kein fließend Wasser und keine Nahrung mehr.

Dies greift der Autor perfekt in diesem Buch auf.

Durch einen Computervirus verursacht fällt plötzlich auf dem gesamten Erdball der Strom aus. Flugzeuge stürzen vom Himmel. Als der Zustand anhält entstehen Chaos und Anarchie. Anhand etlicher Protagonisten schildert Michael Tietz anschaulich, was auf uns zukommen könnte, wäre so etwas wirklich möglich.

Das einzige, dass mich ein bisschen gestört hat war, dass einer der Protagonisten zu oft in ausweglose Situationen gerät, das wirkt ein wenig unglaubwürdig.

Ansonsten ist die Geschichte sehr spannend, an manchen Stellen richtig grausam beschrieben.

Ich finde das Buch sehr gut geschrieben und kann es allen, außer zartbesaiteten Menschen, nur empfehlen!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von .Anika. am 11.07.2010 ***** sehr gut
Was würden wir ohne Strom, ohne Supermarkt, ohne Polizei, ohne Telefon, ohne Ärzte und Medikamente tun?

Darum geht es in "Rattentanz". Durch ein Computervirus wird die Welt ins Mittelalter zurückkatapuliert. Man muss selbst Essen beschaffen und nicht einfach in den Supermarkt gehen. Die Menschen verlieren ihre Achtung vor anderen Menschen und killen wahllos andere Menschen.

Ich finde das Buch sehr interessant. Viele verschiedene Situationen werden beschrieben zu verschiedenen Menschen auf aller Welt im diversen Lebenssituationen. Hauptaugenmerk liegt auf einem kleinen Dorf in Deutschland.

Die Art zu schreiben finde ich flüssig und gut zu lesen, Michael Tietz schreibt nicht vorhersehbar, es gibt immer wieder Überraschungen.

Einen Punkt Abzug gebe ich dafür, dass es keinen richtigen Handlungsstrang gibt. Die Geschichte plätschert so vor sich hin, ist auch spannend, aber man erkennt nicht, wohin es eigentlich führt.

Aber auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch für all die, die sich für das Thema interessieren.

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Bewertung von Janine aus Bochum am 08.07.2010 ***** ausgezeichnet
Ich hatte erst ein wenig Bedenken, das Buch zu lesen. Viele Leute schrieben, daß das Buch langatmig und zäh wäre und gar keine Spannung aufkäme.
Dem kann ich nur widersprechen! Das Buch ist super, von der ersten bis zu letzten Seite!
Ein dummer Schülerstreich führt zur globalen Katastrophe. Kein Strom und kein Telefon mehr. Die Menschen sind auf sich allein gestellt.
Was das alles für Konsequenzen nach sich zieht, erfahren die Bewohner von Wellendingen erst nach und nach. Plünderungen, keine Lebensmittel, sogar Morde stehen auf der Tagesordnung.
Erschreckend realistisch wird diese Geschichte erzählt. Aus der Sicht verschiedener Protagonisten wird die Katastrophe dargestellt. Einige Figuren schließt man ins Herz, andere nicht. Auch das macht einen Reiz den Buches aus. Und nicht immer gibt es ein Happy End...
Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen!

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Bewertung von goat aus Niedersachsen am 28.05.2010 ***** ausgezeichnet
Nach einer Leseprobe dieses Buches, musste ich es unbedingt haben, und meine Erwartungshaltung war von Anfang an sehr hoch. Ein Debüt mit über 800 Seiten noch dazu mit einem so brisanten Thema, ist sicher nicht leicht.
Aber in meinen Augen hat Michael Tietz ein brillantes Meisterwerk hingelegt. Drei Jahre Arbeit haben sich gelohnt und ich habe jedes Wort aufgesogen.

Bei der Dicke des Buches war ich zunächst etwas skeptisch, ob der Autor sich mit langen Erklärungen aufhält. Aber die Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet. Der Leser wird gleich mitten ins Geschehen gezogen und mit den Fakten konfrontiert. Im Gegensatz zu den Figuren, kennt der Leser die Ursache dieses ganzen Zusammenbruchs, und genau das hat mich so manches mal zu einer Pause gezwungen und ich habe mir immer Gedanken darüber gemacht, wie der Autor dieses oder jenes Problem zum Schluss hin gelöst hat. Oder zum Beispiel, wie ich selber reagieren würde, wenn es zu so einem Totalzusammenbruch kommen würde.

Allein der Gedanke, wie schnell der Mensch zum Tier wird und wie brutal und gefühlskalt der Hunger den Menschen werden lässt, hat mir eine Gänsehaut bereitet. Den Plünderern und Mördern stehen Tür und Tor offen, denn sämtliche Gesetze treten außer Kraft. Es gibt weder Schutz noch Sicherheit.

Michael Tietz springt von einem Szenario ins nächste und der Leser lernt wahnsinnig viele unterschiedliche Figuren kennen. Manche begleiten uns nur ein kurzes Stück, andere wiederum begleiten uns durch das ganze Buch hindurch. Aber sie alle haben etwas gemeinsam: Egal wie intensiv ich sie kennengelernt habe - sie haben mich, jeder auf seine Art, berührt - positiv wie negativ. Ich konnte mich keiner von ihnen entziehen.

Fasziniert hat mich die hervorragende Recherche des Autors. Das Ganze dann auch noch so spannend umzusetzen, wie es ihm gelungen ist, das schaffen nur wenigen Autoren. Für mich gehört der Roman eindeutig in die Bestsellerliste.
Ich musste die Geschichte erstmal ein paar Tage sacken lassen, bevor ich dazu etwas schreiben konnte und noch immer beschäftigt mich dieses Buch.
Ich würde gern noch so viel dazu schreiben, aber irgendwie fehlen mir die passenden Worte.

Danke, Michael Tietz! Den nächsten Roman werde ich mit Sicherheit auch lesen. Jede dieser 837 Seiten war ihr Geld wert!!! Fünf Sterne für einen herausragenden Roman!

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*****
sehr gut
Eigentlich wollte ein paar clevere Schüler nur den Schulcomputer lahm legen, um die Prüfungen nicht mit schreiben zu müssen, doch es kam alles anders. Statt den Schulcomputer zu infizieren, schicken sie ihren kleinen Virus durch die Welt. Alles, was mit Daten läuft, bricht am 23 Mai um 7.00 Uhr zusammen. Kein Strom, kein Wasser, kein Handy, Flugzeuge fallen vom Himmel, Schiffe treiben orientierungslos auf hoher See. In diesem Chaos ist das einzige Ziel der Menschen: Überleben. Aber wie? Da es keinen Nachschub an Lebensmitteln mehr gibt, setzt sich bald das Recht des Stärken durch. Marrodierende Banden ziehen durchs Land, auf der Suche nach Essen, Städte wirken wie leer gefegt, nur ein paar wenige erinnern sich an die alten Sitten und Gebräuche und versuchen sich eine lebenswerte Existenz aufzubauen. Der einzellne zählt nichts, es lebe die Gemeinschaft!

Das Cover ist einfach und doch eindrucksvoll gestaltet. Es zeigt einen Wald in rot und schwarz Tönen. Ansich nichts außergewöhnliches, aber durch die Farbgestaltung wirkt es bedrohlich wie ein Endzeitszenario. Es passt hervorragend zu dem Titel und dem Inhalt des Buches.

Michael Tietz hat einen sehr kraftvollen und ausdrucksstarken Schreibstil. Er zieht den Leser sofort in seinen Bann und lässt ihn erst wieder los, wenn die letzte Seite verschlungen ist. Aber auch dann geistert das Buch weiterhin in der Phantasie. Zum einen schildert er die globalen Ausmaße, aber eben auch die kleinen Schicksal, die ein Blackout auf einzellen Menschen haben kann. Deshalb wirkt das Buch glaubwürdig und wie aus dem Leben gegriffen. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich hoch gehalten, auch wenn der Autor sich hin und wieder in der Schilderung von kleinsten Kleinigkeiten zu verlieren droht.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil schildert den Blackout und seine Folgen, der zweite Teil die Orientierungslosigkeit und der dritte, wie sich alles langsam in der neuen Zeit zurechtfindet. Sehr gut hat der Autor seine Protagonisten und ihren Weg durch diese Zeiten geschildert. Teils mitreißend, motivierend, stark, aber auch die Hoffnungslosigkeit des einzellnen kommt nicht zu kurz. Der Leser begleitet Hans Seger auf seiner Reise von Schweden ins heimische Wellendingen und auf der anderen Seite seine Frau Eva, die dort auf ihn wartet. Wie gestaltet sich das Leben ohne Strom auf einem Dorf, wie ist reisen in dieser schweren Zeit möglich. Durch diese Erzählwechsel wird zusätzlich Spannung aufgebaut. Auch die Begleiter der beiden werden authentisch geschildert.

Das einzige Manko dieses Buches sind die Gewaltszenen. Der Autor scheint sie sehr stark zu lieben, denn sie werden äußerst Detaill getreu geschildert. Michael Tietz lässt keinerlei Spielraum für Spekulationen, er schildert alles in seiner absoluten Grausamkeit.

Mein Fazit: Spannend und mitreißen wie ein guter Thriller, dabei aber sehr nah an der Realität. Der Inhalt wird mich sicherlich noch lange begleiten!
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Bewertung von R.E.R. am 21.03.2011
*****
sehr gut
Als am vor vergangenen Freitag in Japan Erdbeben und Tsunami über das Land brachen, begann zeitgleich die Hetzjagd nach den aktuellsten Informationen, den spektakulärsten Bildern und den neusten Nachrichten. “Rattenrennen” nennt der erste Chefredakteur von ARD Aktuell dieses Phänomen in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung. “Rattentanz” nennt Michael Tietz sein Katastrophen Szenario, das auf einen Schlag der ganzen Welt den Strom zum Leben entzieht. Er rührt dabei an die ureigensten Ängste der Menschen. Zeigt was passieren kann, wenn alles aus den Fugen gerät.

Wellendingen. Ein kleiner Ort im Südschwarzwald. 23. Mai. Sieben Uhr früh. Das Telefon der Familie Faust klingelt. Plötzlich bricht die Verbindung ab. Das Telefon schweigt. Ebenso das Radio. Das Licht geht nicht mehr und aus dem Wasserhahn kommt kein Tropfen. Frieder Faust geht vor das Haus um sein Handy aus dem Auto zu holen. Er wird Zeuge eines Flugzeugabsturzes in unmittelbarer Nähe des Ortes. Noch während er mit seinem Sohn und einigen Nachbarn im Auto unterwegs ist um an der Absturzstelle erste Hilfe zu leisten, stürzt direkt vor Ihnen das nächste Flugzeug ab.

Die Ereignisse sind das Resultat einer Handlung die 400 Tage vorher in Hamburg eingeleitet wurde. Axel und Lars, zwei Abiturienten, wollten eigentlich nur ihren Schulcomputer lahmlegen. Sie schickten je eine verseuchte E-Mail an den Hausmeister der Schule, die Sekretärin und den EDV-Lehrer. Der Virus sollte in vierzig Tagen das Betriebssystem der Schule blockieren. Eine Null zuviel macht aus vierzig Tagen vierhundert. Und aus einem kleinen Betrugsversuch eine globale Katastrophe. Das Virus hat über ein Jahr Zeit sich weltweit unerkannt in den sämtlichen Computersystemen einzunisten. Am 23. Mai läuft der Countdown ab. Das Inferno beginnt.

Michael Tietz lässt die Zivilisation wie wir sie kennen schon nach wenigen Stunden im völligen Chaos versinken. Bereits zwei Stunden nach dem Totalausfall von Strom und Wasser regiert in der Umgebung von Wellendingen die Anarchie. Polizisten, die Passanten am Plündern einer Bank hindern wollen, werden vom aufgebrachten Mob gelyncht. Einstmals brave Bürger, die am Montag morgen Geld von der Bank abheben wollen und denen dies aufgrund der ausgefallenen Computer verweigert wird, werden zu gewissenlosen Mördern. Da hat es der Autor sehr eilig mit der Gesetzlosigkeit.

An anderen Stellen lässt er sich sehr viel mehr Zeit. Ein Beispiel ist Thomas Bachmann. Der junge Mann bleibt am Morgen des 23. Mai im Aufzug des Krankenhauses von Donaueschingen stecken. Er leidet unter einer gespaltenen Persönlichkeit und da ihn seine Stimmen im Kopf davon abhalten um Hilfe zu rufen, dauert es unendlich lange bis er gerettet werden kann. Die Diskussion der Stimmen im Kopf, das für und wieder des Hilferufs nimmt bei unnötig viele Seiten ein, die die spannende Handlung immer wieder unterbrechen.

Das ist ärgerlich, denn der Plot ist fesselnd. Vor allem wegen der Frage die man sich selbstverständlich nur allzu bald stellt: Was würde ich selbst reagieren? Der Autor katapultiert die Zivilisation mit wenigen Federstrichen ins Mittelalter zurück. Vom Umfang her hat sein Erstling epische Ausmaße, was auf die Fülle der Figuren, Schauplätze und Hintergrundhandlungen zurückzuführen ist. Das Geschehen lebt von seiner atmosphärischen Dichte, wenn es auch manchmal an literarischer Finesse mangelt.

Aber um die literarische Qualität geht es hier wohl nicht in erster Linie. Tietz beschreibt die schlimmsten Abgründe menschlichen Handelns. Ein Szenario wie man es sich auf dem finstersten Grund der Hölle nicht schlimmer vorstellen kann und das man dennoch für plausibel hält. So wie einst Jean- Paul Sartre sagte: „Die Hölle das sind wir“. Ich hätte eigentlich gut darauf verzichten können, mir diese ganz spezielle Hölle vorzustellen. Lesenswert ist sie dennoch.
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Bewertung von MinnieMay aus Dortmund am 25.01.2011
*****
gut
Dieses Buch musste ich erst einmal ein wenig verdauen und bin auch heute noch hin- und hergerissen zwischen „großartig“ und „furchtbar“. Nun versuche ich meine Eindrücke, gewonnen beim lesen dieses Wälzers mal in Worte zu fassen.
Angefangen bei der Aufmachung des Buches (ich habe die Neuauflage als Taschenbuch gelesen) kann ich nichts bemängeln. Das Cover spricht an, die Taschenbuchvariante war eine gute Wahl in Anbetracht des mächtigen Inhalts und es ist gut und stabil gearbeitet.
Über 800 Seiten in kleiner Schrift, bei einem Buchformat, dass die herkömmliche Taschenbuchgröße überschreitet sind schon eine Herausforderung, und auch wenn der Autor sehr flüssig und eingängig schreibt, hätten sicher auch 500 Seiten ausgereicht um diese Geschichte zu erzählen. Die Idee ist gut, die Umsetzung spannend, grausam, erschreckend und eins schafft das Werk in jedem Fall, es regt zum nachdenken an.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Menschheit besser ist als Michael Tietz sie sieht, und einfach glauben will das nicht jeder innerhalb kürzester Zeit alle Skrupel verliert, egoistisch und regelrecht bösartig wird ist es doch eine gelungene Umsetzung eines interessanten Themas. Es wirft die Frage auf wie abhängig wir uns bereits von der modernen Welt gemacht haben und ob ein Überleben, wie es vor 200 Jahren normal gewesen wäre auch heute möglich ist. Wenn alle Zivilisation so plötzlich zusammenbricht geht es aber, egal wie man es dreht und wendet, nicht ohne eine gehörige Dezimierung des menschlichen Lebens einher und genau das schildert Tietz in seinem Buch auf oft grausame Weise, manchmal vielleicht etwas zu brutal, aber durchaus realistisch.
Störend wirkte auf mich das neben der Familie Seger zu viele Hauptprotagonisten agieren und eine man dadurch rasch den Überblich verliert. Auch wirkt das Buch sehr detaillastig, zum Beispiel wenn Randfiguren allzu ausführlich beschrieben werden, nur um kurz darauf wieder aus der Geschichte zu verschwinden. Dadurch gerät man leicht in Versuchung einige Kapitel quer zu lesen. Wiederum interessant fand ich die kurzen Blicke zwischendrin, wie es im Rest der Welt aussieht.
Mein Fazit: Ein lesenswertes, etwas zu lang geratenes Buch und ein gelungenes Erstlingswerk.
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Bewertung von lenchen_196 aus Bayern am 17.08.2010
*****
gut
Ein postapokalyptischer Katastrophenthriller

Zwei Schüler planen einen Computergag, um ein persönliches Desaster bei einer anstehenden Prüfung zu vermeiden. Das Ergebnis fällt aber weitaus katastrophaler aus, als geplant.
Im Katastrophenthriller „Rattentanz“ wird die gesamte Welt in den Urzustand versetzt. Internet- und Handynetze brechen zusammen, was heutzutage für beinahe jeden Menschen eine kleine Katastrophe bedeuten würde. Es kommt aber viel schlimmer, denn auch Strom und Wasserversorgung werden infolge des Computervirus lahmgelegt. Nicht nur die heimischen PC-Systeme lassen sich nicht mehr starten, die ganze moderne digitalisierte Welt funktioniert nicht mehr – inklusive verheerender Folgen wie beispielsweise Flugzeugabstürze.
Vor dem Hintergrund der globalen Katastrophe wird die Geschichte einer Familie explizit beleuchtet, die während dieser Katastrophe getrennt wird und deren Mitglieder sich wiederfinden und vereinen wollen.

Mir schien das Buch insgesamt gesehen zu irreal, alleine die Idee, dass ein einziger Computervirus das komplette Leben in allen Ebenen zerstören kann. Allein schon vor dem Gedanken, dass es schließlich unterschiedliche Betriebssysteme gibt, erscheint der Auslöser beinahe lächerlich.
Andererseits ist für einen SciFi-Roman dieser Gedanke vielleicht akzeptabel, handelt es sich doch um einen postapokalyptischen Katastrophenthriller, der genre-getreu sowieso mit Sciencefiction-Elementen geschmückt wird.
Umso weniger hat mir aber gefallen, dass der Autor alles zu schwarz sieht, selbst angesichts der verheerenden Katastrophe zu pessimistisch.
Alle Ärzte lassen ihre aufgeschnittenen schwerverletzten Patienten im OP liegen, auch die Polizisten gehen einfach nach Hause zu ihren Familien. Die Regierung funktioniert nicht mehr, nicht mal auf kommunaler Ebene, weil alle nach Hause gehen. Es gibt von keiner Seite Bestrebungen alles wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen, weder die Polizei noch die Bundeswehr bemühen sich, die Lage einigermaßen unter Kontrolle zu bringen. Im Hinblick auf den Handlungsort in Deutschland (Schwarzwald) wäre so eine Situation selbst nach einer Katastrophe eher unvorstellbar, da man immer versuchen würde irgendwie alles in den Griff zu bekommen, zumindest irgendwo einen Ansatz zu machen. Dafür werden alle Menschen auf einmal böse und egoistisch, rauben Geschäfte und Banken aus, klauen gar Pilzkonserven aus herrenlosen Haushalten.
Dabei ist alles zu ausführlich beschrieben, manche Charaktere, die nur einmal in der kompletten Handlung auftauchen, werden von allen Seiten beleuchtet, quasi von der Geburt an. Deswegen ist der Roman teilweise schwer zu lesen, da er mir an manchen Stellen zu detaillastig scheint.
Die Geschichte der Familie Seger selber habe ich dagegen ziemlich interessant gefunden. Insgesamt ist der Roman in meinen Augen durchaus empfehlenswert, sofern man vom Umfang nicht abschreckt wird. Die Sprache ist flüssig, der Roman liest sich trotz der Länge leicht.
Gerade für die Freunde von SciFi-Romanen insgesamt also eine durchaus empfehlenswerte Lektüre.
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Bewertung von Nijura am 15.08.2010
*****
ausgezeichnet
Was wäre wenn mit einem Schlag alle Errungenschaften unseres Jahrhunderts wegfallen würden? Kein Strom, kein Internet, kein fließend Wasser und keine Nahrung mehr.

Dies greift der Autor perfekt in diesem Buch auf.

Durch einen Computervirus verursacht fällt plötzlich auf dem gesamten Erdball der Strom aus. Flugzeuge stürzen vom Himmel. Als der Zustand anhält entstehen Chaos und Anarchie. Anhand etlicher Protagonisten schildert Michael Tietz anschaulich, was auf uns zukommen könnte, wäre so etwas wirklich möglich.

Das einzige, dass mich ein bisschen gestört hat war, dass einer der Protagonisten zu oft in ausweglose Situationen gerät, das wirkt ein wenig unglaubwürdig.

Ansonsten ist die Geschichte sehr spannend, an manchen Stellen richtig grausam beschrieben.

Ich finde das Buch sehr gut geschrieben und kann es allen, außer zartbesaiteten Menschen, nur empfehlen!
Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch
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Bewertung von .Anika. am 11.07.2010
*****
sehr gut
Was würden wir ohne Strom, ohne Supermarkt, ohne Polizei, ohne Telefon, ohne Ärzte und Medikamente tun?

Darum geht es in "Rattentanz". Durch ein Computervirus wird die Welt ins Mittelalter zurückkatapuliert. Man muss selbst Essen beschaffen und nicht einfach in den Supermarkt gehen. Die Menschen verlieren ihre Achtung vor anderen Menschen und killen wahllos andere Menschen.

Ich finde das Buch sehr interessant. Viele verschiedene Situationen werden beschrieben zu verschiedenen Menschen auf aller Welt im diversen Lebenssituationen. Hauptaugenmerk liegt auf einem kleinen Dorf in Deutschland.

Die Art zu schreiben finde ich flüssig und gut zu lesen, Michael Tietz schreibt nicht vorhersehbar, es gibt immer wieder Überraschungen.

Einen Punkt Abzug gebe ich dafür, dass es keinen richtigen Handlungsstrang gibt. Die Geschichte plätschert so vor sich hin, ist auch spannend, aber man erkennt nicht, wohin es eigentlich führt.

Aber auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch für all die, die sich für das Thema interessieren.
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Bewertung von Janine aus Bochum am 08.07.2010
*****
ausgezeichnet
Ich hatte erst ein wenig Bedenken, das Buch zu lesen. Viele Leute schrieben, daß das Buch langatmig und zäh wäre und gar keine Spannung aufkäme.
Dem kann ich nur widersprechen! Das Buch ist super, von der ersten bis zu letzten Seite!
Ein dummer Schülerstreich führt zur globalen Katastrophe. Kein Strom und kein Telefon mehr. Die Menschen sind auf sich allein gestellt.
Was das alles für Konsequenzen nach sich zieht, erfahren die Bewohner von Wellendingen erst nach und nach. Plünderungen, keine Lebensmittel, sogar Morde stehen auf der Tagesordnung.
Erschreckend realistisch wird diese Geschichte erzählt. Aus der Sicht verschiedener Protagonisten wird die Katastrophe dargestellt. Einige Figuren schließt man ins Herz, andere nicht. Auch das macht einen Reiz den Buches aus. Und nicht immer gibt es ein Happy End...
Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen!
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Bewertung von goat aus Niedersachsen am 28.05.2010
*****
ausgezeichnet
Nach einer Leseprobe dieses Buches, musste ich es unbedingt haben, und meine Erwartungshaltung war von Anfang an sehr hoch. Ein Debüt mit über 800 Seiten noch dazu mit einem so brisanten Thema, ist sicher nicht leicht.
Aber in meinen Augen hat Michael Tietz ein brillantes Meisterwerk hingelegt. Drei Jahre Arbeit haben sich gelohnt und ich habe jedes Wort aufgesogen.

Bei der Dicke des Buches war ich zunächst etwas skeptisch, ob der Autor sich mit langen Erklärungen aufhält. Aber die Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet. Der Leser wird gleich mitten ins Geschehen gezogen und mit den Fakten konfrontiert. Im Gegensatz zu den Figuren, kennt der Leser die Ursache dieses ganzen Zusammenbruchs, und genau das hat mich so manches mal zu einer Pause gezwungen und ich habe mir immer Gedanken darüber gemacht, wie der Autor dieses oder jenes Problem zum Schluss hin gelöst hat. Oder zum Beispiel, wie ich selber reagieren würde, wenn es zu so einem Totalzusammenbruch kommen würde.

Allein der Gedanke, wie schnell der Mensch zum Tier wird und wie brutal und gefühlskalt der Hunger den Menschen werden lässt, hat mir eine Gänsehaut bereitet. Den Plünderern und Mördern stehen Tür und Tor offen, denn sämtliche Gesetze treten außer Kraft. Es gibt weder Schutz noch Sicherheit.

Michael Tietz springt von einem Szenario ins nächste und der Leser lernt wahnsinnig viele unterschiedliche Figuren kennen. Manche begleiten uns nur ein kurzes Stück, andere wiederum begleiten uns durch das ganze Buch hindurch. Aber sie alle haben etwas gemeinsam: Egal wie intensiv ich sie kennengelernt habe - sie haben mich, jeder auf seine Art, berührt - positiv wie negativ. Ich konnte mich keiner von ihnen entziehen.

Fasziniert hat mich die hervorragende Recherche des Autors. Das Ganze dann auch noch so spannend umzusetzen, wie es ihm gelungen ist, das schaffen nur wenigen Autoren. Für mich gehört der Roman eindeutig in die Bestsellerliste.
Ich musste die Geschichte erstmal ein paar Tage sacken lassen, bevor ich dazu etwas schreiben konnte und noch immer beschäftigt mich dieses Buch.
Ich würde gern noch so viel dazu schreiben, aber irgendwie fehlen mir die passenden Worte.

Danke, Michael Tietz! Den nächsten Roman werde ich mit Sicherheit auch lesen. Jede dieser 837 Seiten war ihr Geld wert!!! Fünf Sterne für einen herausragenden Roman!
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Rezensionen und Kritik

"Rattentanz ist das Beste, was ich in den letzten Monaten gelesen habe!" (Südkurier)

"Entwickelt eine unerhörte und atemlos machende Spannung." (Dresdner Neueste Nachrichten)

Rezensionen und Kritik

»Rattentanz ist das Beste, was ich in den letzten Monaten gelesen habe!« Südkurier »Entwickelt eine unerhörte und atemlos machende Spannung.« Dresdner Neueste Nachrichten

Rezension

"Rattentanz ist das Beste, was ich in den letzten Monaten gelesen habe!" Südkurier "Entwickelt eine unerhörte und atemlos machende Spannung." Dresdner Neueste Nachrichten

Rezensionen und Kritik

"Ein gut recherchierter, realitätsnaher Thriller aus Deutschland, der es ohne weiteres mit internationalen Vorbildern aufnehmen kann. Von Kapitel zu Kapitel verstärkt sich das unheimliche Gefühl - ja, so furchtbar könnte es eines Tages tatsächlich kommen!" Peter Hardcastle, Krimiautor

Autorenporträt zu "Michael Tietz"

Michael Tietz ist gelernter Krankenpfleger und lebt mit Frau, Sohn und Hund im Südschwarzwald.

19 Marktplatz-Angebote für "Rattentanz" ab EUR 5,00
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