Die Arbeit der Nacht, 6 Audio-CDs - Glavinic, Thomas

Thomas Glavinic 

Die Arbeit der Nacht, 6 Audio-CDs

Gekürzte Lesung. 477 Min.

Sprecher: Heikko Deutschmann
Audio CD
 
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Produktbeschreibung zu Die Arbeit der Nacht, 6 Audio-CDs

Jonas ist allein. Zuerst ist es nur eine kleine Irritation, als die Zeitung nicht vor der Tür liegt und Fernseher und Radio nur Rauschen von sich geben. Dann jedoch wird Jonas klar, dass seine Stadt, Wien, menschenleer ist. Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Sind die Menschen geflüchtet? Wenn ja, wovor? Jonas beginnt zu suchen. Er durchstreift die Stadt, die Läden, die Wohnungen und bricht schließlich mit einem Truck auf, um nach Spuren der Menschen suchen. Mit wachsender Spannung erzählt Thomas Glavinic davon, was Menschsein heißt, wenn es keine Menschen mehr gibt.

Jonas erwacht. Es ist ein Morgen wie jeder andere. Kaffee zum Frühstück. Die Zeitung liegt nicht vor der Wohnungstür, wie letzten Monat schon einmal. Als im Radio, Fernsehen und Internet auch nur Rauschen kommt, beginnt die erste Irritation. Das Telefon bei seiner Freundin klingelt ins Leere. Jonas tritt auf die Straße. Jetzt ist keine Täuschung mehr möglich. Er ist allein. Kann ein Mensch leben, wenn die Menschen verschwunden sind? Ihre Welt und ihre Dinge sind geblieben: Straßen, Supermärkte, Bahnhöfe, alles ist leer. Jonas irrt durch Wien, durch die vertrauten Straßen, durch die Wohnungen, die ihm bekannt sind, doch nichts gibt ihm Antwort: Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Haben die Einwohner die Stadt verlassen und sind woanders? Und gibt es nicht doch Anzeichen für die Gegenwart anderer, oder bildet er sich das nur ein?
Thomas Glavinic erzählt mit ständig wachsender Spannung von einem Menschen, der erfährt, was Menschsein heißt, als es keine Menschen mehr gibt, als die Erinnerungen an die eigene Vergangenheit das einzige Leben in einer toten Welt zu werden scheinen.

Produktinformation


  • ISBN-10: 3899034147
  • Best.Nr.: 22492826
  • Laufzeit: 477 Min.
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Jonas steht an der Haltestelle, doch es kommt kein Bus. Die Zeitung fehlt. Im Radio und Fernsehen nur Rauschen. Und überhaupt: Kein Mensch. Nirgends. Zunächst sucht Jonas noch nach einer Erklärung, sucht in Wien und Umgebung nach anderen Überlebenden einer vermeintlichen Katastrophe. Doch es bleibt dabei: Er ist vollkommen allein. Dem Wiener Autor Thomas Glavinic, dessen Romane regelmäßig die österreichischen Bestsellerlisten stürmen, interessiert dabei vor allem die Frage: Wie reagiert ein Mensch, der diese größtmögliche Einsamkeit ertragen muss?Jonas sucht Halt an dem, was er kennt, er räumt z.B. unter großem Aufwand die Möbel seines Vaters in die Wohnung, die die Familie in seiner Kindheit gemeinsam bewohnte. Er versucht, die fehlende Wahrnehmung seiner Existenz durch Mitmenschen zu kompensieren, indem er sich selbst beim Autofahren oder Schlafen mit Kameras aufzeichnet - und die Bänder dann ausführlich begutachtet. Dabei beobachtet Jonas, wie er selbst zuweilen aus dem Bild verschwindet, und weitere rätselhafte Dinge geschehen. Er fühlt sich von einem Wolfsvieh verfolgt und pendelt zunehmend am Rande der Schizophrenie, genährt von Schlaflosigkeit und …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.09.2006

Das letzte Tier auf diesem Planeten
Was ist der Mensch, wenn keine Menschen mehr da sind? Thomas Glavinics grausam fesselnder Roman „Die Arbeit der Nacht”
Zuerst merkt er es gar nicht. Wie auch. Die Vorstellung, alleine zu sein, radikal alleine, der letzte Mensch auf Erden, ist zu absurd, als dass man sie auch nur für einen Moment in Erwägung ziehen könnte. Morgens fehlt die Zeitung auf der Türmatte; beim morgendlichen Surfen durchs Internet erscheinen nur Fehlermeldungen; ans Telefon geht auch keiner. Kann alles passieren. Erst an der Bushaltestelle beschleicht Jonas, einen durchschnittlichen 34-jährigen Bewohner Wiens, ein merkwürdiges Gefühl. „Da war nichts. Keine davoneilenden Schritte, kein Räuspern, kein Atem. Nichts.”
Was bleibt, wenn keiner mehr da ist, nicht einmal ein Tier? Die Stille. Die Dinge. Die Zeit. Und die eigenen Träume. Wobei diese erst später wichtig werden, wenn Jonas langsam bewusst wird, was das heißt: Alleine sein, einziger Überlebender eines unerklärlichen Geschehens. Erstmal stürzt er sich in panischen Aktionismus, fährt durch die Stadt, zur Wohnung seines Vaters. Zum Bahnhof. Aber es bleibt dabei: Keiner da. Und …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.09.2006

Der Herbst kann kommen
Zwischen Heimat und Hollywood: Selten war die deutschsprachige Literatur so welthaltig wie heute. Ein Ausblick auf die neuen Bücher

Sie sind alle wieder da in diesem neuesten Herbst, die alten und die neuen Protagonisten aus der Welt der deutschsprachigen Literatur. Die alten Könige, die jungen Streber, die Schaumschläger, die Eindringlinge, die ewigen Platzhirsche und die echten Revolutionäre. Während einige sich vor Jahren in einer Endlosschleife verirrt haben, aus der sie sich ein Leben lang nicht mehr herausschreiben können, jagen andere von Idee zu Idee, von Neuerfindung zu Neuerfindung.

Einer der größten Neuerfinder der deutschen Gegenwartsliteratur ist der Unternehmer und Schriftsteller Ernst-Wilhelm Händler (8). Der sich mit jedem neuen Buch tief in ein neues Gesellschaftssystem hineinfräst und dieses mit den Mitteln der literarischen Tradition umkreist und erleuchtet, wie es kein zweiter kann. Klingt synthetisch, ist aber ungeheuer lebendig und widerständig und klug. Dieses Mal ist es die Welt der Literatur, der sogenannte Literaturbetrieb. Ein alter, mächtiger, patriarchalischer Verleger, nach dem eine …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Schöne Idee, nur mit der Ausführung hapert's ein bisschen. So lässt sich Martin Lhotzkys gutwillige Besprechung resümieren. Zwar kennt Lhotzky Endzeitvisionen genug, aber aus dem Wien unserer Tage ist ihm noch keine untergekommen. Lhotzky unterhält und gruselt sich ganz passabel - bis zur Mitte. Von da an macht das Buch auf ihn den Eindruck einer großen Verzettelung, einer "Testreihe" mit einem eher uninspirierten Protagonisten, die das fantastische Potential der Story nicht ausschöpft. Leider, findet Lhotzky, der Vergleichbares, etwa bei einem Autor wie Leo Perutz, auch schon fantasievoller umgesetzt gesehen hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ein so eindringlicher Roman über die Einsamkeit, den Wahnsinn, die Nacht und das Schweigen der Dinge, dass man selbst als ja eigentlich kühl lesender, mit Bleistift bewaffneter Rezensent mehrere Nächte hintereinander lieber mit Licht einschläft ..." Axel Rühle, Süddeutsche Zeitung, 06.09.06 "Thomas Glavinic hat ein grässlich gutes Buch geschrieben. Wären da nicht seine Ängste vor dem Dunkeln, vor der Einsamkeit, es wäre niemals ein so verstörend schönes Buch wie sein neues Werk 'Die Arbeit der Nacht' entstanden." Nina Berendonk, Süddeutsche Zeitung, 19.09.06 "Der Einfall hört sich etwas großmäulig und menschheitsparabelartig an, ist aber genial. Thomas Glavinic hat den Kinderglücksalbtraum beim Wort genommen und seinen Helden Jonas über einen langen, sehr beeindruckenden Roman über mutterseelenallein gelassen. Ein ungeheures Wagnis. Das sich auszahlt." Iris Radisch, Die Zeit, 28.09.06 "Gelingende Literatur rührt immer an das Geheimnis der Sprache, befragt im Erzählen die Sprache: was sie kann, was sie eröffnet oder verfehlt. Das ist ihr spekulativer Schatz, den Thomas Glavinic in seinem Roman zu bergen sucht. ... In Zeiten der realitätsverfallenen Bücher mit ihren Hinterwelten kann mit dieser literarischen Metaphysik in 'Die Arbeit der Nacht' jeder glücklich werden, der weiß: Nur in der Sprache gibt es etwas zu gewinnen." Christian Döring, Der Tagesspiegel, 15.10.06

»Diese clever inszenierte, surrealistische Entwicklungsgeschichte ist gute Seminarliteratur: in einem literaturwissenschaftlichen Seminar oder einer ähnlichen Veranstaltung kann der Roman sehr fruchtbar diskutiert werden, doch wer für sich alleine liest um durch einen Spannungsroman unterhalten zu werden, wird wohl enttäuscht werden.« Christoph Weidler, fantasyguide.de 15.01.2009
Thomas Glavinic, geboren 1972 in Graz, schreibt seit 1991 Romane, Essays, Erzählungen, Hörspiele und Reportagen. Im Jahr 2010 erhielt er den Literaturpreis der deutschen Wirtschaft in der Sparte Prosa.
Thomas Glavinic lebt mit seiner Familie in Wien.

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Kundenbewertungen zu "Die Arbeit der Nacht, 6 Audio-CDs" von "Thomas Glavinic"

Durchschnittliche Kundenbewertung 2.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** weniger gut
(aus 3 Bewertungen)

Bewertung von Xirxe aus Hannover am 26.01.2012 ***** weniger gut
Morgens aufzustehen und festzustellen, dass man mutterseelenallein auf der Welt ist - gibt es etwas Furchtbareres? Jonas macht diese Erfahrung und setzt als Erstes alles daran, in irgendeiner Form zu irgendjemandem Kontakt herzustellen. Doch egal, was er auch versucht, es bleibt erfolglos: Telefon, Internet, Funkgeräte - nichts und niemand regt sich. Zu Beginn voller Tatendrang, dieses Unerklärliche zu deuten, entwickelt er nach und nach Verfolgungsängste. Ist da nicht doch jemand oder etwas, was vielleicht auch verantwortlich für all das ist? Und nun auch versucht, sich seiner zu bemächtigen? Er beginnt, seine Umgebung und zuletzt auch sich selbst zu überwachen, jedoch ohne Ergebnis. Doch die Furcht wird immer stärker...
Es ist zwar beängstigend mitzuerleben, wie Jonas langsam aber sicher immer paranoidere Züge entwickelt, doch richtig überzeugend ist es nicht. Nur selten stellt er sich beispielsweise die Frage, wie er sein weiteres Überleben sichern will. Oder hat er daran kein Interesse? Statt dessen beschäftigt er sich weiter mit der Suche nach dem großen Unbekannten durch das Installieren von Überwachungskameras und stürzt sich zudem auf die Wiederherstellung der alten elterlichen Wohnung, die mittlerweile schon vor längerem von Fremden bezogen wurde. Zuflucht in einer vertrauten Vergangenheit?
Einerseits ist die ganze Szenerie sehr realistisch dargestellt, andererseits sind die Handlungen des Protagonisten nur schwer nachvollziehbar. So hört man immer oberflächlicher zu (obwohl Heikko Deutschmann das Ganze gut wiedergibt) und fragt sich immer wieder nur: Wieso? Und ist nicht ganz unglücklich, als das Hörbuch zu Ende geht.

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Bewertung von Bücherwurm aus Thüringen am 22.07.2011 ***** weniger gut
Ich fand das Buch nicht so toll.
Man wartet das etwas geschieht, aber nichts.Das ganze Buch wird durch eine Person bestimmt, die durch eigene Taten in immer mehr Wirrungen gerät die nicht nachvollziehbar sind. Das Ende ist voraussehbar.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Third_Eye aus Trier am 21.03.2009 ***** gut
nicht so sehr die frage, was man machen würde steht im vordergrund, sondern was diese bestimmte person an greueln erlebt, die sie in gewisser weise selbst verursacht. nie wird das grauen direkt greifbar und ist dabei grotesk und bedrückend zugleich.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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