Leseprobe zu "BRIGITTE-ASTROLOGIE" von Roswitha Broszath
Was können die Sterne, und was muss ich selbst tun, um die Person zu werden, die in mir möglicherweise in Konturen vorgegeben ist?
Die Sterne können richtig besehen gar nichts, obwohl wir meiner Auffassung nach mit allem, was in diesem Universum existiert, in Resonanz sind. Niemals aber sind die Sterne das bewirkende Prinzip. Die Astrologie kann Einblicke vermitteln, ein Gefühl für das eigene Potenzial schenken, ermuntern und aufbauen. Die Eigenarbeit, die Persönlichkeitsentwicklung aber muss jeder selbst leisten. Astrologie kann aber auch ein besseres Verständnis für sich selbst vermitteln und helfen, sich liebevoller anzunehmen. Das kann eine große Entlastung darstellen.
Seit dreißig Jahren ist Ihnen die Astrologie eine Herzensangelegenheit. Was ist das Besondere an ihr?
Die Astrologie ist eine Geisteswissenschaft, eine Symbolsprache und zugleich ein psychologisches Erklärungsmodell. Sie ermöglicht es, Erkenntnisse zu gewinnen, die über eine andere Betrachtungsweise kaum möglich sind. Astrologie ist ein Schlüssel zur Seele, sie deckt Verborgenes auf und hilft, einem Menschen, den Platz zu finden, der vom Kosmos zugedacht ist. Sie dient ebenfalls dazu, dieses Potenzial zu entdecken und zu entfalten, mit den eigenen Schätzen wahrhaft zu wuchern.
Wie haben Sie diese Leidenschaft entdeckt?
Schon immer haben mich die Dinge interessiert, die nicht so offensichtlich sind. Die Seele, das Unsichtbare, sicher auch der Sinn des Seins, die versteckten Botschaften hinter dem Offensichtlichen - all das fasziniert mich. Und so habe ich einen Beruf gewählt, in dem ich diese Leidenschaft ausleben kann.
Ist Astrologie nicht eine Glaubensangelegenheit, viel zu spirituell?
Astrologie ist kein Glaube, schon gar kein Religionsersatz, wie uns manchmal von Kritikern, die sich niemals ernsthaft mit Astrologie befasst haben, vorgeworfen wird. Ich glaube nicht an Astrologie, sondern sie ist für mich Instrument. Eine Hilfe zur Selbsterkundung und ein Kompass auf der Lebensreise, auch der Reise der Seele. Sie ist uraltes, überliefertes Wissen. Glauben muss auch der Klient nicht an Astrologie, wohl aber sollte er sich darauf einlassen. Bei der Homöopathie oder Psychotherapie ist es ja nicht anders. Kritische Betrachtung und Fragestellung finde ich sogar hilfreich. Sollte aber jemand eine absolute Abwehr gegen Astrologie haben, dann ist diese Symbolsprache einfach nicht das Richtige für ihn.
Sie bezeichnen Ihre Arbeit als "psychotherapeutische Astrologie". Wie gehen Sie dabei vor?
Ich arbeite mit der psychologischen Astrologie, mit der Konfliktaufdeckung und mit lösungsorientierten Ansätzen. Mir geht es um die Betrachtung von Lebensprozessen und darum, diese zu begleiten, zu erhellen oder, wenn der Klient es wünscht, neue Visionen, Perspektiven und Handlungskonzepte zu erarbeiten.
Wenn ich zu Ihnen komme, bei welchen Problemen können Sie mir Hilfe geben?
Bei vielfältigen. Natürlich gehört die Behandlung von Erkrankungen und körperlichen Störungen, da ich auch Heilpraktikerin bin, hier an die erste Stelle. Aber ich bin außerdem heilkundliche Psychotherapeutin mit Aus- und Weiterbildungen in Psychodrama, Prozessorientierter Psychotherapie, Spiritueller Psychologie, Coaching und Schamanischer Arbeit. Viele Klienten suchen Unterstützung und Hilfe, die der eine oder andere Themenkomplex abdeckt. Die Astrologie aber ist der Grundbaustein, der mir das alles erhellende Basiswissen schenkt.
Kommen die Klienten mit gesundheitlichen Problemen, werden in der naturheilkundlichen Sicht Leib, Seele und Geist nicht differenziert betrachtet. Viele erscheinen auch mit depressiven Verstimmungen, mit einer erkennbaren Burn-out-Symptomatik. Unsere Welt ist hektisch und stellt eine hohe Belastung dar, besonders in der reizstarken Großstadt. Aber es gibt auch übergeordnete, zentrale Themen, die immer wieder in meiner Praxis angesprochen werden, wie beispielsweise die Suche nach der Essenz, dem Sinn des Seins, nach dem Woher und Wohin.
Wie sieht eine Beratung bei Ihnen aus?
Das liegt am Klienten und der Erwartung, die ihn zu mir führt. Als Heilpraktikerin arbeite ich mit der Iris-Diagnose, Homöopathie, Austestung von Unverträglichkeiten und Intoxikationen. Die Bioresonanztherapie setze ich zur Harmonisierung und Entgiftung ein. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten lassen sich dadurch deutlich lindern. Astrologisch-psychologisch beziehe ich mich auf die Themen, die vom Klienten eingebracht werden. Wenn es die Arbeit bereichert, bringe ich Elemente von Psychodrama und Rollenspiel ein. Und ich gebe auch homöopathische Mittel, Bach- oder andere Blütenessenzen, auch Phytotherapeutika und Schüßler-Salze. Ganz wichtig ist es mir, aufbauend zu arbeiten. Das ist ein wesentlicher Anteil meines Potenzials und mir ein Grundbedürfnis.
Eine Heilpraktikerin und Homöopathin, die mit Astrologie arbeitet, ist das nicht ungewöhnlich?
Vielleicht, aber so ganz exotisch ist es nun auch wieder nicht. Übrigens: Schon Paracelsus, der große Heiler und Arzt, hat nach astrologischen Gesichtspunkten behandelt.
Schauen Sie sich nur die Sterne an oder auch den Menschen, der vor Ihnen sitzt, mit seiner Ausstrahlung und Gestik?
Ich schaue immer zuerst den ganzen Menschen an. Jeder Heilpraktiker und Therapeut achtet fast automatisch auf Augen- und Hautfarbe, auf Haltung und Habitus. All das zeigt schon gewisse Krankheitsdispositionen an. Es ist sogar meine Pflicht, mit allen Sinnen beim Klienten zu sein, um ihn wahrzunehmen und ihm helfen zu können.
Können Sie auch bei konkreten Fragen, z.B. Kinder ja oder nein helfen? Und sehen, wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind ist?
Im Prinzip ja. Das Horoskop gibt Aufschluss darüber, wie wesentlich es ist, in diesem Leben ein Kind zu bekommen. Das ist ja nicht für jede Frau von essenzieller Bedeutung, für manche aber schon. Da zeigt das Horoskop deutlich, wie entscheidend der Kinderwunsch und wie wichtig das Kind für die eigene Entwicklung empfunden wird. Auch die Zeiten, in denen eine Schwangerschaft und Geburt thematisch im Vordergrund stehen, sind im Horoskop ablesbar.
Sie beschäftigen sich astrologisch intensiv mit den Frauen, wie es auch dieser Neuauflage Ihres Buches zugute kommt. Was verstehen Sie unter einer positiven Weiblichkeit?
Das Thema Weiblichkeit ist meiner Erfahrung nach äußerst sensibel. Denn was uns auch heute noch, nach Zeiten großer Emanzipationsprozesse, als Weiblichkeit vorgegeben wird, sind lediglich Teilaspekte derselben. Warm, aufbauend, nährend, intuitiv, einfühlend, unterstützend, gebärend - ja, das alles ist Weiblichkeit. Aber nicht ausschließlich! Frauen sind auch stark, zäh, kämpferisch, rebellisch, freiheitsliebend, logisch und selbstbestimmt. Ein schönes Beispiel dafür ist wieder in der Mythologie zu finden. Die damaligen Göttinnen waren extrem spannende Frauen, vom Potenzial her vielfältig ausgestattet und fast alle im Besitz der Doppelaxt. Und diese wussten sie auch einzusetzen, wenn sie angegriffen wurden. Kämpferische Durchsetzung ist nicht unweiblich, Stärke ebenfalls nicht.