Reinhard Heydrich - Gerwarth, Robert
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Robert Gerwarth 

Reinhard Heydrich

Biographie

Übersetzung: Rennert, Udo
Gebundenes Buch
 
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Reinhard Heydrich

Die erste große Biographie zu Reinhard Heydrich (1904-1942) war einer der mächtigsten Männer des "Dritten Reichs": Als Leiter des Reichssicherheitshauptamts und engster Mitarbeiter Heinrich Himmlers lenkte er den Terrorapparat der Nationalsozialisten. Robert Gerwarth folgt in seiner Biographie dem steilen Aufstieg Heydrichs und beleuchtet dessen Rolle im NS-Regime sowie die Stilisierung zum Märtyrer nach seinem Tod durch ein Attentat in Prag.

Bis zu seinem gewaltsamen Tod im Sommer 1942 hatte Reinhard Heydrich unter den Nationalsozialisten eine beispiellose Karriere gemacht. Als Leiter des Reichssicherheitshauptamts, stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren sowie Organisator der "Endlösung der Judenfrage" war er eine der Schlüsselfiguren der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und einer der am meisten gefürchteten Männer des "Dritten Reichs".Auf der Basis neuer Quellen schildert Robert Gerwarth das Leben Heydrichs und analysiert dessen Aufstieg im nationalsozialistischen Terrorstaat. Er zeichnet ein Bild jenseits der Klischees des unideologischen Karrieristen und bietet zugleich neue Einblicke in die Geschichte des "Dritten Reichs" - in den Aufstieg der SS und die Entstehung des nationalsozialistischen Polizeistaats, in die deutsche Besatzungspolitik und die Organisation des Holocaust.


Produktinformation

  • Verlag: Siedler
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 478 S. m. Abb., 2 Übers.-Ktn.
  • Seitenzahl: 478
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 158mm x 40mm
  • Gewicht: 804g
  • ISBN-13: 9783886808946
  • ISBN-10: 3886808947
  • Best.Nr.: 33333886
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.10.2011

Ein Bild von einem Massenmörder
Mit kalter Empathie und mit tuschelnder Indiskretion: Eine historische Biographie und ein Roman untersuchen Reinhard Heydrich,
den „Architekten der Endlösung“ aus der Mitte der deutschen Gesellschaft Von Burkhard Müller
Als Adolf Eichmann vor dem Tribunal in Tel Aviv stand, da wunderten sich alle, wie ein Mann, der federführend an millionenfachem Mord beteiligt war, von solch menschlicher Unbeträchtlichkeit sein konnte. Hanna Arendt taufte diese Verwunderung damals auf den Namen, der ihr seither geblieben ist, den von der „Banalität des Bösen“. Wie konnten es so ganz normale Menschen sein, die so etwas getan hatten, oder umgekehrt, wie konnten solche Taten auf solche postbeamtenhaften Täter zurückverweisen?
So hat sich die Sehnsucht, das Antlitz des Bösen leibhaftig zu sehen, von jeher auf einen Mann konzentriert, der formell gar nicht zu den obersten Chargen der Nazi-Hierarchie gehörte: Reinhard Heydrich, SS-Gruppenführer, Chef des Sicherheitsdienstes, (stellvertretender) Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, vor allem aber „Architekt der Endlösung“. Von unübersehbar arischer Rasse, arrogant, …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Robert Gerwarths Biografie des "wohl größten Massenmörders der Geschichte" setzt Maßstäbe, urteilt der Historiker Hans Mommsen, der dieses Buch eingehend und mit beispielloser Sachkenntnis bespricht. Schon vom Lesen seines Artikels wird man klüger. Mommsen schätzt an Gerwarths Arbeit besonders, dass der Autor sich Reinhard Heydrich mit "kalter Empathie" nähert und nicht aus der Sicht des Anklägers nähert. Dezidiert kann Mommsen nachlesen, wie der von Ehrgeiz getriebene Heydrich seine Karriere im Reichssicherhauptamt machte und zum effizientesten Funktionär der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik aufstieg. Fassungslos verfolgt Mommsen, was für pervertierte Moralvorstellungen Heydrich bei der Ermordung des europäischen Judentums entwickelte: Unsystematische Gewalt lehnte dieser ab, er bestand darauf, dass der Massenmord "anständig, unauffällig und zielgerichtet" durchgeführt wird. Interessant auch Mommsens Erklärung, dass sich das Reichssicherheitshauptamt als Behörde auch deshalb so radikalisierte, weil dort keine fachlich Qualifizierten, sondern vor allem soziale Aufsteiger miteinander konkurrierten.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Eine beeindruckende Biografie.«

"Virtuos, wie es sonst eher angelsächsische Historiker vermögen, verknüpft Robert Gerwarth in seiner Biographie Organisationsgeschichte und Machtanalysen mit persönlich-biographischen Elementen. (...) Robert Gerwarth hat (das Leben) mit eindrucksvollem Überblick über die großen Linien, aber auch mit viel Sinn für bittere, manchmal auch bizarr-komische Details erzählt." -- Deutschlandradio Kultur

"Robert Gerwarth hat (Heydrichs Leben) mit eindrucksvollem Überblick über die großen Linien, aber auch mit viel Sinn für bittere, manchmal auch bizarr-komische Details erzählt." -- DEUTSCHLANDFUNK Andruck, 26.09.2011

"Es sind klug ausgewählte Quellen, denen der Autor auf indirektem Weg die wichtige emotionale Seite seines Buchs anvertraut. Nicht nur eine sehr gute Biographie, sondern auch der bessere Roman." -- Süddeutsche Zeitung, 11.10.2011

"Virtuos, wie es sonst eher angelsächsische Historiker vermögen, verknüpft Robert Gerwarth in seiner Biographie Organisationsgeschichte und Machtanalysen mit persönlich-biographischen Elementen. ( ) Robert Gerwarth hat (das Leben) mit eindrucksvollem Überblick über die großen Linien, aber auch mit viel Sinn für bittere, manchmal auch bizarr-komische Details erzählt." Deutschlandradio Kultur

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.05.2012

Reinhard, der Reinerhalter
Heydrich, der nationalsozialistische Terrorapparat und die radikale Ehefrau

Am 27. Mai 1942 wurde auf Reinhard Heydrich in Prag auf Befehl der tschechoslowakischen Exilregierung in London ein Attentat verübt, dem der "Henker des Dritten Reiches" - wie ihn Thomas Mann in seinem BBC-Kommentar nannte - am 4. Juni erlag. In einer der aufwendigsten Begräbniszeremonien der NS-Zeit bezeichnete Hitler den SS-Obergruppenführer als einen der besten Nationalsozialisten und einen der größten Gegner aller Feinde dieses Reiches. Die Verfolgung der Attentäter führte zu maßlosen Gewaltexzessen mit Hunderten von Toten. Die Auslöschung von Lidice wurde zum international bekannten Symbol dafür.

Angesichts der herausragenden Bedeutung Heydrichs im Machtapparat der SS und des "Dritten Reiches" insgesamt überrascht es, dass es so lange gedauert hat, bis eine wissenschaftliche Biographie zu ihm erschienen ist. Sein Autor, der 35 Jahre alte Robert Gerwarth, lehrt als Professor für moderne Geschichte in Dublin.

Wer war dieser gerade einmal 38 Jahre alt gewordene SS-Führer, der solche Emotionen bei Freund und Feind …

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Robert Gerwarth, geb. 1976 in Berlin, studierte Geschichte in Berlin und Oxford. Für seine Dissertation über den Bismarck-Mythos wurde er mit dem renommierten Fraenkel Prize der Wiener Library ausgezeichnet. 2006 war Gerwarth Visiting Scholar am Center for European Studies in Harvard. Er ist Fellow der Royal Historical Society und lehrt neuere deutsche und europäische Geschichte an der Universität Oxford.

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Kundenbewertungen zu "Reinhard Heydrich" von "Robert Gerwarth"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 27.09.2011 ***** ausgezeichnet
Reinhard Heydrich ist bis zum heutigen Tag eine der schillernden Persönlichkeiten, die im Dritten Reich Karriere gemacht haben. Mit 38 Jahren wurde er bei einem Attentat durch tschechische Fallschirmagenten getötet. Der Historiker Robert Gerwarth schaut nach über sieben Jahrzehnten erneut auf die Gestalt Heydrichs und zeigt auf beeindruckende Weise wie er im nationalsozialistischen Terrorstaat Karriere machen konnte.

Interessanter Weise beginnt Gerwarth mit dem Tod Heydrichs in Prag (1942), erst dann schaut er sich die Familie Heydrichs an und geht intensiv auf die Person des Reinhard ein.

Was dann folgt ist meines Wissens die erste solide recherchierte Abhandlung über den sogenannten "bösen Todesgott" Reinhard Heydrich, die wohl selbst wissenschaftlichen Ansprüchen stand hält.

Mich beeindruckt beim Lesen ganz besonders wie der junge Gerwarth, er ist um Jahre jünger als Heydrich, jenseits allem Hass oder Vergötterung immer wieder versucht hinter das Rätsel der Person Heydrich zu kommen. War Reinhard Heydrich wirklich der gefühlskalte, ideologisch desinteressierte Manager des Genozids ? Oder müssen wir nach dem Studium aller heute zur Verfügung stehender Quellen unser Heydrich - Bild reformieren ?

Robert Gerwarth hat das Heydrich - Bild eindrucksvoll neu entworfen. Er zeigt sehr genau, dass der Organisator der "Endlösung der Judenfrage" nicht als das gefühlskalte Monster geboren wurde!

Eine spannend geschriebene Biographie für alle Geschichtsfreunde!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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