Der Holocaust ist ein Kapitel der Menschheitsgeschichte, das wir
meist nur ungern aufschlagen. Und doch ist es unbedingt notwendig,
die Wahrheit am Leben zu halten und sie als das, was sie ist,
anzuerkennen: kein isoliertes, lange zurückliegendes Phänomen,
sondern schreckliches Zeugnis des schwärzesten aller menschlichen
Abgründe, dessen erneutes Aufkeimen um jeden Preis verhindert
werden muss.
Genauigkeit, Sachlichkeit und Respekt vor den Opfern sind bei der
Darstellung ebenso wichtig wie die Bereitschaft, nicht vor der
grausamen Wahrheit zurückzuschrecken. Nur eine ehrliche
Auseinandersetzung
mit konkreten Fakten macht aus abstraktem Entsetzen nutzbares
Verständnis.
Dieses Buch will dabei helfen, aus der Erinnerung zu lernen. Es
dokumentiert die Geschichte des staatlich organisierten
Massenmordes, seiner Methoden, seiner Opfer und der Menschen, die
zu Mördern wurden. Diese haben ihre Machenschaften von Propaganda
über Experimente bis hin zu Schussbefehlen und
Vernichtungslagernakribisch in Fotos, Filmen und Unterlagen
festgehalten. Auch heute kommen immer noch neue Erkenntnisse ans
Tageslicht, die das Bild des Verbrechens schärfer zeichnen.
Schon der Umfang dieses von sechs Experten an amerikanischen
Universitäten lehrende Akademiker verifizierten Standardwerks lässt
das Ausmaß des darin aufgezeichneten systematischen Horrors und die
Wichtigkeit seiner Aufarbeitung erkennen.