Der Fliegenpalast - Kappacher, Walter

Walter Kappacher 

Der Fliegenpalast

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Produktbeschreibung zu Der Fliegenpalast

AUGUST 1924: H. ist auf der Rückreise und macht Halt in Fusch, einem Kurbad in den Salzburger Alpen, wo er mit seinen Eltern vor dem Krieg lange Sommer verbrachte. Inzwischen hat sich viel verändert: Freunde sind ihm abhanden gekommen, sein Ruhm liegt Jahre zurück, sein Schaffen ist bedroht von einer labilen Gesundheit und den leisesten Störungen. Auch im abgelegenen Bad Fusch hat die neue Zeit Einzug gehalten, an der er nur mehr als Beobachter teilnimmt, der sich selbst zunehmend fremd geworden ist. Bei einem Spaziergang wird H. ohnmächtig. Als er wieder zu sich kommt, lernt er den jungen Doktor Krakauer kennen, den Privatarzt einer Baronin. Auch er ist ein Rückkehrer in einer fremden Welt. H. sucht dessen Freundschaft, doch da ist die Baronin - und da ist die Einsamkeit, der er nicht mehr entkommt. Walter Kappacher erzählt von einem Leben, das die Zeit überholt hat: mit fesselnder Intensität und luzidem Einfühlungsvermögen, so souverän wie virtuos. Er bestätigt damit seine Ausnahmestellung in der deutschsprachigen Literatur: "ein Seltener" (Peter Handke).

August 1924: H. ist auf der Rückreise und macht Halt in Fusch, einem Kurbad in den Salzburger Alpen, wo er mit seinen Eltern vor dem Krieg lange Sommer verbrachte. Inzwischen hat sich viel verändert: Freunde sind ihm abhanden gekommen, sein Ruhm liegt Jahre zurück, sein Schaffen ist bedroht von einer labilen Gesundheit und den leisesten Störungen. Auch im abgelegenen Bad Fusch hat die neue Zeit Einzug gehalten, an der er nur mehr als Beobachter teilnimmt, der sich selbst zunehmend fremd geworden ist. Bei einem Spaziergang wird H. ohnmächtig. Als er wieder zu sich kommt, lernt er den jungen Doktor Krakauer kennen, den Privatarzt einer Baronin. Auch er ist ein Rückkehrer in einer fremden Welt. H. sucht dessen Freundschaft, doch da ist die Baronin und da ist die Einsamkeit, der er nicht mehr entkommt. Walter Kappacher erzählt von einem Leben, das die Zeit überholt hat: mit fesselnder Intensität und luzidem Einfühlungsvermögen, so souverän wie virtuos. Er bestätigt damit seine Ausnahmestellung in der deutschsprachigen Literatur: ein Seltener (Peter Handke).

Produktinformation


  • Verlag: Residenz
  • 2009
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 171 S.
  • Seitenzahl: 171
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 133mm x 20mm
  • Gewicht: 302g
  • ISBN-13: 9783701715107
  • ISBN-10: 3701715106
  • Best.Nr.: 25646066
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.03.2009

Epiphanien und Magie, das ist vorbei

Der vergessene Ruhm: Walter Kappachers großartiger Hofmannsthal-Roman "Der Fliegenpalast"

Von Hans-Jürgen Schings

Dies ist ein Buch über Hofmannsthal, wie es feiner, behutsamer, dezenter und doch todtrauriger nicht sein könnte. Wir erleben ein paar Urlaubstage in Bad Fusch im Sommer 1924. H., so Walter Kappachers Kürzel, kehrt an einen Ort jugendlicher Genialität und glorreicher Antizipation zurück, freilich ohne den leise erhofften Erfolg. Die Produktionsauffrischung oder das "Another Go", der "neue Anlauf", den er sucht, bleibt aus.

Ein stiller Sog erfasst den Leser, ohne dass der weiß, wie ihm geschieht. Denn Kappacher bietet nichts Sensationelles auf, keine Entlarvungen, keine Denunziation, keine radikal neue Sicht. Nirgends erhebt er sich über seinen Autor. Er verzichtet auf jede Anbiederung durch Lob oder durch Kritik. Man hört eigentlich, abgesehen von ein paar Automobilen, die H. faszinierten, keinen lauten Ton. So bringt Kappacher das Kunststück fertig, seinen fiktiven Vertrauten praktisch zu siezen - er kennt ihn durch und durch, und doch stellt er sich nicht gleich, denn natürlich …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.06.2010

Dichters
Dämmerung
Peter Handke sagte über den Büchner-Preisträger Walter Kappacher, er sei „ein Seltener“. Ein Kompliment, wie es wohl nur unter Österreichern möglich ist. Kappachers kleiner, hochfeiner Roman „Der Fliegenpalast“ handelt von einem dritten Österreicher, Hugo von Hofmannsthal, der sich im August 1924 für zehn Tage ins salzburgische Kurbad Fuschl zurückzieht, wo er vor dem Krieg mit seinen Eltern einst glückliche Sommerferien verbrachte. Inzwischen ist eine Epoche zu Ende gegangen, der Dichter steckt in einer Schaffenskrise und spürt die Zeichen des Alters, er fühlt sich einsam und hängt erlittenen Kränkungen nach.
Inspiriert von wenigen Notizen Hofmannsthals und intimer Ortskenntnis, zeichnet Kappacher mit subtilem Stilgefühl und traumwandlerischer Empathie das Porträt eines Künstlers, den die Zeit überholt hat.
Kristina Maidt-Zinke
Walter
Kappacher: Der
Fliegenpalast.
dtv,
München 2010.
172 Seiten,
8,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ganz angetan ist Hans-Albrecht Koch von Walter Kappachers Hofmannsthal-Roman, der vom Aufenthalt des 50-jährigen Dichters in einem heruntergekommenen Grand Hotel erzählt. Auch wenn die Besprechung nach der Zuerkennung des Büchner-Preises für Kappacher erscheint, geht sie nicht auf diesen Umstand ein. Viel passiert nicht in dem Buch: der stets H. genannte Hofmannsthal lernt einen Dr. Krakauer kennen, der in Begleitung einer Baronin ist, deren Eifersüchteleien die Gespräche der beiden Männer stören. Koch hat das Buch als "Porträt des Dandys als alter Mann” gelesen, thematisch kreist es für ihn vor allem um die schmerzvolle "Einsicht in die Nichtwiederholbarkeit”. Besonders lobt er Kappachers Prosa, die ihm "dezent” und "unkompliziert” erscheint und mit feinen Beobachtungen Stimmung erzeugt. Sein Fazit: ein Roman von "unauffälliger Schönheit”.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Von einer bleiernen Schaffenskrise handelt der Roman des diesjährigen Büchner-Preisträgers Walter Kappacher - und er erzählt die Krise federleicht.Inspiriert hat Walter Kappacher eine Lücke in der Vita des Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal, der im Jahr 1924 den österreichischen Kurort Fusch besuchte. Ein Aufenthalt, über den biographisch nur Weniges bekannt ist. Diese zehn Tage füllt Kappacher kraft literarischer Imagination. Er zeigt uns den alternden Hofmannsthal, das einstige Junggenie, als einen nahezu handlungsunfähigen Schriftsteller, der in der Fusch die entschwundene Leichtigkeit des Schreibens wiederfinden will, die Leichtigkeit, die er empfand, als er vor langer Zeit die Sommer mit seinen Eltern eben dort verbrachte. Doch das Unternehmen scheitert radikal. Fast täglich lautet das traurige Resümee seines Aufenthalts: "Auch an diesem Tag hatte er keine Zeile schreiben können, und er war Krakauer, dem jungen Arzt, wieder nicht begegnet." Doch nicht das Misslingen auf literarischer Ebene gibt den Schilderungen Kappachers ihren eigentlichen Reiz. Vielmehr zeigt er Hofmannsthal in klarer Schärfe gerade in jenen Momenten, wo ihm die berühmte Vergangenheit die …

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Walter Kappacher gibt Hugo von Hofmannsthal eine Stimme, einen Ton, als er selbst keinen hat - ein faszinierendes literarisches Solo. FAZ, Felicitas von Lovenberg Walter Kappacher hat die Lebenskrise Hugo von Hofmannsthals in einen zauberhaften kleinen Roman verwandelt. Er hat für den seltsamen Zustand des Heimkehrers eine wunderbar angemessene Sprache und eine ebenso überzeugende Erzählweise gefunden. DIE ZEIT, Andreas Isenschmid Kappacher schreibt ein ungespreiztes, zart antiquiertes, nie auf die Pointe schielendes, wunderbares Deutsch. Man kann es nicht imitieren. Stil ist Charakter. Wer wie Kappacher schreiben wollte, müsste Kappacher sein. Dass es ihn gibt, ist ein seltenes und großes Glück für die deutsche Literatur. SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Michael Maar Es ist fasznierend zu lesen, mit welcher Leichtigkeit es Kappacher gelingt, diese Krise in ein atmosphärisch dichtes Landschafts- und Zeitbild zu platzieren, dabei (mitunter ironische) Distanz zum historischen Vorbild zu wahren und zugleich hohe Präzision obwalten zu lassen. DIE PRESSE, Wolfgang Straub ... ein Meisterwerk zeitgenössischer Erzählkunst ... DER STANDARD, Hans Höller Schade, dass der Begriff "virtuos" …

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Walter Kappacher wurde 1938 in Salzburg geboren. Der österreichische Schriftsteller erhielt 2004 den vom Verleger Hubert Burda gestifteten Hermann-Lenz-Preis für seine präzise Erzählweise. 2009 wurde Walter Kappacher mit dem Georg-Büchner-Preis für sein erzählerisches Lebenswerk ausgezeichnet.

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Kundenbewertungen zu "Der Fliegenpalast" von "Walter Kappacher"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von Zafiraman am 08.10.2010 ***** gut
Die Pflichtlektüre hat sich als gute Lektüre erwiesen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von hasewue am 29.07.2009 ***** gut
Nachdem der alternde Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal nach einem Schwächeanfall im August 1924 in den Kurort Bad Fusch zurückkehrt, an dem er oft mit seinen Eltern war, begegnet er dort nach einem weiteren Zusammenbruch dem Arzt Doktor Krakauer. H. – wie er in der Geschichte genannt wird – versucht aufgrund seiner Einsamkeit mit Krakauer in Kontakt zu treten was sich aber durch dessen Begleitung, eine Baronin, schwierig gestaltet.
Walter Kappacher erzählt in „Der Fliegenpalast“ die Geschichte des in die Jahre gekommenen Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal.
Zu Beginn seiner Erzählung schafft Kappacher es auch noch recht gut den Leser zu faszinieren, was sich aber bald ändert.
Alles wirkt sehr oberflächlich und die Handlung wird immer zäher. Kappacher schafft es im weiteren Verlauf nicht die anfängliche Begeisterung aufrecht zu erhalten und bewirkt durch ausschweifende Schilderungen von Nichtigkeiten das genau Gegenteil. Durch die größtenteils fehlende Handlung wird der Leser bald abgelenkt und langweilt sich eher über Hofmannthals anstrengende Überlegungen und Ansichten.
Im ganzen Verlauf von immerhin 172 Seiten hätte man sich als Leser wenigstens gewünscht, dass etwas Spannung und vor allem Leben in dieser schwer zu verfolgenden Handlung gewesen wäre.
So wusste ich am Schluss immer noch nicht, was mir der Autor jetzt eigentlich sagen wollte.

2,5 von 5 Sternen!

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