Plan D (MP3-Download) - Urban, Simon

Simon Urban 

Plan D (MP3-Download)

Sprecher: Schubert, Götz
Hörbuch-Download MP3
 
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.08.2011

Wiederbelebte Staaten leben länger

Ob Egon Krenz das gern lesen wird? Simon Urban gibt in seinem formidablen Debütroman "Plan D" der DDR eine zweite Chance und entwirft ein rasantes Gesellschaftspanorama des Jahres 2011.

Von Hannes Hintermeier

Ende Oktober 2011, die Frankfurter Buchmesse liegt gerade drei Tage zurück, hängt ein Toter im Walde, ganz still und stumm. Er baumelt an einer dicken Gaspipeline, der Nordmagistrale im Berliner Bezirk Köpenick, ist um die achtzig Jahre alt und gut gekleidet. Die Schuhbänder hat man ihm mit acht Knoten zusammengebunden. Ein Symbolmord? Am 8. Februar 1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit gegründet. Ist doch alles längst erledigt. Eben nicht.

Die Deutsche Demokratische Republik ist gar nicht tot, sie war nur in Schwierigkeiten, damals, als die Mauer aufging und die Massenflucht einsetzte. Aber man hat das dann anders geregelt. Wer unbedingt gehen wollte - es waren eineinhalb Millionen -, den ließ man ziehen. Dann machte man die Mauer wieder zu. "Wiederbelebung" heißt das seither in den Geschichtsbüchern. Und Egon "Achtung" Krenz ist noch immer Staatsratsvorsitzender. Dem …

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kulturnews - RezensionBesprechung
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(c) bunkverlag
Die DDR im Jahr 2011: Egon Krenz ist seit 22 Jahren an der Macht, und Otto Schily leitet, seit er in die DDR zog, die Stasi. Denn die Wiedervereinigung hat es nie gegeben, weil neun Monate nach ihrer Öffnung wurde die Grenze wieder dicht gemacht wurde. Das Minsk ist im Westen heiß begehrt und ein Konkurrent des iPhones, denn die Stasi als Techniklieferant stattet jedes neue Modell mit immer besseren Apps aus. Doch jetzt hat man andere Probleme, denn eine Leiche hängt unter der Gaspipeline, gleich östlich von Berlin. Ein Henkersknoten mit acht Rundtörns im Seil und zusammengebundene Schnürsenkel sind ein Indiz für alte Stasigranden auf Rachetour. Hauptmann Martin Wegener muss ermitteln, und bald bekommt er beispiellose Unterstützung aus dem Westen ... Simon Urban hat bei seinem Debüt einen bis zur letzten Seite spannenden Thriller hingekriegt. Doch nicht nur das: Als Kreativarbeiter bei Jung von Matt bringt er das nötige Know-how mit, um auch die nötige Warenwelt einer nie untergegangenen DDR zu generieren - das Fleisch am Gerippe dieses 550-Seiters. Deshalb ist "Plan D" nicht nur ein Thriller voller Verschwörungen und Wendungen, sondern auch ein Blick in eine pralle, realistisch gestaltete Parallelwelt. (jw)

"Mit seinem kräftigen, männlichen Timbre beschreibt Schubert die raue Welt der Ermittler- und Geheimdienstkreise so perfekt, dass der Hörer sich sofort in den muffigen Büros der Parteikader und auf den abgasgeschwängerten Straßen des grauen Berlin wiederfindet. (...) 'Plan D' ist eine wunderbar skurrile und ironische 'Was wäre wenn?'-Geschichte." -- dpa

"Götz Schubert führt souverän durch die 'wiederbelebte DDR', schlüpft in die verschiedenen Rollen - mal kantig, mal distanziert und kühl." -- NDR Kultur 'Klassisch unterwegs'

"Mit Witz und beißender Ironie erzählt Simon Urban eine packende Geschichte über politischen und menschlichen Verrat, über die vergebliche Suche nach Wahrheit und Liebe." -- Buchmagazin

"Götz Schubert führt souverän durch die 'wiederbelebte DDR', schlüpft in die verschiedenen Rollen - mal kantig, mal distanziert und kühl." NDR Kultur 'Klassisch unterwegs'

"Götz Schubert führt souverän durch die 'wiederbelebte DDR', schlüpft in die verschiedenen Rollen - mal kantig, mal distanziert und kühl."

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Rezensentin Elke Eckert liebt Simon Urbans Roman "Plan D" für seine herrlich skurrilen Einfälle. Schon allein die Idee, die untergegangene DDR in einer überraschend realistischen Szenerie wieder auferstehen zu lassen, ringt der Kritikerin Anerkennung ab. Die Handlung: Zu viele Menschen gehen nach dem Mauerfall in den Westen und so wird die Mauer gleich wieder geschlossen, BRD und DDR sind jedoch wirtschaftlich voneinander abhängig. Darüber hinaus hat Urban seinen Roman um eine spannende und unterhaltsame Krimihandlung angereichert, so Eckert. Die Rezensentin folgt einem gutaussehenden Westkommissar und seinem desillusionierten Kollegen aus dem Osten bei ihren Ermittlungen gegen den Widerstand der Stasi und trifft dabei etwa auf eine senile, im Seniorenheim lebende und Wolf Biermann hörende Margot Honecker. Bei so vielen Ideen verzeiht Eckert dem Autor, der hier auch seinem Talent als Texter einer Werbeagentur alle Ehre macht - etwa mit dem Slogan "Jetzt haben Sie Redefreiheit" für das Ost-Handy "Minsk" -  gern die ein oder andere überflüssige Länge, in der sich der angestaute Frust über die DDR entlädt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Simon Urban was born in Hagen in 1975. He studied German literature at the University of Munster, and creative writing at the Deutsches Literaturinstitut in Leipzig, and his short stories have earned him numerous prizes. He lives in Hamburg and Techau (East Holstein) and currently works as a copywriter for a leading German creative agency.

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Kundenbewertungen zu "Plan D (MP3-Download)" von "Simon Urban"

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Bewertung von Joschne aus Sittensen am 26.03.2013 ***** sehr gut
Stell dir vor, die Wiedervereinigung hätte es niemals gegeben . . .
Ost-Berlin 2011: Die Wiedervereinigung hat es nie gegeben, Egon Krenz ist seit 21 Jahren an der Macht und die DDR beinahe pleite. Kurz vor wichtigen Wirtschafts-Konsultationen mit der BRD wird Hauptmann Martin Wegener und seinem West-Berlin Kollegen Richard Brendel ein brisanter Fall übertragen: Ein ehemaliger Berater von Egon Krenz wurde umgebracht – allem Anschein nach von der Stasi . .
• Ein deutsch-deutscher Politthriller im Jahr 2011
• Spannend, intelligent und unterhaltsam
• Kongenial gelesen von Götz Schubert („KDD – Kriminaldauerdienst“).
Simon Urban, geboren 1975 in Hagen, Germanistikstudium in Münster, Ausbildung an der Texterschmiede Hamburg, Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
2003 Erker-Preis, 2005 Literaturförderpreis Ruhrgebiet, 2006 Limburg-Preis der Stadt Bad Dürkheim. 2009 gewann er bei den Clio-Awards, einem der wichtigsten Kreativpreise der Welt, den Grand Prix und Gold für die erste literarische Live-Werbepause. Simon Urban lebt in Hamburg und Techau (Ost-Holstein). Er arbeitet bei Deutschlands führender Kreativagentur Jung von Matt.

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Bewertung von BücherRumpelKammer aus am Waldesrand am 29.03.2012 ***** sehr gut
Die anderen vor mir haben schon viel geschrieben, daher ganz kurz: Für mich ein genialer Krimi mit Science Fiktion Elementen . Einige Seiten weniger hätten dem Buch noch mehr gestanden, es gab zu lange Passagen mit Wiederholungen, daher 1 Stern Abzug.

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Bewertung von Volker M. am 15.11.2011 ***** ausgezeichnet
Den Sozialismus in seinem Lauf...

Es liest sich wie der gemeinsame Wunschtraum eines IM und eines Solizuschlagüberdrüssigen: 1989 brach die DDR nicht zusammen, die Mauer wurde schnell wieder undurchlässig und im Tausch gegen eine vorsichtig reformierte Stasi und ein Transitabkommen für russisches Gas gab es von der BRD noch mal einen Überbrückungskredit. 22 Jahre später existieren beide Staaten mehr oder wenig friedlich nebeneinander, wobei jeder sein Päckchen zu tragen hat. In der DDR bröckeln die Fassaden, es riecht überall nach Frittenfett (dem, allerdings unfreiwillig ökologisch korrekten Trabi-Treibstoff) und in der BRD ist Oskar Lafontaine Bundeskanzler. Ihm gegenüber regiert Egon Krenz und der hat ein Problem, das die Existenz des real existierenden Sozialismus ganz real bedroht. Ausgerechnet vor dem Abschluss des neuen Gasliefervertrages mit West-Deutschland wird eine Schlüsselfigur in Ostberlin ermordet. Ein hochbrisanter Fall, der Stasi und BND ausnahmsweise an einem Strang ziehen lässt. Oder vielleicht doch nicht? Ost-Kommissar Martin Wegener und Wessi Richard Brendel sollen gemeinsam ermitteln und je näher sie dem Geheimnis kommen, umso mehr Steine werden ihnen in den Weg gelegt. Die alten Kader-Seilschaften scheinen noch zu funktionieren.

Ein überaus spannender Plot mit einer geradezu genialen Grundidee: Wie hätte sich die DDR entwickelt, wenn die Mauer nicht gefallen wäre? Simon Urban hat in seinem Erstlingswerk der Phantasie freien Lauf gelassen und die schöne sozialistische Welt mit Liebe zum Detail zum Leben erweckt. Im ostdeutschen McDonalds-Pendant gibt es Wart-Burger und das Ost-Handy ist nicht nur technologische Weltspitze, sondern heißt passenderweise "Minsk". Margot Honecker singt in dementer Hochstimmung im SED-Seniorenheim Biermann-Lieder, ihr Erich liegt im Berliner Prominentengrab.

Urban, von Hause Werbetexter, versteht sein Handwerk. Geschliffene Dialoge, witzig und geistreich, eine Geschichte, die von allem etwas hat: Ein bisschen Voyeurismus, ein bisschen Sensation, Spannung, Sex und Staatsgeheimnis. Man ahnt geradezu das Drehbuch zum Film. Und es wäre nicht der schlechteste Film, denn die Personen sind "echt" und überzeugen vor allem durch die geistreichen Wortwechsel. Urban hat ein Ohr für elegante Satzmelodien und obwohl ich das Hörbuch nicht kenne, kann ich mir vorstellen, dass es dem Sprecher viel Freude bereitet hat. Ein Werbetexter ohne Sprachgefühl wäre natürlich auch ein tragischer Fall. Aber wie "Plan D" so unterhaltsam beweist, ist die Welt voll von tragischen Fällen. Und daran ändert auch nichts, dass die Mauer in der Realität eben doch gefallen ist.

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Bewertung von Bleenie am 28.08.2011 ***** ausgezeichnet
Wie kann ein 1975 geborener Wessi einen Roman schreiben, der in der DDR spielt? Nun, er verlagert das Geschehen in eine fiktive Gegenwart, in der die DDR nach einer kurzzeitigen Maueröffnung "wiederbelebt" wurde - die DDR wurde erneut abgeriegelt, um weitere Abwanderung zu stoppen.

Was an Urbans Debut vielleicht am meisten beeindruckt, ist die überaus detailreiche Ausgestaltung dieser fiktiven Gegenwarts-DDR: Man isst Fleischbrötchen namens "Wart-Burger" und trinkt "Bionier-Brause", während im Radio Jan "Schmuso" Hermann seinen bescheuerten Schlager "Fraglos, die Zeit hasst die Liebe" säuselt (den man sich auf der Website des Autoren tatsächlich anhören kann!). Der Trabant-Nachfolger wird mit Rapsöl betrieben und heißt "Phobos", was der Name eines Marsmondes ist, d.h. "ein Trabant des roten Planeten". Dies ist keine endliche Roman-Welt, sondern eine komplexe Alternativ-Realität, die auch außerhalb des Blickfelds von Urbans Held, Vopo-Hauptmann Martin Wegener, und über den Roman hinaus weiter zu existieren scheint.

Plan D hat auch ein paar Schwächen: Der Roman hat gut 50 Seiten "Speck"; einige Passagen sind - obwohl sprachlich brillant - deutlich zu lang geraten. Außerdem werden die Charaktere m.E. nicht ausreichend in ihrer Ausdrucksweise differenziert - alle scheinen denselben Humor und denselben Spaß an Vulgaritäten zu haben. Urbans Romanheld Wegener wirkt für einen einfachen Ermittler vielleicht auch ein bisschen zu belesen und universitär vorbelastet.

Dennoch, alleine Simon Urbans Ideenreichtum und sein kunstvoller Umgang mit der deutschen Sprache rechtfertigen die volle Punktzahl. Plan D ist der beste Roman, den ich in den letzten Jahren gelesen habe.

P.S. Lob verdienen auch die Typografie und die Buchgestaltung mit einem wirklich tollen Cover.

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