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Bewertung von Joschne aus Sittensen am 26.03.2013 |
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Stell dir vor, die Wiedervereinigung hätte es niemals gegeben . . . Ost-Berlin 2011: Die Wiedervereinigung hat es nie gegeben, Egon Krenz ist seit 21 Jahren an der Macht und die DDR beinahe pleite. Kurz vor wichtigen Wirtschafts-Konsultationen mit der BRD wird Hauptmann Martin Wegener und seinem West-Berlin Kollegen Richard Brendel ein brisanter Fall übertragen: Ein ehemaliger Berater von Egon Krenz wurde umgebracht – allem Anschein nach von der Stasi . . • Ein deutsch-deutscher Politthriller im Jahr 2011 • Spannend, intelligent und unterhaltsam • Kongenial gelesen von Götz Schubert („KDD – Kriminaldauerdienst“). Simon Urban, geboren 1975 in Hagen, Germanistikstudium in Münster, Ausbildung an der Texterschmiede Hamburg, Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2003 Erker-Preis, 2005 Literaturförderpreis Ruhrgebiet, 2006 Limburg-Preis der Stadt Bad Dürkheim. 2009 gewann er bei den Clio-Awards, einem der wichtigsten Kreativpreise der Welt, den Grand Prix und Gold für die erste literarische Live-Werbepause. Simon Urban lebt in Hamburg und Techau (Ost-Holstein). Er arbeitet bei Deutschlands führender Kreativagentur Jung von Matt. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD |
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| Bewertung von BücherRumpelKammer aus am Waldesrand am 29.03.2012 | |
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Die anderen vor mir haben schon viel geschrieben, daher ganz kurz: Für mich ein genialer Krimi mit Science Fiktion Elementen . Einige Seiten weniger hätten dem Buch noch mehr gestanden, es gab zu lange Passagen mit Wiederholungen, daher 1 Stern Abzug. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Volker M. am 15.11.2011 |
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Den Sozialismus in seinem Lauf... Es liest sich wie der gemeinsame Wunschtraum eines IM und eines Solizuschlagüberdrüssigen: 1989 brach die DDR nicht zusammen, die Mauer wurde schnell wieder undurchlässig und im Tausch gegen eine vorsichtig reformierte Stasi und ein Transitabkommen für russisches Gas gab es von der BRD noch mal einen Überbrückungskredit. 22 Jahre später existieren beide Staaten mehr oder wenig friedlich nebeneinander, wobei jeder sein Päckchen zu tragen hat. In der DDR bröckeln die Fassaden, es riecht überall nach Frittenfett (dem, allerdings unfreiwillig ökologisch korrekten Trabi-Treibstoff) und in der BRD ist Oskar Lafontaine Bundeskanzler. Ihm gegenüber regiert Egon Krenz und der hat ein Problem, das die Existenz des real existierenden Sozialismus ganz real bedroht. Ausgerechnet vor dem Abschluss des neuen Gasliefervertrages mit West-Deutschland wird eine Schlüsselfigur in Ostberlin ermordet. Ein hochbrisanter Fall, der Stasi und BND ausnahmsweise an einem Strang ziehen lässt. Oder vielleicht doch nicht? Ost-Kommissar Martin Wegener und Wessi Richard Brendel sollen gemeinsam ermitteln und je näher sie dem Geheimnis kommen, umso mehr Steine werden ihnen in den Weg gelegt. Die alten Kader-Seilschaften scheinen noch zu funktionieren. Ein überaus spannender Plot mit einer geradezu genialen Grundidee: Wie hätte sich die DDR entwickelt, wenn die Mauer nicht gefallen wäre? Simon Urban hat in seinem Erstlingswerk der Phantasie freien Lauf gelassen und die schöne sozialistische Welt mit Liebe zum Detail zum Leben erweckt. Im ostdeutschen McDonalds-Pendant gibt es Wart-Burger und das Ost-Handy ist nicht nur technologische Weltspitze, sondern heißt passenderweise "Minsk". Margot Honecker singt in dementer Hochstimmung im SED-Seniorenheim Biermann-Lieder, ihr Erich liegt im Berliner Prominentengrab. Urban, von Hause Werbetexter, versteht sein Handwerk. Geschliffene Dialoge, witzig und geistreich, eine Geschichte, die von allem etwas hat: Ein bisschen Voyeurismus, ein bisschen Sensation, Spannung, Sex und Staatsgeheimnis. Man ahnt geradezu das Drehbuch zum Film. Und es wäre nicht der schlechteste Film, denn die Personen sind "echt" und überzeugen vor allem durch die geistreichen Wortwechsel. Urban hat ein Ohr für elegante Satzmelodien und obwohl ich das Hörbuch nicht kenne, kann ich mir vorstellen, dass es dem Sprecher viel Freude bereitet hat. Ein Werbetexter ohne Sprachgefühl wäre natürlich auch ein tragischer Fall. Aber wie "Plan D" so unterhaltsam beweist, ist die Welt voll von tragischen Fällen. Und daran ändert auch nichts, dass die Mauer in der Realität eben doch gefallen ist. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
6 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Bleenie am 28.08.2011 | |
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Wie kann ein 1975 geborener Wessi einen Roman schreiben, der in der DDR spielt? Nun, er verlagert das Geschehen in eine fiktive Gegenwart, in der die DDR nach einer kurzzeitigen Maueröffnung "wiederbelebt" wurde - die DDR wurde erneut abgeriegelt, um weitere Abwanderung zu stoppen. Was an Urbans Debut vielleicht am meisten beeindruckt, ist die überaus detailreiche Ausgestaltung dieser fiktiven Gegenwarts-DDR: Man isst Fleischbrötchen namens "Wart-Burger" und trinkt "Bionier-Brause", während im Radio Jan "Schmuso" Hermann seinen bescheuerten Schlager "Fraglos, die Zeit hasst die Liebe" säuselt (den man sich auf der Website des Autoren tatsächlich anhören kann!). Der Trabant-Nachfolger wird mit Rapsöl betrieben und heißt "Phobos", was der Name eines Marsmondes ist, d.h. "ein Trabant des roten Planeten". Dies ist keine endliche Roman-Welt, sondern eine komplexe Alternativ-Realität, die auch außerhalb des Blickfelds von Urbans Held, Vopo-Hauptmann Martin Wegener, und über den Roman hinaus weiter zu existieren scheint. Plan D hat auch ein paar Schwächen: Der Roman hat gut 50 Seiten "Speck"; einige Passagen sind - obwohl sprachlich brillant - deutlich zu lang geraten. Außerdem werden die Charaktere m.E. nicht ausreichend in ihrer Ausdrucksweise differenziert - alle scheinen denselben Humor und denselben Spaß an Vulgaritäten zu haben. Urbans Romanheld Wegener wirkt für einen einfachen Ermittler vielleicht auch ein bisschen zu belesen und universitär vorbelastet. Dennoch, alleine Simon Urbans Ideenreichtum und sein kunstvoller Umgang mit der deutschen Sprache rechtfertigen die volle Punktzahl. Plan D ist der beste Roman, den ich in den letzten Jahren gelesen habe. P.S. Lob verdienen auch die Typografie und die Buchgestaltung mit einem wirklich tollen Cover. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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