Eine Berliner "Alltagsgeschichte" um 1875. Ein junger
Baron verliebt sich in die Näherin Lene, die seine Gefühle
erwidert. Die Standesunterschiede scheinen für beide überbrückbar,
doch die herrschende Moral duldet keine derartige Verbindung.
Fontanes Geschichte von Lene Nimptsch, die mit ihrer Pflegemutter
in kleinbürgerlichen Verhältnissen lebt und eines Tages dem jungen
Botho von Rienäcker begegnet, spaltete seinerzeit die Gemüter. Die
kleine Plätterin und der Baron verbringen einen glücklichen Sommer
zusammen und wissen doch zugleich, daß ihrer Liebe Schranken
gesetzt sind, denn eine Heirat gegen den Stand ist undenkbar. Daß
Fontane das Liebesverhältnis der beiden so unbefangen schilderte,
nahmen ihm Adlige wie Sittlichkeitsfanatiker übel, gleichzeitig
jedoch wurde der Roman zu einem großen Erfolg und machte Fontane
für seine Zeit zu einem 'Modernen Autor'
Theodor Fontane (1819-98) ist der bedeutendste Erzähler des literarischen Realismus. Der gelernte Apotheker machte mit 30 Jahren das Schreiben zum Beruf, zunächst als Journalist und Theaterkritiker. Erst spät begann er erfolgreich Romane und Erzählungen zu schreiben. Seine Romane und Novellen, die vielfach verfilmt wurden, zählen zu den meistgelesenen Klassikern des 19. Jahrhunderts.
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