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| Bewertung von Lola aus Gangloffsömmern am 24.12.2010 | |
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Bier trinken. Bier zapfen. Das ist das, was Frank Lehmann kann, sogar richtig gut. Frank Lehmann, Wahlberliner, der zur Belustigung seiner Freunde mit fast dreißig nur noch liebevoll "Herr Lehmann" genannt wird, und der mit seiner leicht eigenwilligen philosophischen Art dursch das Leben trottet. Herr Lehmanns Lebensinhalt besteht darin alkoholdurstigen Menschen die Zunge zu befeuchten und im gleichen Atemzug sich selbst dem Alkohol auszuliefern. Sein Alltag verläuft relativ unspektakulär in seiner Eineinhalbzimmerwohnung, ein Single, dessen pessimistische Grundeinstellung gern dem Pech auf die Sprünge hilft. Auf Grund dessen hat er auch nie versucht es den Leuten recht zu machen, seien es seine Eltern, Frauen oder seine Nachbarn. Ein Mann, der seinen Denkapparat ständig tanzen lässt und trotz vieler Erkentnisse keinen anderen Weg einschlägt, denn dazu ist der Mann hinter dem Tresen eindeutig zu ambitionslos. Doch irgendwas ist anders so kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag. Erst hindert ihn nach einer harten arbeitsreichen Nacht im "Einfall" ein wurstartiger Hund daran, wenigstens halbwegs heil zu Hause anzukommen. Zur Freude von Herr Lehmann, der nach dem Kampf um sein Revier mehr als eine Mütze Schlaf verdient hätte, klingelt seine Mutter ihn nach sinnlosen drei Stunden aus dem Bett, um ihm die frohe Botschaft zu verkünden. Sie kommen nach Berlin! Und ja, sie wollen ihn besuchen. Gedanken häufen sich in seinem Kopf. Wie soll er ihnen erklären, dass er kein Restaurantbesitzer ist, nachdem er ihnen jahrelang einen Bären aufgebunden hatte, nur damit sie den Nachbarn erzählen konnten, wie erfolgreich ihr Sohn in Berlin ist. Erschwerend dazu tritt Katrin in seine doch sonst so ruhige Welt und löst in ihm ein gewaltiges Gefühlschaos aus. Ein Wirbelsturm der Gefühle! Sven Regner beschreibt in seinem Buch ein Menschenleben, welches uns zu Hauf auf den Straßen begegnet. Doch er schafft es auf eine urkomische Art und Weise, den Leser bei der Stange zu halten, obwohl er "nur" den Alltag beschreibt. Dieses Buch ist für jeden geeignet, der Bücher mit Witz mag. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Mia am 13.08.2010 | |
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Eine sehr witzige Beschreibung eines Alltags, in dem sich wahrscheinlich jeder Leser (der eine mehr, der andere wengir) wiedererkennen kann. Herr Lehmann muss an einem knurrendem Hund vorbei, er bekommt "plötzlichen" Besuch von seinen Eltern und er verliebt sich. Ich habe, genau wie Reich-Ranicki es hinten auf dem Buch vermerkt, immer wieder gelacht. Vor allem Berlinern empfehle ich dieses Buch, aber auch jedem, der einfach ein gutes lustiges Zwischendurchbuch sucht und dabei nicht auf Nivea verzichten möchte! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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| Bewertung von Philipp aus Bad Berka am 12.08.2010 | |
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Der ganze Ärger Frank Lehmanns beginnt mit einem Hund- einem wildfremden Straßenköter, der ihm eines Nachts, als er wieder einmal alles andere als nüchtern ist, auflauert und nicht mehr von der Stelle gehen lässt. Schließlich rettet sich der junge Mann, indem er den Durst der „wilden Bestie“ mit Whisky löscht, um sich dann schnellen Schrittes vor seinem nun kampfunfähigen Gegner in Sicherheit zu bringen. Trotzdem- der Wurm ist einmal drin beim Schankwart Frank Lehmann, bringt die geregelten Bahnen seines Lebens im Jahre 1989 in Westberlin heftig ins Schleudern: seine Eltern kündigen an, ihn zu besuchen, und zu allem Überfluss verliebt er sich auch noch in die schöne Köchin Katrin. Schließlich kommen Herr Lehmann und Katrin nach einigen gemeinsamen Unternehmungen zusammen, und auch den folgenden Besuch seiner Eltern bringt Frank recht zufriedenstellend hinter sich. Doch dann wird er vom DDR-Zoll beim Schmuggeln erwischt, seine Beziehung mit Katrin zerbricht und sein bester Freund Karl muss von ihm wegen einer psychischen Erkrankung ins Krankenhaus gebracht werden. Überdies fällt an seinem Geburtstag auch noch die Mauer. „Herr Lehmann“ von Sven Regener ist ein interessanter, locker geschriebener Roman, der seinen Lesern sehr viel Spaß bereitet. Den Reiz des Buches macht vor allem seine unnachahmliche „tragische Komik“ aus, wobei besonders die Gedanken Lehmanns belustigen, da sie oft genau das Gegenteil seines Handelns sind. Frank bemerkt diese Widersprüchlichkeit nicht und bleibt ernsthaft und unnachgiebig von seinen Meinungen überzeugt, was den Leser noch mehr erheitert. So kommt es, dass selbst die eigentlich eher traurigen Passagen am Ende noch amüsierend wirken. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Herrn Lehmann“ um einen tiefgründigen Roman, der das Leben der Westberliner in der Zeit vor der Öffnung der Mauer beschreibt. Die Geschichte stellt den Alltag einer „gewöhnlichen Person“ dar, wodurch sie sehr lebensnah wirkt. Dabei überzeugt der Roman auch durch seine Ehrlichkeit, da der Autor nicht versucht, irgendetwas zu beschönigen. Er zeigt das Leben in Westberlin, so wie es war, also dass die Leute dort im Prinzip nur auf einer reichen, aber isolierten Insel vor sich hin vegetierten. „Herr Lehmann“- ein spaßiger und dennoch tiefgründiger literarischer Diamant. Absolut lesenswert! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Lola aus Gebesee am 18.04.2010 | |
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In dem Buch "Herr Lehmann" geht es um einen Mann namens Frank Lehmann, der aber von seinen Freunden nur liebevoll Herr Lehmann genannt wird. Sein Alltag war immer ruhig, doch plötzlich fährt er mit einer Achterbahn der Gefühle. Sven Regner beschreibt in seinem Buch ein Menschenleben, welches uns zu Hauf auf den Straßen begegnet. Doch er schafft es auf eine urkomische Art und Weise, den Leser bei der Stange zu halten, obwohl er "nur" den Alltag beschreibt. Dieses Buch ist für jeden geeignet, der Bücher mit Witz mag. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von H. Seewald aus Berlin am 09.09.2009 | |
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Kein "geistiger Frührentner" Herr Lehmann philosophiert über den Lebensinhalt und hat den Hang, Wörter immer mal wieder auf ihre Semantik hin abzuklopfen. Das zumindest sind schon mal geistige Regungen, welche die von Iris Radisch (Literaturjournalistin) vorgenommene Etikettierung von Herrn Lehmann als "geistigen Frührentner" fragwürdig erscheinen lassen. Auch ist der Begriff als solcher wenig tauglich, denn was wäre unter einem "geistigen Frührentner" zu verstehen? Ein Mensch, der von den geistigen Erträgen vor der Verrentung lebt? Einer, der sich mal Bildung angeeignet hatte, diese beständig wiederkäut und sich nicht weiter entwickelt, geistig stillsteht? Oder vielleicht einer, der von Tantiemen für Produkte seiner geistigen Tätigkeit wie etwa Bücher oder Patente lebt? Zwar wünscht man Herrn Lehmann, dass er mal rauskommt aus seinem Trott von Arbeit in der Kneipe und anschließenden Kneipenbesuchen, doch entgeht er andererseits immerhin einer Lebenslüge, mit der zum Beispiel sein bester Freund Karl auf drastische Weise konfrontiert wird, der wie Herr Lehmann als Kellner arbeitet, sich aber zum Künstler berufen glaubt und über sein vermeintliches Künstlertum definiert. Als Karl seinen Irrtum erkennt, implodiert sein Selbstverständnis, seine Identität, Karl erleidet einen psychotischen Nervenzusammenbruch. Ob Herr Lehmann aus seinem Alltagstrott herausfindet, Urlaub in Bali mit seiner Kollegin Heide oder in Polen macht, "oder was ganz anderes anfangen" wird, bleibt offen. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
10 von 11 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von omamädel aus Nürnberg am 05.03.2009 | |
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Urkommisch !!! Einfach genial geschrieben !!!!!! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
1 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Polar aus Aachen am 16.06.2008 | |
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Berlin Ende der Achtziger. Die Mauer steht noch. Kreuzberg ist noch die Hoffnung all jener, die aus der Bundesrepublik auf die Insel geflüchtet sind. In der Vielzahl Suchender, Gestrandeter, Salonrevolutionäre gibt es den Herrn Lehmann, der sich Ansprüchen gerne entzieht und dafür lieber jedem die Welt erklärt. Es ist ein Kneipenleben. Sei es beruflich als Bierzapfer oder vor der Theke als Gast. Doch es ist nicht das Leben eines Alkoholikers, vielmehr das eines Menschen, der von sich behaupten würde, dass er mehr zum Leben nicht braucht. Familie ist etwas, das zu Besuch kommt, Zukunft etwas, für das man erst einmal richtig ausschlafen muss. Der Trott bestimmt den Tag von Herrn Lehmann und seinen Freunden. Wäre da nicht die Liebe. Ein Konstrukt, das vielen mittelmäßigen Romanen zu Grunde liegt. Sie stiftet Verwirrung, sie stellt Fragen, denen man lieber aus dem Weg geht, sie fordert einen heraus. Sven Regener entgeht dem allen durch seinen wunderbaren tragikkomischen Ton. Nicht nur dass seine scheinbaren Verlierer einem ans Herz wachsen, er spiegelt das Berlin der Mauer kurz vor ihrem Fall. Menschen, die mit sich selbst beschäftigt sind, die von den Ereignissen überrollt werden. Mitten drin Herr Lehmann. Unbeholfen scheint die Trägheit seine herausragende Charaktereigenschaft zu sein. Und trotzdem besitzt er seine Sehnsüchte, seine Träume, seine Verletzungen. Der Leser fühlt sich gleich mit ihm verwandt. Nur ein Herr Lehmann kann mitten in der Nacht von einem Hund aufgehalten werden. Die einzige Möglichkeit, ihm zu entgehen, darin bestehen, den Hund betrunken zu machen. Es sind aberwitzige Szenen, durch die Herr Lehmann stolpert. Sven Regener hat ihn mit trockenem Humor ausgestattet. Die beste Erfindung dabei ist, dass Herr Lehmann für alle einfach nur Herr Lehmann ist. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von clamü am 14.04.2002 | |
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Ein Buch, dass einen begeistert!!! Sven Regener hat hier sein Bestes gegeben, ein Leben zu beschreiben, welches nicht normaler sein kann. Es ist eben ein ganz normaler Alltag, ohne großartige Handlung, aber darum gerade spannend und komisch zu- gleich. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
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