Mit Philip Marlowe schuf Raymond Chandler den größten
Privatdetektiv aller Zeiten. Seine Helden sind hartgesottene Kerle,
die im Großstadtdschungel versuchen, der Gerechtigkeit Geltung zu
verschaffen. Es geht rauh zu in Chandlers Geschichten, gelegentlich
aber auch komisch und grotesk.
Die vorliegende Edition versammelt die besten Hörspiele nach
Chandlers mörderischen Stories. Neben dem legendären Philip Marlowe
(auf der Kino-Leinwand von Humphrey Bogart unsterblich gemacht)
ermitteln Hoteldetektiv Steve Grayce, Privatdetektiv John Dalmas
u.a. Unter der Regie von Hermann Naber, mit der Musik von Peter
Zwetkoff und den Stimmen von Hilmar Thate, Hans Peter Hallwachs,
Ulrich Pleitgen, Christian Brückner, Arnold Marquis (der
Synchronstimme von John Wayne) u.v.a. ist eine packende
Hörspieledition entstanden.
Die Chandler-Hörspiel- Edition enthält:
1. "Mord im Regen" mit Hans Peter Hallwachs (1986)
2. "Gesteuertes Spiel" mit Hilmar Thate (1991)
3. "Zu raffinierter Mord" mit Hans Peter Hallwachs
(1996)
4. "Der Mann, der Hunde liebte" mit Hans Peter Hallwachs
(1988)
5. "Straßenbekanntschaft" mit Ulrich Pleitgen
(1999)
6. "Der König in Gelb" mit Christian Brückner
(1995)
7. "Die Tote im See" mit Hans Peter Hallwachs
(1983)
8. "Ärger mit Perlen" mit Günther Lampe (1969)
9. "Keine Verbrechen in den Bergen" mit Christian
Brückner (1980)
10. "Der Bleistift" mit Arnold Marquis (1976)
Bevor er, eher kurz, auf die Hörbuch-Versionen der Chandler-Geschichten kommt, erklärt Stephan Wackwitz erst einmal die Bedingungen, unter denen sie nicht gelingen konnten - und im wesentlichen eben auch nicht gelungen sind. Das virile Pathos der Hardboiled-Geschichten nämlich, dekretiert er, sei heute, genauer gesagt seit den sechziger Jahren, im Ernst nicht mehr zu ertragen. Der ausgesuchten Finsternis von Pulp und Film Noir sei längst nur noch mit Komik und Übertreibung beizukommen, das sei schon dadurch bewiesen, dass Woody Allens Parodie "Mach's noch einmal, Sam" der viel bessere Film sei als Roman Polanskis "Chinatown". Und in den Hörspielen habe man halt doch versucht, die Sache ernsthaft anzugehen. Es komme dazu, dass der kommentierende Erzähler den dialogischen Sprecherstimmen viel zu oft dazwischenfahre. Und dass die Creme der deutschen Vorleser, von Hans-Peter Hallwachs bis Christian Brückner, mit einer "Lustlosigkeit" agierten, die den Rezensenten an die VG-Wort-Formulare erinnert, über denen er offenbar gerade sitzt.
Raymond Chandler (1888-1959) begann seine Schriftstellerlaufbahn 1908 in London als "Dichter", entschloß sich dann aber, lieber ein guter Krimi- und Drehbuchautor in Hollywood als ein mittelmäßiger Poet zu werden. In seinen "detective stories" und Kriminalromanen setzte Chandler durch sein hochentwickeltes Formbewußtsein und das beständige Feilen an Stil, Dialog und Charakterzeichnung Maßstäbe. So formte sich bei ihm, in seiner sarkastisch-pointierten Schreibweise, der Krimiplot zu einem kritischen Gesellschaftsbild Amerikas in den 30er Jahren.
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