Eichmann - Von der Banalität des Bösen, 1 Audio-CD
Zurzeit werden die unwiderruflich letzten Prozesse gegen
Nazikriegsverbrecher geführt. Täter und Opfer zählen nur noch
wenige Überlebende, bald schon wird dieses Kapitel der
Rechtsgeschichte abgeschlossen sein. Welcher Art waren die Täter
und worin besteht die Legitimität gegen sie gerichtlich vorzugehen?
In diesem historischen Moment sollte man sich noch einmal der
Anfänge einer langen Auseinandersetzung vergewissern: Hannah Arendt
(1906-1975) war als Berichterstatterin des Eichmann-Prozesses tätig
und hat mit ihrer These von der Banalität des Bösen den bisher
schlüssigsten Ansatz zum Verständnis der Täter geliefert. In einem
langen Gespräch mit Joachim C. Fest interpretiert sie ihr Buch. Mit
Karl Jaspers (1883-1969), ihrem Lehrer, hat Arendt zugleich eine
enge Freundschaft verbunden. Der einflussreiche Philosoph gehört zu
denen, die auch zu Zeiten des Nationalsozialismus eine makellose
Biografie bewahrt haben. Im Gespräch mit François Bondy legt er
seine Auffassung zum damals beginnenden Eichmann-Prozess dar. Ein
rares Tondokument zu einem bedeutenden Thema, das die Ansichten
beider erstmalig versammelt!
Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren und am 4. Dezember 1975 in New York gestorben, studierte Philosophie, Theologie und Griechisch unter anderem bei Heidegger, Bultmann und Jaspers, bei dem sie 1928 promovierte. 1933 Emigration nach Paris, ab 1941 in New York. 1946 bis 1948 Lektorin, danach als freie Schriftstellerin tätig. 1963 Professorin für Politische Theorie in Chicago, ab 1967 an der New School for Social Research in New York.
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