Die Woll-Lust der Maria Dolors, 4 Audio-CDs - Busquets, Blanca

Blanca Busquets 

Die Woll-Lust der Maria Dolors, 4 Audio-CDs

Gekürzte Lesung. 297 Min.

Gesprochen von KatharinaThalbach u. a. Übersetzung v. Ursula Bachhausen
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Die Woll-Lust der Maria Dolors, 4 Audio-CDs

"Katharina Thalbach liest mit viel Verve Blanca Busquets herzerwärmende Familiengeschichte." -- Augsburger Allgemeine

"Katharina Thalbach leiht der von Blanca Busquets erdachten 85-Jährigen ihre Stimme - so verschmitzt, warmherzig und lebensklug, als säße die alte Dame neben uns und erzählte aus ihrem Leben. Ein echter Hörgenuss!" -- Düsseldorfer Anzeiger

Ihre Tochter hat eine Affäre, ihr Schwiegersohn geht auch fremd und ihr Enkelsohn versteckt seine Homosexualität. Dolors, die seit ihrem Schlaganfall nicht mehr sprechen kann und nur noch in der Ecke sitzt, bekommt mehr mit, als ihrer Familie bewusst ist. So gibt sie mit ihrer inneren Stimme kluge Ratschläge und schlagfertige Kommentare, die leider niemand hören kann. Und hütet auch selbst ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit....Katharina Thalbach leiht der 85-jährigen Dolors ihre Stimme und erzählt mit viel Witz und Ironie die Sichtweise der alten Dame, ihre Geschichte und die ihrer Familie mit all ihren Verwirrungen und glücklichen Momenten.


Produktinformation

  • ISBN-10: 3867176841
  • Best.Nr.: 32578062
  • Laufzeit: 297 Min.
"Katharina Thalbach liest mit viel Verve Blanca Busquets herzerwärmende Familiengeschichte." Augsburger Allgemeine

"...klingt wie das Leben selbst. Dank Katharina Thalbach, die mit Leichtigkeit den Ton zwischen trockenem Humor und subtiler Schwere trifft und damit der prallen Romanvorlage noch mehr Sinnlichkeit schenkt."

"'Die Woll-Lust der Maria Dolors' ist ein herzerwärmender Roman der spanischen Autorin Blanca Busquets." -- Anne Wienecke, mytime

"Ein Familienroman voller Klugheit, Ironie und Herzenswärme!" -- The Knitter - O2-Verlags-GmbH

"Das Leben ist wie ein Strickzeug." -- Petra Breunig,Fränkischer Tag

"Busquets' Roman ist eine Geschichte zum Verlieben und eine, in der man sich liebend gerne mehr als einmal verliert." -- Susann Fleischer, literaturmarkt.info

"Ein bezaubernder Roman, den man so schnell nicht vergisst." -- Sonntagsanzeiger Siegerland

"[...] Unterhaltung der Sonderklasse [...]." -- Sabine Geest, Unser Magazin

" Die Woll-Lust der Maria Dolors ist zu Herzen gehende, turbulente Unterhaltungsliteratur."
Buchjournal Juni - Juli 2011

"...klingt wie das Leben selbst. Dank Katharina Thalbach, die mit Leichtigkeit den Ton zwischen trockenem Humor und subtiler Schwere trifft und damit der prallen Romanvorlage noch mehr Sinnlichkeit schenkt."

" Die Woll-Lust der Maria Dolors ist zu Herzen gehende, turbulente Unterhaltungsliteratur."
Buchjournal Juni - Juli 2011

»›Die Woll-Lust der Maria Dolors‹ ist zu Herzen gehende, turbulente Unterhaltungsliteratur.«
Buchjournal Juni - Juli 2011
Blanca Busquets, 1961 in Barcelona geboren, arbeitet seit 1986 als Fernseh- und Radiojournalistin für Televisió de Catalunya und Catalunya Ràdio, wo sie diverse Kulturprogramme moderiert. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und ihrem Romandebüt ›Presó de Neu‹ (2003) hat sie mit ›Die Woll-Lust der Maria Dolors‹ die Herzen aller Generationen erobert.


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CD 1
1 Track
2 Track
3 Track
4 Track
5 Track
6 Track
7 Track
8 Track
9 Track
10 Track
11 Track
12 Track
13 Track
14 Track
15 Track

CD 2
1 Track
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5 Track
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12 Track
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Kundenbewertungen zu "Die Woll-Lust der Maria Dolors, 4 Audio-CDs"

9 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.3 von 5 Sterne bei 9 Bewertungen **** gut)
***** ausgezeichnet
 
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(3)
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(3)
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Bewertung von Angela.Bücherwurm aus Wülfrath am 01.04.2013 ***** ausgezeichnet
Eine Familie - Viele Geheimnisse

Die 85-jährige Maria Dolors erleidet einen Schlaganfall und kann seitdem nicht mehr sprechen. Auch viele andere Dinge fallen der alten Dame nun schwer und sie ist nicht mehr dazu fähig, wie bisher allein zu leben. Eine ihrer beiden Töchter nimmt sie daher bei sich und ihrer Familie auf.

Dort sitzt Dolors nun zumeist in einem Sessel und beobachtet ihre Familie . Da alle bis auf ihren Enkel Martí glauben , sie könne nicht nur nicht mehr sprechen , sondern sie sei auch schwerhörig ,bekommt sie so einiges zu sehen und zu hören. Zur Ablenkung beginnt sie , für ihre Enkelin Sandra einen Pullover zu stricken. Und während der Pullover langsam ,aber stetig wächst, hängt sie ihren Gedanken nach. Sie denkt an ihre eigene Vergangenheit und stellt Vergleiche zur heutigen Zeit an. Viele Dinge sind gleich oder ähnlich geblieben , aber manches hat sich auch extrem geändert. Und während sie still beobachtet und ihre Schlussfolgerungen zieht, erkennt sie nach und nach, dass hier jeder irgendein Geheimnis verbirgt, nicht zuletzt sie selbst. Und je mehr der Pullover sich dem Ende nähert, desto mehr spitzt sich die Lage zu. Bis das Ende schließlich vor der Tür steht.

Das Buch ist sehr einfühlsam geschrieben und man kann sich gut in die manchmal sprunghafte Gedankenwelt von Maria Dolors hineinversetzen. Es gibt in dem Roman kaum direkte wörtliche Rede, was gut unterstreicht, dass Maria Dolors ja nicht sprechen kann und sich das meiste in ihrem Kopf abspielt. Der zunehmend abrupte Wechsel ihrer Gedanken zwischen Vergangenheit und Gegenwart spiegelt auch gut die gesteigerte Vewirrtheit der alten Frau wieder.

Als ich das Buch zur Hand genommen habe, habe ich eher einen witzigen Roman erwartet- vielleicht auch aufgrund des Covers. Es gibt auch durchaus heitere Stellen , aber insgesamt ist er weit vielschichtiger. Viel häufiger regt er zum Nachdenken an: über das Älterwerden, über Familienzusammenhalt, über Ehrlichkeit.

Ich war angenehm überrascht. Mir hat das Buch gut gefallen, ein Buch über die Höhen und Tiefen im Leben, über menschliche Schwächen und Eitelkeiten und nicht zuletzt über die Liebe.

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Bewertung von Claudias Bücherregal aus Schleswig-Holstein am 20.12.2012 ***** weniger gut
Diesen Roman habe ich in 2010 bei vorablesen gewonnen. Ich hatte mich auf das Buch "Die Woll-Lust der Maria Dolors" von Blanca Busquets sehr gefreut. Die Leseprobe versprach ein Buch über eine 85-jährige Ich-Erzählerin namens Dolors, die nach einem Schlanganfall nicht mehr sprechen kann und bei ihrer Tochter einzieht. Fast die ganze Familie hält sie für taub und denkt, dass "Oma" nichts mehr mitbekommt. Genau das Gegenteil ist natürlich der Fall. Dolors kann zwar nicht mehr reden, bekommt dafür aber umso mehr mir und deckt damit einige Geheimnisse ihrer Familie auf.

Die Grundidee gefiel mir wirklich gut, die Umsetzung aber leider gar nicht. Das Buch hat lediglich 280 Seiten auf denen Blanca Busquets alle Themen, die es wert sind geheim gehalten zu werden, reinpresst. Ich habe wirklich das Gefühl die Autorin hat eine Liste aller Charaktere erstellt und eine mit möglichen Geheimnissen und dann einfach zusortiert. Man kommt sich bei dem Buch vor wie in der Wisteria Lane bei Desperate Housewives, nur dass eine ganze Staffel hier auf 280 komprimiert wurde. So schafft die Autorin es, in diesem kurzen Buch folgende Themen anzusprechen: Homosexualität, Magersucht, Untreue, erste Liebe, Sex, sexuelle Nötigung, Mord, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Sex mit Minderjährigen, Genitalpiercing, Kinderpornographie im Internet usw.
Für mich wirkt es einfach gezwungen und übertrieben, eine Aneinandereihung von aktuellen Themen.

Ein weitere Punkt, der mir nicht gefällt ist die Art und Weise des Schreibens. Dolors ist die Ich-Erzählerin, deshalb wird natürlich aus ihrer Sicht erzählt. Allerdings springt Dolors ständig in ihren Gedanken. Ein Absatz gilt der Vergangenheit, der nächste dem Stricken, der übernächste ist wieder Vergangenheit ... Man muss bei jedem neuen Absatz immer erst mal schauen, worauf er sich bezieht. Das klappt zwar schnell, da die Autorin immer Hinweise gibt, aber alle 5 Zeilen in der Zeit und im Thema zu springen ist einfach anstrengend und liest sich meines Erachtens nicht sehr gut.

Der Titel selbst hat mich gar nicht gereizt, aber das Cover ist ganz gut geworden, da ich die Schriftart sehr mag und der Aufdruck hervorgehoben (also fühlbar) ist. Ansonsten war das Buch für mich aber eine Enttäuschung und ich musste mich wirklich zwingen es zu Ende zu lesen.

Taschenbuch: 280 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423248165

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Bewertung von Nijura am 04.10.2011 ***** sehr gut
Die Gedanken sind frei

Die 85jährige Marie Dolors kann nach ihrem Schlaganfall nicht mehr sprechen. Hören dagegen tut sie noch gut, nur bekommt das keiner in ihrer Familie mit. So wird sie unfreiwillig Zeuge vieler Geheimnisse ihrer Angehörigen.

Meine Meinung:
Mir hat die Gedankenwelt der Marie Dolors sehr gut gefallen und Anna Thalbach bringt das in der Hörbuchversion sehr, sehr gut zum Ausdruck.
Am Interessantesten fand ich allerdings die Vergangenheit von Marie Dolors selbst - dass sie auf ihre große Liebe Anthony verzichtet hat und wie es dazu kam. Sie hat ihm nie verraten, dass ihre Tochter Theresa seine Tochter ist und wird dies auch nie tun. Ich war überrascht, zu was die Dame alles fähig war!

Die Probleme in der Familie sind vielseitig, von Fremdgehen, über Homosexualität und Magersucht, sodass das Hörbuch nie langweilig wird.
Besonders schön fand ich am Ende, dass die Familie selbst noch einmal zu Wort kommt und über ihre Beziehung zu Marie Dolors nachdenkt.

Fazit:
Sehr unterhaltsamer, amüsanter Roman, der zum Nachdenken anregt und Großmütter mal in einem anderen Licht zeigt.

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Bewertung von bookorpc aus Kumhausen am 06.04.2011 ***** sehr gut
Könnte Dolors noch sprechen, würde sie ihrem Enkel jetzt sagen, komm, setz dich zu mir, ich will dir eine Geschichte erzählen, die Geschichte eines Lebens, das wahrlich gelebt wurde, ich habe es ganz bewusst ausgekostet, so wie eine Saftorange, bis zum letzten Tropfen, die Geschichte eines Lebens, das so gelebt wurde, wie man leben sollte, wie auch du es leben wirst. ( Zitat Seite 235-236 )
Dieser Satz beschreibt finde ich am besten um was es in Blanca Busquets Buch, “Die Woll - Lust der Maria Dolors” geht und zwar um das Leben von Dolors und wie sie es lebte.

Inhalt:
Seit einem Schlaganfall kann Maria Dolors nicht mehr reden, aber sie ist nicht taub und auch geistig noch sehr fit. Davon sind aber nicht alle in ihrer Familie überzeugt, man nimmt sie teilweise nur wie ein Möbelstück in der Wohnung war und nur ihr Enkel Martí macht sich die Mühe ihr neue Sachen, den Computer zu erklären. Ihr Schwiegersohn telefoniert in ihrer Gegenwart mit seiner Geliebten und Sandra, ihre Enkelin, stellt ihr zwar ihren Freund vor, merkt aber nicht das die Oma sie beobachtet, wenn sie vor dem Spiegel posiert. Dolors lebt als stille Beobachterin in der Familie und nimmt die Geheimnisse auf, die alle verbergen wollen. Da sie nicht nur untätig herumsitzen will, strickt sie für Sandra einen Pulli als Überraschung. Während des Strickens schweifen ihre Gedanken immer wieder mit die Vergangenheit ab…

Meine Meinung: Bereits beim ersten Blick aufs Cover fällt einem das Strickzeug ins Auge und nach dem ersten Seiten erklärt sich die schwarze Katze als Felix, die Computerkatze, die Dolors so fasziniert. Den Aufbau des Buches finde ich sehr originell, die Kapitel sind in Strickabschnitte unterteilt, es beginnt mit der Idee zum Pulli, über den Ausschnitt und endet mit dem Vernähen. Am Ende folgt ein Epilog in den die Gedanken der Familienmitglieder und Freunde über Dolors aufgegriffen werden, da die Rest der Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird. Die Kapitel selbst sind immer sehr ähnlich: Dolors sitzt über ihrer Strickarbeit, man erfährt aktuelle Geschehnisse aus der Familie ihrer Tochter Leonor und diese enthalten immer wieder ansetzte, die einen nahtloses Eintauchen in die Vergangenheit von Dolors ermöglichen. Die Gedankensprünge kommen unerwartet und wenn man nicht aufpasst, hat man selbst das Gefühl verwirrt zu sein, da teilweise Ereignisse von Früher erneut aufgegriffen werden, aber dann angereichert mit weiteren Informationen. Erst dachte ich mir das es für Dolors sehr schmerzhaft ist, von ihrer Familie nicht beachtet zu werden, aber während des Lesens hatte ich eher das Gefühl, dass sie froh war nicht mit allen reden zu müssen....
Fazit: Ein humorvolles, aber auch zum Nachdenken anregendes Buch, über das Alter und die dunklen Geheimnisse einer Familie, das ich gern weiterempfehle.

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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 15.02.2011 ***** gut
Maria Dolors, nach einem Schlaganfall geschwächt und nicht mehr in der Lage zu sprechen, lebt aus diesem Grund nun zusammen mit der Familie ihrer jüngsten Tochter. Wegen ihrer Einschränkungen glauben alle bis auf Marti, Marias Enkel, dass sie von ihrer Außenwelt nur noch wenig bis nichts mitbekommt. Doch Maria ist ganz Ohr: So erfährt sie nach und nach die Geheimnisse der Familie - und nicht nur erfreuliche. Diese lösen Erinnerungen in ihr aus: ihre erste verbotene Liebe zu Antoni, der eher unglücklichen Ehe mit Edward, ihre Studien - und natürlich an ihre eigenen Geheimnisse, neben denen sich die ihrer ,Pflegefamilie` beinahe als Belanglosigkeiten darstellen.

Das Buch wird fast vollständig aus der Sicht der 85jährigen Maria Dolors geschildert und wie es für ältere Leute wohl typisch ist, verläuft der Erzählfluss recht sprunghaft. Ereignisse in ihrem Tagesablauf rufen Begebenheiten aus längst vergangenen Zeiten hervor, die wiederum Geschehnisse aus der jüngeren Vergangenheit ins Bewusstsein zurückrufen. So springt die Geschichte vor und zurück und hin und her, und als ,roter Faden` zieht sich das Stricken eines Pullovers für die Enkelin von Maria Dolors durch das Buch.

Dies Alles ist in einem netten Plauderton geschrieben, der den Tonfall einer älteren, aber dennoch aufgeweckten Dame vermutlich ganz gut trifft. Eine schöne Ergänzung fand ich den Epilog, in dem die gesamte Familie nacheinander noch mehr oder weniger kurz zu Wort kommt und ihre Sicht der jüngsten Vergangenheit darstellt. Alles in allem eine leichte, amüsant zu lesende Lektüre ohne allzu großen Anspruch.

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Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 01.01.2011 ***** gut
Maria Dolors sitzt nach einem Schlaganfall in der Wohnung ihrer Tochter und ist zum Beobachten und Zuhören degradiert, da sie nicht mehr sprechen kann. Das heißt aber nicht, dass sie nicht mehr hören kann! Während sie also die Geschehnisse in der Familie ihrer Tochter beobachtet und sich so ihre eigenen Gedanken macht, erinnert sich Dolors zurück an ihre Jungend, ihre große Liebe und ihr Leben.
Manchmal wechselt Dolors ziemlich abrupt die Erzählperspektive von der Gegenwart zur Vergangenheit. Das mag manchen Leser vielleicht stören. Doch so gehen nun mal ihre Gedanken, während sie in ihrem Stuhl im Wohnzimmer sitzt und strickt. Beide, Vergangenheit und Gegenwart, lesen sich äußerst interessant und die besten Geschichten schreibt das Leben der sogenannten ganz normalen Leute.
Noch kann Dolors stricken und sie strickt einen Pullover für ihre Enkeltochter, die doch so erschreckend dünn ist. Auch die anderen Familienmitglieder sind für so manche Überraschung gut.
Für mich ein schöner, gut zu lesender Roman, in dem die Persönlichkeit der Maria Dolors gut dargestellt wird. Sicher ist auch die Übersetzung aus dem katalanischen gelungen, denn sonst würde sich das Buch nicht so gut lesen lassen. Meiner Meinung nach müsste es mehr solcher Bücher geben, die voller Lebensweisheit des Alters sind, einem zeigen, dass es dann oft nicht mehr viel nützt und jeder seien eigenen Erfahrungen machen muss. Einfach lesenswert.
„Ein lebenskluger Roman für alle Frauen, von einst und heute, die keine Unschuldslämmer sind“.

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Bewertung von goat aus Niedersachsen am 31.12.2010 ***** weniger gut
Angesprochen hat mich der zweideutige Titel des Buches ebenso wie die Schlichtheit des Covers. Zunächst könnte man noch denken, dass es hier wirklich nur um das Thema stricken geht, zumal auf dem Cover ja auch ein Strickkorb abgebildet ist. Aber nach und nach wird der Titel immer passender, denn auch Dolors hat es faustdick hinter den Ohren.

Die 85-jährige ist nach einem Schlaganfall stumm und die ehemals sehr selbständige Frau muss Wohl oder Übel dem Drängen ihrer Tochter nachgeben und zu ihr ziehen. Alleine in einer Wohnung ohne der Sprache mächtig zu sein, das ist nicht mehr tragbar. Das Leben mit den beiden Enkelkindern und ihrer Tochter, sowie dem Schwiegersohn gestaltet sich nicht immer so einfach. Außer ihrem Enkel Martí scheint es niemandem aufzufallen, dass sie nur stumm aber keinesfalls taub ist. Natürlich erfährt sie so vieles, von dem die Familie annimmt, sie bekommt es nicht mit. Aber möchte Dolors das auch immer?

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass es in dieser Geschichte einzig um Dolors geht. Um ein Thema, was heute leider sehr aktuell ist - alte Leute auf dem Abstellgleis. Stattdessen geht die Autorin auf jede einzelne Figur ein. Nicht nur die Gegenwart wird behandelt - auch die Gegenwart. Leider gehen die Erzählungen fließend ineinander über, sodass nicht immer gleich offensichtlich ist, wo man sich gerade befindet.

Die beiden letzten Sätze des Klappentextes "Jeder hütet hier ein Geheimnis. Nicht zuletzt Dolors selbst" treffen den Nagel auf den Kopf. Jede, aber auch wirklich jede Figur hat etwas zu verbergen. Ich bin enttäuscht, was die Autorin aus einem eigentlich perfekten Ausgangsthema gemacht hat. Eine Seifenoper in der ARD ist noch harmlos dagegen. Auf 280 Seiten wird wirklich jedes Klischee bedient. Viel mehr Probleme hätte Blanca Busquets wohl auch nicht mehr in ihren Roman quetschen können.

Es tauchen folgende Probleme auf: Magersucht, Schlaganfall, Mobbing mit Erpressung, Kinderpornografie, Seitensprünge mit Partnern die fast halb so alt sind (bei mehreren Figuren), Homosexualität (auch bei mehreren Figuren) und sogar vor Mord wird nicht zurück geschreckt. Das war in meinen Augen etwas zuviel des Guten. Ein Thema richtig ausgearbeitet wäre richtig gut gewesen. So bleibt aber nur ein schaler Nachgeschmack. Ich habe bei der Vergabe der Sterne zunächst noch zwischen zwei und drei geschwankt. Aber jetzt, wo ich die Geschichte ein paar Tage habe sacken lassen, kann ich leider nur zwei Sterne vergeben. Schade eigentlich!

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Bewertung von Nilly am 29.12.2010 ***** sehr gut
Nach einem Schlaganfall muss sich Dolors in die Obhut ihrer jüngsten Tochter Leonor und deren Familie begeben. Die Vorstellung, nicht mehr für sich alleine zu sorgen und abhängig zu sein, ist für sie die Hölle! Mit 85 ist Dolors schließlich noch fit – ok, nach dem Schlaganfall kann sie nicht mehr sprechen – aber ansonsten ist sie völlig klar. Auch ihre Ohren funktionieren ohne Einschränkung. Komisch ist nur, dass die Familie um Leonor diese Tatsache völlig vergisst… Dolors wird eigentlich den größten Teil des Tages „vergessen“. Nur ihr Enkel weiß, dass sie eine intelligente und kluge Frau ist.

Es hat aber auch Vorteile als senil und taub abgestempelt zu werden: Dolors weiß schon bald über die ganze Familie bescheid. Kaum zu glauben, was da alles los ist! Ein Geheimnis überholt das nächste: dunkle Seiten kommen ans Licht!

Das Buch „Die Woll-Lust der Maria Dolors“ ist einfach bezaubernd. Die spanische Autorin Blanca Busquets hat eine ganz besondere Persönlichkeit geschaffen. Dolors erzählt aus ihrem Leben. Höhen, Tiefen, Lust und Frust. Eben alles was das Leben bereithält. (hier vielleicht eine Prise mehr :-) )

Am Anfang war der abrupte Wechsel zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit gewöhnungsbedürftig. Danach bin ich aber nur so über die Seiten geflogen. Eigentlich passen diese Sprünge auch perfekt zu Dolors! Ist sie doch trotz ihrem starken Willen, keine Hilfe zu benötigen, oft durcheinander. Das Buch regt zum Nachdenken an. Die angesprochenen Themen werden mit einer unglaublichen Tiefgründigkeit zum Ausdruck gebracht.

Einen Stern Abzug muss ich geben. Im ersten Drittel werden gewisse Begebenheiten sehr oft wiederholt, was ein bisschen langatmig ist. Spätestens aber ab der Mitte des Buches ist Dolors und ihre Familie nicht mehr zu bremsen!

Fazit: Liebevoller Roman mit Witz, Ironie, aktuellen Themen und um mal kurz in sich zu gehen! Unbedingt lesen!

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 29.12.2010 ***** gut
Die alte Maria Dolors kann nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen. Sie wohnt nun bei ihrer jüngsten Tochter Leonor samt deren Familie, dem Ehemann Jofre und den Kindern Marti und Sandra. Die 85jährige ist zwar zufrieden damit, dass sie nicht allein, sondern im Kreise ihrer Lieben ist, doch von der ganzen Familie wird sie als beschränkt abgestempelt.

So sitzt Maria Dolors tagsüber im Sessel, als eine Art lebendes Inventar. Ihre einzige Beschäftigung ist das Stricken, gerade hat sie einen äußerst bunten Pullover für ihre Enkelin Sandra begonnen. Dabei lauscht und beobachtet sie ihre Umwelt. Sie hat einen scharfen Verstand und so entgeht ihr nichts, was um sie vorgeht. Und da alle annehmen, dass die Alte nicht nur stumm sondern auch taub ist, wird sie von allen regelrecht angeschrien. Nur Enkel Marti hält seine Oma für eine blitzgescheite Frau und lässt sie sogar an seinen Computer.

Mit Schrecken stellt Maria Dolors fest, dass ihre Tochter Leonor mit ihren fünfzig Jahren schon fast eine alte Frau ist und dass ihr Ehemann sie wahrscheinlich betrügt. Sie hatte ja Leonor schon früher vor diesem Pascha gewarnt, der seine Frau wie ein Dienstmädchen behandelt. Aber auch ziemlich heftige Probleme wie Magersucht, Homosexualität und Kinderpornografie stürmen auf die Familie ein.

Die Schilderung der erschreckenden Vorgänge in der Familie werden immer wieder unterbrochen von den Erinnerungen und Rückblenden der Maria Dolors an ihre Vergangenheit. In inneren Monologe offenbart sie dem Leser ihre Geschichten und Geheimnisse.

„Die Woll-Lust der Maria Dolors“ ist der zweite Roman der spanischen Schriftstellerin Blanca Busquets (Jg. 1961). Mit diesem Generationen-Roman mit zwei Zeitebenen hat die Fernseh- und Radiojournalistin geschickt und realistisch Familienleben in unserer Gegenwart eingefangen und sie versteht es, den Leser bis zur letzten Seite an diesem Schicksal teilhaben zu lassen.

Manfred Orlick

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